Die Domestizierung, Entmündigung und Zerstörung der Frau im Patriarchat

Aus dem Inhalt:

  • Das Patriarchat: Eine auf Konkurrenz basierende Gesellschaft von Neidern
  • Die Allein-Herrschaft der Väter und die Entmachtung der Mütter
  • Die zivilisatorische und sozialisierende Macht der Mütter wird zerstört
  • Der patriarchale Mann wird zum Problem für die Frau
  • Im Kampf gegen die Frau erfand das Patriarchat männliche Götter und eine patriarchale Priesterkaste
  • Die Saat der patriarchalen Gewalt ist weltweit aufgegangen
  • Die meisten Menschen befinden sich im Würgegriff des Patriarchats, von dem sie domestiziert wurden
  • Vergewaltigung ist der finale Akt männlicher Dominanz und die Zerstörung der Frau
  • Patriarchale Bevormundung
  • ›Das Schweigen brechen: – ›Feminizid‹ – Frauenmorde in Lateinamerika‹

 

Eine Frau kann nicht sie selbst sein in der Gesellschaft der Gegenwart, einer ausschließlich männlichen Gesellschaft, mit von Männern geschriebenen Gesetzen und mit Anklägern und Richtern, die über das weibliche Verhalten vom männlichen Standpunkt aus urteilen. (Henrik Ibsen)

Das Patriarchat: Eine auf Konkurrenz basierende Gesellschaft von Neidern

Im Patriarchat spielen Rivalität, Neid, Konkurrenzdenken und der Kampf um Macht und Besitz wesentliche Rollen. Die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum sagt zum Neid: »Eine auf Konkurrenz basierende Gesellschaft wird ihn bei der Masse der Verlierer zwangsläufig generieren. Doch Neid ist nicht nur ein unangenehmes Gefühl: Es ist eine spezifische Form von Hass gegenüber all jenen, die erfolgreicher sind. Zu viel Hass ist aber kaum mit jenem Mitgefühl zu vereinbaren, das eine demokratische Gesellschaft voraussetzt.«
Frauen waren seit dem Beginn der Patriarchalisierung vor ca. 5000 Jahren dem Neid der Männer extrem ausgesetzt. Denn Frauen hatten Macht. Dank ihrer natürlichen Autorität als Mütter wurden sie geliebt, respektiert und verehrt. Dies weckte den Neid der Männer  – aber erst – nachdem ihnen der männliche Anteil bei der Zeugung neuen Lebens bewusst wurde.
Seit Bestehen der Menschheit, das sind fast zwei Millionen Jahre, war der Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und Schwangerschaft nicht bekannt, weil eine Verbindung zwischen Koitus und Schwangerschaft während Monaten nicht sichtbar wird. In dieser unendlich langen Zeit wurde die Frau als alleinige Schöpferin für ihre Schöpfungsmächtigkeit und als Erhalterin des Clans verehrt, ja vergöttlicht. Das Patriarchat zerstörte in einem Jahrtausende dauernden Prozess die matriarchale Ordnung und die Macht der Frauen, die den Männern nach der patriarchalen Machtnahme offensichtlich Angst, ja Panik einflößte. Nicht ohne Grund warnte der neidische – wohl wie alle Machtmenschen paranoide – Porcius Cato in Rom um 195 v.u. Z. die Männer vor der Macht und Stärke der Frauen:

›Erinnert euch all der Gesetze, mit denen unsere Vorfahren
die Frei­heit der Frauen gebunden, durch die sie die Weiber
der Macht der Männer gebeugt haben.
Sobald sie uns gleichgestellt sind, sind sie uns überlegen.‹

Cato tat alles, um die Frauen und »die weibliche Sexualität zumindest auf das eigene Maß, noch lieber jedoch darunter, zu reduzieren«. Er projizierte seine eigenen Charakterzüge auf die Frauen und verkündete: ›Wenn man diesen unruhigen Wesen die Zügel über ihre eigene ehrgeizige und herrische Natur überließe, könnte man dann darauf vertrauen, dass sie sich aus freiem Willen irgendwelche Grenzen setzten? Die Frau als solche wünscht keine Freiheit, sondern zügellose Ausschweifung in allen Dingen. Sollte sie je beginnen, uns gleichgestellt zu sein, dann wird sie uns bald in den Hintergrund drücken‹.« (Doris F. Jonas ›Der überschätzte Mann – Die Mär von der männlichen Überlegenheit‹ 1981, S. 60)

