Der Harem, Bordell des Königs und Zwangsarbeitslager für Frauen

Aus dem Inhalt:

  • Der Mythos vom erotisch-schwülen Harem
  • Das ägyptische Wort für Harem, ›khent‹, ist nicht nur zufällig
    das gleiche wie für Gefängnis und Kerker
  • Die Eroberer machten sich zu ›Besitzern‹ der versklavten Frauen
  • Geraubte, erpresste und verschleppte Kinder fremder Völker
  • Harems waren für die Haremshalter äußerst lukrativ
  • Die gefangenen Frauen brachten das Kostbarste mit, ihren Schmuck
  • Die Beutemacher: Pharaonen, Angeber und Räuber
  • Die Totenmaske von Tutanchamun wurde von den Frauen des Harems hergestellt
  • Spinnerinnen und Weberinnen
  • Jungfräuliche Arbeitssklavinnen zur Steigerung der Textilproduktion:
    Haremshaltung im Reich der Inka (13. bis 16. Jahrhundert u. Zt.)
  • Die Arbeitssklavinnen in den ägyptischen Harems wurden beschnitten

 

Mit den indoeuropäischen Viehzüchtern und ihrer Gier nach immer grösseren Kuhherden kam auch die Idee der Haremshaltung nach Ägypten. Kühe und Frauen sind nützlich für ihren Besitzer; für den patriarchalen Herrscher heißt das, VIELE Frauen/Sklavinnen, die im ›Haus der Abgeschlossenen‹ gehalten werden, sind sehr nützlich und ungeheuer Gewinn bringend.

Der Mythos vom erotisch-schwülen Harem

Der Mythos vom erotisch-schwülen Harem, bevölkert von sich lasziv auf Seidenkissen räkelnden blutjungen Schönheiten, die mit Spiel, Tanz und Schönheitspflege ihre Zeit damit verbringen, auf die Gunst ihres Herrn und Gebieters zu warten, ist das Produkt von Männerphantasien und hat mit der Wirklichkeit wenig gemein. (Die Vorstellung entspricht in etwa den heutigen Luxus-Bordellen in Deutschland.)
Ursprünglich war der Harem Teil eines Tempelbezirkes – was, wie man heute weiß – Residenz der matriarchalen Königin, der der Göttin geweiht war und Ort der Zentralverwaltung war. (s. DW ›Das matriarchale Königinnentum‹ Ägyptens und Mesopotamiens.) So war ›Haram‹ das Heiligtum der babylonischen Göttin ›Har‹, der ›Großen Hure von Babylon‹, Mutter der heiligen Tempelfrauen, der Horen; ein heiliger Distrikt, der von der Priesterkönigin und gebildeten Frauen bewohnt war.
Die Eroberer brachten die Tempel unter ihre Gewalt und mit ihnen die Priesterkönigin ihre Angehörigen und den Hofstaat, bestehend aus gebildeten Frauen, die politische, religiöse, soziale, pädagogi­sche, künstle­rische und staatstra­gen­de Aufgaben für ihr Volk wahrten. Sie waren Priesterinnen, Verwalterinnen, Heilkundige, Heb­am­men, Schreiberinnen, Künstle­rinnen, Lehrerin­nen, Musikerinnen, Sängerinnen, Tänzerinnen, Kunsthandwerkerinnen z.B. Töpferinnen, Spinnerinnen, Weberinnen usw.) und machten sie zu Gefangenen.
Die Priesterkönigin wurde – wie zahlreiche Darstellungen ihrer Gefangennahme zeigen – als Inhaberin der Königskrone zur Heirat mit dem Erobererhäuptling gezwungen, um seine Machtaneignung zu legitimieren, denn jeder konnte König werden, der die Königin heiratete. Da die Königinnen diese Schmach wohl kaum freiwillig ertragen hätten, mußten sie, um ihre Flucht zu verhindern, eingesperrt werden. Dasselbe galt auch für ihre Töchter, denn nur sie waren Thronerbinnen und konnten wiederum durch Heirat einen Mann ihrer Wahl zum König machen. In der 1. Dynastie Ägyptens wurde die Königin beim Tod des Erobererkönigs samt ihrem Hofstaat umgebracht und in den sogenannten ›Nebengräbern‹ seiner Grabstätte bestattet. (s. DW ›Sati‹) Es ging darum die patriarchale Ideologie mit der patrilinearen Thronfolge einzuführen, was gründlich misslang, die matrilineare Erbfolge blieb bis zur letzten Dynastie in Ägypten erhalten.
Noch in biblischen Zeiten Israels, errichtete König David einen Harem. »Die Frau des rechtmäßigen Königshauses Saul sollte abgesondert und die Monarchie für Davids eigene Familie bewahrt werden«. (Elizabeth Gould Davis ›Am Anfang war die Frau – Die neue Zivilisationsgeschichte aus weiblicher Sicht‹1987, S. 125) In der späteren arabischen Welt wurde »der Kalifenpalast in zwei Teile geteilt, genau wie die Welt, in einen männlichen Teil, wo der Herrscher die Macht ausübt und die Gewalt in Händen hält, und in einen weiblichen Teil, den Harem, wo die Frauen von allem ferngehalten werden, was nur annähernd mit Macht zu tun hat«. (Fatema Mernissi ›Die Angst vor der Moderne‹ 1992, S. 178)

