Die patriarchale Usurpation der Pyramiden von Gizeh

Aus dem Inhalt:

  • Die Zuschreibung an Cheops, Chephren und Men-kau-re (Mykerinos)
    ist ein einzigartiger Irrtum
  • Die Zuordnung beruht auf einem zweifelhaften Zirkelschluss
    und dem Rassismus der weißen Ägyptologen
  • Auf dem Gizeh-Plateau konnten nur die kleinen Pyramiden identifiziert werden:
    Es sind die Gräber von Königinnen!
  • Der Großteil aller jemals gebauten Pyramiden wurden für KÖNIGINNEN gebaut
  • Das Pyramiden-Dreieck ist immer weiblich und das Symbol der Großen Göttin
  • Das Gizeh-Plateau war ein Wallfahrtsort der Göttin Isis
  • Pyramiden und Sphinx sind die steinerne Bibel der Göttin:
    Isis ist die ›Göttin der Pyramiden‹ und die ›Göttin des Plateaus von Gizeh‹
  • Die Göttin wurde von den patriarchalen Eroberern bekämpft und degradiert
  • Die Pyramiden und die Sphinx setzten der Religion der Indo-Europäer Grenzen
  • Cheops und Chefren verboten die Verehrung und den uralten Kult der Göttin
  • Cheops hatte einen miserablen Ruf über die Landesgrenzen hinaus
  • Die Pyramiden wurden ›vergessen‹, man beachtete sie nicht mehr!
  • Fazit: Die patriarchalen Erfinder der männlicher Götter begehrten den Platz der Großen Göttin
  • Wir wissen nicht, wann, wie, warum, von wem und wozu die drei Großen Pyramiden und die Sphinx erstellt wurden
  • Glückliches Ägypten unter den faschistischen Diktatoren?


Die Zuschreibung an Cheops, Chephren und Menkaure
ist ein einzigartiger Irrtum

Die Zuschreibungen der drei Großen Pyramiden an die drei Könige der 4. Dynastie erhielten sie erst von Herodot und noch später von Diodorus. Deren Spekulationen und Erklärungsversuche wurden von den Ägyptologen unbesehen übernommen; doch sind Zweifel angebracht.
François-Xavier Héry und Thierry Enel gingen der Frage der Pyramidenbauer nach und leisteten dazu einen interessanten Beitrag. Sie konstatierten aufgrund ihrer jahrelangen Forschungen: »Die große Pyramide ist nicht das Grab von Cheops!« (›La Bible de pierre – L’alphabet sacré de la grande pyramide‹ 1990)
Der Ägyptologe »Barry Kemp unterzog die ägyptologische Denkweise ebenfalls einer kritischen Prüfung. Völlig zu Recht unterstreicht er, dass wir gelegentlich zu einer Denkweise fähig sind, die der der alten Ägypter nahe kommt. Sind jedoch die Grundlagen dafür nicht hieb- und stichfest, stellen auch die damit entwickelten Lösungen zwangsläufig nicht mehr als Vermutungen dar.« (Christiane Zivie ›Sphinx – Das Rätsel des Kolosses von Gisa« 2004, S. 55). Auch andere Wissenschaftler stellen die kritische Frage nach Vermutungen, Annahmen, Spekulationen und Verirrungen, die in der Ägyptologie eine eminente Rolle spielen.
»Ist das vermutete Alter der Pyramiden von Gizeh mit rund 4500 Jahren ein Faktum? Nach Ansicht der konservativen Ägyptologen schon. Diese bauen ihre Theorien auf eine Mischung von Fakten und Annahmen, die sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne nicht in allen Punkten beweisbar sind. Also wird ein solches Faktum auf der Suche nach seinen Wurzeln sehr schnell relativiert und eher zur Vermutung zurückzustufen sein. Lässt man weitere oder andere Vermutungen zu, kann eine solche Aussage weiter relativiert werden und wir kommen sehr schnell darauf, dass es sich letztlich doch wohl eher um eine Spekulation als um ein Faktum handelt.« (http://www.stanmer.de/de/themen/wissenschaft/40-faktum-und-spekulation)