Die Allein-Herrschaft der Väter und die Entrechtung der Mütter

Nachdem indoeuropäische Rinderzüchter und Schafhirten, unzivilisierte Nomaden in den südrussischen Steppen, vor nur 6 bis 8000 Jahren den Anteil der Stiere und Böcke bei der Zeugung von Jungen verstanden hatten, schlossen sie daraus auf ihren eigenen Anteil beim Entstehen neuen Lebens und setzen diese Erkenntnis in den Anspruch auf Macht – auf alleinige Macht und Dominanz über die Frauen – um. Möglicherweise vermuteten einige Männer, die Frauen hätten das Wissen um ihren Zeugungsanteil gehabt, es ihnen jedoch vorenthalten, was Wut und Hass erzeugte. Wir wissen es nicht, aber ihr Verhalten zeigte, dass einigen von ihnen die Entdeckung wie ein Alkoholrausch zu Kopf gestiegen sein muss. Sie entwickelten Allmachtsphantasien. Jetzt wollten sie Macht, alleinige Macht, Schöpfungsmacht, Weltmacht! Die Folge war der Kampf gegen die Frau und das Ringen um Macht mittels Gewalt und Krieg. (s. ›Der erste Krieg der Weltgeschichte‹) Der ›Same‹ des Mannes wurde zur Saat der Gewalt; sie bedroht heute die ganze Welt durch Kriege und fundamentalistischen Terror.

Als Geiseln der patriarchalen Institutionen, der Universitäten und Kirchen, nach Jahrtausenden der Indoktrinierung und Hirnwäsche kämpfen heute auch Frauen für patriarchale Ideologien und patriarchale Götter. Frauen im Dienste des misogynen Patriarchats, die sich ständig gegenseitig zitieren, beschneiden geradezu masochistisch ihre weibliche Identität und ihre Wurzeln, die bis in die Urkultur reichen. Da hat die vergiftende patriarchale Propaganda ganze Arbeit geleistet! Die Patriarchatsforscherin Gerda Lerner führt dies auf die  Benachteiligung der Frauen im Bildungswesen und die androzentrische Verzerrung der Geschichte mit der Marginalisierung der Frau zurück. Diese doppelte Deprivation habe

»die weibliche Psyche über die Jahrhunderte so zugerichtet, dass die Frauen an der Herausbildung des Systems, das sie unterdrückt, mitwirken und an dessen ständiger Bestätigung und Verfestigung in der Folge immer neuer Generationen weiter mitgewirkt haben und noch immer mitwirken.« (Gerda Lerner ›Die Entstehung des feministischen Bewusstseins – vom Mittelalter bis zur Ersten Frauenbewegung‹ 1993, S. 20).

