Das Patriarchat – Tal der Tränen und Massengrab für Millionen

›Das Prinzip Mann macht die Weltgeschichte zur Tragödie. Die Unfähigkeit zu gebären, ließ eine Jahrtausende lange Blutspur der Aggression zurück. Solange Männer nicht von Frauen lernen, dreht sich der Planet unter Newborn Christen Machos vom Schlage Bushs dem sicheren Untergang entgegen.‹ (Dieter Meier, Sänger, Filmemacher, Unternehmer und Familienvater)

Frauen wurde im Patriarchat jegliche politische, soziale und zivilisierende Macht entzogen, sie wurden ausgeschlossen, entmündigt und erniedrigt – mit verheerenden Folgen für die Welt: die patriarchale Männerwelt ist verroht, gewalttätig und skrupellos korrupt. Junge Männer und old Boys, die sich am liebsten und am wohlsten in Männergangs, in religiösen oder faschistoiden Herrenclubs, in testosteronstrotzender Umgebung, im Sport, im Militär, im Krieg ohne ›anstrengende‹ Gefühlsbeziehungen zu Frauen – oder nur im unverbindlichen Milieu von Prostituierten – bewegen, sind meist frauenverachtend und ihnen gegenüber aggressiv.

›Das Patriarchat hat seine Legitimation durch die Frauen verloren.
Was wir jetzt erleben, ist die nackte Gewalt gegen Frauen.‹

(›Il patriarcato e finito – Das Patriarchat ist zu Ende!‹ Luisa Muraro)

Nur mit kultivierten Männern lässt es sich leben. Solche Männer wurden durch die Erziehung ihrer Mütter zivilisiert, durch das Vorbild von Vätern, die Frauen lieben und respektieren und durch ein frauenfreundliches Milieu im Erwachsenenalter zu liebevollen, gewaltfreien Menschen.

Im Patriarchat maßten sich frauenverachtende Männer und völlig unfähige Väter die Erziehung ihrer Söhne an, erzogen sie zu respekt- und mitleidlosen, gewalttätigen jungen Männern, zu Härte, Gehorsam, Unterwerfung, zum Kämpfen, zur Gewalt und zu dünkelhaftem Glauben an ihre Überlegenheit. Patriarchale Männer erfanden männliche Götter nach ihrem Ebenbild; den monotheistischen Religionen ist die Gewalt immanent. Heute stehen wir vor dem Resultat, der hässlichen Fratze des Patriarchats: Räudige Männer schlachten – im Namen ihres patriarchalen Gottes – Menschen ab, als wären sie Ungeziefer, das in ihren Augen vernichtet werden muss.

›Im Namen Gottes‹ zeigt sich der religiöse Terror in der hässlichsten Fratze des Patriarchats:
Machtmissbrauch, Herrschsucht, Habgier und Gewalt anstelle von Menschlichkeit

Patriarchale arische Priesterkasten, welche die Vatergott-Religionen erfanden, eliminierten die Muttergöttin; diese Religionen lassen sich missbrauchen und instrumentalisieren. Die Konsequenz der Vernichtung der Muttergöttin ist, dass keine der patriarchalen Religionen die Menschen je zum Guten geführt hat; im Gegenteil: Auf das Konto der jüdischen Religion geht der damalige Landraub und das Abschlachten der Bevölkerung ganzer Siedlungen und die damit verbundene Vergewaltigung der ganzen Generation kleiner Mädchen. Das taten auch christliche Männer. Auf ihr Konto gehen dazu noch Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Kolonisationen und Missionierungen, der Holocaust, unzählige Kriege, Abermillionen Kriegstote, Armut, Hunger, Zerstörung, Ungerechtigkeit, ebenso die tägliche Vergewaltigung von Mädchen und Frauen. Der Islam zeigt heute seine wahnsinnige Fratze in den Gewaltexzessen des Fundamentalismus. Angefangen von Steinigungen in  frauenfeindlichen Staaten wie Saudi-Arabien bis zum Terror im IS-Kalifat in Syrien, den Boko Haram in Nigeria, den Dschihadisten in Mali, den Taliban in Afghanistan und Pakistan usw. usw.