Die Zuordnung beruht auf einem fragwürdigen Zirkelschluss…

…und dem Rassismus der weißen Ägyptologen. Die erste Pyramide, die Stufenpyramide von Sakkara, wurde von Djoser/Djéser/Zeser/Cäsar, dem Zaren und ersten König der 3. Dynastie in Sakkara erbaut. Weil diese als Vorgängerin der drei Großen Pyramiden von Gizeh gilt, müssen sie von den Königen der 4. Dynastie in Auftrag gegeben worden sein. Wenn man jedoch die primitive Bauweise der Stufenpyramide von Sakkara mit jener der ausgefeilten Architektur der drei Großen Pyramiden vergleicht, ist der Unterschied derart eklatant, dass er nicht erklärbar ist. In den 100 Jahren dazwischen, fand man keine einzige Zwischenstufe, die den Fortschritt erklären würde. (Djoser regierte ca. 2720–2700, Cheops ca. 2620–2580, Chefren ca. 2570–2530 und Menkaure ca. 2530–2510).

Es gibt keinen einzigen Beweis, der die Behauptung, dass Cheops, Chefren und Menkaure etwas mit dem Bau der drei Großen Pyramiden zu tun hatten, stützen würde.

Zikkurat mit SchilfDie Sumerer, die sich ebenfalls im Pyramidenbau versuchten, haben es auch nicht geschafft.  Sie mussten sich mit Zikkuraten im Lehmziegelbau begnügen und diese hatten zuerst dieselbe bauliche Schwäche wie die Djoser-Pyramide, sie mussten mit Holz oder Schilf gestützt werden. Die Abbildung zeigt Schichten von losem Schilf des Zikkuratbaus; ›es war die Armierung der sumerischen Baumeister‹ (nach Helen Keiser ›Die Stadt der Großen Göttin – 4000 Jahre Uruk. Mit Archäologen zwischen Euphrat und Tigris‹ 1967, Abb. 14)

 Das Gizeh-Plateau war ein Wallfahrtsort der Göttin Isis

… Und dies lange vor der Eroberung Ägyptens durch indoeuropäische Horden, deren Häuptlinge und Gefolge Wert darauf legten, auf dem Gizeh-Plateau, neben den Großen Pyramiden begraben zu werden. Es gehörte zur Strategie der Machtnahme, sich nicht nur die Verwaltungsanlagen und Tempelkomplexe der matriarchalen Priesterköniginnen, sondern sich auch die Begräbnisstätten und Wallfahrtsorte der indigenen Bewohner anzueignen. So eine Begräbnisstätte und Wallfahrtsort war Gizeh mit seinen drei Pyramiden und der Sphinx. »Drei Jahrhunderte lang war es Sitte, dass vornehme Leute unweit der Pyramide ihres Königs bestattet wurden.« (Adolf Erman ›Die Welt am Nil‹ 1936, S. 74) Auf dem Wallfahrtsort der Isis, dem Pyramidenplateau begraben zu werden, muss eine große Ehre gewesen sein, weshalb die Gräber (Mastabas) des Cheopsclans, gleich angrenzend an die Pyramide gebaut wurden. Sie starben während oder kurz nach Cheops – und wurden wahrscheinlich mit ihm dort begraben. Jedenfalls in der Cheops zugeschriebenen Pyramide fand man ihn nicht.
Während dem Bau der drei Großen Pyramiden sollen außer den an die Pyramiden angrenzenden Mastabas von Cheops Gefolge – wahrscheinlich aber auch von Cheops selbst – die Kleinen Pyramiden der Königinnen gebaut worden sein. Während die Großen Pyramiden nie als Grabstätten der drei Könige identifiziert werden konnten, sind die kleinen aber tatsächlich die Begräbnisstätten ihrer Frauen, den Königinnen. Sie haben sowenig mit der Baukunst der Großen Pyramiden gemein, wie diese mit der Stufenpyramide von Sakkara zu tun haben. Ausserdem wurden die an die Pyramiden anschliessenden Taltempel und Aufwege gebaut. Eine phänomenale logistische Meisterleistung soll dieses ›Wunderwerk‹ der sogenannten Pyramidenbauer, zustande gebracht haben, die gleichzeitig mehrere gigantische Bauplätze auf dem gleichen Grund bearbeiteten!
Es ist jedoch anzunehmen, dass dieser bedeutsame Ort mit den drei Großen Pyramiden und der Sphinx schon beim Eintreffen der indoeuropäischen Eroberer bestand; er wurde nicht erst von den sogenannten Eliten der ersten Dynastien geschaffen, sondern, wie das ganze Land Ägypten von den indoeuropäischen Invasoren vereinnahmt! (s. ›Das matriarchale Königinnentum Ägyptens‹)