Die Historikerin Gerda Lerner beschreibt die Zustände während der Entstehungszeit des Patriarchats in Mesopotamien: »Frauen können unter den Bedingungen patriarchaler Herrschaft weder über sich verfügen noch selbständig Entscheidungen treffen. Ihre Körper und ihre sexuellen Aktivitäten stehen unter der Verfügungsmacht ihrer Großfamilie, ihrer Gatten, ihrer Väter. Frauen haben weder Vormundschaftsrechte noch Macht über ihre Kinder. Frauen haben keine ›Ehre‹. Die Vorstellung, die Ehre einer Frau liege in ihrer Jungfräulichkeit und der Zuverlässigkeit ihrer sexuellen Dienste ihrem Gatten gegenüber, war im 2. Jahrtausend v.u. Z. noch nicht voll entwickelt. Meines Erachtens war die sexuelle Versklavung von weiblichen Gefangenen ein Schritt zur Entwicklung und Erweiterung von patriarchalen Institutionen, wie etwa der patriarchalen Ehe und der sie unterstützenden Ideologie, derzufolge die ›Ehre der Frau in ihrer Keuschheit liege‹.« (Gerda Lerner ›Die Entstehung des Patriarchats‹ 1991, S. 111, Hvhb. DW) Lerner fährt fort, dass sich patriarchale Männer, indem sie sich ihre eigenen Frauen unterordneten, die symbolische Macht der sexuellen Kontrolle über die Frauen hatten. »Sie erweiterten die symbolische Sprache, um ihre Dominanz zum Ausdruck zu bringen und eine Klasse von psychologisch versklavten Menschen zu schaffen. Aufgrund der Erfahrung mit der Versklavung von Frauen und Kindern begriffen Männer, dass es möglich ist, Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Versklavung anzunehmen; und sie entwickelten Techniken und Formen der Versklavung, die sie befähigten, ihre uneingeschränkte Dominanz zu einer gesellschaftlichen Institution zu erheben.« (Lerner ibd. S. 111) Gerda Lerner beschreibt die Entstehungszeit des Patriarchats, erkennt jedoch die Gründe für seine Entstehung, die Entdeckung der Vaterschaft noch nicht.

Die zivilisatorische und sozialisierende Macht der Mütter wird durch die neuen Väter zerstört

›Der Frau verdankt die Menschheit alles, was sie menschlich gemacht hat. Sie war die Schöpferin aller anfänglichen Elemente der Zivilisation.‹ (Eliséé Reclus)

Während der langen Zeit des urzeitlichen Matriarchats wurden die männlichen Kinder, die bis heute die meisten Probleme machen, von den Müttern zivilisiert, kultiviert und zu friedlichen Menschen und verantwortungsvollen, gleichberechtigten Männern erzogen, mit denen Frau glücklich und zufrieden leben können. Im Patriarchat wurde dies verkehrt. Den Müttern wurde ihr zivilisatorischer und kultivierender Beitrag bei der Erziehung der Kinder entzogen. Männer übernahmen die ungewohnte Erziehungsarbeit, die sich bei den Knaben vor allem auf die Forderung nach Gehorsam, Unterwerfung, Bewunderung und Verehrung der Väter, bei den Mädchen auf den Erhalt ihrer Jungfräulichkeit beschränkte, was durch Unterdrückung und Gewalt durchgesetzt wurde. Nicht mehr das Wohl des Kindes und die Erziehung zu friedlichen Menschen steht ab jetzt im Vordergrund, sondern der Anspruch der Väter auf narzisstische Zufuhr. »Die absolute Autorität des Vaters über seine Kinder bot den Männern ein begriffliches Modell von temporärer Dominanz und Abhängigkeit aufgrund der Hilflosigkeit der Heranwachsenden.« (Lerner ibd. S. 123)

›Ganz legal beansprucht der Mann Vorrechte gegenüber der Frau.
Verschiedene Religionsgemeinschaften lehren, dass er sogar moralisch
im Recht sei, wenn er sie als eines seiner Besitztümer beansprucht,
dass sie also Zubehör seiner Männlichkeit sei.‹
(Doris F. Jonas)

Der patriarchale Mann wird zum Problem für die Frau

Die Frau wird im Patriarchat völlig entrechtet. Die bisher autonome, freie Frau wird in den Käfig des Patriarchats gesperrt und bevormndet. Sie wird zum Besitz des Mannes, schuldet ihm – wie ›seine‹ Kinder – Gehorsam und Ehrerbietung. Sie wird zur Heirat – einer Form der Entrechtung, die Frau im Matriarchat nicht kannte – gezwungen. Die Ziele der Verheiratung der Frau sind vielfältig. In erster Linie geht es um das vermeintliche ›Recht‹ des Mannes sexuell über den Körper der Frau und über sie als ›Domestike‹, seine persönliche Dienerin, zu verfügen. Die Sexualität untersteht ab da der totalen Kontrolle des Mannes, dann auch der Gesellschaft und des Staates. Die Kinder werden zum Besitz des Mannes. Es ist die grausamste Doktrin des Islam, dass die Kinder Besitz des Mannes sind, Mütter verstossen und ihrer Kinder beraubt werden können.