»Sperre sie ein, denn das schafft Ergebenheit.«
(aus den Lehren des Wesirs Ptahhotep, Altes Reich)

Bereits in der 1. ägyptischen Dynastie wurden die Harems durch auf ausländischen Kriegszügen erbeutete Frauen versorgt. Dewen (1. Dynastie), der selbst ›Fremdlandbewohner‹ genannt wurde, verschleppte 17’000 Vorderasiatinnen, die ebenfalls ›Fremdlandbewohnerinnen‹ genannt wurden – was für die Herkunft der Eroberer aufschlussreich ist –, und behielt einen Teil davon in seinem ägyptischen Harem. Der barbarische Brauch hielt sich bis ins ›hochzivilisierte‹ Neue Reich, ja bis Anfang des 20.  Jahrhunderts u.Z.

Arier-Streitwagen-Derakhshani»Arische Tributbringer mit Pferd und Streitwagen, 15. Jh.« (nach J. Derakhshani 1999, S, 178, Abb. 26)

Von Amenophis I. (18. Dynastie) hören wir: ›Seine Majestät kam nach Memphis frohen Herzens. Die Liste seiner Beute umfaßte: 550 Marjannu (Arier) und 240 ihrer Frauen; 640 Kanaanäer; 232 Fürstensöhne; 323 Fürstentöchter; 270 Damen der Fürsten aller Fremdländer; zusammen 2214 Frauen mit allem Schmuck aus Silber und Gold.‹ (Bibelatlas 1989,S. 43) Es wurde präzisiert, daß diese Frauen das Kostbarste mitbrachten, was sie hatten: ihren Gold- und Silberschmuck. Daran war Pharao sehr interessiert und nahm sich der Frauen und des Schmuckes gleich bei ihrer Gefangennahme an. So gingen auch Haremhab/Hor-em-hab vor, Seti I. und später Ramses II., [auch Ra-meses, vom arischen Gott RA (mesu) geboren], der sogar soweit ging, seine Haremssklavinnen mit seinem Namen zu ›markieren‹. (Christiane Desroches Noblecourt ›La femme au temps des Pharaons‹ 1986, S. 181 f.) Und zwar so, wie es Viehzüchter bei ihrem Vieh tun: mit Brandzeichen.

Das ägyptische Wort für Harem, ›khent‹, ist nicht nur zufällig das gleiche wie für Gefängnis und Kerker

