Beschneidung – der grausame Angriff auf die männliche Sexualität

IN ARBEIT!

Die Beschneidung ist eine körperliche und seelische Schädigung des Mannes und seiner Sexualität, die allzuoft mit dem Tod endet. Dabei sterben nicht nur kleine und grössere Kinder als Folge der Beschneidung und seelischen Traumata an Blutungen, Infektionen oder durch den „plötzlichen Kindestod“. Oft sind es Jugendliche – in Südafrika hat man Kenntnis von mindestens 1100 Jungen, die seit 1995 infolge von Beschneidung starben, einigen musste der Penis infolge einer Infektion amputiert werden.
Eine Mutter aus England schreibt die erschütternde Geschichte ihres Sohnes, der 2 Jahre nach seiner medizinisch indizierten Beschneidung, den unerträglichen Folgen durch Suizid ein Ende setzte. Im Andenken an ihren Sohn recherchierte die Mutter  zum Thema, einige der oberwähnten Folgen der Beschneidung sind in ihrem Artikel enthalten.»My son killed himself after circumcision« https://www.bbc.com/news/uk-england-47292307

Geschichte der Beschneidung:
Ein Relikt der beginnenden Patriarchalisierung in der Bronzezeit

Die Beschneidung des Penis wurde erstmals von den indoeuropäischen Eroberern aus dem Norden, den sogenannten ›Shemsu-Hor‹, in Ägypten durchgeführt. Der Althistoriker, Ägyptologe und Altorientalist Eduard Meyer weist als einer der ersten Forscher auf die Beschneidung und zwar sowohl der Knaben, als auch der Mädchen in Ägypten hin. Er stellte fest: »Die Weihe des männlichen Geschlechtsgliedes durch Beschneidung vor Eintritt der Pubertät scheint nicht ursemitisch, sondern entsprechend der Tradition Josua, 9 und Herodot II 104, von Ägypten aus zu den Hebräern und Phoenikern gedrungen zu sein; von hier aus hat sie sich zu den Arabern verbreitet (bei denen in der Regel auch die Töchter beschnitten werden, wie auch in Afrika vielfach), kommt dagegen, soweit wir wissen, weder bei den Babyloniern noch bei den Aramäern vor.« (Meyer ›Geschichte des Altertums‹, 1. Bd. 2. Hälfte, 1909, S. 375)
Der Ägyptologe Adolf Erman bestätigt die Tradition in Ägypten: »Die Sitte der Beschneidung, durch die andere Völker sich stolz von ihren Nachbarn scheiden, war bei den Ägyptern wohl von jeher in Gebrauch, doch wüsste ich nicht, dass sie dieser Sitte je eine ähnliche Bedeutung beigelegt hätten, wie es die Juden und Muslims tun, bei denen der zahlreichen Völkern gemeinsame Brauch zu einem religiösen Unterscheidungsmerkmal geworden ist.« (Erman ›Ägypten und ägyptischen Leben im Altertum‹ neu bearbeitet von Hermann Ranke 1984, S. 36, Hvhb. DW)
Es steht ganz außer Frage, dass alle widernatürlichen, gegen die Sexualität gerichteten Gebote, Verbote, Strafen und physischen Eingriffe Relikte aus der Bronzezeit sind, aus der Zeit als die Kenntnisse der Metallurgie erstmals zur Herstellung von Waffen eingesetzt wurden. Waffen gaben Männern Macht über andere; Macht, welche von patriarchalen Junggesellenbanden indoeuropäischen  Waffenschmieden, ehemaligen Hirtennomaden und Pferdezüchtern dazu genutzt wurde, die damalige matriarchale Welt sukzessive zu überfallen, zu erobern und zu beherrschen. Getrieben von einer unheimlichen Gier nach HERR-schaft und Besitz war ihr Tun verbunden mit einer unsäglichen Tötungs- Zerstörungs- und Eroberungswut.
Die kriegerischen Indo-Europäer schlossen sich mit Ariern aus dem Iran zu einem unheilvollen Bündnis zusammen. Damit wurden Arier ein prominenter Teil der Eroberer aus dem Norden, welche die friedlichen Völker des Südens überfielen und versklavten. Eduard Meyer erkannte ihre Wichtigkeit, vor allem ihre Einflussnahme auf die Religion: »Von ganz wesentlicher Bedeutung ist«, schreibt er, »dass sich bei den Ariern ein voll entwickelter berufsmäßiger Priesterstand gebildet hat.« (Meyer ibd. 1909, S. 824) »Das Vorhandensein einer Priesterklasse ist entscheidend für die typologische Charakterisierung der indoeuropäischen Gesellschaft«, schreibt hingegen der Indogermanist und Religionswissenschaftler Edgar C. Polomé (›Journal of Indo-European Studies‹ (JIES) 1985, S. 26). Tatsächlich ist die Priesterkaste jedoch nicht indoeuropäisch, sondern, arisch-iranischen Ursprungs oder eine Mischung der beiden patriarchalen Ideologien. Wichtig war den Eroberern und ihrer Priesterkaste nicht nur, die Menschen durch physische Gewalt, sondern auch ihr Innerstes, ihr Denken und Fühlen durch religiöse Einschüchterung unter ihre Kontrolle zu bringen. (Ganz ähnlich hat sich auf dramatische Weise die Unterdrückung und Kontrolle des iranischen Volkes durch die fanatischen religiösen Führer im Jahre 1979 als Khomeini die Macht ergriff wiederholt.) Der Völkerkundler Giuseppe Sormani stellte für den Beginn der Eroberungen vor 5000 Jahren fest: »Die Arier kamen mit hochzivilisierten und alten Formen einer sesshaften [matriarchalen] Gesellschaft in Kontakt, gegen die sie reine Barbaren waren. Sie hatten seit Langem das Matriarchat aufgegeben und ein patriarchales Familiensystem wie auch eine patriarchalische Herrschaftsform angenommen.« (Sormani zit. von Merlin Stone ›Als Gott eine Frau war‹ 1988, S. 110)
Arische Priesterkasten erfanden den arischen Hauptgott RA, dem sie andere Götter unter- oder nebenordneten. Sie erkannten schon früh die Vorteile der Verknüpfung von Politik und Religion, erfanden deshalb strenge religiöse Gesetze, die vor allem gegen die Freiheit der Sexualität gerichtet waren und insbesondere jene der Frauen einschränkte und brutal kontrollierte. Sie behaupteten, ihre Überfälle, Raubzüge und Grausamkeiten und ihre Eingriffe bis ins Intimste der Menschen täten sie auf Befehl und im Auftrag der (von ihnen erfundenen männlichen) Götter. Mit den Priesterkasten der Weißen aus dem Norden begann die religiös verbrämte Prüderie und die Einschränkung und Kontrolle der Sexualität auch in Mesopotamien. Hammurabi, der 6. König der ersten Dynastie von Babylonien (er regierte von 1792 bis 1750) erliess den berühmten  strengen Gesetzeskodex. Zahllose der damaligen Gesetze werden noch heute – nach mehr als 3500 Jahren – in allen drei monotheistischen Religionen beachtet; so als wäre die Zeit stillgestanden und Vieles erinnert noch an die sex- lust- und leibfeindlichen religiösen Gebote der damaligen Zeit.
Der Wechsel vom ursprünglichen Matriarchat zur Erfindung des Patriarchats, der in der frühen Bronzezeit anzusetzen ist, dürfte die Folge einer Beobachtung der Rinderzüchter in den eurasischen Steppen gewesen sein. Man kann davon ausgehen, dass sie den Anteil der männlichen Tiere bei der Fortpflanzung erkannten und durch diese Entdeckung folgerichtig auf ihren eigenen Anteil bei der Zeugung von Nachkommen schlossen. Die Folge war die ›Entdeckung der Vaterschaft‹. Diese hatte verheerenden Folgen für das unterdrückte Volk. Frauen und Mütter wurden abgewertet und entwürdigt und  gleichzeitige die Männer als ›die ersten Väter‹ – die Patri-archen – auf Kosten der Mütter und Kinder überhöht.