Die Verwandlung der Frauen in eine heimliche Dienstklasse war eine ökonomische und ideologische Leistung ersten Ranges. Dienende für niedrige Arbeiten konnte sich nur eine Minderheit der vorindustriellen Gesellschaften leisten. Im Zuge der Demokratisierung steht heute fast dem gesamten männlichen Bevölkerungsteil eine Ehefrau als Dienerin zur Verfügung. (John Kenneth Galbraith)

Im Kampf gegen die Frau erfand das Patriarchat männliche Götter und  eine patriarchale Priesterkaste

Im Namen der Götter wurde die Große Göttin der Urzeit in ihren vielen Gestalten und Namen von den Indo-Europäern/Ariern domestiziert, zu Gattinnen der neu erfundenen patriarchalen Götter herab gesetzt, zu ihren Schwestern – oder wie Horus in Ägypten – zum Kind der Großen Göttin Isis gemacht, dann diffamiert, endgültig bezwungen und schlussendlich vernichtet. Ihre einstige Existenz wird in unserer Kultur von der patriarchalen Priesterschaft und ihren AnhängerInnen, zum ›Götzen‹ abqualifiziert und/oder vollständig geleugnet.

Die Frauen und Göttinnen wehrten sich lange Zeit gegen die brutale patriarchale Übermacht. Schon aus der Zeit Urukaginas, des letzten Königs der 1. Dynastie der Eroberer in Sumer (um 2300) heißt es von der Göttin der Unterwelt, dass sie sich keinen Gatten nimmt, »sondern dass sie an den Haaren vom Thron gezerrt wird und solange mit dem Tod bedroht wird, bis sie sich bereit erklärt, ihren Angreifer, den Gott Nergal zu heiraten, der dann ihre Tränen wegküsst, zu ihrem Gatten wird und an ihrer Seite herrscht.« (Merlin Stone ›Als Gott eine Frau war‹ 1988, S. 73) Der Mythos ist eine Metapher für das tatsächliche Geschehen in der realen Welt.

Wie die Göttinnen wurden auch die matriarchalen Königinnen bei der Bildung der 1. Dynastie der patriarchalen Eroberer in Ägypten behandelt. Da die Königin den Thron und die königliche Macht innehatte, wurde sie bei der Machtnahme gefangen genommen und zur Heirat gezwungen, d.h. vom Chef der Bande vergewaltigt, denn wer sie heiratete wurde König. Damit machte sich der Anführer der Invasoren zum König, was später als ›Heilige Hochzeit‹ religiös verbrämt wurde. Auch in Sumer setzte man den Brauch ein, »um die Ergebnisse von Kämpfen und militärischen Eroberungen zu sanktionieren. Die Hochzeit mit der Hohenpriesterin [bzw. der Priesterkönigin] wurde benutzt, um in den Augen des Volkes ein legitimes Recht auf den Thron zu erwerben.« (Stone ibd. S. 195)

Vergewaltigung ist der finale Akt männlicher Dominanz (Gerda Lerner)

»Elizabeth Fisher argumentiert scharfsinnig, dass die Zähmung der wilden Tiere den Männern ihre Rolle bei der Fortpflanzung zeigte und dass die Praxis, bei den Tieren Zeugung zu erzwingen, bei den Männern die Vorstellung der Vergewaltigung von Frauen entstehen ließ. Sie meint, dass die mit der Züchtung von Haustieren verbundene Brutalisierung und Gewalt die sexuelle Dominanz der Männer und institutionalisierte Aggression hervorbrachte. (Fisher 1975, zit. von Gerda Lerner ›Die Entstehung des Patriarchats‹ 1991, S. 70)

Durch die patriarchale Machtnahme wurden die Frauen ihres kulturellen, spirituellen und materiellen Erbes beraubt.
Damit wurden ihre 
Identität, ihr Selbstbewusstsein, ihr Selbstvertrauen und ihre Unabhängigkeit willentlich zerstört.

