Die Verstümmelung der Vulva – die Rache patriarchaler Männer

Aus dem Inhalt:

  • Sexuelle Gewalt ist ein weltweites Männerproblem des Patriarchats
  • Die treibende Kraft: Hass auf das weibliche Geschlecht
  • Das Patriarchat beendete die Verehrung der Frau und verteufelte die Vulva
  • Die sadistische Verstümmelung der Sexualorgane kleiner Mädchen
  • Die  Verstümmelung ist eine Folge der Patriarchalisierung
  • Warum das Verbrechen an Frauen delegiert und von Müttern zugelassen wird:
    Das Patriarchat machte die Frauen zu Täterinnen
  • Pharaonen machten mit den genital verstümmelten Frauen des Harems enormen Profit
  • Der Frauenkörper, das Schlachtfeld des Patriarchats –
    Auch in Europa und Amerika wurden – und werden – die Körper von Frauen massenhaft verstümmelt
  • Die Tragik Ägyptens
  • Stoppt die Täter!

 

Sexuelle Gewalt ist ein weltweites Männerproblem des Patriarchats

Die befremdliche Neigung unzähliger weißer Männer für kleine Mädchen und Knaben ist nicht erst ein Merkmal des heutigen Sex-Tourismus. Nicht grundlos warnte Ptahhotep im Alten Reich Ägyptens vor sexuellen Beziehungen älterer Männer mit kleinen Jungen, beschönigend ›Knabenliebe‹ genannt, womit vorgetäuscht wird, es handle sich dabei um Spiele zwischen Kindern. Diese Perversion brachten die indoeuropäische Eroberer auch nach Ägypten (s. ›Sexuell missbrauchte Töchter: Der pharaonische Inzest‹ im Buch S. 239-245 und ›Wer war Echnaton‹)

Im ebenfalls von den Indo-Europäern eroberten Mesopotamien erfahren wir von der Vergewaltigung der kindlichen Göttin Ninlil durch den patriarchalen Eroberergott Enlil. Samuel N. Kramer berichtet, wie Ninlil sich zu wehren versucht:

›Meine Vagina ist zu klein.
Sie versteht den Beischlaf nicht.
Meine Lippen sind zu klein.
Sie verstehen nicht zu küssen.‹

Die Geschichtsschreiber machten aus Ninlil die Gattin Enlils,
womit die Vergewaltigung als ›rechtens‹ sanktioniert wurde.

Sexuelle Gewalt ist auch ein Merkmal der indoarischen Eroberer Indiens. Hier lassen sich die barbarischen Methoden der damaligen Invasoren noch am besten erkennen, denn sie wurden von der weißen indoeuropäischen Herrenschicht, der Priesterkaste der Brahmanen, die sich ›ganz bescheiden‹ ›Erdgötter‹ nennen, gebilligt und bis heute als heiliges ›religiöses Recht‹ in Anspruch genommen. Abbe Dubois, der im 19. Jahrhundert in Indien lebte, schreibt in seinem Buch ›Hindu Manners, Customs and Ceremonies‹ von »der seltsamen Vorliebe, welche die Brahmanen für Kinder von ganz zartem Alter hegen«. Die pädokriminelle Perversion unreifer, und vor allem schmutziger alter Männer führte in Indien zu den staatlich und religiös erlaubten ›Kinderehen‹; eine Bezeichnung, die vortäuscht, es handle sich dabei um die Verheiratung von kleinen Mädchen mit kleinen Jungen. Doch dem ist nicht so, es sind kleine Mädchen unter zehn Jahren, die von Vätern gegen Bezahlung an beträchtlich ältere Männer verschachert werden. Der indische Dichter Rabindranath Tagore preist in einem Essay die Kinderehe zynisch als »das indische Ehe-Ideal, als Blüte des sublimierten Geistes, als Sieg über Sexualität und Materialismus, den begeistertes Verständnis für die eugenische Hebung der Rasse davongetragen hat«. (Tagore zit. von Katherine Mayo ›Mutter Indien‹ 1929, S. 55 f.) Im Jahre 1891 wurde in der indischen Gesetzgebung das Mindestalter für die Ehe erörtert. Ärztinnen unterbreiteten dem Vizekönig ein Gesuch zur Erleichterung der Lage der unglücklichen Kinder und nannten Beispiele für den Zustand, in dem solche kleinen Mädchen nach der Hochzeit in Spitalpflege gebracht oder auf Händen und Knien ins Spital gekrochen kamen: Unfähig aufrecht zu stehen, mit verrenkten Hüften, gebrochenen Becken, mit in Fetzen herunterhängendem Fleisch, blutend, manchmal so furchtbar zugerichtet, dass ärztliche Hilfe ohnmächtig war. Manche starben unter Qualen. (Mayo ibd. 1929, S. 67) Im Jahre 1922 befasste sich die indische Nationalversammlung – immerhin unter britischer Kolonialherrschaft – nochmals mit dem Problem, das nach all den Jahren nichts von seiner Gültigkeit verloren hatte. Doch die männlichen Abgeordneten der Regierung wehrten sich vehement gegen die Einschränkung ihres ›religiösen Rechts‹, kleine Mädchen zu ›ehelichen‹.‹ (s. ›Das Patriarchat und die Folgen für Frauen und Kinder: Sexuelle Gewalt‹)

