Das Matriarchat und die Patriarchalisierung Arabiens

Aus dem Inhalt:

  • Arabien vor dem Islam
  • Abraham gilt auch als Stammvater Mohammeds und des Islam
  • Das hierarchische Kastensystem des Patriarchats
  • Mekka zur Zeit Mohammeds
  • Mohammed und die Frauen
  • Mohammed befiehlt die Ermordung der Göttinnen
  • Der Göttinnen-Mord und die Saat der Gewalt
  • Jüdische und christliche Patriarchen – ›Die geistigen Väter Mohammeds‹
  • Abrahamiten in Kanaan, Brahmanen in Indien und die Q’r (Churai/Kuriter/Hurriter) in Mekka waren eingewanderte indoeuropäisch/arische Sippen aus dem Norden
  • Frauen heute im muslimischen Patriarchat
  • Die Angst der Saudis vor der Archäologie
  • Erotik und Sexualität und die Verehrung der heiligen Yoni in Mekka
  • ›Jesus und der Islam‹ bei arte TV, eine schamlose Unterschlagung der Geschichte Arabiens  v o r  dem Islam


Leider haben uns – auch was die soziale Stellung der Frauen betrifft – die moslemischen Geschichtsschreiber der Folgezeit ein nur unvollständiges Bild Arabiens vor der Islamisierung hinterlassen. (Jaya Gopal 2014, S. 244)

Arabien vor dem Islam

Wo die Quellen dürftig, Informationen unterdrückt oder zerstört wurden, betrifft dies meistens die Geschichte der Frauen, der Matriarchate und der Göttinnen-Verehrung. Dies geschieht in unserer patriarchalen Welt seit der Christianisierung und noch härter in den islamisierten Ländern. Hinzu kommt immer wieder das Problem, dass Objektivität, Wahrhaftigkeit und das selbständige Denken schwindet und die klare Sicht – je nach Nähe zur Religion – getrübt wird. Frei und unabhängig zu denken und zu schreiben scheint religiösen AutorInnen besonders schwer zu fallen. Wahrscheinlich ist es Loyalität und die unbewusste Verankerung im patriarchalen Glauben – was die monotheistischen Religionen ja zweifelsohne sind – die eine objektive Wissenschaftlichkeit negativ beeinflusst und dadurch unglaubwürdig macht.

Die früheste Besiedlung Arabiens deutet auf die Anwesenheit von Menschen bis ins Altpaläolithikum (s. Philipp Drechsler ›Paläolithikum – Neolithikum: Natur- und Kulturraum‹ (s. https://www.htw-dresden.de/fileadmin/userfiles/geo/Labore/Labor_Photogrammetrie_Fernerkundung/PDF/DAI_Hausleiter_Arnulf_gesamt.pdf)

Zu den frühesten Artefakten gehören beidseitig retuschierte Steinspitzen, wie wir sie auf der ganzen damals bewohnten Welt finden. Es sind die ältesten Frauenfigurinen, die dank des Materials die Zeit überlebt haben.

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Frauenfigurinen: Beidseitig retuschierte Steinspitzen, schätzungsweise 70-80’000 Jahre alt aus der Zentralprovinz (Nationalmuseum Riad)

Diese Artefakte wurden immer wieder als ›Pfeilspitzen‹ bezeichnet, obwohl es damals vermutlich keine Jagd und ganz sicher keine Kriege gab. (s. ›Der Irrtum mit den ›Pfeilspitzen‹)

Arabien war seit mehr als Tausend Jahren aufgezeichneter Geschichte vor dem Aufkommen des Islam im 7. Jahrhundert u.Z. matriarchal. »Das vorislamische Arabien wurde von den matriarchalischen Clans bestimmt. Die Ehen waren matrilokal, die Erbfolge matrilinear. Polyandrie – eine Frau mit mehreren Ehemännern – war üblich«. (Amaury de Riencourt ›Sex and Power in History‹ 1974) Die Annalen des Assurbanipals besagen, dass Arabien seit Menschengedenken von Königinnen regiert worden war (Assyrian and Babylonian Literature. Selected Translations 1901). Frauen waren einst bei Juden und Arabern hoch angesehen. Viele der Richter waren Frauen und Fürstinnen von der Königin von Saba im 10. Jahrhundert v.u.Z. bis zu Zenobia die im 3. Jahrhundert unserer Zeit Königin von Palmyra und des römischen Orients war, nehmen einen prominenten Platz in der Geschichte Arabiens ein (s. Briffault ›The Mothers‹ 1959, S. 81).
Arabia felix, das ›glückliche Arabien‹, war die Heimat der Königin von Saba, die in der Bibel und im Koran erwähnt wird. Sie reiste mit einer Karawane, bepackt mit Gold, Edelsteinen und Gewürzen nach Jerusalem und stellte dort König Salomos Weisheit auf die Probe. »Königinnen wie die sagenhafte Bilqis von Saba leiteten die Stadtstaaten im fruchtbaren Südarabien, wo Getreide, Oliven, Wein und Granatäpfel und Weihrauchbäume gediehen. Es gab dort Staudämme und Bewässerungsanlagen, weite Tempelanlagen, Schiffe stachen in See, luden Gold, Edelsteine und feine Baumwolle in Indien und erreichten in Afrika Gebiete bis ins heutig Tansania. In Saba ging die Macht erst um 500 v.u.Z. an die ›Mukarribs‹ – männliche Priesterkönige – über. Auch die Nomadenstämme Zentral- und Nordarabiens wurden oftmals von Priesterinnen geleitet. Um 730 führte die Stammesfürstin Schamsi die Stämme der Hayappa, Mes’a, Teima, Badana im Krieg gegen die Assyrer an, ihr folgten sogar Truppen aus dem südlichen Saba. Auch die Königinnen Yati’e, Teelchunu und Zabiba kämpften gegen Assur«. (Eluan Ghazal ›Schlangenkult und Tempelliebe – Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften‹ 1995/1999)

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Göttin von Thaj, H. 15 cm, 3. – 1. Jh. v.Chr. (Nationalmuseum Riad)

Spuren des friedlichen Matriarchats und der Göttinnen-Verehrung in Arabien blieben uns erhalten. Einer der Forscher, der sich mit der Geschichte Arabiens befaßte, war der kritische Theologe, Alttestamentler, Orientalist W. Robertson Smith (1846-1894). Er berichtet »über den Status der Göttin in Arabien, dass sie seiner Vermutung nach ursprünglich als Erzeugerin des Stammes vergöttlicht wurde« (zit. von Merlin Stone ›Als Gott eine Frau war‹ 1988, S. 59).
Smith schreibt, dass in den ältesten semitischen Gemeinwesen ein Mann zum Stamme seiner Mutter und erst in späterer Zeit zum Stamme seines Vaters gehörte (Smith ›Die Religion der Semiten‹ 1894, S. 209): »Neuere Untersuchungen über die Geschichte der Familie haben im höchsten Grade unwahrscheinlich gemacht, dass die natürliche Verwandtschaft zwischen dem Gott und seinen Anhängern, von der sich Spuren im ganzen Bereich der semitischen Völker finden, ursprünglich als Vaterschaft aufgefasst wurde«, schreibt Smith.

Es war das Blut der Mutter, nicht das Spermium des Vaters,
das bei allen alten Völkern die ursprüngliche Verwandtschaft begründete.

»Auf dieser Stufe des Gemeinwesens müsste, wenn die Stammesgottheit als die den Stamm erzeugende Größe gedacht wurde, notwendigerweise eine Göttin, nicht ein Gott, das Objekt der kultischen Verehrung gewesen sein. In der Tat nehmen in der semitischen Religion die Göttinnen eine bedeutsame Stellung ein; sie erscheinen nicht nur in der untergeordneten Rolle als Gattinnen der Götter.« Smith berichtet von den ›heidnischen‹ Semiten, dass der Charakter der Göttin als ›Mutter‹, wie die Verwandtschaft der Götter und Menschen überhaupt, als eine physische Tatsache aufgefasst wurde, und dass das religiöse Empfinden des semitischen Heidentums zu allen Zeiten sehr eng mit dem Kultus weiblicher Gottheiten verknüpft gewesen sei.

Vor dem Erscheinen des Christentums waren ganze Völker in Europa, West-Asien und Afrika mit Begeisterung und tiefer Hingabe für verschiedene ›Fruchtbarkeitsgöttinnen‹ erfüllt.
(Jaya Gopal ›Gabriels Einflüsterungen‹)

Nicht nur die Göttinnen wurden verehrt, sondern auch die Frauen als Gebärerinnen und damit Erhalterinnen der Clans genossen damals großes Ansehen, »man hörte auf sie und befolgte ihre Ratschläge. Niemals hätten Frauen ein derartige gesellschaftliche Anerkennung und Position erlangen können, wären sie gleichzeitig rechtlos und unfrei gewesen,« betont Gopal. »Hochgestellte Araberinnen verfügten über ein beträchtliches Vermögen; sie waren hoch angesehene Geschäftsfrauen, wie z.B. Mohammeds erste Frau Chadidscha, die mehrere Handelskarawanen besaß und Männer zu Geschäftspartnern hatte, oder Asama, die im Parfümhandel zwischen dem Jemen und Medina engagiert war. Auch »im religiösen Leben Arabiens hatten Frauen vor der Islamisierung stets eine bedeutende Rolle gespielt; zum einen verehrte man verschiedene Göttinnen, zum anderen versahen Frauen das Priesteramt – so wurde z.B. auch das Heiligtum in Mekka von einer Priesterin bewacht.« (Smith ›Die Religion der Semiten‹) »Die Tradition solcher Priesterinnen kann bis auf die assyrisch-babylonischen ›Um-Mati‹ oder ›Mütter‹ zurückverfolgt werden; sie waren die einzigen Menschen, die das Allerheiligste betreten durften. In den archaischen arabischen Heiligtümern dienten gewöhnlich Hohepriesterinnen, die an die gesetzgebenden Sieben Weisen Frauen erinnerten« (Robert Briffault ›The mothers‹ 1927, I, S. 377). Dank dem hohen Rang und Ansehen Chadidschas genoss Mohammed ihren Schutz. Als sie starb, musste er aus Mekka, wo man ihn für verrückt hielt, fliehen; 622 verlässt der Vertriebene mit einigen Getreuen die Stadt und zieht nach Medina.

Die Muslime bezeichnen die Zeit vor dem Islam als ›Zeit der Unwissenheit‹.