Immer wieder finden Historiker bei den indoeuropäischen Griechen die besten und verlässlichsten Beschreibungen, wie die Frauen im Patriarchat behandelt wurden. Und immer wieder ist es verblüffend zu sehen, wie viel von diesem unterdrückerischen patriarchalen Gehabe noch bis in unsere Kulturen und vor allem in unseren patriarchalen Religionen mitschwingt.
»Da die vaterrechtlich organisierten Griechenstämme, vor allem die attischen Ioner mit ihrer Angst vor einer Wiederkehr des Mutterrechts ihre Frauen völlig entmachtet und sogar unter Kuratel (kyria) gestellt hatten, konnte keine Frau ohne Erlaubnis ihres kyrios, ihres Vormundes, heiraten. Dies war meist ihr Vater und im Falle seines Todes ihr nächster männlicher Verwandter. Erbte sie das Vermögen ihres Vaters, war es die Pflicht des nächsten männlichen Verwandten, die Ehe mit ihr einzugehen, einerlei ob sie ihn wollte oder nicht. Da er ja auch als Ehemann mit beliebig vielen Frauen schlafen konnte, war diese erzwungene  Heirat ganz und gar keine Tragödie für IHN; im Gegenteil, da die griechischen Ehen sowieso nur aus ökonomischen Motiven geschlossen wurden, war er nur allzu froh, eine Erbtochter zur Frau zu bekommen. Für SIE dagegen war die Sache anders. Da ihr jeglicher außereheliche Geschlechtsverkehr untersagt war, bedeutete die erzwungene Heirat mit dem Vormund ein lebenslängliches Verhängnis. So war die Athenerin beispielsweise gezwungen, ihren eigenen Onkel zu heiraten, wenn sie ein einziges Kind war. In anderen Städten Griechenlands, die weniger unter dem Einfluss des Vaterrechts standen, hatte das Mädchen manchmal die Möglichkeit, in einem solchen Falle ihre Einwilligung zu versagen, musste dann aber einen Teil ihres Vermögens dem Onkel überlassen… Bei den Bürgern Athens war die Bestrafung einer im Geschlechtsverkehr ertappten unverheirateten Tochter dagegen so hart, dass Aischines berichtet, einer der Bürger, der gemerkt hatte, dass seine Tochter ihre ›jungfräuliche Blüte nicht sittsam bis zur Hochzeit bewahrt hatte, habe diese mitsamt einem wilden Pferde in einer öden Behausung vermauert und Hungers sterben lassen (Aisch, Tim. 182-3) Die offizielle Bezeichnung des athenischen Ehemanns war deshalb ›parthenios aner‹, der eine Jungfrau geheiratet hat.« (Ernest Borneman ›Das Patriarchat‹ 1979, S. 213, Hvhb. DW)

 Die Saat der patriarchalen Gewalt ist weltweit aufgegangen

Die stete Zunahme der Gewalt kann nicht wegdiskutiert werden – sie kommt überwiegend von jungen Männern aus hartpatriarchalen, vorwiegend von alten Männern dominierten Kulturen. Das heißt, aus Kulturen wo Frauen / Mütter aufgrund der Religion und Tradition keine Macht und dementsprechend wenig oder keinen zivilisierenden und sozialisierenden Einfluss mehr auf ihre Söhne und Ehemänner haben. Häufig ist der Vater in diesen Familie respektlos und gewalttätig gegen die Mutter und die Söhne und sexuell übergriffig gegenüber den Töchtern. Beispiele kennen wir zur Genüge – nicht nur vom Balkan bis Afghanistan – das Patriarchat feiert fröhliche Urstände in der ganzen Welt. Die Mütter und die meisten Töchter haben sich unterdessen – wohl oder übel – in ihr Schicksal gefügt, es akzeptiert und der Macht der Väter zugestimmt. Den Müttern müssten ihre Rechte und Pflichten und ihre Verantwortung bewusst gemacht werden; sie benötigen aber auch Unterstützung in ihrem Emanzipationsprozess.
Die Eltern besonders die gewalttätigen Väter gewalttätiger Söhne müssten von den Schulbehörden, der Polizei und den Gerichten zur Rechenschaft und zur Verantwortung gezogen werden.  Jonny K. – ein junger Deutscher mit asiatischem Hintergrund, wurde auf dem Alexanderplatz in Berlin im Oktober 2012 von einer Bande Jugendlicher brutalst zu Tode getreten. Der Vater eines der Täter, der vor Gericht stand, meinte höhnisch, ›warum denn so ein Aufstand wegen eines toten Japsen!‹