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Beschneidung aus der Mastaba des Anch-ma-Hor, 6. Dynastie, Sakkara

Das früheste Zeugnis einer Beschneidung ist auf einem Grabrelief im ägyptischen Sakkara der 6. Dynastie (ca. 2400) dargestellt, ausgeführt von Männern an erwachsenen Männern. Auffallend ist dabei, dass nicht wie man erwarten könnte, die unterworfenen Schwarzen, sondern ganz eindeutig weisse Männer durch schwarze Sklaven beschnitten werden. Die Weissen bildeten nach der Eroberung eine Oberschicht, zu welcher der Herrscher, der in der 4. Dynastie ›Chef‹ (Chef-u/Cheops, Chef-re usw. ) genannt wurde, die Priesterkaste und die Anführer des Militärs, ›hochgestellte, verantwortliche Offiziere‹ gehörten. »In der Spätzeit musste jeder Priester aus Gründen der Reinheit beschnitten sein… Im Neuen Reich war Beschneidung anscheinend selbst für den Pharao nicht unbedingt erforderlich«, schreibt Jean Yoyotte (Jean Yoyotte ›Lexikon der ägyptischen Kultur‹ 1960, S. 35 f. Die Bemerkung bestätigt, Beschneidung war eindeutig eine Auszeichnung, ein Merkmal für die zur Elite gehörenden Männer.
Auch der biblische Moses, der am Hof der indoeuropäisch/arischen Pharaonen aufgewachsene war, gehörte zur Priesterkaste der Eroberer und der ägyptischen Oberschicht in der Zeit Echnatons. Moses behauptete, die Beschneidung mache die Männer zu Auserwählten des indoarischen Gottes. ›Gott‹ schliesst einen Bund ausschliesslich mit den Männern. Er verlange die Beschneidung der Männer als Zeichen seines Bundes und er drohte: ›Der unbeschnittene Männliche, der am Fleische seiner Vorhaut nicht beschnitten wird, selbige Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke; meinen Bund hat er gebrochen!‹ (1. Mose 17:14) Die fürchterlichen Drohungen der Priester gegen Leib und Leben als religiös, als ›göttlichen Willen‹ zu verbrämen, ist eine bekannte Finte der sich ›göttlich inspiriert‹ glaubenden Priesterschaft, um etwas gegen den Willen des Volkes  – hier vor allem der Mütter – durchzusetzen. Die indoeuropäische Priesterkaste der weißen Eroberer Ägyptens – dann auch jene der indoeuropäischen Leviten/Luviten –, waren in Bezug auf sexuelle Praktiken und die Sexualorgane nicht zimperlich, ja geradezu wahnhaft besessen von allem, was Sexualität betraf; am widernatürlichen Umgang mit Sexualität hat sich bis heute bei den Nachfolgern, dem patriarchalen Klerus und den fanatischen AnhängerInnen der monotheistischen Religionen, nichts geändert!
Der jüdische Psychoanalytiker und Religionskritiker Sigmund Freud schreibt: »Moses hat den Juden nicht nur eine neue Religion gegeben; man kann auch mit gleicher Bestimmtheit behaupten, dass er die Sitte der Beschneidung bei ihnen eingeführt hat. Diese Tatsache hat eine entscheidende Bedeutung für unser Problem und ist kaum je gewürdigt worden. Der biblische Bericht widerspricht ihr zwar mehrfach, er führt einerseits die Beschneidung in die Urväterzeit zurück als Zeichen des Bundes zwischen Gott und Abraham [Vater Brahm]. Nur die Abstammung von der Mutter ist im Judentum von Belang, andererseits erzählt er an einer ganz besonders dunklen Stelle, dass Gott Moses zürnte, weil er den geheiligten Gebrauch vernachlässigt hatte. [Im Klartext: Moses Frau Zippora, die keine Hebräerin, keine Jüdin war, hatte vor der Beschneidung ihres Sohnes zurückgeschreckt!]. Gott wollte Moses darum töten und Moses‘ Ehefrau, eine Midianiterin, rettete den bedrohten Mann durch rasche Ausführung der Operation vor Gottes Zorn (1. Mose 17, 10 ff.: [›Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. Ein jegliches Knäblein, wenn’s acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. Beschnitten werden soll alles Gesinde, das dir daheim geboren oder erkauft ist. Und also soll mein Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen Bund.‹ Mose 4,24 ff.]. »Aber«, fährt Freud fort, »dies sind Entstellungen, die uns nicht irremachen dürfen… Es bleibt bestehen, dass es auf die Frage, woher die Sitte der Beschneidung zu den Juden kam, nur eine Antwort gibt: aus Ägypten. Herodot, der ›Vater der Geschichte‹ teilt uns mit, dass die Sitte der Beschneidung in Ägypten seit langen Zeiten heimisch war (Herodot, um 480 – 424 v.u.Z. Historien, Buch II, Kapitel 104), und seine Angaben sind durch die Befunde an Mumien, ja durch Darstellungen an den Wänden von Gräbern bestätigt worden. Kein anderes Volk des östlichem Mittelmeeres hat, soviel wir wissen, diese Sitte geübt; von den Semiten, Babyloniern, Sumerern ist es sicher anzunehmen, dass sie unbeschnitten waren. Von den Einwohnern Kanaans sagt es die biblische Geschichte selbst; es ist die Voraussetzung für den Ausgang des Abenteuers der Tochter Jakobs mit dem Prinzen von Sichem (1. Mose, Kapitel 34). Die Möglichkeit, dass die in Ägypten weilenden Juden die Sitte der Beschneidung auf anderem Wege angenommen haben als im Zusammenhang mit der Religionsstiftung Moses‘ dürfen wir als völlig haltlos abweisen.« (Sigmund Freud ibd S. 476 f.) Freud begründet es als Notwendigkeit, dass, »jede Spur des ägyptischen Einflusses verleugnet werden [musste]. Die Beschneidung, das gravierendste Anzeichen der Abhängigkeit von Ägypten, musste man beibehalten, aber man versäumte die Versuche nicht, diese Sitte aller Evidenz zum Trotz von Ägypten abzulösen.« (Freud ibd. S. 493). Zu den späteren Auswirkungen der Beschneidung schreibt Freud: »Man weiß, in welcher Weise sich die Menschen, Völker wie Einzelne, zu diesem uralten, kaum mehr verstandenen Gebrauch verhalten. Denjenigen, die ihn nicht üben, erscheint er sehr befremdlich, und sie grausen sich ein wenig davor – die anderen aber, die die Beschneidung angenommen haben, sind stolz darauf. Sie fühlen sich durch sie erhöht, wie geadelt, und schauen verächtlich auf die anderen herab, die ihnen als unrein gelten. Noch heute beschimpft der Türke den Christen als ›unbeschnittenen Hund‹.« (Freud ibd. S. 480) Die Beschneidung sei ein Ersatz für den Urgedanken des Menschenopfers, werden wir von Michael Wolffsohn belehrt: »Sie ist der Ersatz für das ›Ganzkörperopfer‹. ein Stück des dem Manne liebsten und zur Menschheitsvermehrung notwendigen Körperteiles wird geopfert.« (Wolffsohn, Welt online, 28.8.2012).) Weit gefehlt, auch das Menschenopfer war kein ›Urgedanke‹, sondern eine sadistische Erfindung des Patriarchats. Menschliche Opfer und das Opfer der Beschneidung waren vor den Eroberungen der Indo-Europäer und dem Patriarchat völlig unbekannt.
Die Beschneidung machte im Lauf im Laufe der Patriarchalisierung verschiedene neue Interpretationen durch. Beispielsweise dürfte der Neid auf die Monatsblutung der Frauen, die ihre Gebärmacht immer wieder bezeugt, als Grund für die blutige Beschneidung der Männer interpretiert worden sein. Die Priester verdrängten die angesehenen Priesterinnen aus dem Kult, beschnitten sich um die Menarche zu imitieren, zogen Frauenröcke an, betätigten sich als Propheten und behaupteten, sie hätten seherische Fähigkeiten wie ausgewählte Priesterinnen, die während der damals heiligen Zeit der Menstruation, mit einer erhöhten Sensibilität und Hellsichtigkeit ausgestattet, als Seherinnen und Prophetinnen wirkten.