Nie hat sich ein König gerühmt, einer der Auftraggeber der drei Großen Pyramiden oder der Sphinx gewesen zu sein! Und das nicht etwa aus Bescheidenheit.

Das Plateau von Gizeh (LÄ,II,613/614)

Das Plateau von Gizeh (LÄ,II,613/614)

 Das Bild veranschaulicht die unmögliche Gleichzeitigkeit von Pyramidenbau und Mastabagräbern bei der sogenannten Cheops-Pyramide

Auf dem Gizeh-Plateau konnten nur die kleinen Pyramiden identifiziert werden: Es sind Gräber von KÖNIGINNEN!

Wahrscheinlich schloss man daraus, wenn Königinnen in den Kleinen Pyramiden begraben wurden, dann müssen Könige – entsprechend ihrer scheinbar überragenden Wichtigkeit – in den Großen Pyramiden bestattet worden sein. Doch von diesen Königen fehlt in den Pyramiden jede Spur. Die Herrscher ließen möglicherweise die sogenannten ›Taltempel‹ am Fuß der Pyramidenkomplexe und die Aufwege erbauen oder beschriften, was allerdings nicht heißt, dass sie die Auftraggeber der nach ihnen benannten Pyramiden waren. Man braucht kein Baumeister zu sein, um sich die Frage zu stellen, warum nur ein paar Jahrzehnte nach der dilettantisch gebauten Stufenpyramide des Djoser – es handelt sich dabei nicht um eine echte Pyramide, sondern um aufeinander gestapelte, verschieden große Mastabas – mit dem Bau der Großen Pyramiden in einer bis heute noch unerklärbaren Bautechnik begonnen werden konnte. Natürlich kann man das mit dem ›Fortschritt‹ der Baukunst begründen. Aber wie kommt es, dass in den drei großen ›Grabmälern‹ und den dazugehörigen Tempeln weder Inschriften noch Reliefs oder Bilder, keine hieroglyphischen Texte, keine Namen (außer einer mit roter Farbe gepinselten, schlechten Fälschung der Hieroglyphe für Cheops des angeberischen Engländers Howard Vyse) zu finden sind? Der französische Archäologe Audran Labrousse ›erklärt‹ das Fehlen von Inschriften damit, dass die Texte von einem Sohn des Königs oder einem Priester wohl von einem Papyrus abgelesen wurden. Er bestätigt seine These so: »Das gesprochene Wort genügte also, um den König mit der Kraft der Texte zu erfüllen. Es handelte sich dabei um Gebete, praktische Ratschläge und Zauberformeln, die dem König helfen sollten Hindernisse auf seinem Weg zu überwinden. Wenn er alle umgangen und bezwungen hat, steigt er zum Himmel auf und verschmilzt mit der Gestalt seines Schöpfers, um gemeinsam mit ihm in der Ewigkeit des Nachthimmels zu herrschen.« (›Das Ende des Pyramidenzeitalters – Das Erlöschen von Imperien‹ –  arte 28./29.6.2014) Dem Fabulieren und Phantasieren sind in der Ägyptologie keine Grenzen gesetzt!
Es wurden auch keine menschlichen Überreste gefunden, die auf Grabstätten der drei Könige der 4. Dynastie in den Pyramiden hinweisen würden. Hätten die größenwahnsinnigen Könige, die einem Personenkult ohnegleichen frönten, die drei Großen Pyramiden wirklich erbaut, hätten sie ihren Ruhm nicht nur innerhalb der Pyramiden, sondern auch außerhalb auf Steintafeln, Papyri, Stelen usw. verewigt und in die ganze Welt hinausposaunt. Die Vorliebe für das Kolossale und die Glorifizierung der Angehörigen der sogenannten Elite tritt nicht erst mit Ramses II., sondern bereits mit den lebensgroßen Statuen – z.B. des Chephren/Chef-Re, dem mutmasslichen Sohn von Chef-u – im Alten Reich in Erscheinung.