Die erste Sammlung von Gesetzesbüchern des Islam hieß Koran, Qur’an; das heilige Buch der aus dem Norden nach Arabien eingewanderten Q’r/Qur/Qurai/Kur/Kurriter/Koreischiten/Horiter/Hurriter. Der Koran gehört wie die Bibel zu den propagandistischen Geschichts- und Legendenbüchern des Patriarchats, welche den brutalen Kampf gegen die Große Göttin und die Verfolgung der ›heidnischen‹ AnhängerInnen beschreiben.

Die indoeuropäischen Hurriter und ihre Verbündeten, die arische Priesterkaste, sind die eigentlichen Erfinder des Patriarchats. Sie kämpften mit aller Kraft und allen Mitteln gegen das Matriarchat und die weltweite Göttinnen-Verehrung bis die letzte Göttin in Arabien zu Tode getragen worden war. Die Göttin wird als ›Satan‹ verteufelt von den Pilgern in Mina gesteinigt. Dabei kommt es immer wieder zu Massenpaniken und einer riesigen Anzahl von Todesfällen. (http://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/mindestens-100-tote-in-mekka-befuerchtet-1.18618854)

Al-Lat wurde als Mutter der hurritischen Göttin Hepat schon
zweieinhalbtausend Jahre vor Mohammed in UR nachgewiesen
und ›die Göttinnen-Trinität Arabiens wurde seit jeher verehrt‹.

Die bekanntesten der in Arabien vor dem Islam verehrten Gottheiten war die Trinität von Al-Lat, Manât und Al-Uzza. Al-Uzza war identisch mit der ägyptischen Ua-Zit (Isis), die eine Trinität mit der unterägyptischen Göttin Neith und der oberägyptischen Göttin Nekhbet bildete.

Die Göttin Al-Lat war als Mutter der Großen indoeuropäisch/arisch-hurritischen Göttin Hepat schon zweieinhalbtausend Jahre vor Mohammed im südmesopotamischen Ur verehrt worden.

Die Göttin Manât fand man schriftlich erwähnt auch außerhalb der arabischen Literatur schon im fünften Jahrhundert v.u.Z., also mehr als Tausend Jahre vor Mohammed.

Die Göttin Al-Uzza, die Göttin des Morgensterns, war eindeutig verwandt mit der ägyptischen Göttin Ua-Zit/Iset (griechisch Isis), die ebenfalls als Morgenstern und Venus verehrt wurde. Der Morgenstern der Dämmerung, der Planet Venus, erscheint in der Bibel vermännlicht, wird ›der Leuchtende‹ genannt und bezieht sich auf den König von Babylon. Im Neuen Testament wird der Stern der Göttin als Bild für Jesus usurpiert (2. Petr 1,19; Offb 2,28; 22,16).

Der Biblische Archäologe und Religionswissenschaftler J.B. Pritchard untersuchte die Wechselbeziehungen der Religionen zwischen Israel, Kanaan, Ägypten, Assyrien und Babylonien. Er schreibt, dass Al-Lat ursprünglich die gleiche Göttin in Arabien war wie die Aschera in Kanaan.

In Anatolien wurde sie Anat genannt; sie wurde auch nach Ägypten gebracht. Die Quraisch/Churitter/Horiter, der Stamm, dem Mohammed angehörte, »und die Araber in Mekka, sagt Ibn Kalbi, ehrten keinen Götzen so hoch wie Al-Uzza, dann Al-Lat, dann Manât… Die fünf Götzen der Leute Noahs [das heißt der Abrahamiten] dagegen (Sure 71,22) stellten sie mit den drei Göttinnen nicht entfernt auf die gleiche Stufe, wohl deshalb, weil sie ihnen so fern lagen.« (s. Wellhausen 1887, S. 32-33 passim)

Der Theologe, Orientalist, Alttestamentler und Bibelkritiker Julius Wellhausen (1844-1918), widmet sich dem Thema der Göttinnen Arabiens und dem Machtwechsel von der Suprematie der Großen Göttin zu den neuen männlichen Göttern. Er schreibt in seiner Monographie ›Reste arabischen Heidentums‹: »Die Araber dachten die überirdischen Mächte mit Vorliebe weiblich… Die älteste von allen war Manât, wonach die Araber sich ehemals Abd Manât zu nennen pflegten.« Und weiter schreibt er, dass es in Arabien ein alter Brauch war, die Namen einer Gottheit, das heißt einer Göttin, substantivisch dem Personennamen anzuhängen, z.B. Abd Allat, Zaid Manât etc. Die Quraisch nannten sich nach Al-Uzza ›Abd Al-Uzza‹, Knecht oder Diener der Göttin. »Sie war der höchstgeehrte Götze [!] bei den Quraisch, sie besuchten sie und brachten ihr Gaben und suchten sich bei ihr durch Opfer zu insinuieren«. (Wellhausen 1887, S. 28) »In der Zeit Mohammeds wurden zahlreiche der theophoren Namen, die den Namen einer der vorislamischen Göttinnen Arabiens Al-Lat, Al-Uzza und Manât enthielten, herabgesetzt oder umbenannt: »Am bequemsten war es Al-Lat in Allah zu verwandeln, und das ist denn auch geschehen.« (Wellhausen ›Reste arabischen Heidentums‹ 1887, S. 6)

Mekka zur Zeit Mohammeds

›Überall in Arabien wurden die weiblichen Gottheiten, namentlich Manat, Al-Uzza und Al-Lat, eifrig verehrt‹.

Zur Zeit von Mohammeds Geburt waren die patriarchalen Mono-Religionen der Juden und Christen in Arabien bekannt; auch, dass diese die Göttinnen eliminiert hatten. Das matriarchale Arabien hatte sich jedoch mehr oder weniger erfolgreich gegen die vollständige patriarchale Vereinnahmung zu wehren gewusst. Es waren noch zu Mohammeds Zeiten ›heidnische‹ VerehrerInnen einer Vielzahl von Göttinnen und Göttern der vorislamischen Religion, die zur Kaaba in Mekka pilgerten. Die Verehrung der Göttinnen und »der Ursprung dieser Verehrung und damit des Brauches der jährlichen Pilgerfahrt liegt tief in der heidnischen Vergangenheit der Araber. Die jährliche Pilgerfahrt konzentrierte sich, soweit bekannt ist, um den schwarzen Stein als Kultobjekt und um das Idol des Gottes Hubal, einer Statuette in Menschengestalt aus rotem Karneol, die in der Kaaba aufgestellt war. (›Lexikon der arabischen Welt‹ 1972, S. 587) Wellhausen schreibt jedoch über den meist überhöhten Hubal: »Auffallend ist, wie selten in der islamischen Überlieferung über Mekka Hubal erwähnt wird. Die Quraisch schwören bei Al-Lat und Al-Uzza, nicht bei Hubal; sie bezeichnen die Sache des Heidentums immer als Sache jener beiden Göttinnen, nie als Sache Hubals… Namentlich aber wird im Quran nie gegen Hubal polemisiert, sondern nur gegen Al-Lat, Al-Uzza und Manât. Der Dienst der Göttinnen war sehr viel weiter verbreitet als der des Hubal«. (Wellhausen ibd. 1887,  S. 71)

Neuere Informationen zum vorislamischen und dem islamisierten Arabien waren meines Wissens spärlich, bis der indische Schriftsteller Jaya Gopal 2004/2014 sein Buch ›Gabriels Einflüsterungen – Eine historisch-kritische Bestandesaufnahme des Islam‹ veröffentlichte. Die Forschungen in der 2. Hälfte des 19. und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts waren mit dem Veränderungsprozess im Nahen Osten beinahe vollständig beendet worden. Die islamische Wissenschaft wurde durch einen Wahrnehmungsfilter und ein Denk- und Schreibverbot zu diesem Thema behindert. Die Landnahme Palästinas, die Gründung des israelischen Staates 1948, die Unruhen und Kriege, die daraus im Nahen Osten entstanden, hielten die Welt in Atem und das Interesse für die Erforschung der vorislamischen Zeit trat auch in der nicht-islamischen Welt in den Hintergrund. Durch die Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat radikalisierte sich der Islam, wurde zunehmend fundamentalistisch und der Terror zu einer weltweiten Bedrohung, die im Attentat auf die Twin-Towers in New York am 11. September 2001 gipfelte.

Im Laufe der Patriarchalisierung, die seit Ende des 4. Jahrtausends die Welt in schrecklicher Weise zu verändern begann, wurden den ursprünglich ausschließlich weiblichen Göttinnen, männliche Götter, als Söhne, Liebhaber oder ›Ehegatten‹ zugeteilt, deren Bedeutung aber zu Beginn weit unter jener der Göttinnen lag. Smith beschreibt den erneuten Machtwechsel, der dann stattfand: »In der arabischen Religion gab es ein göttliches Paar, wobei die Göttin den Vorrang hatte und ihr Sohn eine geringere Gottheit war. Dann fand eine schrittweise Veränderung statt, in deren Verlauf die Attribute der Göttin dem Gott verliehen wurden, sodass auf diese Weise die Position der Frau unter die des Mannes sank… Wenn aber die Vorrangstellung der Göttin zu gut gefestigt war, um auf diese Weise untergraben zu werden, konnte sie ihr Geschlecht wechseln, wie etwa in Südarabien, wo Ishtar in den männlichen Athar [auch Attar] verwandelt wurde.« (Smith zit. von Stone 1988, S. 58 f). Verräterisch ist, dass ihm das Vulva-Symbol der Göttin Ishtar zugeschrieben wird; ›freilich mit einigem Zögern, weil dieses betont weibliche Symbol zu dem männlichen Attar nicht passen will‹ (Maria Höfner).

Es ist auffallend, dass die AutorInnen von Dokumentarsendungen und den meisten Büchern, es vermeiden die Göttinnen-Trinität zu erwähnen. Es wird nur von ›vielen Göttern‹ und von ›Götzenverehrung‹ gesprochen. Ein Armutszeugnis!

