UKRAINE: SEIT 5500 JAHREN GIBT ES KRIEGE, ABER NICHT DAVOR

Es gab einmal Jahrtausende ohne Krieg

Auf Wissen, das unserem konservativen Geist fremd ist, reagieren wir entweder mit Offenheit und Neugier oder mit Abwehr und Ablehnung. Der Gedanke, dass es einmal Jahrtausende des Friedens gegeben haben soll und wir davon nichts wissen, befremdet uns. Wir wollen glauben, was uns gelehrt wurde. Hätte es tatsächlich Jahrtausende ohne Krieg gegeben, wüssten wir davon, wir sind ja nicht dumm. Nein, dumm sind wir nicht, aber falsch informiert, indoktriniert mit Fehlinformationen, wie ›Krieg hat es gegeben, seit es Menschen gibt!‹

Eine etwas andere Sicht zum Krieg in der Ukraine – einmal aus wissenschaftlicher, archäologischer und weiblicher Perspektive (von Doris Wolf infoatdoriswolfdotch)

ZUM KRIEG IN DER UKRAINE: 5000 JAHRE PATRIARCHAT = 5000 JAHRE KRIEG

Archäologen haben in allen Ländern der Welt festgestellt, dass die Welt während mindestens 300‘000 Jahren friedlich war. Nirgends wurden Spuren von Krieg gefunden. Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt in Halle, Harald Meller, wies auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse mit seiner Ausstellung ›Krieg – eine archäologische Spurensuche‹ in Halle hin, die er in der 3sat-Sendung von Gert Scobel am 12.11.2015 bei 3sat vorstellte. Er sagte:

 »Während 98 Prozent der Menschheitsgeschichte gab es keine Kriege!«

Was in der Ukraine passiert, macht uns fassungslos, wütend und traurig. Nicht das erste Mal müssen wir hilflos zusehen, wie ein größenwahnsinnig gewordener Herrscher durchdreht und ein Land und seine Menschen brutal zerstört. Der Westen ist nicht unschuldig, vieles wurde falsch gemacht, aber nichts rechtfertigt diesen Krieg, den Millionen von Unschuldigen mit unsäglichem Leid und dem Leben bezahlen.

Die Welt erlebte tatsächlich erst vor ca. 5500 Jahren, erstmals in der Geschichte der Menschheit, die vollkommen überraschende Erstürmung einer friedlichen Stadt, die von der Archäologie als „erster Krieg der Weltgeschichte“ bezeichnet wird. Aggressive, bewaffnete Männerhorden aus den südrussischen Steppen überrannten damals die blühende Handelsstadt Hamoukar im Nordosten des heutigen Syrien. Dieser erste Überfall endete in der Vertreibung, Flucht und Massakrierung der Bevölkerung, dem Raub ihrer Güter und dem Vieh und schlussendlich in der kompletten Zerstörung der Stadt. Der Überfall war für die Angreifer derart erfolgreich, dass sie mit ihren Raub- und Mordzügen weiterfuhren und in der Folge Mesopotamien, den heutigen Irak und das verlockende Goldland Ägypten eroberten. Ihre Anführer wurden zu den Herrschern der eroberten Länder, in Mesopotamien der Sumerer, in Ägypten zu den kriegsbegeisterten, berühmten Pharaonen.
Dass es überhaupt erst seit den letzten 5000 Jahren Kriege gibt und die Welt davor in Frieden lebte, mag erstaunen. Wenn wir uns fragen, warum wir von der langen Zeit des Friedens nichts wissen, davon nicht gehört oder in der Presse gelesen haben, warum uns in der Schule beigebracht wurde, dass es Kriege gegeben habe, seit es Menschen gibt, heißt die Antwort, weil unsere Lehrer es auch nicht wussten, weil wir seit Jahrhunderten von patriarchalen mächtigen Männern der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und nicht zuletzt den Kirchen falsch informiert, indoktriniert, um nicht zu sagen, hirngewaschen wurden. Männer, die durch Angriffskriege, Eroberungen, Kolonisierung und Missionierung an die Macht gekommen sind, haben ein großes Interesse an Kriegen, um ihre Macht und Kontrolle über die Menschen zu erhalten und zu vergrößern und weil Kriege ein äußerst lukratives Geschäft sind, vor allem für die profitgierige und kriegssüchtige Waffenlobby und alle jene (beispielsweise die Aktionäre), die ohne jede Scham davon profitieren. Diese Tatsachen mögen erschrecken, wurde uns doch beigebracht, dass sich ›der Mensch‹ stetig weiterentwickelte, dass wir die bisher klügste, weiseste und vernünftigste aller Spezies, und der Mann als ›Gotttes Ebenbild‹ die Krönung der Schöpfung sei. Doch das Gegenteil scheint der Wahrheit näher zu kommen, denn Kriege sind nicht gerade das, was wir eine kultivierte Form von Fortschritt nennen könnten.