Frauenverachtung tötet

»Häufigste Todesursache von Mädchen und jungen Frauen weltweit ist der Suizid. Der WHO-Bericht dazu zeigt unmissverständlich, dass die weiblichen Selbsttötungen dort besonders zahlreich sind, wo ein Frauenleben nichts wert ist: in Afghanistan, Bangladesch, Indien, im Irak und Pakistan. Die Aussicht auf ein unfreies, minderwertiges Dasein erscheint den Teenagern so furchtbar, dass sie lieber sterben.
Die patriarchalischen Familienstrukturen, an denen junge Frauen verzweifeln, existieren aber auch in der Schweiz; Untersuchungen an den psychiatrischen Unikliniken Basel zeigen, dass sich junge Türkinnen dreimal mehr als gleichaltrige Schweizerinnen umzubringen versuchen. Der Kulturkonflikt in dem sie sich bewegen ­– das Aufwachsen in einer freien Gesellschaft, während daheim Brüder und Väter das Sagen haben und sie kontrollieren – lässt sie so in großer Hoffnungslosigkeit versinken, das sie keinen Ausweg mehr sehen.« (Bettina Weber  Sonntagszeitung, 26.7.2015)

Das Patriarchat ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte

Sich selbst überschätzende Männer, tyrannische, verrohte, unzivilisierte, dumme, grausame, korrupte, macht- und mordgierige Psychopathen sind überall an der Macht. Die Grundhaltung patriarchaler Männer zu Frauen ist feindlich und hasserfüllt. Das ist so seit der Eroberung und der frauenfeindlichen Propaganda der indoeuropäischen Eroberer in Ägypten und Mesopotamien, später des Industales und Indiens. Mit der Machtnahme einher ging der Kampf gegen die Religion der Göttin und ihre Vernichtung. Darauf folgte die nur scheinbar harmlose Abwertung und Diskriminierung der Frauen durch die monotheistischen patriarchalen Religionen; nachzulesen in der Bibel, im Alten und im Neuen Testament und im Koran gipfelt sie heute im unsäglichen Terror von Fundamentalisten, die sich auf ihren Gott berufen. Sie sind das Resultat der religiösen Propaganda, der Überhöhung der Männer, der Abwertung und der Respektlosigkeit gegenüber Frauen. Dass Frauen und ihre Kinder unter dem Terror am meisten leiden, ist der Presse selten eine Zeile wert. Die Gleichgültigkeit der Medien für das menschliche Leid, das unspektakuläre, tägliche Leiden der Frauen und Kinder ist auffallend und beschämend. Selten wird auch über den Mut und der alltägliche gewaltlose Widerstand der Frauen gegen die Terroristen berichtet.

Wo Mütter in hart-patriarchalen Gesellschaften, entwürdigt, gedemütigt, ohne Macht und Einfluss auf die Erziehung ihrer Söhne sind, keine Regeln und Grenzen setzen (können), tun sich der Welt Abgründe von Gewalt auf.

»Zweifelsohne ist das Patriarchat eine schicksalsschwere Fehlentwicklung der Zivilisation, die uns zunehmend an den Abgrund unserer Spezies führt. Ob uns die Antworten des Beginns des Irrweges helfen, die dringend notwendige Korrektur zu machen, bleibt offen. Eine Patriarchats-Forschung scheint mir zwingend notwendig zu sein.‹ (Emanuel Erhardt, Psychiater und Psychotherapeut)

Wir können davon ausgehen, dass die Männer mit der natürlichen Autorität der Matriarchinnen, dem matrilinearen Erbrecht und der Matrilokalität der Frauen nicht einverstanden gewesen wären, wenn sie dieses nicht als begründet, logisch, selbstverständlich und gerecht empfunden und sich bei den Mamas auch nicht ausgesprochen wohl gefühlt hätten. Es ging ihnen gut und deshalb respektierten und achteten sie die Frauen als Lebensspenderinnen, Erhalterinnen des Blutclans und des Friedens unter den Sippen und die Matriarchinnen als weise und fürsorgliche Führerinnen, Lehrerinnen und Leiterinnen. Ein Beispiel dafür ist der Bericht einer faszinierenden Reise ins heutige Matriarchat der Mosuo im Süden Chinas des südamerikanischen Arztes Ricardo Coler (›Das Paradies ist weiblich‹ 2005 und der Dokumentarfilm ›China, im Reich der Mosuo-Frauen‹ von Joanna Michna und Maria Hoffacker, www.arte.tv/geo). Oder der Film von Klaus Werner von der ›Insel der Frauen – Palau‹ in der Südsee (Einsfestival TV vom  1.2.14) »Wenn man die soziale und politische Struktur Palaus betrachtet, könnte man sagen, dass die Männer für die Verwaltung zuständig sind und die Frauen die Männer für diese Aufgabe wählen. Dafür kommen nur Männer mit mütterlichen Eigenschaften in Frage. Der Männerrat hat die Wahl der Frauen zu akzeptieren und den gewählten Mann in ihrer Runde aufzunehmen. Palau ist eine Gesellschaft bei der die Frau im Zentrum steht und alle Menschen sich nach mütterlichen Werten richten, in der Mann und Frau in guter Balance zusammenleben.« (Filmankündigung) Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die unter den Seiten ›Das Matriarchat in ….‹ auf dieser homepage beschrieben sind.