Die Eroberer machten sich zu ›Besitzern‹ der versklavten Frauen

Die Eroberer, ursprünglich Rinderzüchter, machten sich ihre Beobachtung, dass ein Stier viele Rinder decken kann zu Eigen. Sie betrachteten die gefangenen Frauen des Harems der Göttin, wie davor ihre Kuhherden, als ihr Eigentum, über das sie verfügen und ausbeuten konnten. Sie nannten sich ›Starker Stier‹ und verstanden sie als Verkörperung von Macht und dauerhafter, ›göttlicher Potenz‹, die jedoch stets von Schwäche bedroht war. (Vor der Entdeckung der Vaterschaft durch die indoeuropäischen Rinderzüchter gab es natürlich weder einen ›Stierkult‹ noch einen ›Phallus‹- oder ›Hodenkult‹, wie er bei den indoeuropäischen Griechen zelebriert wurde. (s. Ernest Borneman ›Das Patriarchat‹ 1979, S. 226. Die Angst vor dem Erschlaffen ihres ›Wunderwerkes‹ (Scobel) erklärt auch den Run auf Potenzmittel zur Stärkung des zelebrierten ›Membrum virile‹ zurück.
Der Tempelbezirk wurde zum königlichen Bordell, wo die Herrscher sich der gefangenen Frauen sowohl zur Befriedigung ihres sexuellen Appetits bedienten, als auch die Arbeitskraft der Frauen, ihre Krea­tivität und ihre Begabung ausbeuteten. Von den Indo-Europäern wissen wir, dass sie im Allgemeinen die Arbeit scheuten, deshalb schufen sie ein hierarchisches System und ließen die versklavten Menschen für sich arbeiten; selbst noch im Jenseits. Sie erfanden kleine Tonstatuetten, ›Uschebti‹, die mit ins Grab gegeben wurden, um stellvertretend für hochgestellte Tote die Arbeit im Jenseits übernehmen sollten. Noch heute werden arabische Jungen zu Königen erzogen und Könige arbeiten nicht; jüdische Männer studieren die Thora und lassen die Frauen arbeiten.
Ehre und Ruhm brachte damals nur das ›Kriegshandwerk‹, die Raubzüge und die Beute. Mehr als deutlich wird dies im indoeuropäisierten Griechenland. Hirtenvölker und besonders solche, »die zum ›Plünderer der Städte‹ geworden sind, haben stets und überall eine tiefe Verachtung für die Arbeit der Hände gehabt… Körperliche Arbeit war nun einmal Sache der Knechte; wer sie freiwillig verrichtete, entwürdigte sich. Der freie Mann gewann seine Freiheit mit dem Schwert; die Arbeit mit der Waffe war die einzige Arbeit, die er verrichten durfte… ›Geniessen und Wohlleben ist Sache der Freien, denn dies erhebt und läutert die Seelen. Arbeit ist Sache der Sklaven und niederen Wesen, daher verkümmern diese auch in ihrer Natur‹, schrieb der Platon Schüler Herakleides Pontikos im vierten Jahrhundert v.u.Z.« (Borneman ›Das Patriarchat‹ 1979, S. 131)

Geraubte, erpresste und verschleppte Kinder fremder Völker

Auf ihren Kriegs- und Eroberungszügen wurden vor allem die Fürstenkinder der weiter entfernten unterworfenen Länder geraubt und verschleppt und am Hof zu ›loyalen Ägyptern‹ erzogen. (s. DW ›Begehrte ›Ware‹: Geraubte Kinder fremder Völker‹ im 8. Kapitel des Buches).

UnbenanntVorderasiatische Mädchen für den Harem des Pharao, Fürstentöchter als ›Tributgaben‹ fremder Länder. Grab Merires II. in Amarna nach Amarna II. Tafel 37

Manche Vasallenkönige wurden gezwungen ihre Kinder als Geiseln oder als ›Tribut‹ in den pharaonischen Harem zu geben. Ein akkurates Mittel, um mit ihnen notfalls Abgaben und Steuern erpressen zu können oder sich vor Rebellion oder kriegerischen Überfällen abzusichern. Zu Bedenken gibt auch die pädokriminelle Vorliebe der indo-europäischen Herrscher für Kinder (s. ›Wer war Echnaton?‹) Stolz auf sein schändliches Tun verkündet der aufgeblasene Herrscher:

Diese ihre Fürstenkinder beten mein Antlitz an,
sie küssen den Boden und fallen nieder vor mir.
Ich schenke sie den Göttern dieses Landes.

»Viele dieser Vasallen wurden selbst in Ägypten erzogen (und standen daher der sie beherrschenden Macht freundlich gegenüber) oder hatten ihre Kinder als Unterpfand am Hof des Pharaos zur Sicherung der dauerhaften Loyalität ihrer Eltern.« (Nicholas Reeves ›Echnaton – Ägyptens falscher Prophet‹ 2002, S. 174) In einem Brief an den Pharao wird die Zusage eines untertänigen Vaters, seine Tochter an den König zu verhökern, dokumentiert:

›Sprich zum König, meinem Herrn, meinem Gott, meiner Sonne: Botschaft des Shatiya, des Herrschers von Enishasi [Libanon], dein Diener, der Staub unter den Füßen des Königs, meines Herrn … Hiermit schicke ich Dir meine Tochter zum Palast, zum König, meinem Herrn, meinem Gott, meiner Sonne.‹