Vergessen wir nicht, dass die patriarchalen Religionen– in Indien der Hinduismus und der Islam – indoeuropäisch/arisch sind und zusammen mit dem Judentum und dem Christentum auf Abraham zurückgehen, der ein Indoeuropäer war. Die Religionswissenschaftlerin Wendy Doniger O‘Flaherty unter­suchte den Ur­sprung von Kindesmissbrauch, Vater-Tochter-In­zest und Vergewaltigung und kommt zum Schluss, dass diese Praktiken in den indoeuropäischen Mythen hervorste­chen. Wie die indoiranische und die indi­sche sind auch die ägyptische, die sumerische, nordeuropäische und grie­chi­sche My­thologie vol­ler Inzest- und Vergewaltigungsszenen. »Wenn man das griechische und keltische Mate­rial untersucht, be­ginnt man zu ver­muten, dass es indoeuropäisch ist. Einige Freu­dianer (und viel­leicht viele Jungianer) würden vorschlagen, dass dies in der Tat universal sei, doch dies muss erst bewiesen werden.« (O‘Flaherty ›Women, Androgynes and Other Mythical Beasts‹ 1980, S. 113) (s. Religiöse Besessenheit, sexuelle Repression und Gewalt)

»Die Bibel und der Talmud begünstigen sexuelle Beziehungen zwischen Männern und sehr kleinen Mädchen, sowohl in der Ehe als auch in außerehelichen Verbindungen und in der Sklaverei.
Der Talmud befand, dass ein weibliches Kind von ›drei Jahren und einem Tag‹ mit Erlaubnis des Vaters durch Geschlechtsverkehr verlobt werden könne.« (Florence Rush ›Das bestgehütete Geheimnis – Sexueller Kindesmissbrauch‹ 1982, S. 50 ff.)
Die unglaubliche Geschichte ist verbrieft: ›Ein Mädchen von drei Jahren und einem Tag ist zum Beischlaf geeignet.‹ (Jabmuth 57b, Jabmuth 60 a, Aboda zara 37a) Und: ›Der Notzüchter braucht kein Schmerzensgeld zu zahlen, weil das Mädchen diese Schmerzen später unter ihrem Ehemann gehabt haben würde.‹ (Baba kamma 59a)
»Die meisten Menschen reagieren auf diese Talmud-Zitate mit einer Mischung aus Nicht-Glauben-Wollen und Entsetzen. Die häufigsten Entgegnungen: Diese Zitate sind gefälscht! Diese Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen! Diese Zitatensammlung ist antisemitisch!« (http://www.mosaisk.com/auschwitz/Talmud-Judaismus.php)

Das wurde vor mehr als 2000 Jahren geschrieben; jedoch die Saat dieser patriarchalen Gewaltansage ist mit den patriarchalen Religionen bis heute mitgewachsen und erhalten geblieben. Florence Rush zitiert in ihrem aufschlußreichen Buch den Bericht eines Chirurgen an den Nationalausschuß für Pornographie und Obszönität (New York 1970):

»Ich habe in letzter Zeit in der Gynäkologie und Geburtshilfe gearbeitet. Was sich dort abspielt, ist äußerst erschreckend. Die Stationen und Krankenzimmer sind voll junger Mädchen… sie sind innen zerfetzt. Die Reparaturarbeit, die wir leisten, spottet jeder Beschreibung. Diese Mädchen sind allen erdenklichen Arten von sexuellem Mißbrauch ausgesetzt worden. Früher pflegten Ärzte derart zugerichtete Prostituierte zu behandeln, aber heute müssen wir junge Mädchen aus den besten Familien behandeln… Jeden Tagen haben wir mit Teenagern zu tun, die an Krankheiten und Infektionen leiden.« (Rush 1991, S. 30)

 Die treibende Kraft: Hass auf das weibliche Geschlecht

Sadisten und Militaristen ordnen heute die brutale Vergewaltigung der Frauen und Mädchen im Krieg an, ohne dass patriarchale Politiker oder Kleriker diesen Gewalttaten Einhalt gebieten. Oft sind Vergewaltigungen verbunden mit Verletzungen, Verstümmelungen und Zerfleischung der Vagina und der inneren Organe u.a. durch Flaschen, Äste, Schüsse oder Gewehrkolben!

Als sich vor rund fünftausend Jahren patriarchalische Ideen durchzusetzen begannen und Männer bereits bestehende matriarchale Stadtstaaten, z.B. Mesopotamien und Ägypten eroberten und unter ihre Macht und Gewalt brachten, bestand eine ihrer ersten Handlungen darin, die Macht der Frauen zu beschränken, ihre Autonomie über den eigenen Körper zu zerstören und die Kontrolle der weiblichen Fortpflanzungsfähigkeit an sich zu reissen. »Sie würdigten die Frauen auf den Status von Haustieren herab, die sie züchten, dressieren, kaufen und verkaufen konnten und an denen sie sich bereicherten. Mit Hilfe religiöser oder philosophischer Ideologien brachten sie die Frauen dazu, sich klaglos und widerspruchslos in ihr Gefangenendasein zu fügen wie Kühe, Schweine und Schafe.« (Marilyn French ›Der Krieg gegen die Frauen‹ 1992, S. 134 f.- 148) Frauen hatten sich während den 5000 Jahren des Patriarchats bis in die Neuzeit gegen die Vereinnahmung und Kontrolle ihres Körpers zur Wehr zu setzen. Als sie sich der Bekehrung zum patriarchalen Christentum, das ebenfalls die Kontrolle der weiblichen Sexualität und Fruchtbarkeit beansprucht, wehrten, wurden sie als Hexen verbrannt. (s. ›Die Christianisierung Europas und die Hexenmassaker‹)
Dass und wie sich Frauen zu Beginn der Patriarchalisierung gewehrt haben, ist nicht verbrieft; bekanntlich wird die Geschichte von den Siegern geschrieben. Doch im Geschichts- und Legendenbuch des Patriarchats, der Bibel, wird ihre Rebellion deutlich, als sie sich gegen die totale patriarchale Vereinnahmung wehrten und der Himmelskönigin opferten.