Eines der Ziele der männlichen und der weiblichen Genitalverstümmelung ist die Unterdrückung des natürlichen Geschlechtstriebes der Nachkommen, die Kontrolle ihrer sexuellen Lust und Lebensfreude und eine schwere Verletzung ihrer körperlichen und seelischen Freiheit und Unversehrtheit!

»G. Legmann weist darauf hin, dass Islam und Judentum, die ›chirurgische Einschüchterung des Sohnes durch den Vater (an der Schwelle zur Pubertät bei den Moslem), oder in der Form derselben Operation im Alter von 8 Tagen (im Judentum) entweder als psychologische Kastration durch Beschneidung oder als Erinnerung an diese Operation‹ kennen.« (Legmann ›Rationale of the Dirty Joke‹ 1968, zit von Barbara G. Walker ibd. ›Kastration‹ 1993, S. 528)

Eine andere, bis heute gültige, aber meist verheimlichte Interpretation ist, das Einschränken oder Vermeiden der Masturbation. »Im 12. Jahrhundert u.Z. befürwortete der jüdische Arzt und Rabbi Moses Maimonides die Beschneidung auch wegen ihrer angeblich den Sexualtrieb mäßigenden Wirkung.« (Shaye J. D. Cohen, Wikipedia) Moses Maimonides glaubte nicht an die ›Göttlichkeit‹ der Beschneidung. Er »schrieb im 12. Jahrhundert (u.Z.) im ›Führer der Unschlüssigen‹ (Teil III, Kap 49), ein Grund für die Beschneidung sei ›der Wunsch, den Geschlechtsverkehr auf ein Minimum zu reduzieren und dieses Organ zu schwächen, damit (der Mann) es weniger treibt und sich nach bestem Vermögen zurückhält‹. Es gehe nicht darum, den Körper, sondern den Charakter zu vervollkommnen. ›Der physische Schaden ist das beabsichtigte Ziel‹. Keine Vorhaut, keine Ausschweifungen.« (Gil Yaron, Frankfurter Allgemeine, 10.0.12) Sexualität ist sündig, ›unrein‹, unerwünscht, ein notwendiges Übel zwecks  Reproduktion in der Ehe.

»Beschnittene Jungen können meist gar nicht mehr onanieren und sind mit 30 meist impotent, weil durch die zusätzliche Abstumpfung der Eichel der Penis auch noch die restlichen 10% seiner Erregbarkeit verliert«. http://www.sexualitaet.hu/index.php?artikel=beschneidung)

Den Priesterkasten der indoeuropäisch/arischen Eroberer war die freie und unbeschwerte Sexualität der matriarchalen Völker ein Dorn im Auge; weshalb sie sie unter ihre Kontrolle zu bringen suchten. Sie bekämpften die Verehrung der Vulva, zerstörten die nackten Göttinnen-Statuetten und beschnitten die Sexualorgane der Jugendlichen vor der Pubertät. Auch die Verstümmelung der weiblichen Sexualorgane ist das Produkt der aggressiven Priesterkaste. Sie nahm ihren Anfang ebenfalls unter der indoeuropäischen Herrschaft in Ägypten, weshalb die grausamste und totalste Form der Beschneidung von Mädchen als ›pharaonische Beschneidung‹ bezeichnet wird.
Die Indo-Europäer/Arier erfanden neben der Beschneidung auch die Kastration und setzten Eunuchen, sexuell verstümmelte schwarze Sklaven, zur Bewachung ihres Harems ein. Um jeden Irrtum über die Herkunft der männlichen Verstümmelung auszuschließen, bestätigen die Forscher: »Rituelle Kastration, die weitest reichende Verstümmelung, kommt bei relativ hoch zivilisierten Völkern vor, wird jedoch nicht bei den primitivsten angetroffen« (Bettelheim ›Die symbolischen Wunden – Pubertätsriten und der Neid des Mannes‹1975, S. 145); mit den Primitiven sind die indigenen (!) Völker gemeint.
Die Moslems übernahmen die grausame Beschneidung der Ägypter und Juden und Jahrhunderte später eignete sich das christliche Amerika den Brauch ohne religiöse Erklärung, unter dem Vorwand der ›Hygiene‹ an. Die Praxis der männlichen Verstümmelung wird heute in Städten mit den besten sanitären Einrichtungen vorgenommen und zwar sind 60 bis 70% der US-Amerikaner, 20% der Kanadier und 15% der Australier beschnitten. Der Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie, der Filmemacher Eli Ungar-Sargon, ist der Meinung, dass die Mehrheit der amerikanischen Juden die Beschneidung nicht aus religiöser Verpflichtung, sondern als ethnische Identifikation vornehmen.

›Genitale Selbstbestimmung:
Forderung nach verpflichtender Risikoaufklärung bei rituellen Beschneidungen‹

Obwohl die männliche Beschneidung nicht mit der weiblichen Genitalverstümmelung vergleichbar ist, ist es doch ein traumatischer Eingriff und eine Verletzung der körperlichen und psychischen Integrität mit nachhaltigen Folgen: Durch das  Wegschneiden der Vorhaut verliert die feinnervige Eichel ihren Schutz. Jetzt ist sie der ständigen Reibung durch die Kleidung ausgesetzt und wird desensibilisiert, was zu einer Einschränkung des Lust- und Liebesempfindens führt. Lust kann der beschnittene Mann nur noch beim Orgasmus empfinden, aber nicht davor. Das Problem ist, dass beschnittene Männer hart und schnell über einen langen Zeitraum hinweg stoßen müssen, um einen Orgasmus zu erreichen; und das kann für eine Frau richtiggehend schmerzhaft sein. »Beschnittene Männer geben vielleicht damit an länger zu können, aber dies hat einen negativen Effekt auf die Frauen, den es gibt keine Vorhaut mehr, der die natürlichen Gleitmittel in der Vagina behält und so wird der Sex rau und schmerzhaft, da der beschnittene Penis die natürlichen Gleitmittel nach draußen zieht.« (http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/presseberichte/radio-netherlands-worldwide-beschneidung-die-verborgenen-sexuellen-probleme.html