Harems waren für die Haremshalter äußerst lukrativ

In diesen Arbeitsla­gern leisteten die eingesperrten Frauen neben den täglich anfallenden Diensten für den Palast noch weit gewinnbringendere Sklavenarbeit: Sie verarbeiteten die wertvollen Materialien aus den Raubzügen der Eroberer zu Luxusgütern für den Handel, stellten die exquisiten Textilien und Klei­der für den Hofstaat her, fertigten prachtvolle Perücken, Toilet­tenartikel, Par­fums, Öle, kostbaren Schmuck und Kunstgegen­stände aus Gold, Silber und Edelsteinen; aus Holz, Stein, Metall, Ton, Glas, El­fenbein, Straußenfedern usw. Der Handel mit diesen Produkten stellte eine ständig fließende, nicht zu unterschätzende Einnahmequelle der Herr­scher dar, weswegen dem Harem ein ökonomi­scher Machtfaktor von un­ermesslicher Bedeu­tung zukam. Nutznießer war ausschließlich die parasitäre Elite der herrschenden Schicht. Die versklavten Frauen brachten ihr Wissen aus Mesopotamien mit. »Eine Liste des Tempels der Göttin Baba in Lagasch weist aus, dass hier 1200 in der Tempelwirtschaft beschäftigte Frauen und Männer täglich mit Nahrung versorgt werden. Aus derselben Buchführung erfahren wir, dass in der Textilwirtschaft des Tempels 205 Frauen und Mädchen arbeiten.« (Meier-Seethaler ›Die Chronik der Frauen‹ 1992, S. 65)

Die gefangenen Frauen brachten das Kostbarste mit, das sie hatten.

Erst wurden die Tempelfrauen Ägyptens gefangen und versklavt, danach kamen die gefangen genommenen und entführten Töchter, junge Mädchen und Frauen der neu eroberten Länder, erst Nubiens und Libyens, dazu. Jungfräuliche Mädchen scheinen besonders begehrte Objekte der pharaonischen Begierde gewesen zu sein; daher stammt wohl der patriarchale Wahn – der (nur) von den Mädchen verlangt – sie müssten jungfräulich keusch in die Ehe gehen. Erinnert das nicht das Vorgehen der Boko Haram in Nigeria?
»Die Lektüre der Korrespondenz des Pharaos mit den ihm ­befreundeten Königen ist eine unheimliche Erfahrung«, schreibt Nicholas Reeves, »bei welchen der sehnsüchtige Wunsch nach ausländischen, weiblichen Körpern eine wichtige Rolle spielte.« (›Echnaton – Ägyptens falscher Prophet‹ 2002, S. 74)

 Die Beutemacher: Pharaonen, Schlächter und Räuber

Von Amenophis II. hören wir : ›Seine Majestät, der mächtige Stier, kam nach Memphis frohen Herzens. Die Liste sei­ner Beute umfasste: 550 Marjannu (arische Streitwagenkrieger), 240 ihrer Frauen; 640 Kanaanäer; 232 Fürstensöhne; 323 Fürstentöchter; 270 Damen der Fürsten aller Fremdländer; zusammen 2214 Frauen.‹ (Nicolas Reeves und Herders Grosser Bibelatlas 1989, S. 43)
Es wurde prä­zi­siert, dass Frauen das Kostbarste mitbrachten, was sie hat­t­en: ih­ren Gold- und Silber­schmuck. Daran war Pharao sehr inter­essiert und nahm sich der Fr­auen und des Schmuckes gleich bei ihrer Ge­fangen­nahme an.
Neben den Gefangenen wurden bei den Kriegs- und Raubzügen auch kostbare Materialen an den königlichen Hof gebracht. Einer der ägyptischen Vizekönige von Nubien, Usersatet, listete die Tributträger, die das Raubgut aus Innerafrika in die Tempelpaläste Ägyptens brachten wie folgt auf: »Jene, die Silber tragen: 200 Männer; jene, die Gold tragen: 150 Männer; jene, die mit Karneol beladen sind: 200 Männer; jene, die mit Elfenbein beladen sind: 40 Männer; jene, die mit Ebenholz beladen sind: 1000 Männer, jene, die mit Weihrauch aus den südlichen Ländern beladen sind: 200 Männer…, jene, die einen lebenden Panther führen: 10 Männer; jene, die Hunde führen: 20 Männer; jene, die Lang- und Kurzhornrinder führen: 200 Männer; Summe der Tributträger: 2657.« (Reeves ibd. 2002, S. 48) Von Thutmosis III. wird uns berichtet, dass er Krieg gegen aufständische Fürsten führte, die mit Ägypten ergebenen Männer ersetzt wurden, »denen hohe jährliche Tributzahlungen auferlegt wurden. Bereits von seinem ersten Feldzug, dem 16 weitere folgten, fiel dem Sieger eine unermessliche Beute in die Hände , – »darunter allein 924 Kriegswagen, 2238 Pferde, das kostbar ausgestattete Zelt des Königs von Kadesch und ungeheure Mengen von Gold und Silber.« (Adolf Erman ›Ägypten und ägyptisches Leben im Altertum‹ 1923/1984 S. 630)
›Kein Wunder, dass unter einem solchen Herrscher ein kriegerischer Geist auch das Volk erfasste.‹ (Erman ibd.)