Die meisten Menschen befinden sich im Würgegriff des Patriarchats, von dem sie domestiziert wurden

Domestizieren heißt zur besseren Nutzung züchten. Menschen werden zur (Aus-)Nutzung und zum Nutzen einiger weniger domestiziert, um den Menschenzüchtern durch Ausbeutung hohe Erträge zu liefern. Die Allgemeinheit der Frauen wurde im Patriarchat domestiziert, um ihre Sexualität und Arbeitskraft unter männliche Kontrolle zu bringen und für den Mann nutzbar zu machen. Mädchen werden von der Bildung ferngehalten. Patriarchale Religion und Ideologie ersetzt Wissen und Erkenntnis.
Während die einstigen Löwinnen, die stolzen ›wilden‹ Frauen des Matriarchats, und die mutigen Männer im Patriarchat zu Hauskatzen domestiziert und entwürdigt wurden, verwilderten und verrohten die patriarchalen Männer. Mit ihrer Machtnahme hat nicht nur die körperliche Gewalt zugenommen, sondern auch die Arroganz, der Größenwahn, der Rassismus, die Korruption, die Betrügereien; all dies und die Kriege, die Folter und der Terror sind Produkte des menschenverachtenden Patriarchats.

Einige Folgen der Domestizierung, die bei Tieren beobachtet wurden, treffen auch auf Frauen zu, z.B.

  • Abnahme der Gehirnmasse um 20 bis 30 Prozent, Rückgang der Furchung, insbesondere in den für die Verarbeitung der Sinneseindrücke bedeutsamen Gehirnarealen
  • Änderung der Ausprägung einiger Verhaltensweisen (zum Beispiel reduzierte Aggressivität)
  • Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten
  • Gesteigerte Fortpflanzungsrate
  • Weniger stark ausgeprägtes Brutpflegeverhalten (Wikipedia)

Die Folgen sind überall sichtbar!

Patriarchale Bevormundung 

Ich spreche einem Mann das Recht der patriarchalen Bevormundung ab – selbst wenn diese als ›wissenschaftlich‹ bemäntelt oder pseudo-religiös begründet wird. Zuviel wissenschaftlich verbrämte Lügen mussten wir uns schon anhören, artig und gläubig nachbeten. Ich spreche jedem (ob Mann oder Frau) das Recht ab, darüber zu bestimmen, ja, zu fordern, was ich zu denken habe. Denken kann ich selber, ohne patriarchale Vorschriften und ohne patriarchalen Beistand.

Natürlich war die urgeschichtliche Gesellschaft, welche weder Vaterschaft noch männliche Götter kannte, ganz selbstverständlich auf die Mütter ausgerichtet:  MATRIARCHAL – eine absolut logische Konsequenz! Nie ging dem Matriarchat ein Patriarchat voraus. »Es gibt kein Erklärungsmuster dafür, wie aus den behaupteten monogamen Patriarchaten der Altsteinzeit die Matriarchate der Jungsteinzeit entstanden sein sollen.« (Heide Göttner-Abendroth ›Das Matriarchat II,1, Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, Ozeanien‹ 1991, S. 142)