In einem Artikel zur ›Männlichen Genitalverstümmelung‹ lässt die Gynäkologin Tanja Schweizer einen Mann zu Wort kommen, der bis zu seinem 30. Altersjahr fähig war, ›unbeschreiblich lustvolle Gefühle‹ zu erleben, als ein Arzt ihm zu einer Beschneidung riet, weil seine lange Vorhaut möglicherweise später Probleme machen könnte. »Beschnitten zu sein, stellte sich als einer der schlimmsten Fehler meines Lebens heraus«, sagte der Mann. »Ich fühlte mich in höchstem Masse verletzt. Meine Fähigkeit, sexuelle Lust zu erleben, hat sich mindestens um 70 Prozent sowohl an Intensität als auch im Umfang der Gefühle vermindert. Ich kann das Bedauern, die Frustration, die Qual, und ja, das Leiden nicht übertreiben, was der Verlust meiner sexuellen Gefühle, Befriedigung und Genugtuung für mich bedeutet. Ich fühle mich jedes Mal traurig und zornig zugleich, wenn ich die Narbe sehe.« Tanja Schweizer schreibt dazu: »Die Fehlleitung eines erwachsenen Mannes zur Beschneidung mag entschuldbar sein, jedoch diese permanente, irreversible, irreparable Verletzung einem Baby oder Kind zuzufügen, das dann sein ganzes Leben lang mit den physischen und psychischen Narben leben muss, ist tragisch und kriminell.« (›Ketzerbriefe 144‹, 2008)
Der französische Philosoph Michel Onfray schreibt zu diesem leidigen Thema: »Dass es sich tatsächlich um Verstümmelung handelt, ist erwiesen. Auch der juristische Tatbestand ist erfüllt; die Gesetzgebung verbietet jeden chirurgischen Eingriff, der nicht aufgrund einer echten Erkrankung medizinisch gerechtfertigt ist. Nun ist die Vorhaut als solche keine Krankheit. Auch physiologisch gesehen handelt es sich um Verstümmelungen. Die abgeschnittene Haut macht etwa die Hälfte bis zwei Drittel des den Penis umschließenden Schutzes aus. Beim Erwachsenen sind dies rund 32 cm2 Hautoberfläche (innen plus außen) mit über tausend Nervenfasern, darunter 250 Nervenwurzeln. Mit der Vorhautbeschneidung wird eine Körperregion beschädigt, die eine der höchsten Nervendichten aufweist. Die abgeschnittene Vorhaut wird bei primitiven Volksstämmen anschließend vergraben, aufgegessen oder getrocknet, bzw. zu Pulver verrieben und aufbewahrt. Durch die Entfernung der Vorhaut entsteht eine kreisförmige Wunde, die mit der Zeit eine Hornschicht bildet. Die Haut wird durch ständige Reibung abgescheuert, verhärtet sich und verliert ihre Sensibilität. Die fehlende Feuchtigkeit der ausgetrockneten Eichel bedeutet beim Geschlechtsverkehr eine starke Beeinträchtigung für beide Partner.« (Onfray 2006, S. 157)

»Sensibilitätsstörungen beim Geschlechtsverkehr durch die Verhornung der Eichel sowie psychische Probleme aufgrund des traumatisierenden Eingriffs – das können u.a. die negativen Folgen der Beschneidung (=Entfernung der Vorhaut) von Jungen und Babys sein. Die Risiken dieses keineswegs harmlosen Eingriffs sind viel zu wenig bekannt, er wird vielfach von Laien, oft immer noch ohne Narkose und ohne psychologische Vorbereitung des Kindes durchgeführt. »Im muslimischen Kulturkreis werden Kinder mit ca 7 Jahren beschnitten und wissen dann oft nicht, was auf sie zukommt, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Rainer Brandl. Für die besonders schmerzempfindlichen Säuglinge (jüdischer Kulturkreis) stellt die Beschneidung ein Trauma dar, welches auch das Gehirn anhaltend schädigen kann. Aus diesem Anlass fordern Ärzte heute, am weltweiten Tag der genitalen Selbstbestimmung, dass Eltern ausführlich über die Folgewirkungen und Risiken vor jedem Eingriff aufgeklärt werden und auch ein Formular unterzeichnen müssen, wo auf die Risiken und möglichen negativen Folgen der Vorhautamputation hingewiesen wird. Dieses Formular ist v.a. bei jenen religiös motivierten Beschneidungen besonders wichtig, die von Nicht-Medizinern durchgeführt werden. Hier ist insbesondere darauf aufmerksam zu machen, dass dem Laien-Operateur jede medizinische Kenntnis fehlt und in den Beschneidungsräumlichkeiten bei Komplikationen keinerlei medizinische Infrastruktur vorhanden ist. In Spitälern wird ein solches Formular bereits vorgelegt, allerdings fehlen die Warnhinweise bezügl. Sexualstörungen wie etwa Orgasmusprobleme. Ärzte, Krankenhäuser und Eltern, die eine Vorhautamputation ohne medizinischen Grund durchführen, laufen überdies Gefahr, von den später Erwachsenen mit zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen konfrontiert zu werden. warnt auch der Gynäkologe Dr. Christian Fiala.« Wien, Köln (OTS) – (PM) (Weiterlesen unter: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150507_OTS0090/heute-ist-tag-der-genitalen-selbstbestimmung OTS0090, 7. Mai 2015, 11:16)

Der amerikanische Anthropologe  Jules Henry schreibt in seinem Buch ›Pathways to madness‹ (Wege in den Wahnsinn):

»Keine andere Kultur hat so viele Entschuldigungen erfunden, eine Mutter von ihrem Kind zu trennen.«

Bei einer Beschneidung werden die Kinder körperlich UND seelisch traumatisiert. Die Nabelschnur, durch die das Kind körperlich während neun Monaten mit der Mutter verbunden war und das heilige Band der Liebe und des Blutes (die Blutsverwandschaft) mit dem der neugeborene Knabe auch noch nach der Geburt mit der Mutter verbunden bleibt, soll symbolisch und physisch durchtrennt werden. Die Beschneidung soll die Blutsverwandtschaft des Knaben mit seiner Mutter radikal und für immer zu lösen. »Bei dem Eingriff müssen einige Tropfen Blut fließen, Beschneidungsmethoden, die die Blutversorgung des Gewebes unterbinden, sind deshalb nicht zulässig. Auch ein schon beschnittener Konvertit muss eine symbolische Beschneidung absolvieren, bei der mindestens ein Tropfen vom ›Blut des Bundes‹ vergossen wird.« Aber das Ritual ist umstritten; »so hatte auch Theodor Herzl, der Wegbereiter des jüdischen Staates, sich geweigert, seinen Sohn Hans beschneiden zu lassen.« (Welt digital 28.06.2012)
Mit dem Blutritual wird eine symbolische ›Blutsverwandtschaft‹ mit dem Vater geschaffen, wovon die Mutter ausgeschlossen wird. Das Kind geht über in den alleinigen Besitz des Vaters, des Patriarchats und des patriarchalen Gottes. Bruno Bettelheim schreibt zu den Initiationsriten: »Einige Autoren betonen, dass der Zweck entweder der gesamten Pubertätsriten oder der Wiedergeburtszeremonie darin besteht, die engen Bande, die das Kind zu seiner Mutter geknüpft hat, zu zerreißen und sie durch eine stärkere Bindung an die Männer zu ersetzen, da jetzt die Männer den Jungen das Leben geschenkt haben, wie es einst die Mütter taten. Die verschiedenartigsten Mittel werden angewandt, um den Initiierten von seiner Vergangenheit zu trennen und kundzutun, dass das neue Leben mit der Initiation beginnt… und dass der Zweck der Zeremonien darin liege, die ödipalen Bande zu zerreißen, »um von der Kindheitsphase der weiblichen Dominanz in die zweite Phase der männlichen Dominanz und Kontrolle überzutreten« und deshalb »müsse der Junge eine psychische Wiedergeburt in der Welt der Männer erfahren, die alle Bindungen an die Mutter löst. Daher rühre das gewöhnlich sehr starre Tabu, das den Frauen die Teilnahme an der Initiation verbietet.« (Bettelheim ibd. S. 160)

Die Entwertung und Herabsetzung der Frau geht in islamischen Ländern bis zur völligen Entrechtung. Islamische Völker kennen keine Menschenrecht für die Frau. »Um zu heiraten, zu arbeiten, zu reisen, ein Bankkonto zu eröffnen oder zu erben, müssen sie sich Gesetzen unterwerfen, die sie benachteiligen, und sind von der Zustimmung des Familienvorstandes abhängig. Um sich scheiden zu lassen, muss eine Ehefrau, im Unterschied zum Mann, vor dem Richter erscheinen und seine Zustimmung einholen [ganz ähnliche Regeln gelten auch im ›demokratischen‹ Israel].
Söhne werden ihr bis zum Alter von zwei Jahren, die Töchter bis sieben Jahre anvertraut [!], danach bekommt der Vater das alleinige Sorgerecht, falls er es nicht ablehnt. Die elterliche Autorität liegt stets beim Vater, auch wenn die Kinder bei der Mutter leben.« (Florence Beaugé, ›Die Freiheit der iranischen Frauen, ›Le monde diplomatique‹, Wochenzeitung, Febr. 2016, S. 21)