Mohammeds Kindheitstrauma

Wir wissen nicht viel über die Kindheit Mohammeds, doch hier beginnt sein Drama. Sein Vater soll schon vor seiner Geburt gestorben sein. Seine Mutter übergab den Säugling einer Amme aufs Land, wo er bis zu seinem 5. Lebensjahr lebte, bevor er wieder zu ihr zurückkehrte. Warum sie das tat, ist nicht überliefert, aber wir wissen vom höfischen Leben Ägyptens, d.h. der patriarchalen Oberschicht, dass die Kinder dort nach der Geburt den Müttern weggenommen und Ammen übergeben wurden. Eine Sitte, die wie so vieles andere auch, von Ägypten nach Arabien überschwappte. Diese Trennung von Mutter und Kind ist im Patriarchat gewollt und hat sich bis ins letzte Jahrhundert auch in Europa gehalten. »Soziologisch ist bedeutsam, dass sich – besonders in der europäischen Ober- und gehobenen Bürgerschicht bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts – Mütter als die geborenen ›Dauerpflegepersonen‹ früh von ihren Kleinstkindern verabschiedeten und an ihrer Stelle die Ammen zum festen Bestandteil des Hausgesindes wurden. Daraus ergab sich für die heranwachsenden Kinder oft eine respektbetonte soziale Distanz zur leiblichen Mutter, hingegen zur vertrauten Amme eine intime soziale Nähe, was als Motiv in der Dichtung (vgl. William Shakespeares ›Romeo und Julia‹) häufig aufgegriffen wurde.« (Wikipedia)

Das Weggeben der Kinder war also nicht die Folge von Not, sondern eine Folge patriarchaler Verordnung. Die Trennung von ihrem Säugling widerspricht normalerweise jedem mütterlichen Empfinden und ist für Mutter und Kind schmerzhaft und für das Kind eine schwere Traumatisierung, die in seinem Gedächtnis und in seinem Körper gespeichert bleibt. Im schlimmsten Fall führt die Trennung zum Tod. (s. ›Der plötzliche Kindstod‹).
Die frühe Trennung von Mutter und Kind ist eine der schlimmsten Gewaltmaßnahmen des Patriarchats. Das Kind wird einer unsäglichen Einsamkeit, Verlassenheit, Todesangst, Verzweiflung und Hilflosigkeit, einem Gefühl des Ausgeliefertseins ausgesetzt. Die einst innige Mutter-Kind Bindung wurde und wird durch die Eifersucht und Macht patriarchaler Männer durchtrennt und zerstört. Die Trennung von der Mutter wird auch heute noch rituell durchgeführt, z.B. durch die Beschneidung: Im Judentum wird das Kind am achten Tag durch sie gewaltsam in die männliche Gesellschaft übernommen; im Islam erfolgt das Ritual mit etwa acht Jahren, hat aber den gleichen Grund – dem kleinen Jungen wird eingebläut, er gehöre nun zum besseren Geschlecht, den gottähnlichen Männern, denen die Frauen unterlegen seien. Im Islam ›gehört‹ das Kind dem Vater; bei einer Scheidung verliert die Mutter ihre Kinder, falls sie sich wieder verheiratet. Sie gehen in jedem Fall in die Familie des Vater über, sobald sie dem Kindesalter entwachsen sind, Mädchen bei zehn oder zwölf, Jungen spätestens bei sieben Jahren. Im Iran geht es noch grausamer zu gegen die Mütter: »Söhne werden ihr bis zum Alter von zwei Jahren, die Töchter bis sieben Jahre anvertraut [!], danach bekommt der Vater das alleinige Sorgerecht, falls er es nicht ablehnt. Die elterliche Autorität liegt stets beim Vater, auch wenn die Kinder bei der Mutter leben.« (Florence Beaugé, ›Die Freiheit der iranischen Frauen, ›Le monde diplomatique‹, Wochenzeitung, Febr. 2016, S. 21)

Mohammed verlangte auch Abschwörung der Kindestötung – denn auch er, wie alle kriegstreibenden Herrscher, benötigen Nachwuchs als ›Kanonenfutter‹. Sein Ansinnen wiesen die Frauen mit der Begründung zurück, dass es »ihm, dem Heerführer, bei dessen Schlachten Blut vergossen wurde, nicht zustehe, den Frauen gegenüber, die Leben schenkten, einen solchen Schwur abzuverlangen: ›Wir haben Kinder zur Welt gebracht und haben sie aufgezogen, aber du hast sie am Tag von Badr getötet‹.« (Fatima Mernissi ›Der politische Harem‹ 1992, S. 254) Das können sich auch christliche Politiker merken, die die Fabrikation von Waffen und deren Export aus ›wirtschaftlichen‹. d.h. aus habgierigen Gründen fördern und christliche Kleriker, die Waffen segnen! Viele Länder ruinieren sich durch den exzessiven Ankauf von Waffen, vernachlässigen damit soziale Aufgaben wie Gesundheit, Bildung und Altersversorgung und stürzen das Volk in Armut, wie zur Zeit z.B. Griechenland.

Mit der Patriarchalisierung wurde Kindestötung väterliches Recht. Väter durften ihre Kinder und Frauen behandeln wie Vieh und sie taten es auch; sie hatten das Recht das Kind der Mutter wegzunehmen, sich ehelicher Kinder in jeder Form zu entledigen, sie als Sklaven zu verkaufen und Kindestötun­gen in Form des Erdrosselns, Zer­schmetterns, Ertränkens, Erste­chens oder des Aussetzens auszuüben. Ehe­frauen, die ihre vorran­gige Aufgabe, ›seine‹ Kinder zu gebären, nicht erfüllten oder die sexuell un­treu waren, drohte das gleiche Schicksal (s. D. Wolf 2009, S. 226 – 228).

»Wird dem Araber die Geburt einer Tochter verkündet, dann färbt sich sein Geist aus Kummer schwarz, und er ist tief betrübt. Wegen der üblen Kunde, die ihm zugekommen ist, verbirgt er sich vor den Menschen, und er ist im Zweifel, ob er sie zu seiner Schande behalten oder ob er sie nicht im Sande begraben soll. (Sure 16,59 f)« (https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/06/11/warum-sie-uns-hassen-und-verachten-teil%C2%A01/)

Mohammed und die Frauen

Auf die Frage, warum denn muslimische Frauen so verschleiert sein müssen, antwortete der Kalif der Ahmadiyya–Sekte: »Götzenanbetung!« Unverschleierte Frauen würden Männer dazu bringen, sie wie Götzen zu bewundern und anzubeten und sie so von Allah ablenken.

Wie alle patriarchalen Geschichtsschreiber schönen auch die muslimischen ihre eigene Geschichte und wollen uns sogar glauben machen, Mohammed habe die Stellung der Frau in Arabien verbessert; ein Trugschluss. Es geht dann aber doch etwas weit, wenn Carla Amina Baghajati, Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Mitgründerin der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen behauptet, ›vor dem Hintergrund, dass man in vorislamischer Zeit Frauen ohne Sanktionen ›krankenhausreif prügeln‹ konnte, sei die Erlaubnis des Propheten, dass Frauen von ihren Ehemännern geschlagen werden dürfen, wenn sie ihnen z.B. nicht gehorchen, gewissermaßen eine Revolution gewesen, die »zur Zeit des Propheten eine Art von Maximum an Eindämmung häuslicher Gewalt« gewesen sei! (Baghajati ›Muslimin sein‹) Auf die email-Anfrage, ob prügelnde Ehemänner in Arabien in der Zeit vor Mohammed tatsächlich geschichtlich festgehalten und nachgewiesen wurden und wenn ja, wo dies nachzulesen ist, kam von ihr bisher keine Antwort. Lügen sind im Islam ausdrücklich erlaubt, wenn sie dem Islam nützen und einen Vorteil verschaffen. Man stösst immer wieder auf Beschönigungen von Mohammeds frauenfeindlichen Worten, welche den Männern erlauben, ihre Frauen zu züchtigen. Körperliche Gewalt war ausschlaggebend für die Unterwerfung der Frauen, nicht eine überragende männliche Intelligenz. Bagatellisieren, Beschönigungen und Lügen dienen dazu, Mohammed zu rechtfertigen und KritikerInnen oder Andersgläubige zu täuschen. Zu dieser Art von Ethik und Moral gehört auch Verleumdung und die Steinigung bei Ehebruch, die schon altes jüdisches Recht war. Mohammed sprach den Frauen jedes Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ab. Frauen hatten den Männern als Sexsklavinnen zur Verfügung zu stehen. Aber erst mussten sie sich von ihrem ›heidnischen‹ Glauben, der Verehrung der Göttinnen-Trinität trennen: ›Heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. (Sure 2.221) Aber dann können Männer sie ohne jede Rücksicht für ihre sexuellen Bedürfnisse benutzen: ›Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.‹ (Sure 2.223)

›Die Frau im Islam wird sexualisiert, zum reinen Lust- und Gebrauchsobjekt‹

dies sagt Dalil Boubakeur, der Mufti der Großen Moschee von Paris. Er ist ein Vertreter des ›liberalen‹ säkularen Islam in Europa. Er hat sich auch wiederholt gegen die Vollverschleierung der Muslimin ausgesprochen sowie gegen demonstrative Minarette und Muezzinrufe. Boubakeur fordert, dass die Muslime sich der europäischen Gesellschaft weiter öffnen müssen.

»Einige Überlieferungen verbinden die Frage der Zufriedenheit des Mannes mit seiner Frau mit ihrem Eintritt ins Paradies: ›Wenn eine Frau stirbt, während ihr Mann zufrieden mit ihr war, wird sie ins Paradies eingehen‹. Auch ihrer Gebete werden nicht erhört, wenn ihr Mann nicht mit ihr zufrieden ist. Eine andere Überlieferung lautet: ›Ich blickte ins Feuer (der Hölle) und sah, daß die meisten seiner Insassen Frauen waren‹.« (Christine Schirrmacher http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M59ff8d1af0d.0.html) Die braven Männer hatten damals offenbar einige Mühe mit den rebellierenden und aufständischen Frauen; heute werden sie von fanatischen Frauen sogar unterstützt und ihre Frauenfeindlichkeit gerechtfertigt und verteidigt.

›Wäre es erlaubt vor irgend jemand außer Gott niederzufallen, dann sollten die Frauen vor ihren Ehemännern niederfallen‹ meinte al-Ghazali (islamischer Theologe des Mittelalters). Diese muslimischen Männer mit ihren lächerlichen Sprüchen nehmen sich einfach etwas zu wichtig.