›Mit den Scheiterhaufen-Feuern, auf denen unsere Vorfahrinnen verbrannten, haben die Mörder allen Frauen bis in unsere heutige Zeit die Angst vor dem Aufbegehren gegen die HERRschaft in unsere Gehirne gebrannt. Gleichzeitig wurde unser Geist in einer perfiden Weise besetzt, so dass die meisten von uns noch heute an Amnesie leiden, d.h. wir erinnern uns gar nicht mehr an unsere geistige Ganzheit, und wir sehen, hören, merken nicht, wenn unsere Menschenwürde als Frauen verletzt wird‹.« (Erika Wisselinck ›Hexen – Warum wir so wenig von ihrer Geschichte erfahren und was davon auch noch falsch ist. Analyse einer Verdrängung‹ 1986)

›Das Schweigen brechen: – ›Feminizid‹ – Frauenmorde in Lateinamerika‹

Die Frauenmorde in Lateinamerika sind das grauenhafte Resultat der christlichen Missionierung.
Die patriarchalen Missionare predigten den indigenen Völkern die ›heilige Herrschaft‹ der Männer, die Höherstellung des Mannes, seine Gottesebenbildlichkeit und die Minderwertigkeit der Frau.

Überall, wo die Völker von den Christen missioniert wurden, hielt die Verachtung und Erniedrigung der Frau, der Machismo Einzug und gipfelt an vielen Orten in den berüchtigten ›Feminizid‹. Nicht nur die Kultur, sondern auch das Selbstvertrauen der Menschen wurden durch die Kolonisierung und Christianisierung Lateinamerikas zerstört; auch die Psyche der Menschen, besonders die der Männer. Das Schlimmste ist ihre Gewalt gegen Frauen und ihre Tötung‹: »Mord an Frauen, nur weil sie Frauen sind, hat einen Namen: Feminizid. In Lateinamerika, wo der Machismo noch immer das Verhältnis zwischen den Geschlechtern bestimmt, sind Feminizide besonders häufig. Aber es entsteht auch zunehmend ein Bewusstsein dafür und immer mehr Frauen setzen sich für ihre Rechte ein. Die Filmemacherin Paula Rodríguez Sickert hat die Andenländer Bolivien, Ecuador und Peru bereist. Sie erzählt die Geschichten von Frauen, die ermordet wurden, weil sie selbstbestimmt leben wollten. Eine der Frauen überlebte nur knapp und setzt sich heute für Betroffene ein. Der Film schildert den Kampf von Angehörigen, von Überlebenden und von engagierten Anwälten gegen das Versagen der Justiz in einem System, in dem der Mord an einer Frau häufig als weniger schweres Verbrechen toleriert wird.« (Text zur Filmdoku im DW TV 13.12.2014, Regie Paula Rodríguez Sickert: ›Das Schweigen brechen – Frauenmorde in Lateinamerika‹. (http://www.dw.de/dokumentationen-und-reportagen-das-schweigen-brechen/av-18126613)

Die katholische Kirche, die in diesen Ländern eine ungeheure Macht und gewaltigen Einfluss hat, tut nichts gegen die Frauenmorde! Verständlich, sie hat ja die Lehre von der Wertlosigkeit der Frauen gegenüber der Hochwertigkeit der Männer und damit den Machismus verbreitet. Auf dieser sexistischen Ideologie beruht bekannterweise ›die heilige Herrschaft der Männer‹, das Patriarchat!

Wie es weitergeht, nachlesen im 8. Kapitel:.

  • Das indoeuropäische Patriarchat: Alle Macht dem Mann
  • Der häusliche Despot in der patriarchalen Familie
  • Kinder werden Besitz des Mannes – Mütter werden rechtlos
  • Massensterben der Frauen im Alten Reich
  • Frauen ohne Recht auf Bestattung
  • Freiheitsberaubung: Gefangen im Harem
  • ›Handelsware‹ Frau: Ein lohnendes Geschäft
  • Begehrte ›Ware‹: Geraubte Kinder fremder Völker
  • Die pädokriminelle Vorliebe für Kinder
  • Sexuell missbrauchte Töchter: Der pharaonische Inzest
  • Der Vater-Tochter-Inzest im indoeuropäischen Patriarchat
  • Der Hass auf die Verehrung der Vulva und die Folge: Die Verstümmelung der weiblichen Sexualorgane

 

Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägypten

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