Der Großteil aller jemals gebauten Pyramiden wurden für KÖNIGINNEN errichtet

Der Macho Labrousse behauptet allen Ernstes: »Cheops, dieser angeblich [sic!] so schreckliche Herrscher, hatte eine Anwandlung von Schwäche, er gewährte [!] drei seiner Gemahlinnen ein gewaltiges Privileg; auch für sie werden eigene Pyramiden errichtet. Damit beginnt der Aufstieg der Königinnen, die sich nach und nach mehr Vorrechte sichern. Gleichzeitig verliert der Pharao auch ein Privileg. Der König der bis dahin allein berechtigt war, eine Pyramide zu besitzen, hat das Monopol auf diese Tür zur Ewigkeit verloren. Hundert Jahre später besteigt König Unas den Thron. Und wieder gibt es Hinweise darauf, dass sich die Schwächung der königlichen Macht fortsetzt, mit Folgen, die sich schon bald als dramatisch erweisen werden.« (Labrousse ibd.) Denn nach nur 500 Jahren war das grandiose Erbe der matriarchalen Kultur verschleudert; es war das Ende des Alten Reiches, was Labrousse ganz offensichtlich auf die ›königliche Schwäche‹ zurückführt, die den Königinnen ›Vorrechte‹ gewährt hatte, die dann den Staat ruinierten. Doch schuld waren nicht die Königinnen, sondern es war eine gewaltige Revolution, die über das Land fegte: das Volk hatte sich erhoben. Es war das vorläufige Ende der Despotie, der Maßlosigkeit, der Unterdrückung und Ausbeutung. Die Könige des Alten Reiches hatten nie die Macht, die ihnen von ihren glühenden Verehrern zugeschrieben wurde. Diktatoren müssen immer um ihre angemaßte Macht zittern. Die dem Cäsarenwahn verfallenen Despoten weisen neben hasserfüllten und sadistischen immer auch pathologisch-paranoide Züge auf.
Der Archäologe und Kunsthistoriker Henri Stierlin schreibt, dass von den annähernd achtzig Pyramiden, die in einem Zeitraum von knapp 1000 Jahren am Westufer des Nil errichtet wurden, »mindestens 35 für Herrscher, die andern für Königinnen« erbaut wurden. (›Ägypten‹ 1988, S. 29) Das heißt, mehr als die Hälfte dieser Pyramiden waren ebenfalls Königinnen zugeeignet! Die Unterdrückung unerwünschter Informationen ist charakteristisch für die patriarchale Wissenschaft; denn es ist schon eigenartig, dass wir nirgends sonst davon lesen! Die Tatsache scheint jedoch die These von den ursprünglich weiblichen Pyramiden und der urzeitlichen Pyramiden-Symbolik zu stützen:

Das Pyramiden-Dreieck ist immer weiblich und das Symbol der Großen Göttin der Urzeit

Das Dreieck als Symbol der Großen Göttin, das seit dem Altpaläolithikum tausendfach in steinzeitlichen Höhlen, auf Felswände gezeichnet und eingraviert wurde, stellte schon immer das Symbol für die ›Frau‹ schlechthin dar. Und es wurde zum ersten Schriftzeichen überhaupt; die Keilschrift besteht aus lauter stilisierten Dreiecken. Die sakrale Bedeutung des Dreiecks gilt nicht nur für Vorderasien. Geschätzte 500’000 Jahre alt sind in den Depotfunden des westeuropäischen Acheuléen/Heidelbergien entdeckte, natürlich geformte und zurechtgehauene Dreiecke aus Feuerstein, die zum Teil mit Brüsten oder mit einem angedeuteten Kopf versehen waren (Marija Gimbutas ›Die Sprache der Göttin‹ 1995, S. 237, Abb. 369; Musch ›Paleolithic Sculptures from the Northwest European Plains‹, Referat auf dem World Achaeology Congress, Southampton 1986, S. 19). (s. ›Die mobile Kunst der Steinzeit und die Verehrung der Vulva