Christliche Frauen in Europa, die aufgrund ihrer Heirat mit einem Muslim zum Islam konvertierten, leben hier im Schutz unserer liberalen Gesellschaft! Die Philosophin Elisabeth Badinter verwirft »den in Frankreich oft gehörten Einwand die katholische Kirche sei genauso frauenfeindlich wie der Islam: Sie hat aufgehört, die Ungleichheit der Geschlechter zu predigen. Ein Imam kann die sexuelle Unterwerfung der Frau unter ihren Ehemann verlangen, ohne dass er irgendeine Instanz fürchten muss.« (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frankreich-der-sieg-der-salafisten-14166175.html)

»Wir sollten uns hüten«, schreibt Gopal, »Mohammed ›humanistische‹ oder ›moralische‹ Motive zu unterstellen. Anhänger und Apologeten (Verteidigungsredner) des Islam haben Mohammed immer wieder als revolutionären Wohltäter dargestellt, der sich erstmals in der Weltgeschichte um die Rechte der Frauen verdient gemacht habe. Ganz in diesem Sinne äußert sich z.B. Ameer Ali: ›Dem Meister aber (d.h. dem Propheten Mohammed), der zu einer Zeit als kein Land, keine Regierung, kein Gesellschaftssystem den Frauen irgendwelche Rechte zugestanden hat, ganz gleich, ob diese unverheiratet, Mütter oder Ehefrauen waren, dazu in einem Land, in dem die Geburt einer Tochter als Unglück galt, dem weiblichen Geschlecht Rechte verliehen, die diesem selbst von den zivilisierten Nationen des 20. Jahrhunderts nur widerwillig und unter Druck eingeräumt werden, gebührt der Dank der Menschheit.‹ (›The Spirit of Islam‹ 1961, S. 256). »Etwas vollmundige Worte – im nicht gerade entlegenen Ägypten genossen die Frauen schon dreieinhalbtausend Jahre vor dem Propheten ziemlich genau die gleichen Rechte wie heute in Europa oder den USA, dazu brauchten sie auf den Meister nicht zu warten – aber durch ihn, bzw. seine Anhänger, verloren sie sie wieder bis auf den heutigen Tag…

Was Stärke, Intelligenz und soziale Stellung angeht, ließ Mohammed verkünden, der Mann solle eine Stufe über der Frau stehen, Frauen seien ohne Verstand, der Mann und seine Gebete würden durch die bloße Berührung einer Frau beschmutzt. (s. Gopal ibd. S. 246-248 passim)

Frauen haben weder individuelle Freiheits- noch gleichwertige juristische Rechte. Das Zeugnis einer Frau ist nur halb so viel Wert, wie das eines Mannes (Sure 2.282). Daraus leiten die islamischen Rechtsgelehrten eine natürliche Minderwertigkeit der Frau ab.
Die Aussagen machen es deutlich: Mohammed war offensichtlich wenig frauenfreundlich, das mag erstaunen. Nach dem Blutbad der ständigen Kriege und dem Tod seiner ersten Frau, die etwa 15 Jahre älter war als er, heiratete Mohammed eine Vielzahl von jüngeren Frauen (man spricht von 9 bis 14 und 23) Frauen; die Jüngste, Aischa, war gerade mal 9, Mohammed 53 Jahre alt. Es ist aus diesem Grund nicht leicht, seine tiefe Frauenverachtung und Diskriminierung zu verstehen. Mindestens an der Anzahl der Ehefrauen gemessen, könnte man meinen, dass er Frauen ausgesprochen geliebt habe; oder der alternde Mann sei sexuell noch besonders temperamentvoll gewesen. Aber das kann täuschen. Frauen wurden zu einem Bollwerk gegen Einsamkeit, Verlassenheitsängsten und Depression. Dem erwachsenen Mann waren die vielen Frauen Sicherheit, Schutz und Hilfe, um sein Kindheitstrauma, unbewusste Angst vor Liebesverlust, Trennung und Ohnmacht abzuwehren.
So wie als Heerführer auf dem Schlachtfeld hatte Mohammed nun die absolute Macht und Kontrolle über die Frauen, die er damals, als Kleinkind über seine Mutter nicht gehabt hatte. Seine Frauen konnten nicht weggehen, konnten ihn nicht verlassen, wie seine Mutter es getan hatte. Seine Ehefrauen waren unfrei, waren eingesperrt, hatten sich hinter einem Vorhang zu verbergen wenn Besucher das Haus betraten, – sie hatten keine Rechte mehr. Es ist aufgrund seiner Gebote, die von den Frauen Gehorsam und Unterwerfung gegenüber den ihnen ›höher gestellten Männern‹ – sogar unter Androhung von Schlägen – verlangte, anzunehmen, dass er dies auch von seinen eigenen Frauen erwartete und forderte: Gehorsam und totale Unterwerfung.

›Von allen Dingen, die erlaubt sind, ist die Scheidung das Verwerflichste in den Augen Allahs.‹ (Sahi Bukhari)

Mohammeds Angst vor dem Verlassenwerden scheint in den Scheidungsgesetzen durch: Während der Ehemann sich durch das dreimalige Aussprechen der Scheidungsformel ›ich verstoße dich‹ gültig scheiden lassen kann, ist die von der Ehefrau gewünschte Scheidung auch heute noch unvergleichlich schwieriger. (Übrigens ist sie den Frauen auch im Judentum, massiv erschwert; geradezu sadistisch kann der Mann die Scheidung verweigern, über Jahre hinweg kann er der Frau damit das Leben noch zur Hölle machen.) Gerade jener Mann – der seine Frau nicht respektiert, sondern verachtet und schlecht behandelt – das Schlagen von Frauen ist in muslimischen Ländern an der Tagesordnung – hat offensichtlich die größte Angst, von ihr verlassen zu werden. Gegen die Scheidung – der Frau! – wurde von Männern protestiert, moralisiert und polemisiert.

Mohammed befiehlt die Ermordung der Göttinnen

Die Pilger »kamen zu Manât und schoren da ihr Haupt und machten dort Halt, indem sie ihren Hagg nicht für vollständig hielten außer durch diese Schlussfeier… Diese Manât ist es, welche im Quran erwähnt wird… alle Araber ehrten sie hoch. Das dauerte bis zum Jahre 8 der Higra, wo Mohammed auf seinem Zuge gegen Mekka … den Ali gegen Sie aussandte. Der zerstörte Sie und nahm ihr ab, was sie hatte« (s. Wellhausen 1887, S. 21-23 passim). »Bei dem Hagg des Jahres 9 ließ Muhammed durch Ali den versammelten Pilgern die ›Lossagung‹ (Sure 9) vorlesen: künftig dürfe kein Götzendiener mehr an dem Feste teilnehmen, welches nunmehr aus einem heidnischen ein rein muslimisches geworden war« (Wellhausen 1887, S. 38).

Noch deutlicher als die Israeliten mit der Verfolgung und Eliminierung der Göttinnen-Verehrung in Kanaan und des Christentums mit den geheim gehaltenen Jesu-Worten: ›Ich bin gekommen, die Werke des Weibes zu zerstören‹, machte Mohammed die Verfolgung und Ermordung der Göttin anschaulich.

Mohammed orientierte sich beim Göttinnenmord wohl irgendwie an den Mythen der indoeuropäischen Griechen, wo Herakles die Schlange Ladon tötete, die den heiligen, fruchttragenden Baum der Göttin Hera bewachte. Die Christliche Kirche wies die Priester an, die heiligen Bäume und Haine zu zerstören. Heilige Bäume werden jedoch noch bis in die Gegenwart bei zahlreichen Völkern der Erde verehrt. Zu Heiligen Bäumen und ›Ascheren‹, den Kultpfählen der Göttin Astarte, schreibt Christl M. Maier: »Das Alte Testament kennt mächtige, einzeln stehende Bäume als Orte von Orakeln oder Gotteserscheinungen aber auch von Grabtraditionen. Bei den Propheten findet sich eine pauschalisierende polemische Kritik, die grüne Bäume mit ›Hurerei‹, d.h. Fremdgottverehrung [will heißen der Verehrung der Göttin!], in Verbindung bringen. Alle diese Stellen zeigen, dass Bäume heilige Orte markieren können, an denen kultische Begehungen stattfinden. Das Verbot, eine → Aschera neben einem JHWH-Altar zu pflanzen, verweist darauf, dass ein Baum auf die Göttin gleichen Namens verweisen kann. Auch der in deuteronomistisch überarbeiteten Schriften häufig anzutreffende Befehl, die Ascheren auszureißen oder zu verbrennen, wendet sich gegen das Symbol der Göttin, den natürlichen oder stilisierten Baum. Die Notizen über eine Aschera in Samaria sowie ein Kultbild der Aschera, das sich im Tempel von Jerusalem befindet, verweisen auf die Verehrung der Göttin Aschera im 9. Jh. v. Chr. im Nordreich und im 8./7. Jh. in Juda. Der in Hos 14,9 formulierte Anspruch, dass allein JHWH Israels immergrüner, heiliger Baum sei, impliziert eine Konkurrenz zwischen JHWH und der Göttin.« (s. Christl M. Maier 2006 : http://www.bibelwissenschaft.de/de/stichwort/19772/)

›Im Auftrag Mohammeds schlägt Khalid die Al Uzza geweihte Akazie um, bevor er die Göttin selbst tötet. Türkische Buchmalerei.‹

›Im Auftrag Mohammeds schlägt Khalid die Al-Uzza geweihte Akazie um, bevor er die Göttin selbst tötet. Türkische Buchmalerei.‹

›Als der Prophet ihren Kult verbot, waren sie schwer betroffen und unwillig.‹

»Die Zerstörung der die altarabischen Göttinnen darstellenden heiligen Steine und Bäume durch Mohammed nach der Eroberung Mekkas im Jahre 630 nimmt in den frühen islamischen Quellen einen breiten Raum ein. Ausführlich beschrieb der gelehrte Ibn al-Kalbi noch im 8. Jahrhundert in seinem ›Buch der Götzen‹ die Vernichtung der Göttin Al-Uzza: ›Al-Uzza war eine Satanin [!], die zu drei Akazien im Wadi von Nahkhla zu kommen pflegte. Nachdem der Prophet Mekka erobert hatte, befahl er dem Khalid ibn al-Walid: ›Ziehe zum Wadi Nakhla. Du wirst dort drei Akazien finden. Schlage die erste um!‹ Khalid tat, wie ihm geheißen. Als er zum Propheten zurückkam, fragte ihn dieser [offensichtlich ängstlich ob der ruchlosen Tat!] : ›Hast du etwas bemerkt?‹ Als Khalid verneinte, sagte der Prophet: ›So schlage die zweite um!‹ Wieder tat Khalid wie ihm befohlen und kehrte zum Propheten zurück. ›Hast du nun etwas bemerkt?‹ fragte ihn erneut der Prophet. ›Nein‹, erwiderte Khalid, worauf der Prophet ihm auftrug: ›So schlage die dritte um!‹ Als Khalid zu der Akazie kam, sah er sich einer Äthiopierin [d.h. einer schwarzen Frau] gegenüber, die ihr Haar aufgelöst und die Hände auf ihre Schultern gelegt hatte und mit den Zähnen knirschte. Hinter ihr stand Dubaiya vom Stamme Sulaim, ihr Priester. Als dieser Khalid erblickte, sprach er: ›O’Uzza, greife Khalid ohne Zögern an, wirf den Schleier ab und schürze dich, denn wenn du Khalid heute nicht erledigst, wirst du baldigst Schmach erleiden; wehre dich!‹ Darauf sagte Khalid: ›O’Uzza, gottlos seist du, nicht gepriesen! Ich sehe, dass Gott dich schon erniedrigt hat.‹ Und er schlug zu und spaltete ihr den Schädel. Und siehe da, sie war nur noch ein Häufchen Asche. Sodann fällte er den Baum und tötete Dubaiya, den Priester. Als er zum Propheten zurückkam und ihm berichtet hatte, sagte dieser:

›Das war nun Al-Uzza. Nach ihr werden die Araber keine Al-Uzza mehr haben.
Von heute an wird sie keine Verehrung mehr geniessen!