Das Patriarchat beendete die Verehrung der Frau und verteufelte die Vulva

Seit dem Beginn der Menschheit wurde die Frau als Garantin für das Überleben des Clans, als Schöpferin und Gebärerin neuen Lebens und die Vulva, als ›Tor des Lebens‹ verehrt. Rufus Camphausen, der die Verehrung der Yoni/Vulva erforscht hat, liefert in seinem Buch »überzeugende Beweise, dass Frauen und die Yoni von Beginn der Menschheit an offen oder heimlich verehrt wurden und dass sich diese Verehrung bis auf den heutigen Tag gehalten hat (Camphausen ›Yoni – Die Vulva – Weibliche Sinnlichkeit Kraft der Schöpfung‹1999, S. 14). Die Verehrung der Vulva war – wie die Felsbilder der Altsteinzeit bezeugen – in der Zeit des Matriarchats ebenso gebräuchlich wie es die Phallus-Verehrung in der patriarchalen Zeit wurde. (s. ›Die mobile Kunst der Altsteinzeit und die Verehrung der Vulva‹)

Und… Gott war eine Frau

Sie war die Große Mutter- und Schöpfer-Göttin der Welt und des Universums. Die Vaterschaft war noch unbekannt. Nachdem die Rinderzüchter erst vor vielleicht 7 – 8000 Jahren die Rolle der Stiere erkannten, schlossen sie auf ihren eigenen Beitrag bei der Zeugung von Nachwuchs und forderten die gleiche Verehrung wie die Frauen. Sie erfanden die ersten männlichen Götter, mit denen sie sich identifizierten und erhoben den Phallus zum verehrungswürdigen Objekt. Wie wir aus dem Geschichts- und Legendenbuch des Patriarchats wissen, setzten sie ihre Forderungen mit unglaublicher Gewalt durch. In der Bibel sind ihre Eroberungen friedlicher, matriarchaler Siedlungen beschrieben: Sie töten alle Männer und Frauen, nur die unberührten kleinen Mädchen ließen sie für sich am Leben; die kleinen Mädchen wurden zu Beutefrauen der Mörder ihres Clans. Seither nehmen sich patriarchale Männer in allen Kriegen Frauen und Kinder mit Gewalt.

Die sadistische Verstümmelung der Genitalien war das radikalste Mittel
um der Verehrung der Vulva ein Ende zu setzen.

Die Verstümmelung der Vulva ist eine Folge der Patriarchalisierung

»In jeder Gesellschaft hatten es die Männer nach dem Aufkommen des Patriarchats als erstes auf den weiblichen Körper abgesehen. Um ihre eigene Vaterschaft geltend machen zu können, führten sie die Patrilinearität ein. Dass die Kinder nach ihnen benannt wurden, verschaffte ihnen einen Vorwand, die Sexualität der Frauen zu überwachen, indem sie sie schon in ganz jungen Jahren zu Ehe und Kindbett zwangen (Adrienne Rich nannt das ›zwanghafte Hereosexualität‹ 1980).
Sie töteten oder versklavten Frauen, weil sie ihre Jungfräulichkeit verloren hatten (selbst wenn sie vergewaltigt worden waren), sperrten sie ein, verweigerten ihnen das Recht auf Scheidung oder das Sorgerecht für die Kinder und töteten sie bei Abtreibung oder Ehebruch. Kein Mann wurde jemals mit derartigen Zwangsmaßnahmen bedroht.
In einigen Gesellschaften wurden auch Männer wegen Ehebruch getötet, aber nur, weil sie sich am Eigentum eines anderen Mannes vergriffen hatten (einer Ehefrau), und nicht, weil sie mit einer anderen als der eigenen Frau eine sexuelle Beziehung unterhalten hatten.« (Marilyn French ibd. S. 135 f.) Dies war die Ausgangslage, die zur sadistischsten Folter an den Frauen führte.

Eine UNICEF-Studie von 2010 bestätigt, dass immer noch fünfundachtzig Prozent aller Mädchen in Ägypten beschnitten werden. Aber –  »keiner unterstützt Gewalt gegen die Frauen in Ägypten so sehr wie die Frauen selbst. Die Entscheidung für die Beschneidung treffen in den meisten Fällen die Frauen, nicht die Männer« (Hamed Abdel-Samad 2010, S. 87).