›Le genre humain a deux livres, deux registres, deux testaments, la Bible de pierre et la Bible de papier‹ (Victor Hugo)

Pyramiden und Sphinx sind die steinerne Bibel der Göttin:
Isis ist die ›Göttin der Pyramiden‹ und ›Göttin des Plateaus von Gizeh‹

Isis ist die Göttin der sakralen Pyramiden von Gizeh: die Große, wurde auch ›Die Leuchtende‹ genannt. Ihr zu Ehren wurde von den Königinnen der 4. Dynastie, die in den Kleinen Pyramiden begraben wurden, eine Isis-Kapelle gebaut. Wir wissen aus den Dokumenten, dass Isis ›die Göttin (manchmal ›Herrin‹, ›Gebieterin‹ oder ›Dame‹) der drei Großen Pyramiden‹ genannt wurde! Dies dürfte ein triftiger Grund sein für eine andere Hypothese, die genau so gültig und bedenkenswert ist wie die bisherigen Spekulationen: Die drei Pyramiden symbolisieren die Göttinnen-Trinität: 1.) Die weise Alte, die älteste Göttin, die Matriarchin und Urmutter; 2.) die Frau, die schwanger werden und gebären kann und 3.) die JungFrau, das Mädchen. »Seit ältester Zeit stellten sich Menschen die Große Göttin als eine Trinität, eine ›Heilige Dreifaltigkeit‹ vor. Sie lieferte das Vorbild aller nachfolgenden Trinitäten, seien sie weiblich, männlich oder gemischt.« (Barbara Walker ›Das Geheime Wissen der Frauen‹ 1993, S. 1104)
Wie die Königinnen, die in den Kleinen Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau beigesetzt wurden, ruhten auch die toten KönigInnen der 18. Dynastie tief im Bauch des Pyramiden-Berges der Schutzgöttin und der ›Göttin der Bergspitze‹ in Qurna, auf der Westbank von Luxor. Das Vorbild der Schutzgöttin dürfte die Göttinnen-Trinität von Gizeh gewesen sein, die auch die Toten der Gizeh-Nekropole beschützte.

Die Pyramiden und die Sphinx setzten der Religion der patriarchalen Eroberer Grenzen, weshalb der Kult der Göttin
von Cheops und Chephren verboten wurde

Die drei Großen Pyramiden und die Sphinx – die steinernen Zeugen der matriarchalen Göttin der Urzeit – waren den patriarchalen Indo-Europäern ein gewaltiges Hindernis bei ihren Plänen, ihre männlichen Götter an den Uranfang zurück zu projizieren. Patriarchale ›Ur-Götter‹, Schöpfer- und Vatergötter sollten den Platz der Großen Göttin einnehmen und sie ersetzen. (s. z.B. Erik Hornung ›Der eine und die Vielen‹ 1983) Vor allem sollte der neue Glaube die Machtnahme und die patriarchale Herrschaft der Eroberer rechtfertigen und legitimieren.
Doch das Jahrtausende alte Wahrzeichen der Göttinnenverehrung, die drei Großen Pyramiden von Gizeh, der heiligste Ort der ›Mutter der Welt‹, ließ sich nicht einfach für ihre eigenen Götter, die sie aus Vorderasien mitgebracht hatten, usurpieren. Die eroberten ÄgypterInnen wehrten sich gegen die Vereinnahmung. Dieser Misserfolg könnte einer der Gründe dafür gewesen sein, dass die Eroberer sich entschieden, die Gräber der Chefs der 1. Dynastie – samt den hunderten ermordeter indigener Frauen – in die bestehende Nekropole von Abydos zu verlagern. (s. ›Die Ermordung der Frauen der 1. Dynastie: Sati‹)

Herodot berichtet, dass unter Cheops und Chephren die Tempel geschlossen blieben und das Opfern verboten wurde, was die ÄgypterInnen in grenzenloses Unglück stürzte.