Dieser letzte Satz nahm insofern programmatischen Gehalt an, als er das Schicksal des Weiblich-Göttlichen auch im Islam besiegelte und auf die künftige untergeordnete Rolle der Frau abzielte. Die Muslimin war damit – wie die Jüdin – jeder Möglichkeit beraubt, sich mit einer als göttlich empfundenen Inkarnation ihres Geschlechts zu identifizieren. Stärker als im Christentum, wo Maria gottähnlichen Rang einnahm, ist deshalb der religiöse Bereich – zumindest der öffentliche, offizielle – eine Domäne der Männer geworden.« (Text und Bild: Ekkehart und Gernot Rotter ›Venus, Maria, Fatima – Wie die Lust zum Teufel ging‹ 1996, S. 114)

Nach der Ermordung der ersten beiden Göttinnen der Trinität, Manat und Al-Uzza, blieb noch Al-Lat. Mit ihr hatte Mohammed andere Pläne: Er vermännlichte sie, wie das bekanntlich schon in Ägypten von der Priesterkaste der Invasoren mit I-Set/A-Set/Isis gemacht wurde; der Name Al-Lat wurde um die weibliche t-Endung gekürzt und zu Allah. Zwangsläufig sollte damit ihre Verehrung und Beliebtheit auf den männlichen Gott übergehen. Der Fanatismus, mit dem Allah heute verehrt und gegen jeden Zweifel verteidigt wird, ist wohl der Versuch, die Ermordung der beiden Göttinnen und die Vermännlichung von Al-Lat – und damit die religiösen Verbrechen und der Betrug des Propheten – unter dem Deckel zu halten. Sonst wäre nicht nur der Ruf Mohammeds, sondern die Religion, die darauf aufbaut in Gefahr!

In der christlichen Kultur des Westens aufgewachsene AutorInnen sind, was die sogenannt ›heidnische‹ Religion der Göttin des Morgenlandes betrifft, kaum je objektiv.
Die Behauptung, es hätte im vorislamischen Arabien einen ›Hochgott Allah‹ gegeben ist dreist. Oder es wird so getan, als sei schon immer und überall ein männlicher Gott an der Spitze des Pantheons gestanden, so auch Maria Höfner von der Uni Graz. Sie schreibt: »Wie alle Nomadenvölker kannten auch die Beduinen Arabiens einen höchsten Himmelsgott, der der Schöpfer der Welt und der Spender des Regens ist…; dieses höchste Wesen heisst bei den Arabern Allah. Mohammed brauchte also bei der Verkündigung seiner monotheistischen Lehre keinen neuen Gott einzuführen; er hat lediglich Allah zum  e i n z i g e n  Gott gemacht, was durch das hohe Ansehen, das Allah schon vorher genoss, sehr erleichtert wurde« (Höfner ›Die vorislamischen Religionen Arabiens, Zentral und Nordarabien‹ in ›Die Religionen Altsyriens, Altarabiens und der Mandäer‹ 1970, S. 357 f.). Das ist Geschichts- und Religionsklitterung, denn nicht Allah genoss hohes Ansehen – die Verehrung galt der uralt Göttin Al-Lat, die von Mohammed zum Allah vermännlicht wurde. Zur oben beschriebenen Ermordung der Göttin Al-Uzza, bzw. dem Umhauen ihrer drei Akazien-Bäume schreibt sie: »Außer den Kultsteinen galten mehrfach auch Bäume als Sitz von Göttern [!]. So soll al-Uzza in drei Samura-Bäumen gewohnt haben… [Mohammed verbot jedoch] in einem hima der Allat die Bäume zu fällen. Unkundige können die Brisanz, dass es sich um die vorislamischen Göttinnen oder deren Symbole handelte, die brutal entfernt wurden, nicht erkennen. Auch nicht den Schwindel, vom vorislamischen Allah. Wo die Große Göttin nicht eliminiert werden konnte, wurde sie vermännlicht. Dies geschah unter patriarchaler Herrschaft immer wieder und überall. (s. D. Wolf ›Die Vermännlichung der vorderasiatischen Göttinnen‹ und ›Die Vermännlichung der Großen Göttin Ägyptens: Ua Zit/ I-Set (Isis) wird zum verfemten Seth‹ in ›Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens‹ 2009, S. 260 bis 263)

Um die zum Teil noch matriarchalen AraberInnen zum patriarchalen Allah leichter bekehren zu können, soll der Prophet neben Allah noch einige Zeit die Verehrung der drei vorislamischen Göttinnen erlaubt haben, was den islamischen Gelehrten heute peinlich und unter ihnen äußerst umstritten ist. Auch die Quraisch, der Stamm Mohammeds, pflegte die Kaaba zu umkreisen und zu sagen: bei Al-Lat und Al-Uzza und bei Manât, sie sind die allerhöchsten Schwäne, die erhabensten und schönsten Jungfrauen und auf ihre Vermittlung darf man hoffen (Sure 53, Wellhausen 1887, S. 30). Schwäne, bzw. Kraniche gehören zu den altarabischen Totemtieren der drei ›heidnischen‹ Göttinnen. Manât, Al-Lât und Al-Uzzâ galten im Islam erst noch als VermittlerInnen bei Allah. Darum wurden sie mit den hoch zum Himmel fliegenden Kranichen verglichen. Bald widerrief Mohammed jedoch diese Aussage, weil sie ihm nicht vom Erzengel Gabriel sondern vom Satan eingegeben worden sein sollen. »Die neue, gereinigte, oder berichtigte [!] Fassung, verdrängte diese Göttinnen, da sie auch als (untergeordnete) verehrungswürdige Wesen nicht mit dem Monotheismus-Gebot in Einklang zu bringen waren« (Wikipedia). Salman Rushdie bezieht sich in seinem Roman auf diese Sure 53 des Koran: Damit traf Rushdie einen wunden Punkt, aber er erfand nichts Neues. »Mit der Publikation seiner ›Satanischen Verse‹ zog Salman Rushdie 1988 den Unmut des islamischen Fundamentalismus auf sich, unter dessen religiösem Feme-Urteil, der Fatwa, er seitdem  zu einem Leben in ständigem Exil und in permanenter Bedrohung gezwungen war.  (s. ›Rushdie‹ im Internet) Der durch und durch patriarchale Mohammed duldet keine göttlichen Frauen und Allah keine andern Götter neben sich.

image002Links: Nackte Göttin v. Qaryat al-Faw, H. 8 cm, 1.-2. Jh. n.Chr. Museum des Institut für Archäologie, König Saud Universität, Riad, ›Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien‹)

In der überheblichen Art christlicher Autoren lesen wir im ›Lexikon der arabischen Welt‹ 1972: »Als Mohammed die Vielgötterei bekämpfte, hatte er nicht allein die geistigen Widerstände einer traditionsgebundenen primitiven [d.h. noch immer in großen Zügen matriarchalen!] Gesellschaft gegen sich, sondern auch die geschäftlichen Interessen der herrschenden Kaufmannsklasse von Mekka, der aus dem Kult der Kaaba eine reichliche Einnahmequelle zufloss. Erst nach seiner Eroberung Mekkas (630) fühlte er sich stark genug, an die Zerstörung der ›Götzenbilder‹ zu schreiten. Er bewahrte wohl die Heiligkeit der Kaaba und die Institution der Pilgerfahrt, wandelte aber das Ritual im Einklang mit dem Monotheismus des Islams um« (Lexikon S. 587). Von nun an beherrschten die Quraischiten Mekka. Wer Mekka beherrschte, hatte die Macht nicht nur über den Reichtum aus den Wallfahrten; Mekka lag an der Weihrauchstrasse und profitierte davon in vieler Weise, z.B. durch Wegzoll.