Warum das Verbrechen an Frauen delegiert und von Müttern zugelassen wird

Frauen in Patriarchat wurden indoktriniert, vergiftet und zerstört

Was die UNICEF-Studie bestätigt und von Hamed Abdel-Samad geschrieben wird, trifft zu. Was von diesen kurzen Statements im Gedächtnis hängen bleibt, ›Frauen wollen es so und führen es selbst aus‹! Die Frage ist jedoch, warum sie das tun! Die Gründe reichen weit in die Geschichte zurück. Vor 5000 Jahren eroberten patriarchale, indoeuropäische Horden Ägypten, das von Königinnen regiert, geleitet und zum Wohlstand geführt worden war. Diese Horden kämpften mit den brutalsten Mitteln gegen das Matriarchat im von Frauen dominierten Land. Jedoch konnten sie ihr Ziel, die Macht an sich zu reissen und selbst König zu werden, nur durch die Heirat mit der (gefangengenommenen, entführten und vergewaltigten) Königin verwirklichen. Der Thron wurde von der Königinmutter auf die Tochter vererbt, war also matrilinear. Die Eroberer veranlassten beim Tod der Könige der 1. Dynastie die Ermordung der aus der indigenen Bevölkerung stammenden, matriarchalen Königinnen samt ihrer Familie und ihrem Hofstaat . (s. ›Sati‹ – Die Ermordung der Königinnen beim Tod der Könige der 1. Dynastie‹). Die Hoffnung war, damit die Macht des Matriarchats zu brechen und sie auf die Männer zu übertragen, d.h. in Ägypten das Patriarchat zu errichten. (Der Vergleich mit dem heutigen Terror von brutalen Männerhorden im Irak und in Syrien, um einen muslimischen, hartpatriarchalen Staat zu errichten, ist naheliegend!)
Wir wissen jedoch von zahlreichen Revolten der indigenen Bevölkerung gegen die Fremden; matriarchale Völker waren mutig, wehrten sich, ergaben sich nie und nirgends männlicher Gewalt und Herrschaft. Aber die Aufstände wurden von den Besatzern mit noch nie gekannter Brutalität und Waffengewalt niedergeschlagen.
In jedem Krieg stehen die Frauen im Mittelpunkt des Geschehens, sie werden grausam vergewaltigt, verschleppt, erniedrigt und umgebracht. Es war und ist die Gebärmacht der Frauen, die von den Männern geneidet und verfolgt wurde und wird, umso mehr, als in der matriarchalen Welt der Vater keine Rolle spielte. Die Eroberer, Rinderzüchter und Hirten aus den Steppen Russlands, hatten jedoch die Zeugung durch die Bullen erkannt; der Anführer / König nannte sich ›starker Stier‹, glaubte an seine Superiorität und verlangte die Macht über Frauen und Kinder. Schwieriger war es die Macht über die Sexualität der im Matriarchat freien Frauen zu erringen. Wie konnte er sich seiner Vaterschaft, seiner Kinder sicher sein? Er ersann das, was bis heute gemacht wir, das tiefe Herausschneiden und Zunähen der äusseren Sexualorgane und das Einsperren der Frauen im Harem, dem Gefängnis für Frauen. Die fremden Herrscher hatten die Macht, die Frauen des mütterlichen Clans zu zwingen, dieses Verbrechen an den Töchtern selbst durchzuführen. Heute haben die Mütter das Gebot der Männer vollständig internalisiert (Stockholm-Syndrom). Sie glauben, dass sie dies zum Wohl ihrer Töchter tun, denn die Männer weigern sich, unbeschnittene Frauen zu heiraten. Heirat ist für Frauen in konservativ-patriarchalen Ländern ein absolutes Muss, eine unverheiratete Frau wird in diesen Gesellschaften als Hure verfemt. Um ihre Töchter vor dieser Schande zu bewahren, lassen auch solche Mütter ihre Töchter verstümmeln, die die Beschneidung längst als Mittel der weiblichen Unterdrückung erkannt haben und eigentlich ablehnen. Neben den grausamen körperlichen Erleben, sind die seelischen Verletzungen der Mädchen ebenso schwer zu ertragen. Sie verstehen nicht, dass ihre eigene geliebte Mutter die grauenhafte Tortur die ihnen angetan wird, mitmachen, sogar dafür verantwortlich sind; sie fühlen sich von ihr hintergangen, verraten, allein gelassen und ausgeliefert. Damit wird das einst starke Band zwischen Mutter und Kind für immer beschnitten; es ist das Ende der innigen Mutter-Tochter Beziehung, die Töchter können ihren Müttern nie mehr ganz vertrauen. Die Gewalt gegen Frauen ist das gewaltsam herbeigeführte Ende der matriarchalen Kultur.

Wir sehen, es sind sadistische und egoistische Gründe patriarchaler Männer,
die diese Verbrechen erfunden haben und bis heute fordern.

Eine beschnittene Afrikanerin, die an einer Diskussion im französischen Fernsehen teilnimmt, nennt für die Ablehnung eines Verbotes in der patriarchalen Gesellschaft Afrikas drei Gründe. Es gehe um:

  • Die Minderung der sexuellen Lust der Frau
  • die Erhaltung der Jungfräulichkeit vor der Ehe
  • und den Genuss des Mannes beim Geschlechtsverkehr mit der beschnittenen Frau: Die verengte Vagina bereitet dem Mann ungeheure Lust, während die Frau unerträgliche Schmerzen erleidet.

Wer nicht glauben will, dass es Männer sind, die dieses Verbrechen erfunden und bis heute fordern, und dass es Frauen sind, die die Drecksarbeit auszuführen haben, lesen Sie den Artikel »Beschneidung – Sieg des Islam‹: ›Der ägyptische Scheich Jussuf el-Badri begründet den Kampf moslemischer Extremisten für die Verstümmelung von Frauen« (7.7.1997 Spiegel Online http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8741682.html)

Unter dem Titel ›Die Mutter ist keine Verbrecherin‹ lesen wir in der Taz: »Jährlich werden drei Millionen Frauen beschnitten. Auch Faduma Korn ist beschnitten. Sie lebt in Deutschland und wehrt sich gegen vereinfachende Täter-Opfer-Bilder. ›Niemand spricht über die Stärke und Schönheit dieser Frauen, oder darüber, dass die Mütter ihre Töchter lieben. Meine Mutter hat mich aus Liebe beschnitten. Wir sind beide betrogen worden.‹
Faduma Korn hat deswegen in Frankfurt am Main eine eigene Organisation gegründet, NALA heißt sie. Sie soll Frauen vor der Beschneidung schützen und helfen, mit ihr umzugehen. ›Die Frauen öffnen sich mir, wenn sie hören, dass auch ich beschnitten worden bin. Ich bin wie sie‹, erklärt sie.« (http://www.taz.de/Aktionstag-gegen-Genitalverstuemmelung-/!110442/)

Obwohl heute in Ägypten verboten, sollte mit der neuen Verfassung unter Präsident Mursi
die Beschneidung von Mädchen wieder ausdrücklich erlaubt werden! (Dezember 2012)

Der Anthropologe und Humanist Ashley Montagu beschreibt, was dann mit den verstümmelten Mädchen passiert: »Wenn ein Mädchen, dessen Jungfräulichkeit auf so empörende Weise [durch die Verstümmelung der Sexualorgane] bewahrt wurde, zur Braut wird, wird sie Opfer weiterer Gräuel. Eine der Frauen, die die Infibulation durchführen, besucht unmittelbar vor der Hochzeit den Bräutigam, um genau Maß an seinem Glied zu nehmen. Sie fertigt dann als Maßstab einen Phallus aus Ton oder Holz an, mit dessen Hilfe sie die Wunde ein Stück weit aufschneidet. Sie lässt das mit einem Lappen umwickelte Instrument in der Wunde stecken, damit sich die Ränder nicht wieder schließen. Unter abscheulichem Lärm wird dann die Hochzeit gefeiert. Der Mann führt seine Braut nach Hause – jeder Schritt bereitet ihr Schmerzen –, und ohne zu warten, bis die frische Wunde verheilt oder vernarbt, vollzieht er die Ehe.« (zit. bei Marilyn French ibd. 1992, S. 142)