Die Totenmaske von Tutanchamun wurde von den Frauen des Harems hergestellt

Wo denn sonst, müsste man sich fragen. In den befestigten Tempelpalästen, die nach außen vielfach abgeschirmt und vor Dieben und Aufständischen gut geschützt und bewacht waren, müssen in den Werkstätten des Harems auch begabte Gold- und Silberschmiedinnen gearbeitet haben. Auch besondere Talente oder Kunstfertigkeiten, die sich nutzen ließen, gehörten zur begehrten Ware Frau. Hier wurden ohne Zweifel Geschmeide und Schmuck hergestellt, auch die kostbaren Grabbeigaben von denen die Herrscher glaubten, sie im Jenseits für ihre Weiterleben zu benötigen – zum Beispiel auch die berühmte Totenmaske des Tutanchamun.

Spinnerinnen und Weberinnen

›Isis und Nephtis sind die Göttinnen der Spinnerinnen und Weberinnen:
›Gesponnen hat dich Isis, gewebt hat dich Nephtis, sie haben gemacht,
das Leinenzeug des Re‹ (Tempelinschrift in Abydos)

Wie in Ägypten wollen die Forscher auch in Mesopotamien nichts wissen von einer Invasion. Doch die Machtnahme Mesopotamiens durch die indoeuropäischen Invasoren fand in der 2. Hälfte des 4. Jahrtausends statt. Sie kündete sich mit dem 1. Krieg der Weltgeschichte zwischen 3500 und 3200 im nordmesopotamischen/nordöstlichen Syrien in Hamoukar an. (s. ›DER ERSTE KRIEG DER WELTGESCHICHTE‹)
Der Vorderasiatische Archäologe H.J. Nissen schreibt: »Wahrscheinlich müssen wir mit spätestens dem Beginn der Späturukzeit in allen Wirtschaftsbereichen mit geschlechtsspezifisch organisierten Arbeitsweisen rechnen. Genaueres kennen wir allerdings erst aus den gut untersuchten Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen in den Manufakturen der Ur III Zeit, [der 3. Dynastie von Ur im 21. und 20. Jahrhundert] denen zufolge die Weberinnen und Spinnerinnen kaum mehr als das zum Erhalt der Arbeitskraft benötigte erhielten, wobei Alter, Erfahrung und Herkunft Auswirkungen auf die Rationenzuteilung hatten; am schlechtesten gestellt waren die arbeitenden Kinder (Nissen ›Geschichte Alt-Vorderasiens‹ 2012, S. 210,  Literatur in C.M. Sinopoli ›Gender and Archaeology in South and Southwest Asia‹, 2002)