Der Göttinnen-Mord und die Saat der Gewalt

Mit dem Göttinnen-Mord, d.h. der Eliminierung des Weiblichen aus dem religiösen Kult, betraten alle drei monotheistischen Religionen den Weg der Gewalt und der Intoleranz. Von Gewalt gegen die VerehrerInnen der Göttin, die sich nicht bekehren lassen wollten, vom Kampf gegen ›Ungläubige‹ und gegen Kritiker zeugen mehrere Suren des Koran, z.B. Sure 9.5: ›Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf (wa-q`uduu lahum kulla marsadin)!‹ Oder Sure 8.12: ›Ich bin mit euch: Gebt den Gläubigen Festigkeit: Ich werde den Schrecken in die Herzen der Ungläubigen einflößen: schlagt ihnen auf ihre Genicke und schlagt ihnen alle Fingerspitzen ab‹. In der Frauen- und Göttinnen-feindlichen patriarchalen Kultur des Islam wurde die Saat der Gewalt gesät. »Mohammed war nicht nur Prophet, sondern auch Kriegsherr. Der Jihad, der ›heilige Krieg‹, nicht die friedliche Mission war seither das Mittel, den Islam zu verbreiten. Die Menschen in Damaskus, Jerusalem, und Alexandria wurden nicht nur bekehrt, sondern auch überfallen und unterworfen.« (›Gewalt und Unterdrückung im Islam – Eine Religion der Beliebigkeit‹ Necla Kelek, NZZ, 20.9.2014)

Juden und Christen – ›Die geistigen Väter Mohammeds‹

»Als Mohammed seine Mission aufnahm, stellten seine arabischen Zeitgenossen fest, dass die Geschichten, die er erzählte, den jüdischen und christlichen Schriften entstammten und dass seine Erzählungen von Hölle und Paradies, himmlischen Wesen und Geistern persischen Vorlagen entlehnt waren. Einige der arabischen Stämme waren Christen, andere, wie die Banu Taghlib, Akul, Tanuk und Tau waren Juden. Durch ihre Handelsbeziehungen standen die ›heidnischen‹ Stämme Arabiens in enger Verbindung mit Christen und Juden der Nachbarländer. Dabei konnten allerdings weder Christentum noch Judentum bei den Mekkanern und Medinensern festen Fuß fassen, denn diese hingen traditionsbewusst ihrem Stammeskult der Mutter-Göttinnen Mekkas an, wie das in reichen Handelsstädten normal ist. Daher waren Mohammeds Predigten für sie ›Fabeln der Alten‹ und natürlich glaubten sie, er habe entweder die Heiligen Schriften der Juden und Christen gelesen oder jemand habe sie ihn gelehrt.« (Jaya Gopal ›Gabriels Einflüsterungen‹ 2014, S. 51)

Der Glaube an die Abstammung von einer vergöttlichten, verehrten Urahne oder einer Göttin ist in Arabien sogar noch im Mittelalter zu finden. »In den älteren Texten wurden die arabaischen Anhänger Mohammeds auch ›Hagarener‹, ›Ismaeliten‹ oder ›Sarazenen‹ genannt, aber nicht Moslems.« (Gopal ibd.) Die Namen erklären sich aus der Bibel: Einer der Vorväter der Araber war der Stammvater Abraham. Ismael ist Abrahams Sohn von Hagar, seiner Zweitfrau und Sklavin von Abrahams Frau Sara (Gen 16,15). Das griechische ›sara-cenoi‹ und das latinisierte ›sara-ceni‹ bezeichnete Menschen, ›die aus dem Geschlecht der Sara/Sarai, der Zarin oder Königin, stammen‹. Aus den ›Legenden der Juden‹ lernen wir, dass Sara höher stand als ihr Gatte Abraham, ein Hirte, der aus Ur stammte. Abraham verdankte seinen Reichtum, seine Herden und seine Stellung als Stammesführer seiner Frau Sara (Louis Ginzberg ›The Legends of the Jews‹ 1909). Genau so verdankte auch Mohammed sein Ansehen und sein Vermögen seiner ersten Frau Chadidscha. Beide Frauen, Sara und Chadidscha, gehörten wohl beide ursprünglich zu einem matriarchalen und matrilinearen Stamm und hatten einen hohen gesellschaftlichen Status. (s. D. Wolf 2009, S. 309) Zwischen den beiden bedeutenden Frauen liegen 2500 Jahre.

Wie wir gesehen haben herrschten zur Zeit des Propheten Mohammed die Qur (Quraisch, Kuraischiten), zu denen auch Mohammed gehörte, in Mekka; deren Gesetzesbuch nannten sie Qur’an (Koran).

Sowohl die Sippe Abrahams, wie auch Mohammeds Sippe der Qurai gehörten zum Stamm und sind identisch mit dem mächtigen indoeuropäischen Stamm der Hurriter (auch Churriter, Kuriter, Horiter).

Sie sind die martialischen Eroberer aus dem Norden, die Ende des 4. und Anfang des 3. Jahrtausends Ägypten eroberten – wo sie als Shemsu-Hor bekannt wurden. Etwa gleichzeitig besetzten sie das Zweistromland Mesopotamien; sie werden dort ›Sumerer‹ genannt. Dieser mächtige, kriegerische Stamm hatte sich mit den Ariern verbündet, welche ihre Raubzüge als Priesterkaste begleitete. Die Eroberer unterwarfen die matriarchalen Länder, die nachweislich in Ägypten und Mesopotamien von Königinnen regiert wurden und nahmen gewaltsam als erste männliche Könige ihren Platz ein. Die Priesterkaste erfand die ersten männlichen Götter und die Ideologie einer männlichen Religion, welche äußerst frauenfeindlich war. Im 18. Jahrhundert, zurzeit und zusammen mit Abraham, breiteten sie sich bis ans Mittelmeer aus, besetzten Palästina und drangen allmählich auf der arabischen Halbinsel vor. Die Quraisch, die zur Zeit Mohammeds über Mekka herrschten, spielten bis zum Anfang der Neuzeit eine führende politische Rolle in der islamischen Welt. Nicht nur Mohammed selbst, sondern auch viele seiner frühesten Anhänger gehörten zu diesem Stamm. (Wikipedia) In der islamischen Welt gilt die Abstammung vom indoeuropäischen Stamm Mohammeds, den Quraisch, noch heute als ein Zeichen von Prestige. Muslimische Gelehrte sind stolz darauf den Stammbaum Mohammeds auf Abraham zurückzuführen. (s. im Netz: ›Der Stammbaum Mohammeds‹, ›Der Stammbaum der Quraisch‹)

Abrahamiten in Kanaan, Brahmanen in Indien und die Qurai in Mekka waren eingewanderte indoeuropäische Hurriter, die sich in Anatolien und Nordsyrien angesiedelt hatten und mit der arischen Priesterkaste verbündet waren.

Das klassische Arabisch entstand nicht auf der Arabischen Halbinsel, sondern im nördlichen Syrien. Das syrische Arabisch galt bis in die neueste Zeit als das gepflegteste und reinste Arabisch.

 

Die Hurriter

›Die Hurriter spielten eine ungeahnt große Rolle in der Kulturgeschichte des Nahen Ostens‹. (Gernot Wilhelm) Und eine dominierende Rolle spielten auch Abraham und Mohammed in ihren Sippen. Sie stützten sich – wie die patriarchalen Propagandalegenden erzählen – auf einen direkten Kontakt zu ihrem  Gott, der ihnen persönlich oder durch einen Engel mündliche Anweisungen für das von ihnen unterworfene Volk gab.

Die Hurriter waren nicht nur kriegerische Eroberer, sondern auch Händler, die die ganze damalige Welt bereisten. Sie tauschten dabei nicht nur Waren, sondern auch Wissen, Können, Ideen, Mythen und religiöse Traditionen. In Medina, wo sich Mohammed nach seiner Verbannung aus Mekka während 10 Jahren niederließ, setzte sich die Bevölkerung aus drei großen Gruppen zusammen, aus drei jüdischen Stämmen mit einem festverwurzelten Judaismus, der in der Zeit Mohammeds sehr wichtig war und zwei polytheistischen Stämmen. Wenigen in der westlichen Gesellschaft dürfte die Tatsache bekannt sein, dass Mohammed viele der Mythen und Einstellungen des Alten und Neuen Testaments der in Arabien ansässigen Juden und Christen in den Koran übernahm. Neue Forschungen im Jemen belegen einmal mehr, wie stark die Wurzeln des Islam mit dem Judentum und dem Christentum verbunden sind (Grabungen der Universität Heidelberg, archaelogie-online Januar 2011).

Mohammed übernahm von ihnen den monotheistischen Glauben und eliminierte die Göttinnen aus dem ursprünglich matriarchalen Kult Arabiens nach dem Vorbild der patriarchalen Juden und Christen. Die Patriarchalisierung vereinnahmte und vermännlichte alle ursprünglich matriarchalen Werte. Ein einzigartiges Beispiel dafür ist der nach der Göttin Al-Lat benannte Berg Alalat im Hochland von Ostanatolien nahe der Grenze zu Armenien, dem Herkunftsgebiet der Hurriter, der als heilig verehrt wurde. Mit dem L-R-Wandel und der Patriarchalisierung wurde daraus der Berg Ararat. Der Ararat wurde jedoch von den Armeniern von alters her ›Masis – Göttin der Berge‹ und ›Mutter der Welt‹ genannt. Es erstaunt nicht, dass dieser symbolträchtige Mutterberg von den patriarchalen Priesterkasten für ihre Zwecke usurpiert und sich im Mythos von der Sintflut und der Arche Noah, der auf diesem Berg gestrandet sein soll, zu Eigen machten. (zum L-R-Wandel s. D. Wolf 2009, S. 89)

Die Verschlechterung der Verhältnisse in Arabien – insbesondere für die Frauen 

war verbunden mit dem sichtlichen Übergang ins Patriarchat als Folge der Einwanderung der indoeuropäischen Invasoren. »Arabien war durchaus im Wanderungsbereich der indoeuropäisch sprechenden Stämme [die Ende des 4. Jahrtausends auch Ägypten erobert hatten DW]. Dafür sprechen Sprachverwandtschaften zwischen arabischen und indoeuropäischen Wörtern, aber auch eine gewisse Parallelität zwischen brahmanischen [indischen] und saudi-arabischen Bräuchen… Diese Fragen zu klären, würde weitreichende interdisziplinäre Forschungen erfordern… Jedenfalls existierten zu Mohammeds Zeit sowohl patriarchale wie auch matriarchale Verwandtschaftssysteme in Arabien. Aber die Macht der Männer in der Öffentlichkeit drängte nun mehr und mehr zur Durchsetzung.« (Eluan Ghazal ibd. 1995, S. 310 f.)

Frauen heute im muslimischen Patriarchat

Die Entwertung und Herabsetzung der Frau geht in islamischen Ländern von der Entmündigung bis zur völligen Entrechtung. Islamische Völker kennen keine Menschenrechte für Frauen. »Um zu heiraten, zu arbeiten, zu reisen, ein Bankkonto zu eröffnen oder zu erben, müssen sie sich Gesetzen unterwerfen, die sie benachteiligen und sind von der Zustimmung des Familienvorstandes abhängig. Um sich scheiden zu lassen, muss eine Ehefrau, im Unterschied zum Mann, vor dem Richter erscheinen und seine Zustimmung einholen. (Florence Beaugé, ›Die Freiheit der iranischen Frauen, ›Le monde diplomatique‹, Wochenzeitung, Febr. 2016, S. 21) Zur Ideologie des politischen Islam gehört die Begünstigung des Mannes, wie sie schon im Judentum und im Christentum angelegt wurde, die den Mann zum Haupt der Frau und der Familie machen.

›Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen,
was Allah den einen vor den anderen gegeben hat‹
. (Sure 4,31)
Aber: Weisheit und Liebe können damit nicht gemeint sein! 