Durch die Verstümmelung wird den Mädchen die Lust am Beischlaf für immer genommen. So gehen sie keine vorehelichen Beziehungen ein und in der Ehe ›gehören‹ sie nur ihrem Mann. »Normalerweise können Frauen danach weder einen Orgasmus noch sexuelle Erregung erfahren, und in ihrer schlimmsten Form führt sie häufig zu qualvollen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt, zu Krankheit und Tod.« (French ibd. 1992, S. 137 f.)

In einem Interview berichtet die Vorsitzende der NGO ›Menschen für Menschen‹ Almaz Böhm zu ihrer Arbeit in Äthiopien: »Das Thema Beschneidung war für alle unantastbar, niemand wollte dieses Tabu brechen und sich die Finger verbrennen«. Und: »Einerseits gilt es seit jeher als Pflicht einer Mutter, ihre Tochter beschneiden zu lassen, damit sie als Frau in der Gesellschaft anerkannt wird. Aber erst unter dem Deckmantel der Religion, die die Beschneidung der Mädchen verpflichtend vorschreibt, konnte diese Praxis in der Bevölkerung so stark verankert werden.« Die Beschneidung ist vom Koran nicht vorgeschrieben; religiös bemäntelt lässt sich jedoch jede Grausamkeit – besonders gegen Frauen – durchsetzen. Da Mädchen von der Bildung weit öfter ferngehalten werden als Knaben – in allen Ländern, die Beschneidungen vorschreiben oder dulden – ist das Analphabetentum bei Frauen höher als bei Männern. Wenn der Imam behauptet, die Beschneidung von Frauen sei im Koran vorgeschrieben, können sich ungebildete Frauen kaum wehren.
Obwohl heute die Beschneidung kleiner Mädchen fast ausnahmslos von Frauen ausgeführt wird, »vermutet man allgemein, dass diese Sitte den Frauen von den Männern aufgezwungen wird«, schreibt der Psychiater Bruno Bettelheim (›Die symbolischen Wunden – Pubertätsriten und der Neid des Mannes1975 S. 134). Dies wird dadurch bestätigt, dass der Kampf gegen die Beschneidung überhaupt nur mit dem Einverständnis der muslimischen Männer, der Imame, der Dorfältesten, der Väter und aller männlichen Familienangehörigen möglich ist!
»Wenn die Macht der Frauen, Kinder zu gebären, in den Männern Neid erregte, dann mögen sich die Männer Riten ausgedacht haben, um mit diesem Neid fertig zu werden und später zu der Auffassung gekommen sein, Frauen als verantwortlich für die Entstehung dieser Riten anzusehen… Wir können uns jedenfalls nicht auf Mythen und oft noch nicht einmal auf die Angaben der Anthropologen verlassen, was eine richtige Rolle der Frauen betrifft. Die Schuld für das Ritual den Frauen zuzuschieben, könnte schließlich dem Versuch gleichkommen, die Verantwortung von ihrem rechtmäßigen Platz bei den Männern zu verlagern.« (Bettelheim ibd.) Männer vollführen in Zentralaustralien an Knaben einen ebenso grauenhaft sadistischen Ritus, die ›Rituelle Subinzision‹. Bei dem extremen Ritual wird der Harnleiter an der Unterseite des Penis ganz oder teilweise aufgeschnitten, ›um Männer physisch zu Frauen zu machen‹; die Subinzisionswunde wird ›Vulva‹ genannt. »Damit wird die Operation selbst und das wiederholte Öffnen der Wunde und das Bluten daraus verständlich. Dann scheint der Zweck des Rituals darin zu liegen, symbolisch das weibliche Sexualorgan herzustellen, während das erneute Öffnen der Wunde das periodische Phänomen der Menstruation symbolisiert.« (s. Bettelheim ibd. 1975, ab S. 135 -145) Im Wikipedia wird der Ritus auffallend patriarchal interpretiert: »Der Zweck des Eingriffs ist nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Subinzision eine Form der Empfängnisverhütung darstellt: Durch den Einschnitt kann Sperma die Harnröhre verlassen, bevor es beim Geschlechtsverkehr in die Vagina gelangt.« Eine wenig glaubwürdige Erklärung!
Auch in Indonesien bestehen die Imame auf dem grässlichen Ritual: ›Religionshüter wollen Verstümmelung‹ http://www.taz.de/Genitalbeschneidung-in-Indonesien/!109704/ von Anett Keller 25.1.2013 Indonesische Muslimgelehrte wehren sich gegen eine UN-Resolution, die weibliche Beschneidung verbietet. Doch dagegen erhebt sich Protest. JAKARTA taz | Weibliche Genitalbeschneidung als verfassungsmäßiges Recht? Darauf pochen in Indonesien Vertreter des Rats der Muslimgelehrten (MUI). Dieses ‚Recht‘ sieht das konservative Gremium durch die im vergangenen Monat beschlossene Resolution der UN-Vollversammlung gegen weibliche Beschneidung in Gefahr. »Wir wehren uns entschieden gegen ein Verbot. Wenn jemand eine Beschneidung durchführen lassen will, darf er nicht zurückgewiesen werden«, äußerte der Vorsitzende des MUI, Maruf Amin, am Montag vor Medienvertretern. Amin forderte alle Krankenhäuser und Gesundheitszentren des Landes auf, bei Bedarf weibliche Beschneidungen vorzunehmen.«

Patriarchale Religionen – ob Judentum, Christentum oder Islam – sind gefährlich – für Frauen und für Kinder – für kleine Mädchen und Knaben! Immer wird die Verstümmelung durch Beschneidung religiös begründet und verteidigt. Nur ein vom Patriarchat seelisch verkrüppelter Mensch kann ein Kind foltern, oder seine Folter befürworten. Beschneidung – ob bei Knaben oder Mädchen IST Folter und bedeutet lebenslange Invalidität!