»Wir sind eine kranke Gesellschaft, in der Schein und Heuchelei regieren.
Ich weiss nicht, wohin uns das noch führt«.
(Florence Beaugé)

Frauen wurden seit dem Beginn der Menschheit wegen ihrer Schöpfungskraft respektiert und verehrt; die Urmutter sogar vergöttlicht. »Sämtliche Mythologien legen den Schluss nahe, dass die Männer, bevor sie ihre reproduktive Rolle verstanden, versucht haben, sich selbst zu ›Frauen zu machen‹, in der Hoffnung dadurch eine Fruchtbarkeit wie die Frauen zu erlangen. Die Methoden umfassten die Couvade, also das Nachahmen der Geburt, den vorgetäuschten Tod und die Wiedergeburt durch künstliche, männliche Mütter, ebenfalls die zeremonielle Verwendung roter Flüssigkeiten, um das Menstruationsblut zu imitieren. Eine andere Methode war die zeremonielle Kastration. Ihre primitive Absicht war, einen männlichen Körper in einen weiblichen zu verwandeln. Viele Götter wurden auf diesem Weg zu Pseudo-Müttern.« (Barbara G. Walker ›Das geheime Wissen der Frauen‹ 1993, S. 525 ›Kastration‹)
Der Ägyptologe G.E. Budge bemerkte, dass sich der ägyptische [arische] Sonnengott Ra selbst kastrierte, um das Geschlecht der Ammiu aus seinem Blut hervorzubringen. (›The Gods of the Egyptians‹ 1904/1969, S. 100) Nicht nur die Götter versuchten selber zu gebären; Bruno Bettelheim »weist nach, dass es einen Neid des Mannes auf die Frau gibt, der in unserer Gesellschaft verdrängt und deshalb geleugnet wird und zeigt auf, wie und warum Männer in primitiven Gesellschaften sich Wunden zufügen, um symbolisch an der Macht und Stärke der Frauen, die menstruieren und gebären können, teilzuhaben.« (Bettelheim ›Die symbolischen Wunden – Pubertätsriten und der Neid des Mannes‹ 1975) Bettelheim bemerkt, dass das Blut, das bei Frauen von Natur aus fließt, bei einem Mann nur durch Imitation erzeugt werden kann. »Frühe mythologische Theorien über die Rolle der Männer bei der Fortpflanzung waren meist unsinnig und hatten einen wirren magischen Charakter, wie etwa der Brauch der Couvade (hier imitiert der Ehemann die Geburtswehen seiner Ehefrau) oder auch die Idee, wenn sie wie Frauen bluten könnten, wenn sie wie die Frauen Blut aus ihren Genitalien fließen lassen würden. Viele grausame Bräuche der Beschneidung entstammen dieser Vorstellung, denn die erste Wahrnehmung des lebenspendenden blutmagischen Stoffes war das Menstruationsblut.« (Barbara G. Walker ›Göttin ohne Gott – Der Herr des Himmels wird entthront‹ 1999, S. 65) Im Blut sitzt für gläubige Juden und Muslime die Seele. Es ist Lebenssaft und deshalb tabu; vor allem weil es an das Leben gebende Blut der Frauen erinnert. Das Blut das Leben schafft ist das Blut der Mutter.

Der rote Ocker war das Symbol für weibliches Lebensblut. Die Sozialanthropologin Doris F. Jonas analysierte die Verwendung von Ocker: »Vom symbolischen Gebrauch roten Ockers scheint klar, dass primitive Menschen bis zurück in paläolithische Zeiten sich einer Verbindung zwischen Menstruation und Kindesgeburt bewusst gewesen sind, zum Teil wohl, weil das Gebären selbst mit Blutungen vor sich geht. Es kann daher nicht zu sehr überraschen, wenn unsere ziemlich natürlichen und unbefangenen Zeitgenossen unter primitiven Völkern in ihren Riten Reste dieses uralten mit Ehrfurcht versetzten Neides auf die weibliche Funktion bewahrt haben und versuchen, sie nachzuahmen, um auf magische Weise Macht darüber zu gewinnen. Das Alter der männlichen Jugendlichen, in dem [im Islam] Be- oder Unterschneidung vorgenommen wird, entspricht dem Einsetzen des Menstruierens beim Mädchen.« (Doris F. Jonas ›Der überschätzte Mann – Die Mär von der männlichen Überlegenheit‹ 1981, S. 98)

Jutta Voss, die evangelische Theologin und jungianische Psychologin, schreibt:

»Der Neid des Mannes auf das lebenschaffende weibliche Blut, verbunden mit der Erfahrung seines eigenen, nicht lebenschaffenden Blutes, führte zur Zerstörung der Heiligkeit der Sacer Mens. Da kein Mann dieses Blut-Sakrement in sich trägt, haben Männer diesen Mangel weltweit auszugleichen versucht. Aber wenn der Mann Blut fliessen lässt, egal ob in einer symbolischen Wunde oder in seinen ›unheiligen Kriegen‹, dann schafft er nicht Leben, sondern Verletzung und Tod.«
(Jutta Voss ›Das Schwarzmond-Tabu‹ 1988, S. 145)

Im Judentum zählt nur die Abstammung von der Mutter. Mehrere jüdische – und damit wohl beschnittene – Männer kommen in diesem Artikel zum Thema Beschneidung zu Wort, weshalb ich ihre Zugehörigkeit zum Judentum ausdrücklich erwähne. Es sind Betroffene, die nicht zu den Verteidigern der Knabenbeschneidung zuzurechnen sind. Will ihnen deshalb jemand ihr Judentum absprechen? Sind sie deshalb keine Juden ? »Nicht von der Vorhaut hängt das Judentum ab. Die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, ist eindeutig: Ein unbeschnittener Jude ist Jude, sofern er Sohn einer jüdischen Mutter ist. Zwar erweckten die meisten deutsch-jüdischen und israelischen Debattenbeiträge den gegenteiligen Eindruck, doch Wortmeldungen ersetzen keine Wissenschaft. Nicht die Beschneidung macht den Juden. Der jüdische Pharisäer Paulus mahnt (1 Kor 7, 19): ›Es kommt nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, die Gebote Gottes zu halten.‹ Das war nicht nur paulinische Mission, sondern im ersten Jahrhundert nach Christus rabbinisch talmudische Diskussion um die Circumcision.« (Wolffsohn Welt online, 28.8.2012)