Wären die arabischen Männer den Frauen tatsächlich überlegen, müssten diese nicht in schwarzen Säcken herumlaufen, müssten nicht ihr Haar verstecken, müsste man sie nicht mit Drohungen und Gewalt einschüchtern, würden den Frauen Menschenrechte zugestanden. Es ist die jämmerliche Angst jämmerlicher Pubertierender vor der Überlegenheit der Frau. Natürlich glaubten die Männer der derben Schmeichelei ihrer Überlegenheit gerne, die sich ihnen auch noch mit der Behauptung anbiederte, Gott sei männlich, so wie sie selbst. Was allerdings nur bestätigt, was schon Homer wusste: Nicht die Götter haben die Menschen geschaffen, sondern die Menschen-Männer die Götter. Besonders attraktiv für den Mann war die Erlaubnis, neben Sklavinnen, vier Frauen ehelichen zu dürfen, sofern er ihre Rechte und Bedürfnisse erfüllen konnte. Die materielle Sicherheit der Frauen war einfach dadurch zu erreichen, dass die Ehemänner ihre vier legitimen Ehefrauen arbeiten liessen – als Sklavinnen – z.B. als Herstellerinnen von Textilien oder Teppichen. Der Erlös aus dem Verkauf garantierte dem Mann ein sorgen- und arbeitsfreies Leben.
Den Männern wurde dazu noch ein besonderer Genuss im Paradies in Aussicht gestellt, der versprach, falls ein Mann in einem der vielen Kriege Mohammeds getötet würde, sollten ihm, ›dem Märtyrer‹, im himmlischen Bordell 72 glutäugige Jungfrauen zur sexuellen Verfügung stehen. Was für eine Verlockung, für sexuell frustrierte, nicht verheiratete junge Männer, die in der sexuellen Apartheidpolitik mit einem ständigen Testosteronstau leben müssen, die sich deshalb den Tod bis heute geradezu fanatisch herbei sehn(t)en.

Die Angst der Saudis vor der Archäologie

Schon mit den wenigen Informationen, die wir über das vor-islamische, matriarchale Arabien haben, können wir durchaus verstehen, dass der muslimische Klerus kein Interesse daran hat, an diese verschwiegene Zeit erinnert zu werden, oder sie aufzuhellen. Und so ist es denn auch vollkommen verständlich, dass die Saudis versuchen, diese Tatsachen um jeden Preis unter Verschluss zu halten. Dafür zerstören sie sogar einen großen Teil ihres historischen Erbes. Eine Woge von Demolierungen erfasste die heiligen Stätten des Landes im letzten Jahrzehnt. Nach Schätzungen von Sami Angawi, einem Experten für arabische Architektur, vernichteten die Bulldozer bereits über 90% der wenigen, letzten historischen Monumente. Sie wurden dem Bau von Luxushotels, Apartment-Häusern, Shopping-Centern, Parkplätzen und der Modernisierung der Infrastruktur geopfert. Selbst alte Stätten, die mit dem Propheten und seiner Familie verbunden waren, wurden auf Anordnung der Geistlichen beseitigt, so sein Geburtsort und das Grab seiner Mutter, denn ihre Verehrung sei Ketzerei. Das Geburtshaus von Mohammeds erster Frau, Chadidscha, soll einer öffentlichen Toilette gewichen sein. Diese Kultstätten müssen äußerst unerwünschte, verräterische Zeugen der vorislamischen Vergangenheit gewesen sein. Vermutet wird, dass die Mutter Mohammeds eine Priesterin war, die im Göttinnen-Tempel von Mekka gedient hatte. Ultra-konservative Geistliche führten einen langen erbitterten Kampf gegen ›Heidenglauben‹ und ›Götzen- (Göttinnen!) Verehrung‹, die sie als Häresie bezeichnen. Das unterscheidet den Islam in keinster Weise vom Vorgehen der andern beiden monotheistischen Religionen, dem Judentum und dem Christentum. Entsprechend zeigen sich die Saudis auch äußerst zurückhaltend, um nicht zu sagen abweisend, gegenüber archäologischen Forschungen. Die religiösen Führer Saudi-Arabiens fürchten offensichtlich, archäologische Funde, der Blick auf die vor-islamische Kultur könnte ihre Autorität und Glaubwürdigkeit und damit die muslimische Staatsreligion untergraben. Für ausländische Wissenschaftler ist Arabien eine terra incognita, beinahe unerreichbar, kaum je wird eine Grabungserlaubnis vergeben. Prinz Sultan Bin Salman, zuständig für Tourismus und Antiquitäten, lockerte zwar die Restriktionen etwas. In den Museen des Landes sind nun einige Funde ausgestellt, einschließlich nackter Statuen von Herkules und Apollo, hingegen werden keine weibliche Figurinen gezeigt. Arabien bleibt ein verschlossenes, sozusagen ein verbotenes Land für Wissenschaftler. So kam der Australier David Kennedy auf die Idee, das Land mittels Aufnahmen von Google Earth etwas genauer anzusehen. Er konnte an die 2000 unerforschte archäologische Stätten identifizieren. (Quelle: telegraph.co.uk von Praveen Swami, 4.2.2011) Die Saudis versuchen ihre matriarchale Vergangenheit zu leugnen, so, als hätte es keine vor-islamische Zeit und keine Göttinnen-Verehrung in Mekka gegeben. Und sie wollen verheimlichen, dass Allah eine Neuschöpfung Mohammeds im 7. Jahrhundert u.Z. war und dass dieser neue Gott –  wie der Gott der Juden und der Christen – mit aller Gewalt durchgesetzt wurde. Der islamische Glaube muss unter Zwang beibehalten werden, ein Abfall vom Glauben wird mit der Todesstrafe bedroht.

»Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz [Deutschlands] finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen.« (Gerd Lüdemann, Theologe) http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=6902

Erotik und Sexualität und die Verehrung der heiligen Yoni in Mekka

Das Sehnen der Gläubigen gilt der weiblichen Kraft der Liebe. Der größte mittelalterlich Dichter der Sufis, Ibn al-Farid, war als ›Sultan der Liebenden‹ bekannt. (Encyclopaedia Britannica 1970 ›Sufism‹). Er sagte, dass wahre Göttlichkeit weiblich sei und Mekka der Schoss der Erde.

Ibn el-Arabia, der ›größte Meister‹ der Sufimystiker, wurde der Blasphemie angeklagt, weil er gesagt hatte, die Gottheit sei weiblich. Einige Sekten wie die Sufis führten innerhalb des Islam »die tantrische Verehrung des weiblichen Prinzips fort. Sie hielten das Wissen aufrecht, dass die weibliche Kraft der Sexualität die Kraft ist, die das Universum zusammenhält«. (V. L. Bullough ›The subordinate Sex‹, 1973, S. 150)

Die Angst patriarchaler Männer vor der Frau und ihrer erotischen Anziehungskraft und speziell der ›Magie‹ ihres Menstruationsblutes und ihrer Gebärfähigkeit, war und ist noch immer groß. Der Islam hat die Ächtung der Frau als unrein und das Verbot des Geschlechtsaktes während der Menstruation – wie so vieles andere auch (z.B. die Beschneidung von Knaben) von ihren heutigen Erzfeinden, den Juden, übernommen: Auch bei den Muslimen ist es den Ehepartnern nicht erlaubt, in den Tagen der Menstruation miteinander zu schlafen und die muslimische Frau darf in dieser Zeit weder die rituellen Gebete sprechen noch den Koran berühren. Begründet wir dies damit, dass die Frau die blutet ›unrein‹ sei, ›unhygienisch‹, ›tabu‹, ›eine Sau‹, denn sie erinnert an die einst hochverehrte Saugöttin der matriarchalen Religion. Deshalb darf Schweinefleisch bei den Juden und den Muslimen nicht gegessen werden. (s. ›Patriarchale Ignoranten ächten die die Saugöttin‹)
Mekka war einst das Zentrum der sexuell freiheitlichen, matriarchalen Spiritualität. Mohammed usurpierte die ›heidnische Kaaba‹, den einstigen Wallfahrtsort der Göttinnen-Trinität Al-Uzza, Manat und Al-Lat, wo die weibliche Schöpfungsmacht und die Vulva verehrt wurden. Er zerschlug die heidnischen ›Götzenbilder‹ und ließ die Göttinnen morden. Jedoch bleibt die Verehrung der göttlichen Vulva für alle sichtbar und berührbar an der Kaaba erhalten.

Yoni-Verehrung an der Kaaba von Mekka

Die Bezeichnung ›Kaaba‹ ist religionsgeschichtlich und etymologisch verwandt mit der hebräischen Bezeichnung Kobah – und bedeutet Vulva. Auch im Griechischen bedeutet Kobah das weibliche Genital! (s. Jaya Gopal)

An der Kaaba legt eine meterhohe silberne Vulva Zeugnis ihrer einstigen Verehrung ab. Der berühmte schwarze Meteorit in ihrer Mitte wird noch immer als heilig verehrt. Allerdings wurde das Symbol für ›das Tor des Lebens‹ zur ›Hand Gottes‹ gewandelt. Es gehört zum heißesten Wunsch der Pilger den heiligen Stein zu küssen – wie es auch Mohammed getan haben soll – oder sie wenigstens zu berühren, um ihres Segens teilhaftig zu werden. Ist das nicht erstaunlich, das Heiligste alles Heiligen an der Kaaba in Mekka ist die Vulva – und damit zweifelsfrei weiblich!

Die Verehrung der  Yoni und die irdischen Freuden der Sexualität waren buchstäblich – ›schon immer‹ – Teil der arabischen Kultur und fanden – ähnlich dem indischen Kama Sutra – ihren schriftlichen und illustrativen Ausdruck. Scheich Nafzawi schrieb im 15. Jahrhundert ein erotisches Handbuch für den Großwesir von Tunis in arabischer Sprache: ›Der parfümierte Garten‹, (›The Perfumed Garden of Sensual Delight‹).

Damit erinnert Nafzawi daran, dass weibliche Sinnlichkeit und die religiöse Verehrung der Yoni
Teil der ursprünglichen Religion Arabiens waren.