Die Beschneidung der Sexualorgane ist eine Barbarei patriarchaler  Männer und patriarchal vergifteter Mütter, die die Folter ihrer Kinder akzeptierten und von Generation zu Generation weitergeben! Solange ausschließlich patriarchale Männer an der Macht sind und Frauen männliche Gewalt gegen ihre Kinder dulden und sie stillschweigend akzeptieren, wird sich daran nichts ändern.

Pharaonen machten enorme Profite mit den genital verstümmelten Frauen des Harems

Eine verblüffende Tatsache: Die gleichen Zustände gab es bei den Inka!

Aufschlussreich dürfte eine Untersuchung zur Haremshaltung, den Arbeitslagern der Frauen und ihre Beschneidung in Ägypten sein, welche die Erforschung des Inka-Reiches zutage brachte. Der Archäologe Reinhard Bernbeck schreibt in seinem Buch ›Theorien in der Archäologie‹ 1997, S. 334): »Nach ethnohistorischen Dokumenten gab es im späten Inka-Reich zwei Arten öffentlicher Haushalte, die vor dem Hintergrund einer Steigerung der Textilproduktion gesehen werden müssen. Frauen wurden als Jungfrauen in Kloster-ähnlichen Institutionen gehalten und mussten sowohl Textilien als auch chicha (ein Maisbier) herstellen… Die Entstehung dieser Institution wird von C. L. Costin (›Exploring the Relationship Between Gender and Craft in Complex Societies 1996: 125-132) folgendermaßen erklärt:

Die eingesperrten Frauen wurden von der biologischen Reproduktion ausgeschlossen,
so dass ihre Arbeitskraft gänzlich für die Produktion einsetzbar wurde«

(Costin in R.P. Wright, Hrsg. ›Gender and Archeology‹, S. 111-142).

»Entwicklungsgeschichtlich sind die Inka mit den bronzezeitlichen Kulturen Eurasiens vergleichbar.« (Wikipedia ›Inka‹)

Ist die Oberschicht der Inka indoeuropäisch, so wie es die herrschende Klasse in Ägypten war? Die Parallelen zwischen der königlichen ›Elite‹ und der Priesterkaste des dynastischen Ägyptens mit denen der Inka sind tatsächlich erstaunlich.
Die Archäologin Heinke Sudhoff deckte frappierende Ähnlichkeiten zwischen den Kulturen Ägyptens und Südamerikas auf (›Sorry Kolumbus – Seefahrer der Antike entdecken Amerika‹ 1990). Sie konnte überzeugend nachweisen, dass die Phönizier bereits in vorchristlicher Zeit nach Amerika segelten und regen Handel betrieben. Es ist denkbar, dass die Idee der Inkas, Frauen zur Produktionssteigerung einzusperren, aus der Haremshaltung in Ägypten stammt. Im pharaonischen Harem wurden nicht nur Textilien sondern auch andere wertvolle Güter für den Hof und den Handel angefertigt. Kostbarer Schmuck und begehrte Luxusgüter  waren eine ergiebige Einnahmequelle der Haremshalter. Möglicherweise wurde in diesem abgeschlossenen und schwer bewachten Teil der Paläste, die euphemistisch ›Tempel‹ genannt werden, von den Frauen auch die Totenmaske des Tutanchamun geschaffen. Die erzwungene Jungfräulichkeit zur Vermeidung von unerwünschtem Nachwuchs wurde in Ägypten aber nicht nur durch die Gefangenhaltung im Harem erreicht, sondern weit grausamer gehandhabt; durch die zusätzliche Verstümmelung der weiblichen Sexualorgane. Diese wurde nachweislich zuerst am ägyptischen Hof – nicht an den Frauen des Pharao – sondern an den Frauen des Harems, dem Arbeitslager der Herrscher, durchgeführt. Die Frauen wurden wie die Eunuchen buchstäblich ›kastriert‹. »Aber so schrecklich eine Kastration für einen Mann auch ist, so leiden Eunuchen doch weniger als verstümmelte Frauen, denn sie müssen danach nicht mit diesen verstümmelten Organen gebären. Die Physiologie einer Frau aber ermöglicht es, dass sie selbst nach der Entfernung ihrer äußeren Geschlechtsorgane noch fortpflanzungsfähig ist.« (French ibd. 1922, S. 141) Ein hervorragendes und aufschlussreiches  Buch wurde von der engagierten Shereen El Feki ›Sex und die Zitadelle – Liebesleben in der sich wandelnden arabischen Welt‹ 2013 geschrieben.

Der Frauenkörper als patriarchales Schlachtfeld: Auch in Europa und Amerika wurden und werden die Körper von Frauen in einem ungeheuren Ausmaß verstümmelt.