Die Göttin wurde bekämpft und degradiert. Die Verehrung der Göttinnen-Trinität und der Sphinx – welche eine Darstellung der Schwarzen Göttin Afrikas gewesen sein dürfte – wurde unter den Königen der 4. Dynastie verboten. Ihr Name durfte nicht einmal mehr erwähnt werden. Aus diesem Grund glauben die Wissenschaftler, die Sphinx scheine keine reli­giöse Rolle gespielt zu haben (Christiane Zivie, LÄ, II, S. 604 ff.). Angesichts der Verfolgung und des Verbotes kann allerdings nicht erstaunen, dass sie nicht in den offiziellen Dokumenten auftaucht; ja im Alten Reich nicht einmal ein Name von ihr bekannt ist.

»Die Ägypter hassen diese Könige so sehr, dass sie vermeiden, ihre Namen zu nennen« (Herodot II, S. 124–128).

Cheops hatte einen miserablen Ruf über die Landesgrenzen hinaus

Die antiken griechischen Gelehrten Manetho, Herodot und Diodor zeichneten ein äußerst negatives Charakterbild von Cheops. Bis heute hat sich dank dieser Autoren dieses eher kritische bis düstere Bild von König Cheops gehalten. (Wikipedia) Er, den man für den Erbauer der Großen Pyramide hält, wurde in den späteren Dokumenten kaum mehr erwähnt und nur eine 7 Zentimeter große Statue ist von ihm geblieben. Das scheint doch sehr seltsam für den Erbauer eines Weltwunders zu sein.

Die Pyramiden wurden ›vergessen‹, man beachtete sie nicht mehr!

Geradezu Unglaubliches berichtet Hellmut Brunner in seiner Einleitung zu Leonard Cottrells’ ›Das Volk der Pharaonen‹: »Der verstorbene König musste vergottet werden, d.h. es mussten bestimmte Riten vollzogen werden, damit er aus der Unterwelt heraus weiterhin mit seinen göttlichen Kräften zum Segen des Landes wirken konnte, Fruchtbarkeit spendend [!]…

Nur bei der feierlichen Beisetzung, die aber gewiss nur ganz wenige Priester vornahmen, standen die Pyramiden im Mittelpunkt einer religiösen Handlung. Danach fand zwar ein bescheidener regelmäßiger Totendienst noch statt, aber bald schlief auch dieser ein, und die mächtigen Pyramiden standen unbeachtet da. Kein ägyptischer Text späterer Zeit kündet von ihnen – es ist, als ob die Ägypter sie nicht gesehen hätten. Sie hatten ihren Zweck erfüllt, man brauchte sie nicht mehr, man beachtete sie nicht mehr.« (Hellmut Brunner in Leonard Cottrell ›Das Volk der Pharaonen‹ 1956, S. 50)

Ist das nicht merkwürdig und blauäugig? Es steht außer Frage, dass es einen Zusammenhang mit dem Verbot des Isis-Kultes gegeben haben muss. Millionen von Touristen bestaunten dieses Weltwunder bis heute und damals soll es niemanden mehr interessiert haben? Der König – einmal begraben – samt den Pyramiden vergessen, erledigt, unbeachtet, wie Hellmut Brunner glaubt; in den prahlerischen Schriften nicht einmal mehr erwähnt! Das ist die auffallende Parallele zu dem, was wir auch von der Sphinx gehört haben, und hat wahrscheinlich denselben Grund, den E.A. Wallis Budge schon für die Sphinx vermutet hat:

›Die Pyramiden waren wohl mit einer anderen Religion verbunden
und stammen aus der urgeschichtlichen Zeit.‹

Das Fazit: Die patriarchalen Erfinder der männlicher Götter begehrten den Platz der Großen Göttin und eliminierten sie

Wir wissen nicht, wann, wie, warum, von wem und wozu die drei Großen Pyramiden und die Sphinx erstellt wurden

Nach der 4. Dynastie der ›Pyramidenbauer‹ wurde noch beinahe 1000 Jahre lang an etwa achtzig weiteren Pyramiden ›geprobt‹ – lauter mehr oder weniger verunglückte Versuche, von denen keine einzige eine Spur der Baukunst der Großen Pyramiden aufweist. Alan Gardiner meint, die Handwerkerarbeit dieser späteren Pyramiden sei entschieden ein Pfusch, sodass fast alle zu formlosen Abfallhaufen zusammenfielen (Gardiner ›Egypt of the Pharaohs‹ 1961, S. 92). Wie will man das erklären?