Jungfräuliche Arbeitssklavinnen zur Steigerung der Textilproduktion

Die Haremshaltung im Reich der patriarchalisierten Inka (vom 13. bis 16. Jahrhundert u. Zt.) kann uns möglicherweise bei der Erforschung der Harems noch einen anderen Aspekt der ›nützlichen Verwendung‹ von Frauen aufzeigen. Der Archäologe Reinhard Bernbeck schreibt in seinem Buch ›Theorien in der Archäologie‹ (1997, S. 334): »Nach ethnohistorischen Dokumenten gab es im späten Inka-Reich zwei Arten öffentlicher Haushalte, die vor dem Hintergrund einer Steigerung der Textilproduktion gesehen werden müssen. Frauen wurden als Jungfrauen in Kloster-ähnlichen Institutionen gehalten und mussten sowohl Textilien als auch chicha (ein Maisbier) herstellen… Die Entstehung dieser Institution wird von C. L. Costin (›Exploring the Relationship Between Gender and Craft in Complex Societies‹ 1996, S. 125-132) folgendermaßen erklärt:
Die eingesperrten Frauen wurden von der biologischen Reproduktion ausgeschlossen, so dass ihre Arbeitskraft gänzlich für die Produktion einsetzbar wurde« (Costin in R.P. Wright, Hrsg. ›Gender and Archeology‹, S. 111-142).

Ist die Oberschicht der Inka indoeuropäisch, so wie es die herrschende Klasse in Ägypten und Mesopotamien war? Die Parallelen zwischen den Eliten der Inka und jener des dynastischen Ägypten und Mesopoamien sind tatsächlich merkwürdig ähnlich. Auch die Harems waren Gefängnisse, in denen gefangene Frauen nach aussen abgeschottet und unter Aufsicht von Eunuchen, kastrierten Schwarzen, als Arbeiterinnen gehalten wurden. Der Ägyptologe Abd el-Mohsen Bakir schreibt, dass Sklaverei die Bedeutung von ›erzwungener Arbeit‹ hatte und dass der Begriff Mr(y)t, (was ursprünglich die Bezeichnung für Priesterinnen war) kriegsgefangene Frauen bezeichnete, die in Ägypten – wie in der gesamten Alten Welt, beim Weben und in der Textilproduktion eingesetzt wurden. (›Slavery in Pharaonic Egypt‹ SASAE 18, 1952)

»Entwicklungsgeschichtlich sind die Inka mit den bronzezeitlichen Kulturen Eurasiens vergleichbar.« (Wikipedia Stichwort ›Inka‹)

Schon der Altorientalist Cyrus H. Gordon vertrat als überzeugter Vertreter des Diffusionismus und der Vorstellung präkolumbischer, transatlantischer Kontakte zwischen ›Alter‹ und ›Neuer Welt‹ die Meinung, dass bereits Protosemiten, Phönizier und andere afro-europäische Völker bereits im Altertum sowohl Nord- als auch Südamerika auf dem Seeweg erreichten und dort Spuren hinterließen. Diese Meinung wurde von Anhängern des in der Ethnologie und der Altamerikanistik dominanten, ›isolationistischen‘ Position scharf kritisiert.
Später deckte die Archäologin Heinke Sudhoff  frappierende Ähnlichkeiten zwischen den Kulturen Ägyptens und Südamerikas auf (›Sorry Kolumbus. Seefahrer der Antike entdecken Amerika‹ 1990). Sie konnte überzeugend nachweisen, dass die Phönizier bereits in vorchristlicher Zeit nach Amerika segelten und regen Handel trieben. Das Buch zeigt »ohne Spekulation und dadurch sehr überzeugend eine so lange Liste an Übereinstimmungen und Beweisen, dass sich auch die frühzeitigen Kontakte um ca. 500 v.u.Z. kaum abstreiten lassen. Es beginnt damit, dass ein Segelschiff, dass die Kanarischen Inseln z.B. wegen eines Sturms verpasst hat, auch heute noch zwangsläufig durch die Transatlantische Strömung innerhalb von 3 Wochen nach Brasilien/Karibik abgetrieben wird. Die Dauer war schon damals kein Problem, und die astronomischen Kenntnisse für eine ›geplante‹ Fahrt waren vorhanden. Weiterhin gibt es bislang keine andere befriedigende Erklärung für Statuen mit Bart (den amerikanischen Indianern unbekannt), noch dazu häufig mit der damals typischen orientalischen Kopfbedeckung? – Bilder von Schwarzen (ebenfalls unbekannt) ? – die Pyramiden ? – erstaunliche Parallelen im Kalender wie das Jahr 0 ? – Tafeln mit orientalischen Schriften und Hieroglyphen in Amerika, die bislang unerklärlich sind? – u.v.m.
Die Phönizier behandelten ihr nautisches Wissen als Geheimsache. Bekannt ist aber die Gründung der Stadt Cádiz in der Nähe von Gibraltar, die den idealen Standort für die Atlantikroute darstellte (die Rückfahrt erfolgte über den Golfstrom im Norden). Eine Reihe von Quellen des Altertums erwähnen, dass die Phönizier über Cadíz durch Handel unglaubliche Reichtümer heranschafften – aus unbekannter Quelle. Es sei jedem Kritik erlaubt, aber er wird alternative Erklärungen für die massive und nüchterne Beweisführung Sudhoffs finden müssen.
Auch wenn Heike Sudhoff auf diesen Teil der Geschichte nicht eingeht: die Ankunft der Spanier (u.a. Hernando Cortéz) war den Maya/ Azteken als Ankunft der ›weißen Götter aus dem Osten‹ vorhergesagt worden. Die exakten Beschreibungen wären nicht verwunderlich, wenn sie von diesen früheren Kontakten abgeleitet waren. Ein brilliantes, lesenswertes Buch.« (Christian von MontfortÜberzeugende Beweisführung zum präkolumbianischen Handel, 19. Mai 2003) Der Opferkult der Azteken, Inka und Maya war dem Sonnengott geweiht. Sonnengötter sind eine Erfindung der Indo-Europäer/Arier aus dem Norden. Den Sonnenkult in einem Tropenstaat zu zelebrieren, ist eine bizarre Idee und sicher nicht ursprünglich. Inka steht eigentlich für ›Sohn der Sonne‹ und damit für den Herrscher selbst, der als Kind des Sonnengottes Inti verstanden wurde. In Ägypten wird dem Eigennamen des Königs ab der 4. Dynastie der Titel ›Sohn des Re‹, bzw. ›Sohn des Sonnengottes‹ zugefügt und ist später im indoeuropäisierten/arisierten Griechenland ebenso bekannt.