Im Amerika des 19. Jahrhunderts und bis ins unsere Zeit hinein meinte man, »die Frau sei weniger ›sexuell‹, d.h. weniger an Sex interessiert als der Mann, und sie habe letztlich Sex nicht ›nötig‹ wie er«, schreibt die Sozialanthropologin Doris F. Jonas. Die männlich bestimmte allgemeine Meinung war derart vorherrschend, »dass die Frauen am Ende selbst solche Ansichten teilten. Dies ist nicht verwunderlich, denn ihre Erziehung mit Hilfe dieser Auffassung wirkte wie eine Gehirnwäsche… und derart verfestigt, dass eine Frau, die sexuelle Triebhaftigkeit erkennen ließ, für krank gehalten wurde. In seinem Buch ›The Horrors of the Half-Known Life‹ dokumentierte Professor G.J. Barker-Benfield den machtvollen Einfluss jener – männlichen – Gynäkologen des 19. Jahrhunderts, welche verstümmelnde sexuelle Operationen vollführten, um ihre Patientinnen von sexuellen Trieben zu befreien, weil sie diese als pathologisch einstuften.« (Doris F. Jonas ›Der überschätzte Mann – Die Mär von der männlichen Überlegenheit‹ 1981, S. 40) Sowohl Marilyn French als auch Mary Daly ›GYN/ÖKOLOGIE‹ 1986, S. 175 – 199 weisen darauf hin, dass Europäer und Amerikaner keinen Grund haben, sich über die primitive Sitte bei afrikanischen und islamischen Völkern aufzuspielen; sie wurde hier von angesehenen männlichen Gynäkologen bis in die Gegenwart ausgeübt.
Was den hartpatriarchalen Ländern heute noch die Verstümmelung der weiblichen Sexualorgane war und ist den Europäern und Amerikanern die massenhafte Hysterektomie, die operative Entfernung des Uterus und der Eierstöcke.
Mindestens drei Generationen von Frauen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier geboren wurden, erlitten die ihren Körper verstümmelnde Operation, die Entfernung der beneideten Organe der Schöpfung. Den Unterleib der Frauen ›ausräumen‹ nannte man es. Eine Kastrationswelle ungeheuren Ausmaßes schwappte über die Länder. Es gibt nur wenige Frauen, welche im Jahr 2000 zwischen 50 und 90  Jahre alt wurden, die noch im Besitz ihrer sogenannt ›reproduktiven‹ Organe sind, die von den Gynäkologen als ›potentiell todbringend‹ verteufelt und entfernt wurden. Der Eingriff wurde auch bei gutartigen Krebsbefunden durchgeführt. Die Einwilligung zur Total- oder Radikaloperation – bzw. ›Kastration‹ der Frauen – wurde meistens aufgrund maßlos übertriebener Androhung von Krebsgefahr durch die GynäkologInnen erreicht. Jedoch wurde kaum darauf hingewiesen, dass diese Operation mit einer Schädigung des Hormonhaushaltes einhergeht, auch nicht, dass als Folge der Operation ein Rückgang der Libido und eine große Wahrscheinlichkeit von Inkontinenz besteht.
Es geht um ein einträgliches Geschäft mit der Angst, der Unwissenheit und dem Ausgeliefertsein der Frauen, die von den ÄrztInnen schamlos ausgebeutet wird. Die Gebärmutterentfernung war und ist bei Frauen mit niedrigem Sozialstatus doppelt so häufig (die Kasse zahlt!); im Gegensatz zu den Ehefrauen von Ärzten an denen der Eingriff äußerst selten vorgenommen wurde.

Die Gynäkologie ist die frauenfeindlichste medizinische Richtung einer Kaste von ÄrztInnen, die sich an den Frauenkörpern hemmungslos bereichert.

»Eine beliebte Standard-Zeremonie beim Besuch eines Gynäkologen ist der Abstrich nach Papanicolaou, der ›Pap-Abstrich‹, der dann auf ›verdächtige Zellen‹ untersucht wird. Das Ergebnis wird in verschiedene Klassen eingeteilt, das sieht dann sehr ›wissenschaftlich‹ aus und wird auch noch von den Kassen bezahlt. Der Sinn des ganzen ist, die Kundinnen regelmäßig in die Praxis zu locken und eventuell ›auszuschaben‹, falls sie sich Angst vor Krebs einreden lassen – oder gleich ›total zu operieren‹.
Da anzunehmen ist, dass die Pathologen bei ihrer Diagnose eher auf Nummer Sicher gehen, dürfte der Anteil der Patientinnen mit gutartigen, aber fälschlicherweise als bösartig diagnostizierten Wucherungen noch um einiges höher liegen. Bei einem verdächtigen Pap-Abstrich oder einem ›Vorkrebs‹ rät der Gynäkologe meist zu einer operativen Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Zögernde Patientinnen werden überzeugt mit Argumenten wie ›Sie brauchen doch den Uterus nicht mehr, da sie ja keine Kinder mehr wollen‹, ›der Eingriff ist eine Lappalie‹ und ›in diesem Stadium ist der Krebs noch zu hundert Prozent heilbar‹. ›Immer öfter‹ klagen kritische Ärzte, ›würden unnötige Hysterektomien vorgenommen, um die vielen Chirurgen zu beschäftigen und neue auszubilden.‹ Da wegen der abnehmenden Häufigkeit des Gebärmutterkrebses die Kapazitäten der großen Kliniken nicht mehr ausgelastet seien, würden ›gynäkologische Bagatellbefunde oder Normvarianten in den Rang einer operationswürdigen Erkrankung erhoben.‹ Laut einer amerikanischen Untersuchung wird die Entfernung der Gebärmutter etwa dreimal häufiger vorgenommen, wenn die Chirurgen nicht mit einem festen Salär, sondern pro Operation bezahlt werden. Immer mehr Ärzte empfehlen, bei der Hysterektomie auch gleich noch die Eierstöcke zu entfernen, da dies nicht mit erhöhten Komplikationen verbunden sei und der Eierstockkrebs ›zu den gefürchtetsten Krebsarten gehört.‹ Die Ausfallerscheinungen seien ›hormonal gut zu beherrschen. Die chirurgische Zerstörung der weiblichen Sexualität, die neben dem Verlust von Lustempfindungen meist noch zusätzliche Beschwerden durch die Operation mit sich bringt und in vielen Fällen zu Depressionen führt, schützt zudem keineswegs vor Krebs. Ganz im Gegenteil. Zwei Teams von Krebsforschern fanden nämlich unabhängig voneinander heraus, dass Patientinnen, denen man nach einem verdächtigen Pap-Abstrich krebsverdächtiges Gewebe am Muttermund entfernt hatte, später gleich häufig an Krebs erkrankten wie Patientinnen, bei denen man diese Maßnahme unterlassen hatte. Nur bekamen sie an einer anderen Körperstelle Krebs.« (Aus: ›Johannes Jürgensen ›Die lukrativen Lügen der Wissenschaft – Wie unsinnige Ideen aus der Wissenschaft verkauft werden‹ 1998, S. 280 f.)