Eine verräterische Reminiszenz der vor-patriarchalen Matrilinearität

Die den Juden kennzeichnende Abstammung von der Mutter lässt die vor-patriarchale Matrilinearität erkennen, als es noch keine männlichen Götter gab. Für den patriarchalen Vater – stolz auf seinen großartig überhöhten Beitrag bei der Zeugung – ist dies offenbar eine narzisstische Kränkung, welche durch das Bluten des Kindes bei der Beschneidung gemildert werden soll. Hinzu kommt seine Eifersucht auf den männlichen Nachwuchs. »Patriarchale Männer haben ihren jüngeren Geschlechtsgenossen gegenüber stets feindselige Gesinnung gezeigt« schreibt der jüdische Sozialpsychologe Erich Fromm, »weil diese die Aufmerksamkeit der Frauen als Ehepartner oder als Mütter ablenken.« (›Anatomie der menschlichen Destruktivität‹ 1991)
Der beschnittene jüdische Sigmund Freud täuschte sich, als er die Folgen der Traumatisierung als ›Kastrationsangst‹ bezeichnete, die er irrtümlich auf die Entdeckung des anatomischen Geschlechtsunterschiedes zwischen Mädchen und Jungen zurückführte, statt auf die eigentliche Ursache, seine selbst erlittene Beschneidung im Kleinkindalter. Jedes traumatische Erlebnis wird im Körpergefühl gespeichert, ein Leben lang!
Die vom Vater (Gott!) und der patriarchalen Gesellschaft gewünschte und vehement geforderte Beschneidung wird von den patriarchal angepassten Müttern geduldet, zwar unter Schmerzen und Tränen, aber sie lassen es zu. Sie haben kaum etwas dazu zu sagen, was ihrem Kind, das aus ihrem Leib geboren wurde – angetan wird! Sie schauen weg und leiden, doch sie schreiten nicht ein, die unheilige ›Tradition‹ wird akzeptiert und rationalisiert. Was bringt gläubige Eltern dazu, ihrem Gott zuzutrauen, dass er die Verstümmelung des männlichen Geschlechtsteiles benötigt, um sich eines Bundes mit ›seinem‹ Volk zu versichern? Was ist das für eine seltsame Gottesvorstellung, die davon ausgeht, ein ›allmächtiger Vatergott‹ habe es auf die Vorhäute kleiner Jungen abgesehen und diesen Aberglauben an die Stelle des Respekts vor der körperlichen Unversehrtheit des Kindes setzt? Oder was soll man von Eltern und Erziehern halten, die glauben ihren Jungen könne Hygiene nur durch Verstümmelung beigebracht werden? Wo man doch auch niemandem die Ohren mit dem Argument abschneidet, diese seien dann besser sauber zu halten.

Das Schweigen der Mütter stützt die anmaßende patriarchale Macht, die aggressive Macht der regierenden und der religiösen Männer und die Macht des Haustyrannen, der Frauen und Kinder zu seinen Leibeigenen und Sklaven macht! Gegen den realen Gewaltakt der Beschneidung und die metaphorische Trennung der Kinder von den Müttern, wird kein Gesetz eine Veränderung bringen. Die Mütter sind gefragt; sie müssen sich für ihre Kinder zur Wehr setzen!

Ob Frauen den Mut haben werden, sich zum Schutz ihrer männlichen Kinder zu wehren? – Löwinnen, würden niemals ein aggressives Männchen an ihre Jungen heran lassen, weil sie die Gefahr der Verletzung und Tötung instinktiv spüren. Löwinnen schützen ihre Jungen, weil sie  das Glück haben, nicht durch patriarchale Ideologien und Religionen indoktriniert und vergiftet worden zu sein.

Das Drama der machtlosen Mütter

Dass die Trennung von Mutter und Kind eine genuin patriarchale, d.h. mütterfeindliche Erfindung ist, zeigt auch die getrennte Unterbringung der Kinder von der Mutter in christlichen Familien mit ihren kinderfeindlichen Kinderzimmern (s. ›Die dramatische Trennung von der Mutter im Patriarchat und der plötzliche Kindstod‹ :  https://www.doriswolf.com/wp/?page_id=22900). Dasselbe Drama spielte sich in den israelischen Kibbuzim ab, womit die intensive Bindung von Mutter und Kind zerstört wird! Kinder können so kein Urvertrauen in ihre Mütter und die Welt entwickeln, fühlen sich ungeliebt und verlassen oder wissen gar nicht, wie sich Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und bedingungslose Mutterliebe anfühlt. Aber eines weiß man sicher:

›Ungeliebte glauben eher an Gott‹

Das ist das Fazit einer Studie: »Menschen mit unsicheren Bindungen in der Kindheit verarbeiten Traumata und Verluste anders als Menschen mit sicheren Bindungen. Unter anderem glauben sie stärker an Übernatürliches, wie amerikanische Psychologinnen in einer aktuellen Studie nachwiesen.« (http://news.doccheck.com/de/64139/traumata-ungeliebte-glauben-eher-gott/) Mit dem utopischen Versprechen ›Gott / oder Jesus liebt dich‹ werden solche Menschen erfolgreich in Sekten gelockt, wo sie geistig und psychisch indoktriniert und abhängig, physisch und materiell ausgebeutet werden.

Es gibt außer der religiösen, der hygienischen und der medizinisch notwendigen Begründung noch eine weiteres Alibi als Rechtfertigung der Beschneidung. Im Internet kann man auf Beiträge stoßen, bei denen es einem  buchstäblich den Atem verschlägt. Zum Beispiel diesem:
»Bin 42 Jahre alt und Erzieherin an einem Knabeninternat. Da es an unserer Schule jährliche Pflichtuntersuchungen gibt, weiß ich, dass zirka 30% der Knaben bereits beschnitten in das Internat kommen. Verlassen tun es dann aber etwa 80% beschnitten, worauf wir sehr stolz sind. Meine Aufgabe ist es die Eltern, meist die Mütter [!], von den Vorteilen einer Beschneidung zu überzeugen. Sehr viele reagieren sehr aufgeschlossen und geben die schriftliche Einwilligung, ihre Sprösslinge mit 10, 11 Jahren beschneiden zu lassen. Die Ärzte mit denen wir zusammenarbeiten beschneiden mit der Plastibell Methode sehr straff und hoch, bis dicht an die Hoden, was mir persönlich sehr gut gefällt. Auch das Frenum wird komplett entfernt. Diese Beschneidungsart bietet alle hygienischen und gesundheitlichen Vorteile einer Beschneidung.«
Und jetzt kommt, um was es dieser sadistischen Sauberfrau wirklich geht: um den Geschlechtstrieb. Sie schreibt weiter:
»Auch die Einschränkung der exzessiven Masturbation ist damit gewährleistet, da auch die ganze, reizbare innere Vorhaut fast bis zum Schaftansatz entfernt wird. Eine positive Verhaltensweise der Knaben wird damit gefördert. Eine männliche Vorhaut, kann nie richtig sauber sein, da sie schon wenige Stunden nach dem Waschen wieder unangenehm riecht [woher weiß die Sauberfrau das, geht sie an den Pimmelchen riechen??] und durch die ständige Smegmaproduktion unsauber wird. Darum sollte die Knabenbeschneidung meiner Meinung nach überall Standard werden.  Schöne Grüße Silke«

Wegen schwerer Körperverletzung Schutzbefohlener gehört dies vor Gericht und sollte genau wie sexueller Missbrauch als  Verbrechen an Kindern geahndet werden!

Man kann Eltern nur warnen, in christlichen Internaten geschehen furchtbare Dinge. Knaben riskieren von Pädokriminellen sexuell missbraucht und auf Anraten sexualfeindlicher Fanatikerinnen (mit Einwilligung der Eltern!) sexuell verstümmelt zu werden. Es ist zu hoffen, dass die physisch und psychisch verletzten und traumatisierten Kinder später den Mut haben werden, diese Verbrechen einzuklagen, und dass diese Verbrechen sich niemals verjähren und bestraft werden.

Eine Frage sei noch gestattet: Warum werden so viele 6 – 11-jährige Jungen in Internate abgeschoben? Jungen, die ihre Familie noch dringend brauchen, Jungen, die dem sexuellen Missbrauch und der sexuellen Verstümmelung hilf- und schutzlos ausgeliefert werden? Wo bleibt da die elterliche Liebe, der elterliche Schutz, die elterliche Verantwortung? Glauben solche Eltern vielleicht, dem Kind damit etwas Gutes zu tun? Die patriarchale Indoktrinierung, dass die Trennung von Mutter und Kind rechtens sei, macht die Mütter blind und gefühllos für das, was man ihren Kindern antut. Dasselbe gilt für die Mütter, die die Sexualorgane ihrer Mädchen verstümmeln lassen.