Es ist denkbar, dass die Idee der Inkas, Frauen zur Produktionssteigerung einzusperren, aus der Haremshaltung Ägyptens stammte. Wir wissen, dass die Arbeitslager der Harems außerordentlich effizient funktionierten und den Herrschern von enormem Nutzen waren. Wie bei den Inka war auch in Ägypten das Herstellen von Textilien ein wichtiger Teil der Arbeit der Frauen; man benötigte das feine Leinen sowohl für die hauchzarten Kleider der Frauen des Hofes, aber auch bei der  Mumifizierung brauchte es Unmengen des Gewebes zum kunstvollen Einwickeln der dehydrierten Leichen.

Die erschreckende Parallele zur heutigen Ausbeutung der Frauen in Bangladesch kann nicht bestritten werden!

Die Arbeitssklavinnen in den ägyptischen Harems wurden beschnitten

Auch die Frauen in den ägyptischen Harems lebten in Kloster-ähnlichen Verhältnissen. Die erzwungene Jungfräulichkeit zur Vermeidung von unerwünschtem Nachwuchs wurde in Ägypten aber nicht nur durch die Gefangenhaltung erreicht, die Frauen erlitten neben sexueller Vergewaltigung wenn es ihrem Herrn und Sklavenhalter gefiel, sondern auch noch die Verstümmelung ihrer Sexualorgane, um ihre sexuellen Bedürfnisse zu eliminieren. Diese wurde nachweislich zuerst am ägyptischen Hof – nicht an den Frauen des Pharao – sondern an den Frauen des Harems, den Sklavinnen, dem Arbeitslager der Herrscher, durchgeführt. Die Frauen wurden wie die sie bewachenden Eunuchen ›kastriert‹.

Aber warum war das so und warum wissen wir nur von wenigen Revolten der Frauen und was waren die Gründe, dass die Frauen hier beschnitten wurden? Antworten auf diese Fragen wurden in den Beiträgen zur Beschneidung ausführlich erörtert. (s. ›Die pharaonische Beschneidung‹ und ›Mädchenbeschneidung‹.

 

Wie alles begann und wie es weitergeht, nachlesen im 8. Kapitel:

  • ›Handelsware‹ Frau: Ein lohnendes Geschäft
  • Begehrte ›Ware‹: Geraubte Kinder fremder Völker
  • Die pädokriminelle Vorliebe für Kinder
  • Sexuell missbrauchte Töchter: Der pharaonische Inzest
  • Der Vater-Tochter-Inzest im indoeuropäischen Patriarchat

 

Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens

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