Recht und Medizin leisteten sich zusammen auch noch eine andere Ungeheuerlichkeit, Frauen und Männer wurden ebenso massenhaft zwangssterilisiert. Dies konnte aus medizinisch-psychiatrischen oder aus wirtschaftlich-sozialen Gründen ohne, oder mittels erzwungener Einwilligung der Betroffenen erfolgen.

Die Tragik Ägyptens

»In Ägypten gibt es seit 2008 ein geltendes Gesetz gegen FGM (female genital mutilation). Trotzdem wurde jetzt ein Arzt freigesprochen, nachdem ein Mädchen bei einer von ihm durchgeführten Beschneidung verblutet war. Die Justiz hätte erstmals ein starkes Signal im Kampf gegen FGM setzten können und hat sich für einen Täterschutz entschieden.

Im Juni 2013 kam die 13-jährige Sohair nach einer Genitalverstümmelung ums Leben. Obwohl die Praktik seit 2008 gesetzlich ganz klar als schwere Menschenrechtsverletzung geführt wird und strafrechtlich verfolgt werden kann, führte ein Arzt den Eingriff auf Wunsch des Vaters durch.

Das tragische Schicksal von Sohair schlug hohe Wellen. Mitunter ein Grund dafür, dass sich die Behörden erstmals in der Geschichte der ägyptischen Justiz mit einem FGM Fall beschäftigten. Es kam zum Prozess der nicht nur gegen den Arzt sondern auch den Vater geführt wurde. Mit einer Haftstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren hätten die Täter unter anderem bestraft werden können. Damit hätte die Justiz ein klares Zeichen gesetzt, nämlich dass FGM in Ägypten nicht nur am Papier sondern auch in der Praxis illegal ist und sowohl MittäterInnen als auch TäterInnen mit Konsequenzen rechnen müssen.

Der Fall Sohair hätte ein internationales Vorzeigebeispiel für den Kampf gegen FGM werden können. Jetzt wurde bekannt, dass die Richter die Angeklagten in allen Punkten freisprachen und der  Arzt lediglich angewiesen wurde, der Mutter als Klägerin eine Kompensation von 7000 Pfund zu zahlen.

Mit lapidaren Geldbeträgen werden wir in Zukunft weder Familien für das Thema sensibilisieren noch ÄrztInnen davon abhalten einen Eingriff vorzunehmen. Ein starkes Signal der Justiz aber auch der Politik hätte dem tragischen Vorfall zusätzliches Gewicht verschaffen können. Dass das nicht passiert ist und ein Aufschrei der Öffentlichkeit zum größten Teil ausgeblieben ist zeigt, dass sich FGM nach wie vor auf dem Terrain der Normalität bewegt und scheinbar auch weiter bewegen darf.« (Desert Flower Foundation) November 21, 2014

Stoppt die Täter!

Die Genitalverstümmelung und die Hysterektomie kommen einer Kastration, bzw. einer Amputation der  Geschlechtsorgane beim Mann gleich. Erinnern wir uns, als vor wenigen Jahren eine Frau ihrem sie vergewaltigenden und brutal schlagenden Mann den Penis abschnitt, ging ein Schrei des Entsetzens nicht nur durch die Männerwelt und die Ärzte wendeten jede erdenkliche Mühe an, um ihm das gute Stück wieder anzunähen. Würde man an Männern, die die Verstümmelung der Frauen verlangen, ein Exempel statuieren und sie ebenfalls kastrieren, bzw. ihren Penis amputieren, wäre die weibliche Beschneidung wahrscheinlich schnellstens aus der Welt geschafft. Bei diesem Gedanken schreien jetzt alle Männer auf, die Frommen, die Moralisten und die sauberen Hygieniker gleichermaßen, auch diejenigen, denen jegliches Mitgefühl für die leidenden und oft sterbenden Mädchen bisher völlig abgegangen ist und diejenigen, die noch nie einen Gedanken daran verloren haben, dass die weibliche und die männliche! Beschneidung als Barbarei aus der Bronzezeit, die einer zivilisierten Kultur unwürdig ist, aus der Welt  geschafft werden müsste!
Kastration, bzw. Penisamputation als Reaktion bei sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern – Mädchen und Jungen! – die oft zur Vertuschung des Verbrechens auch noch ermordet werden, wird von vielen Menschen angedacht aber selten ausgesprochen. In vielen Ländern wird noch immer die mehr als barbarische Todesstrafe für Gewaltverbrechen durchgeführt. Die ›Kastration‹ gegen die Gewalt an Kindern und gegen die Vergewaltigung von Frauen, wäre eine weit humanere und effektivere Bestrafung und vor allem eine effiziente Prävention gegen den Seelenmord durch sexuelle Gewalt. Leider haben sich die wenigen Frauen in den Regierungen den patriarchalen Gesetzen männlicher Machthaber längst angepasst – wehren sich dumm und selbstgefällig gegen eine längst fällige Frauen-Quoten-Regelung – und wollen ja nicht als Feministinnen gelten. Dabei wissen sie offensichtlich nicht, was Feministinnen bewegt: »Feminismus ist sowohl ein intellektuelles Bekenntnis als auch eine politische Bewegung und tritt für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen ein sowie das Ende aller Formen von Sexismus.« (Wikipedia)

 

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