Der jüdische Analytiker Arno Gruen schreibt in seinem Buch ›Der Verlust des Mitgefühls‹: »Wir haben so viele Mittel und Wege, das Kind in seinem Sein zu zerstören. Gleichzeitig leugnen wir das, indem wir uns an die Pose des Guten und Zivilisierten klammern.« (1997, S. 28)
Die Reaktionen von Betroffenen auf meinen Artikel (den ich z.T. in meinem Buch im Oktober 2009 und am 12.2.10 erstmals im Internet veröffentlichte) zeigten in der medizinischen und psychologischen Praxis Erschreckendes: unendliches Leiden, Trauer, Schmerz und Wut; auffallenderweise vor allem eine unsägliche Wut erwachsener Männer auf ihre Mutter und endlose Vorwürfe an sie, weil sie der Beschneidung zugestimmt hat. Selbst im Erwachsenenalter bleibt die Beziehung zur Mutter oft noch schwerst gestört. Bettelheim schreibt ebenfalls von der Beobachtung, dass diejenigen, die in der Kindheit beschnitten worden waren, ihren Müttern den Eingriff anlasten und sie dafür hassen (S. 54)!

›Wohin ich schaue, sehe ich das Gebot, die Eltern zu respektieren, nirgends aber ein Gebot, das Respekt für das Kind verlangt‹. (Alice Miller, jüdische Psychoanalytikerin)

Mütter! Wehrt Euch gegen die barbarische sexuelle Verstümmelung eurer Kinder durch Beschneidung, selbst wenn diese religiös bemäntelt wird! Und wehrt euch gegen den Seelenmord durch sexuellen Missbrauch. Diese Gewalt hat ihre Ursache ebenfalls im unseligen Patriarchat und dieses gehört abgeschafft!
Mütter spüren instinktiv, was die Wissenschaft bestätigt: »Für Neugeborene ist der Eingriff alles andere als schmerzfrei. Dazu sagte Boris Zernikow, Leiter des Deutschen Kinderschmerzzentrums in Datteln, jüngst in einem SPIEGEL-Interview: Das schmerzunterdrückende System ist erst einige Monate nach der Geburt funktionstüchtig. Neugeborene empfinden mehr Schmerzen als ein Erwachsener.« (Spiegel 29.8.12 http://www.spiegel.de/extra/a-829455.html)

Das Beschneiden der Vorhaut wird in den meisten Fällen ohne Betäubung durchgeführt! Das ist Sadismus pur! Beschneidung ohne Anästhesie wäre auch für einen Erwachsenen Folter; umso mehr für einen Säugling!

Wir müssen davon ausgehen, dass gläubige Eltern, die sich durch religiöse oder medizinische Propaganda von patriarchalen Männern und Frauen [!] dazu verleiten lassen, ihre kleinen Knaben zu beschneiden, genau so gläubig und untertänig auch auf die religiös oder traditionell begründete Propaganda für die noch viel schlimmere Verstümmelung der Vulva kleiner Mädchen reagieren würden. Selbst Eltern, die entsetzt sind über diese Barbarei, sind sich nicht bewusst, was sie sich selbst und ihren kleinen Jungen antun. Der Glaube an die Richtigkeit dieser von patriarchalen Ur-Vätern beschworenen barbarischen Tradition schränkt die Denkfähigkeit massiv ein, verhindert den intuitiven Schutz der körperlichen Integrität der Kinder und macht Eltern mitschuldig an der Folter ihres Kindes und den nachhaltigen Folgen, die mit Traumatisierung, Schmerz, Leid und oft mit dem seelischen und körperlichen Freitod endet.

Christentum und christlicher Phalluskult

Das Christentum übernahm die obligate Beschneidung von Knaben nicht, was vielleicht einem Ausspruch des Juden Jesu im apokryphen Thomas-Evangelium, zu verdanken ist. Vers 53 berichtet, dass seine Schüler fragten: ›Die Beschneidung, nützt sie oder nützt sie nicht? Er sprach zu ihnen: ›Wenn sie nützte, dann würde der Vater (Gott) bereits Beschnittene zeugen.‹
Doch ist höchst erstaunlich was wir außerdem vom Christentum vernehmen: Die Phallusverehrung wurde im Patriarchat weit verbreitet. »Die Phallusanbetung wurde auf eine Weise christianisiert, die den wahren Charakter des Christentum deutlich macht: die Verherrlichung des männlichen Prinzips… Ein Hinweis auf die grosse Verbreitung phallischen Christentums in England tauchte nach dem Zweiten Weltkrieg auf, als Professor Geoffrey Webb von der Royal Commission on Historical Monuments den von Bomben beschädigten Altar einer alten Kirche untersuchte und in ihm einen großen Steinphallus entdeckte. Weitere Nachforschungen ergaben, dass sich in etwa 90 Prozent der englischen Kirchen, die vor 1348 erbaut wurden, verborgene Steinphalli befanden. (M. Harrison ›The Roots of Wichcraft‹ 1974, S. 210)
Christus lieferte in seiner Funktion als phallischer Gott den wohl populärsten Empfängniszauber: die Heilige Vorhaut – genauer: Vorhäute, denn es gab in Renaissance-Kirchen Hunderte von ihnen. Alle besaßen die Macht, Frauen empfangen zu lassen. Die meistgefeierte der männlichen Vorhäute befand sich in der Abteikirche zu Chartres; ihr wurden Tausende wundersamer Schwangerschaften nachgesagt (B.Z. Goldberg ›The sacred fire‹ 1958, S. 67). Die heilige Katharina von Siena ging sogar so weit zu behaupten, Jesus habe ihr seine Vorhaut als Ehering gegeben. Sie war Jesus als Braut vermählt, ›nicht mit einem silbernen Ring, sondern mit einem Ring seines heiligen Fleisches, denn als er beschnitten wurde, nahm man genau einen solchen Ring seinem heiligen Körper ab‹ (Barbara Tuchmann ›A Distant Mirror‹ 1978, S. 342)« (alle Zitate von B.G. Walker ›Das Geheime Wissen der Frauen‹ 1993, aus S. 866-870 ).

P.S. Ich berichtete bereits in meinem 2009 erschienen Buch über die barbarischen Methoden der Beschneidung der Sexualorgane von Kindern beiderlei Geschlechts. Es ist unbeschreiblich, welches körperliche und seelische Leid das Patriarchat der Menschheit – und vor allem den Kindern – und ihren Müttern zumutet! (›Die pharaonische Beschneidung‹)

Am 11.3.2014 wurde unter dem Titel:  ›Was tue ich da meinem Sohn eigentlich an? Die Beschneidung von Jungen und ihre Folgen‹ ein sehr interessantes Interview mit Professor Matthias Franz veröffentlicht. (s. 1-1/was_tue_ich_da_meinem_sohn_eigentlich_an_die_beschneidung_von_jungen_und_ihre_folgen-337/)

Professor Franz hat eine sehr dezidierte und einfühlsame Meinung zur Gefühlsblindheit, die ich im Kapitel ›Das Patriarchat und seine Folgen: Sucht, Sehnsucht und Gefühlsblindheit‹ erwähne. Ich schrieb dort: Etwa 10% der Bevölkerung leiden an einer so genannten Gefühlsblindheit, ›Alexithymie‹, einer Persönlichkeitsstörung, die die Menschen unfähig macht zu fühlen; Empathie für sich selbst, andere, auch nicht für ihre Kinder zu empfinden. Wenn Menschen, Frauen und Männer, mit frühkindlichen Deprivationen Eltern werden, sind sie selbst wieder unfähig Verantwortung für das Wohl des Kindes zu übernehmen; ihrem Kind die Liebe, Geborgenheit und den Schutz den es benötigt (z.B. den Schutz vor dem dramatischen Eingriff in die körperliche Integrität durch Beschneidung der Sexualorgane) zu geben.
»Es gibt Hinweise darauf, dass alexithyme Menschen Defizite in der Phase des frühen emotionalen Lernens hinnehmen mußten«, stellte Matthias Franz fest, der diese Störung erforschte (s. ›Alexithymie‹ im www). Er zeigt auf, dass es »um die Zuwendung zwischen Mutter und Kind, und zwischen Vater und Kind, die Spiegelung an emotionaler Rückmeldung während der kindlichen Entwicklungsjahre geht – um eine Mangelerfahrung durch zentralwichtige Bezugspersonen. Wir haben einige Studien, die nahe legen, dass die Bindungsqualität, vielleicht auch belastende Bindungserfahrung in der frühen Kindheit, hier bei alexithymen Patienten Belastungen und Defizite überdurchschnittlich häufig bestehen. Es gibt zahlreiche dokumentierte Hinweise darauf, dass emotionales Lernen sich in der ganz tief fühlenden Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Beziehung vermittelt, und durchaus für den Verlauf des weiteren Lebens eine prägende Bedeutung hat« (www. ibd).