The pyramid and mortuary temple of Sahure, at Abu Sir By Dr Aidan DodsonThe pyramid and mortuary temple of Sahure, at Abu Sir, bye Aidan Dodson

Die Sahure-Pyramide ist die erste Pyramide, die in der Nekropole von Abusir errichtet wurde. Ihr Erbauer Sahure war der zweite König der altägyptischen 5. Dynastie und regierte von 2490 bis 2475 v. Chr. Wikipedia
Es ist wohl nicht so, wie Rainer Stadelmann in seinem Buch ›Die ägyptischen Pyramiden – vom Ziegelbau zum Weltwunder‹ suggeriert, sondern umgekehrt: ›vom Weltwunder zum Ziegelbau‹. Zweifel sind auch für den Pyramidenbezirk des Djoser in Sakkara angebracht. Wie geht die dürftig gebaute Stufenpyramide des Djoser/Zeser/Cäsar, des indoeuropäischen ›Zaren‹, mit den eleganten, kunstvollen Außenmauern des Pyramidenbezirks zusammen? Dazwischen liegen Welten, wahrscheinlich Jahrtausende!

Glückliches Ägypten unter faschistischen Diktatoren?

Den Bau der Pyramiden will Kurt Lange von al­len ›bösartigen Unterstellungen‹ der Skla­venarbeit befreien und rühmt sie als ›ein Werk schöpferi­scher Gläubigkeit‹. Lange vertritt die Geisteshaltung, die im damaligen Deutschland auch viele Ägyptologen erfasst hatte; er macht damit den unterwürfigen Geist des Faschismus deutlich. (s. ›Ägyptologie, patriarchale Religion und Faschismus‹)
Ungeheuerlich mutet seine Be­hauptung an, das ägyptische Volk habe sich mit dieser Fronarbeit für seine Herrscher ›selbst erhöht‹, und er begründet dies damit, dass der König da­mals ›das Zentralgestirn‹ gewesen sei, des­sen Wille dem Einzelnen ›Dasein, Sinn und Auf­trag‹ gegeben habe (Lange ›Pyramiden Sphinxe Pharaonen‹ 1952, S. 37). Schwärmerisch doziert er weiter: »Der Urzeit­häuptling, von dessen Weitblick, Tapferkeit und Ziel­strebigkeit das Wohl der Horde, des Stammes, des Vol­kes ab­hing, und der deshalb scheue, ja kultische Ver­ehrung genoss, hat im Pharao der Pyrami­den­zeit die höchste Ausprä­gung erfahren.« Seine Version findet Lange »unendlich denkwürdiger und be­friedigender als die früher fast allge­mein ange­nomme­ne«. Sie befreie »die Wahr­zeichen Ägyptens von der Vor­stel­lung stöh­nender Sklaven und klatschen­der Geiseln, die sich von Alters her an sie knüpfte« (Lange ibd. 1952, S. 38). Langes Plädoyer wäre nicht nötig gewesen, wahrscheinlich wurden die Pyramiden zu einer Zeit erbaut, als es noch keine Sklaven und keinen Faschismus gab. Hierarchisches Denken, Sklaverei und Faschismus sind späte Erfindungen der Bronzezeit. Aus dieser Epoche stammen die indoeuropäischen Eroberer, welche die ersten diktatorischen Königsdynastien in Ägypten und Sumer gründeten. Sowenig wie unter den heutigen Diktatoren waren die ÄgypterInnen, die Iraker- und SyrierInnen unter den indoeuropäischen Despoten glückliche Menschen.

Wahrscheinlich standen die drei Pyramiden, zusammen mit der Sphinx schon einige Jahrtausende auf dem Plateau von Gizeh, bevor die indoeuropäisch Invasoren Ägypten überrannten… Auch wenn diese These jetzt einigen den Atem verschlägt, es lohnt sich dies einmal in Erwägung zu ziehen.

 s. auch:

 
Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens
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