Eindeutig erkennbar ist, dass die weibliche Religion effektiv einen eminenten Einfluss auf das gesellschaftliche Leben nicht nur der Frauen hatte. Und dass die Tatsache, dass die oberste Gottheit weiblich war, die Stellung der Frau und die der Königin sehr wohl bestimmte. Patriarchale Wissenschaftler wollen uns immer wieder einreden, man könne nicht davon ausgehen, dass die neolithische Zeit der weiblichen Statuetten auf die Verehrung einer Göttin schließen lasse. Und dass selbst da, wo Göttinnen verehrt wurden, dies keine Auswirkungen auf das Leben der Frauen gehabt haben müsse. Allerdings wird von ihnen nie bestritten, dass die Stellung des Mannes gestärkt und beeinflusst wird, wo die Religion eine männliche oberste Gottheit verehrt. Ein Patriarchat ohne obersten männlichen Gott ist nicht möglich.

›Theologie ist letztlich politisch. Die Art, wie menschliche Gemeinschaften das Transzendente vergöttlichen und die Kategorien von Gut und Böse bestimmen, hat mehr mit den Kräfteverhältnissen der sozialen Systeme, in denen diese Theologien entstehen, zu tun als mit der spontanen Offenbarung der Wahrheit aus jenseitigen Gefilden.‹ (Sheila Collins ›A Feminist Reading of History‹ 1974)

Was die katholische Kirche mit absoluter Vehemenz vertritt, dass Frauen das Priesteramt nicht besetzen dürfen, begann bereits im Alten Ägypten. Jedoch, »wo immer Männer als Priester für den Kult von Göttinnen zugelassen waren, mussten sie sich irgendeiner Form weiblicher Tarnung unterziehen. Die Priester der Ishtar und der Artemis von Ephesus, sowie die Mondpriester Afrikas und Kleinasiens (Türkei) waren samt und sonders Eunuchen. Ein Echo auf diese fernen Zeiten lebt noch unter uns in dem von katholischen Priestern geforderten Zölibat und auch in der großen Betonung der Jungfrau Maria im Katholizismus… in späteren Zeiten musste ein Mann – zumindest symbolisch – einige Charakteristika seines Geschlechts aufgeben und beispielsweise weibliche Kleidung tragen.« (Doris F. Jonas ›Der überschätzte Mann – Die Mär von der männlichen Überlegenheit‹ 1981, S. 50) Eugen Drewermann schreibt: »… zur Auflage der Würdigkeit, zum Priester geweiht zu werden, bestehen immer noch Auflagen, etwa der Zölibat, die auf persönlicher Unerfahrenheit, im Grunde in der Festschreibung pubertärer Engführungen basieren.« (derstandard.at/1371170289240/Nicht-auf-die-Erlaubnis-eines-Papstes-warten) Uta Ranke Heinemann machte aus der unterdrückten Sexualität der katholischen Kleriker ihren Buchtitel: ›Eunuchen für das Himmelreich‹.

»Sir Flinders Petrie erörterte die Rolle der Priesterinnen im alten Ägypten. Er zeigte, wie sich ihre Position von der Zeit der frühesten Dynastien (seit etwa 3000) bis zur achtzehnten Dynastie verändert hatte. Den verfügbaren Berichten zufolge dienten der Göttin Hathor, die größtenteils mit Isis identisch ist, in der frühen [dynastischen] Zeit einundsechzig Priesterinnen und achtzehn Priester, während der Göttin Neith nur Priesterinnen dienten. Zur Zeit der achtzehnten Dynastie waren die Frauen dann nicht einmal mehr Teil der Priesterschaft, sondern dienten nur noch als Tempelmusikerinnen. In dieser achtzehnen Dynastie musste Ägypten den stärksten Einfluss der Indo-Europäer verspüren.« (Merlin Stone ›Als Gott eine Frau war – Die Geschichte der Ur-Religion unserer Kulturen‹ 1988, 70 f.)

Das Patriarchat und die patriarchalen Religionen diskriminieren und unterdrücken mehr als 50 Prozent ihrer Mitglieder: DIE FRAUEN! Diese hätten weit mehr Grund sich zu beschweren, als die ständig gekränkten, beleidigten, in ihrer Ehre und religiösen Gefühlen ›verletzten‹, jammernden, Anhänger der patriarchalen Vater-Religionen. Das Geheul dieser Männer ist zunehmend peinlich und lächerlich.


Print page