Der erste Krieg löste die größte Tragödie der Menschheitsgeschichte aus. Die Invasoren entrissen den Müttern die Macht, entmündigten sie und übernahmen die ›Aufzucht‹ der Söhne. Das war der Beginn des kriegerischen Patriarchats, der Herrschaft der Väter, und damit die Zeit der Gewalt und unaufhörlicher Kriege. Um sich zu schützen und zu wehren begannen die friedlichen Länder sich ebenalls mit Waffen einzudecken. Verständlich. Nur, mit der Zeit fanden immer mehr Herrscher Gefallen an der Idee, die Waffen, die zur Verteidigung bestimmt waren, für Angriffs- und Beutezüge zu ihrer eigenen Bereicherung einzusetzen.
Das Patriarchat und der Krieg zerstörten die friedliche Kultur der Mütter, des Matriarchats, des Wohlstandes, der Kultur und der Kunst und katapultierten uns in die kriegerische Zeit der seit 5000 Jahren institutionalisierten Männerherrschaft und der ständigen Kriege. Die Welt hat sich nie von diesem Umsturz erholt. Wir leben seither im kriegerischen Patriarchat. Eigentlich müssten uns die immer wieder aufflammenden Kriege nicht verwundern, sie sind Teil des patriarchalen Systems.

Solange patriarchale Männer die Welt beherrschen, wird es Kriege geben.

Wir mögen uns auch fragen, wie es dazu kam, dass nach 300‘000 Jahren Frieden, erstmals kriegerische Überfälle begannen und uns seither ununterbrochen heimsuchen?
Nach mehr als 30 Jahren Forschung auf dem Gebiet der Urgeschichte bin ich überzeugt, dass es die Entdeckung der bis dahin unbekannten, oder unwichtigen biologischen Vaterschaft gewesen sein muss, als Männer (Viehzüchter) ihren eigenen Anteil an der Zeugung von Nachwuchs erkannten, welche bei einigen von ihnen Aggressionen und eine radikale Veränderung ihrer Sicht auf die Mütter und deren Schöpfungskraft auslösten. (s. Wolf ›Die Entdeckung der biologischen Vaterschaft ‹)
Im Matriarchat waren Frauen aufgrund ihrer Fähigkeit Kinder zu gebären, die verehrten und respektierten Führerinnen und Leiterinnen der Menschen. Sie sind es, die Kinder ernähren, mit Liebe aufziehen und beschützen und den Fortbestand der Menschheit sichern. Sie setzten der Aggressivität Grenzen, duldeten keine Gewalt und erzogen ihre Kinder zur Friedfertigkeit. Psychologen haben immer wieder vom Neid der Männer auf die Frauen geschrieben, z.B. Erich Fromm, Erich Neumann, Bruno Bettelheim, Jack Holland u.a. Dieser Neid, oft unbewusst oder bestritten, führte auch zur heutigen Gewalt gegen Frauen, der bis zum Femizid geht.

Nach dem kriegerischen Umsturz ins Patriarchat wurden die Mütter von den neuen Herrschern entmächtigt und diskriminiert, ihre kulturellen Leistungen, z.B. das große medizinische Heilwissen oder die Erfindung der Schrift usurpiert oder abgewertet und vergessen. Patriarchale Väter brachten den Söhnen militärischen Drill, d.h. Unterwerfung und absoluten Gehorsam für den Krieg bei.
Heute liegt die Macht zum Schaden der ganzen Welt allein in der Hand mächtiger, despotischer Männer.

George Washington, der erste Präsident der USA, erkannte die Gefahr des Machtmissbrauchs und warnte, dass »abgefeimte, ehrgeizige und skrupellose Männer« in der Lage seien, die Macht eines Volkes zu untergraben! Donald Trump, heute Putin u.v.a. bestätigten Washingtons Warnung eindrücklich. Sie beweisen:

Ein einziger macht- und habgieriger, größenwahnsinnig gewordener Mann genügt, um mit dem Verbreiten von Hass, Unterstellungen, falschen Anschuldigungen und lügnerischer Propaganda ein Volk an den Rand des Abgrundes zu fahren.

»Wir müssen als Zivilisation nichts Neues lernen, um in Zukunft zu überleben, sondern uns nur an etwas Vergessenes erinnern«, mahnte die Archäologin und Urgeschichts-und Matriarchats-Forscherin Maria Gimbutas.

(Doris Wolf, Autorin verschiedener Bücher zur Geschichte des Friedens im Matriarchat und des Krieges im Patriarchat, im DEWE Verlag und im Netz: www.doriswolf.com)

 

 


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