Der Zeichner Riad Sattouf entlarvt die Ideale der arabischen Welt. Er erzählt in seinen Comics ›Meine Beschneidung‹ und ›Der Araber von morgen‹ humoristisch von seiner eigenen Beschneidung mit 8 Jahren in Syrien. Aber auch von der Gewalt der Väter, von Demütigung, Missachtung und Prügel, vom alltäglichen Los der Kinder im Patriarchat. http://www.srf.ch/kultur/literatur/riad-sattouf-entlarvt-die-ideale-der-arabischen-welt

Die männliche Beschneidung und das Blut der Frauen

Gudrun Nositschka: Überlegungen zur Bedeutung der rituellen Beschneidung von Jungen

Das Urteil des Landgerichts Köln zur Beschneidung als Körperverletzung unmündiger Jungen ist voll vom Grundgesetz und des darauf fußenden Rechts gedeckt. Da wurde nichts beschnitten, sondern Rechte gegeneinander abgewogen.

Dass sich dennoch bei Rabbinern, Imamen und Bischöfen und dadurch auch bei Bundestagsabgeordneten so starker Widerstand regt, legt die Vermutung nah, dass an ein Tabu gerührt worden ist. In meinen Augen geht es bei den drei abrahamitischen Religionen tatsächlich um das Fundament ihres Glaubens: Um das Primat des Männlichen und implizite um die Herabsetzung der Bedeutung des Weiblichen für das Leben. Das führte soweit, dass Frauen wegen ihrer Fähigkeit zu menstruieren und im Blut Leben zu gebären für ontologisch (vom Sein her) unrein erklärt worden waren und sich deshalb immer wieder rituellen Reinigungsriten unterziehen mussten und müssen. Während dieses weibliche Blut gemieden werden muss, wurde und wird dagegen das männliche Blut (Mann oder Tier) ihrem Gott zum Opfer gebracht. Ein jüdischer Junge wird deshalb erst am 8. Tag beschnitten, weil er vorher – wie seine Mutter – sieben Tage als unrein gilt, da sie ihn aus ihrem Blut geboren hat. Dieser Makel für einen angehenden Mann, der kultfähig werden soll, kann lt. AT erst am 8. Tag durch die Beschneidung behoben werden (1. Mose 17, 9 – 14; 1. Mose 21, 2 – 4; 3. Mose 12, 2 – 3 und 4 – 8). Dann fließt sein Blut als Opfer für Gott und den Bund, den Gott mit Abraham lt. AT geschlossen haben soll, während später seine Mutter ein Sühneopfer bringen muss. Sühne wofür? Einem Knaben das Leben geschenkt zu haben?

Im Christentum wurde nach Paulus eine Beschneidung als Zeichen des Bundes mit Gott nicht mehr für notwenig erachtet, da ja Jesus sein männliches Blut zur Vergebung der Sünden aller vergossen hatte. Je nach Auslegung wiederholen christliche Männer und Frauen diesen Akt immer wieder beim Abendmahl und in der Kommunion. Wie im AT gelten Frauen zumindest in der kath. Kirche immer noch als ontologisch unrein – der verschwiegene Grund, weshalb sie nicht am Altar dienen dürfen –  und mussten sich bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1965) nach Beendigung ihres Wochenflusses bei Geburt eines Kindes einer „Aussegnung“ unterziehen, wie in einem Exorzismus. Analog zur Beschneidung der Jungen im Judentum wurden Kinder christl. Eltern früher bereits oft am 8. Tag getauft, womit die anfängliche Erwachsenentaufe abgelöst wurde. Die Kirchenlehrer sahen die frühe Taufe als sehr wichtig an, um diese Kinder vom sog. unreinen mütterlichen Blut zu befreien und sie in die Sphäre Gottes zu führen, falls sie frühzeitig stürben. Ohne Taufe wäre ihnen das Himmelreich verschlossen.

Im Islam, der im Koran keine Beschneidung vorschreibt, müssen lt. Tradition (weil Mohammed beschnitten war) Mütter ihre Söhne im Alter von 7 – 9 Jahren zum Eintritt in die männliche Welt übergeben und werden so zu Komplizinnen des durchaus schmerzvollen Eingriffs, auch wenn dieser durch ein großes Fest übertüncht wird. Das Primat des Männlichen (symbolisiert durch den Penis) wird oftmals dadurch betont, dass dem Knaben vom Vater oder einem anderen Mann Geld in die Hand gedrückt wird, das er einer Bauchtänzerin zwischen den Busen stecken soll.

Warum will nun unsere Bundesregierung, unterstützt von SPD und Grünen, das Primat des Männlichen in diesen drei Religionen durch ein Sondergesetz, das in einigen Belangen im Gegensatz zum Grundgesetz stehen müsste, bestätigen?

Gudrun Nositschka, http://www.gerda-weiler-stiftung.de/

Am Minderbruch 6, 53894 Mechernich, Tel.: 02256/7286

Juli/August 2012

Annex:

Im Internet können Sie unter der Bezeichnung Vorhautbeschneidung, Zirkumzision oder infant circumcision surgery Bilder und Videos dieser schrecklichen Operation, z.B. die gerühmte Plastibell-Methode sehen: http://de.video.yahoo.com/watch/4813345/128421) Wenn Ihnen bei den Videobildern einer Beschneidung eines vor Schmerzen schreienden Babys nicht übel wird und Sie dann immer noch für die Beschneidung sind, lassen Sie sich in eine Psychiatrische Klinik einweisen, denn dann sind Sie seelisch krank und haben ein Recht auf professionelle Hilfe!

s. auch ›Das Absaugen des Blutes durch den Beschneider‹ und die damit verbundenen Gefahren für den Säugling: The Jewish Press.co : Israeli Pediatric Association Calls for End to Metzitzah B’peh http://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Mila#cite_note-SZ-4

Den ganzen Artikel von Dr. Tanja Schweizer, samt der skandalösen Empfehlung der  Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO), welche behauptet, die männliche Genitalverstümmelung vermindere die Ansteckung mit dem HI-Virus, finden Sie bei Google unter ›Tanja Schweizer Gynäkologin‹

Es soll eine Forschungsorganisation geben, die auch mit der Universität Genf zusammen arbeitet, mit dem Ziel in Zukunft die Vorhaut wiederherzustellen: http://www.foregen.org/

Im Juni 2012 wurde die Beschneidung von einem Kölner Gericht als Körperverletzung definiert und deshalb verboten, was zu einem hysterischen Aufstand der Religiösen führte, denen Tradition und Gebote wichtiger sind, als die körperliche Unversehrtheit der Kinder.

s. nach dem Urteil von Köln den Artikel von Necla Kelek ›Die Beschneidung – ein unnützes Opfer für Allah‹(http://www.welt.de/107288230)

Bettina Röhl ›Beschneidungen in Deutschland – Das Wohl des Kindes geht vor‹ SpiegelOnline 20.07.2012

Es ist unglaublich, im deutschen Schülermagazin ScoolZ wird die Beschneidung absolut verharmlost und sogar empfohlen. Das ist ein Skandal!  http://www.scoolz.de/artikel4003.htm

 

 


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