Das Buch enthält »interessante, überraschende und humorvolle Einsichten in die sexuellen Sitten und Gewohnheiten und bietet historische und anthropologische Einblicke in die mittelalterliche arabisch-islamische Gesellschaft. Neben den universellen sexuellen Anleitungen und Ratschlägen, wie zum Beispiel die Wichtigkeit von Vorspiel und Küssen, sollen die mit Humor gewürzten Anekdoten, Geschichten angenehm amüsieren und erregen«. (Wikipedia ›Der parfümierte Garten‹)
Rufus Camphausen schreibt zum Stil des Werkes, das im längst patriarchalisierten Arabien, 800 Jahre nach Einführung des Islam entstanden ist: »Manche Begriffe und Beschreibungen zeugen von Einsichten in die weibliche Psyche und den weiblichen Sexualtrieb, aber sie verraten alle ihren männlichen Ursprung und maskuline Ausrichtung. Der Verfasser, Scheich Nafzawi, betont gern die männliche Potenz, indem er oft vom ›hundertmaligen Eindringen‹ spricht. Doch abgesehen von der Kritik, die diese Bildhaftigkeit bei vielen Zeitgenossen auslöst, bleiben die arabischen Begriffe für die Yoni eine anzuerkennende Leistung, weil sie so deutlich und klar den wichtigsten Teil der menschlichen Anatomie bezeichnen, etwas das in den angeblich freieren westlichen Gesellschaften nicht möglich ist.« (Camphausen ›YONI – Die Vulva – Weibliche Sinnlichkeit Kraft der Schöpfung‹ 1999, S. 106) Ob man die lange Liste von Yoni-Beschreibungen im Buch »lächerlich, pornografisch oder charmant findet, sie machen eines deutlich: Wir blicken hier auf die Überreste einer ursprünglichen Ehrfurcht und Magie, die seit Urzeiten das Reich der Yoni war«. (Camphausen ibd.)

Arabien war das Reich des Matriarchats, der Zeit, als Sexualität als Geschenk der Göttin gefeiert wurde. »Gerade in Arabien«, schreibt die Kennerin des Orients, Eluan Ghazal: »Gerade auf der Halbinsel hatten die noch heidnischen AraberInnen ein unverblümt-natürliches Verhältnis zur Sexualität… Noch bis zur Zeit Mohammeds, also viel länger als in anderen orientalischen und europäischen Ländern, gab es auf der Halbinsel erotische Freiheit für Frauen: Eine Frau konnte bis zu zehn Männer haben, wurde sie schwanger, so rief sie alle zusammen und bestimmte den rechtlichen Vater – und er musste einwilligen… Jedoch hatte sich in Mekka die Situation der Frauen schon vor Mohammeds Zeit verschlechtert.« (Ghazal ›Schlangenkult und Tempelliebe – Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften‹ 1995, S. 310) Was wohl auf den Einfluss des patriarchalen Monotheismus der Juden und Christen, die sowohl in Mekka und Medina lebten, zurückzuführen ist. So schlimm kann es jedoch nicht gewesen sein, denn bei der Flucht nach Medina wunderten sich Mohammeds Anhänger, dass die Frauen sich dort nach Belieben mit Liebhabern trafen, und dass nicht die Ehemänner, sondern die Brüder bei den Frauen lebten und die Kinder beaufsichtigten. Damit war es dann bald vorbei. »Uneheliche Erotik, in matrilinearen arabischen Gemeinschaften vollkommen selbstverständlich, wurde nun zu ›zinah‹, Unzucht. Jeder und jede sollte verheiratet und somit sexuell versorgt sein… Nur wenn der Mann die Frau sexuell befriedigen und materiell unterhalten kann, darf er mehrere Male heiraten. Mohammed wendet sich damit wahrscheinlich gegen reiche und mächtige Viehzuchtpatriarchen, die zahlreiche geraubte, im Kampf erworbene oder gekaufte Frauen besaßen: Große Harems bedeuteten zwangsläufig, dass ärmere und schwächere Männer geringere Chancen hatten, eine Ehefrau zu finden. Mohammed räumte also bei seinen Männern mit allzu krassen Klassenunterschieden auf – auch um jeden Mann innerhalb der Ehe erotisch zu versorgen. Ich nehme an, dass er damit auch die freie Erotik der vorislamischen Zeit unterbinden wollte…

Die unkontrollierte, lustvoll-chaotische heidnische Erotik wurde nun eliminiert. Auch alleinstehende Frauen wurden jetzt zum Unding, jede Frau musste verheiratet sein, auch wenn sie einen Mann mit drei anderen Frauen teilte. Die erotischen Energien wurden in feste Bahnen gelenkt, Erotik wurde kontrollierbar«. (Eluan Ghazal ibd. 1995, S. 314 f.)

Mohammed der mit vielen Frauen verheiratet war, »ließ außereheliche ›Unzucht‹ von Frauen und Männern mit Peitschenhieben bestrafen, und in manchen moslemischen Ländern geht es heute noch viel härter zu – ganz nach der Art der jüdischen Gesetze im ›Leviticus‹, dem dritten Buch Moses«. (Ghazal ibd. 1995, S. 76 f.) Immerhin ließ Mohammed die levitischen Ehegesetze mildern: »Die Todesstrafe durch Steinigung bei Ehebruch reduzierte er auf 80 Peitschenhiebe, und dieses Urteil konnte auch nur vollstreckt werden, wenn vier Zeugen die Tat aus nächster Nähe gesehen hatten. Bei Verleumdung bezogen die falschen Zeugen die Peitschenhiebe«. (Ghazal ibd. 1995, S. 313) Doch heute werden Frauen wegen Untreue immer wieder zu Tode gesteinigt. Dieser Brutalität stehen die himmlischen Versprechen des Islam gegenüber: »Dreißig paradiesische Freuden für den, der seine Frau liebkost, küsst und streichelt! Erotische Erfüllung [nur in der Ehe erlaubt!] wird von Mohammed also nicht, wie im Christentum, verteufelt, sondern geradezu ins Paradies erhoben. Anstelle von hageren Engeln und vergeistigtem Hallelujah erwarten den Gläubigen dort schwarzäugige Schönheiten, die ihm sinnliche Genüsse schenken« (Ghazal ibd. 1995, S. 312) – glauben sie wenigstens! Wie geht es aber den Frauen im Paradies? Sie bekommen ihren Ehemann zurück, ob sie ihn wollen oder nicht!

Es gibt noch »viele Spuren der Matrilinearität: ›Butn‹, also ›Bauch‹, hieß gleichzeitig auch ›Stamm‹. Zwei Beduinen verschiedener Stämme, die sich an einer Oase trafen, fragten also: ›Aus welchem Bauch kommst du?‹ Der moslemische Begriff ›Umma‹ für die Gesamtheit der Gläubigen leitet sich von ›umm‹ ab, also von ›Mutter‹. Auch die Vereinten Nationen ›al-ummam el mutahidah‹ sind eigentlich ›Vereinte Mutterländer‹. ›Nationen‹ heißt wörtlich ja auch ›Geborenheit‹. Die italienische Arabistin Vittoria Alliata traf noch in den 70er Jahren in der arabischen Steinwüste ›Rub’ al-Chali‹ matrilineare/matrilokale Stämme (Ghazal ibd.).

Jesus und der Islam‹ bei arte TV, eine schamlose Unterschlagung der Geschichte Arabiens  v o r  dem Islam

Wie sehr die ›vorgeschichtliche‹ oder ›archaische‹ Zeit, aus der Geschichte und damit aus der Wahrnehmung ausgeblendet wird, zeigt eine aktuelle Informationssendung im Dezember 2015 auf arte zum Thema ›Jesus und der Islam‹. Während den sieben beinahe je einstündigen Sendungen, schafften es 26 muslimische und nicht-muslimische WissenschaftlerInnen und die beiden Filmemacher, das dem patriarchalen Islam vorhergehende Matriarchat in Arabien nicht einmal zu erwähnen. Zur Kaaba in Mekka wurde zwar das vor-islamische ›Heidentum‹ angedeutet und so nebenbei als ›Götzenanbeterei‹ bemerkt, aber – und das ist eine Meisterleistung von Geschichtsklitterung – die Göttinnentrinität von Al-Lat, Al-Uzza und Manat mit keinem Wort erwähnt! Eine schamlose Unterschlagung der Geschichte der Religion der Göttin und der einstigen Macht der Frauen vor der patriarchalen Vereinnahmung und Zerstörung Arabiens durch Mohammed!

Was intelligente Muslime längst erkannt haben, wollen Männer mit suboptimaler Denkfähigkeit nicht wissen:

»Dort, wo ein Land ein gesundes Verhältnis zur Frau hat, geht es auch dem Land gut. Dort, wo es ein krankes Verhältnis zur Frau hat, geht es ihm schlecht.« (Kamel Daoud)

 »Jede Gesellschaft in der die Hälfte der Bevölkerung weniger Rechte hat als die andere, wird unweigerlich verkümmern und sterben.« (Muslimischer Philosoph in Andalusien)

 

(s. auch ›Weibliche Sexualität und Autonomie unter patriarchaler Kontrolle‹)

Literatur:

Briffault Robert ›The Mothers‹ London 1959
Camphausen Rufus ›Yoni – Die Vulva – Weibliche Sinnlichkeit  – Kraft der Schöpfung‹ München, 1996/1999
Dargun Lothar ›Mutterrecht und Raubehe und ihre Reste im germanischen Recht und Leben‹ 1883/2006
Ghazal Eluan ›Schlangenkult und Tempelliebe – Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften‹ 1995
Gopal Jaya ›Gabriels Einflüsterungen – Eine historisch-kritische Bestandesaufnahme des Islam‹ Ahriman 2004/2014
Al-Nafzawi Muhammad ibn Muhammad, ›The Perfumed Garden of Sensual Delight‹ 1999
Smith W. Robertson ›Die Religion der Semiten‹ 1899
Stone Merlin: ›Als Gott eine Frau war‹ 1988
(neu nur noch in englisch erhältlich: ›When God was a Women‹ 1976 und evt. antiquarisch in französisch ›Quand  Dieu était une  femme‹)
Walker Barbara G. ›Das Geheime Wissen der Frauen‹ Stichwort ›Arabien‹ 1993
Weiler Gerda ›Ich verwerfe im Lande die Kriege – Das verborgene Matriarchat im Alten Testament‹ 1984
Wellhausen Julius ›Reste arabischen Heidentums‹ 1897
Wilken George Alexander ›Das Matriarchat, das Mutterrecht bei den alten Arabern‹ 1884/2009
›Lexikon der arabischen Welt‹ 1972
Schirrmacher Christine ›Frauen im Islam‹ http://www.islaminstitut.de/32.100.html

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