Profil von Doris Wolf

Die Entzauberung der Pharaonen und der Ägyptologie

In den entscheidenden Momenten des Lebens handeln wir selten in freier Selbstbestimmung. Was unsere Arbeit zu sein scheint, ist im Grunde eine höhere Führung. Wir meinen, unseren Beruf zu wählen, und tatsächlich werden wir von ihm gewählt. (Johann Jakob Bachofen)

Bereits 33 Jahre dauert meine Faszination der Erforschung jener Zeit, bevor die Schrift vor 5000 Jahren dazu benutzt wurde, Ereignisse schriftlich festzuhalten. Ich hatte das Vergnügen, zum Wissen dieser wichtigen, jedoch zum grössten Teil unerforschten Geschichtsepoche, aus sozialgeschichtlicher, weiblicher Sicht einen Beitrag leisten zu dürfen. Dieser Teil betrifft geographisch nur einen kleinen, jedoch wesentlichen Teil der damaligen Welt; vor allem Ägypten. Für Frauen gibt aus dieser Zeit noch viel zu erforschen, z. B. das Gebiet des damaligen Vorderasiens, Persien, Indien und die noch weiter enfernten Gebiete, wie Sibirien, China, etc.

Aus all den Jahren intensiven Schaffens
sind meine wichtigsten Erkenntnisse:

Bis vor 5000 Jahren

– GAB ES KEINE KRIEGE und

– GAB ES KEINEN EINZIGEN MÄNNLICHEN GOTT

Der Grund ist ebenso eindeutig, wie wahr:
Die Welt wurde bis dahin von weisen Frauen geführt und geleitet.
Es war die Zeit der Mütter und der Verehrung der Grossen Göttin, die matriarchale Zeit.
Die Völker an den grossen Strömen und Handelswegen lebten in Frieden und Wohlstand. 

Angeregt von einer kurzen Ferienwoche in Ägypten, besuchte ich wissbegierig den Louvre in Paris, um mehr über die Vergangenheit dieses Landes herauszufinden.  Ein künstlerisches Meisterwerk, eine Grabstele aus der Zeit vor 5000 Jahren, jener Zeit um ca. 3000 v.u.Z. am Beginn der dynastischen Herrschaft Ägyptens, weckte meine Aufmerksamkeit. Auf der Stele sehen wir eine Kobraschlange, die im Palast eingeschlossen zu sein scheint und von einem überdimensionierten Falken dominiert wird. Ich spürte, dass hier etwas nicht stimmen kann. Mich befremdete, dass die Stele einem ›König Schlange‹ zugeschrieben wird. Schlangen, das wissen wir schon aus der Bibel, waren weiblich und wie ich später lernte, ein heiliges Tier der damals verehrten Großen Göttin. Das irritierte mich. Als Psychologin war ich es gewohnt, irritierenden Fragen auf den Grund zu gehen und das hatte Folgen. (s. ›Gab es einen König Schlange?‹)

Seit mehr als 33 Jahren hält mich sowohl die traditionelle Geschichtsschreibung, die Ägyptologie, als auch die ungeschriebene, ›andere‹ Geschichte, die urgeschichtliche Zeit vor den Pharaonen im Bann. Später kam zu meinen Forschungen, wenigstens ansatzweise, noch die Ur-Geschichte Mesopotamiens und Alt-Europas hinzu. Ein zu weites Feld für eine einzige Person und ein einziges Leben. Trotzdem, ich habe den mir möglichen Teil beigetragen. Ich wurde zur autodidaktischen Erforscherin der Geschichte des Alten Orients. Zur Beantwortung meiner Fragen waren die Hochglanz-bebilderten Bücher jedoch wenig hilfreich; zu viel Idealisierung, zu viel Jubelpropaganda, zu viel königliche Göttlichkeit, zu viel Kriegsverherrlichung, zu viel Beschönigung der Despoten und ihrer Zeit.
Mich interessierte im Besonderen, was hatte vor 5000 Jahren den Umsturz von der friedlichen Zeit unter der Leitung der Matriarchinnen in die kriegerische Zeit der männlichen Herrschaft bewirkt? Und, warum spricht niemand über diesen Umbruch?
Es war eine spannende Zeit des Forschens, in der ich viel Befremdendes, Erschütterndes, Empörendes, Geschöntes, Erlogenes, Verzerrtes, Verheimlichtes und Unterschlagenes erfuhr – aber vor allem unglaublich Interessantes, vieles davon aufregender als jeder Krimi. Da ich meine Studien selbständig und allein betrieb, ausser etwa einer Einführung in die Hieroglyphenschrift, kam ich mit der universitären Ausbildung nicht in Berührung. Da ich auch keine Karriere in Ägyptologie anstrebte, wurde ich nicht durch die traditionelle, d.h. patriarchale universitäre Lehre ›geschädigt‹, wurde nicht hirngewaschen, konnte unvoreingenommen meine eigenen Studien betreiben. Im Gegensatz zu den universitär ge- oder verbildeten, bzw. patriarchal indoktrinierten Frauen und Männern war ich also nicht gezwungen, die patriarchale Sichtweise zu übernehmen. Ich war völlig frei. Als Frau war und ist meine Sicht natürlich subjektiv weiblich, vor allem aber humanistisch. Erstaunt stellte ich fest, dass diese Sicht in der Ägyptologie bisher keinen Platz findet. Die Kulturbeiträge der Frauen, das, was von ihnen schon vor und während der neolithischen Zeit geschaffen wurde, fand keinen Eingang in die Geschichtsschreibung. Es wurde von den Historikern entweder ausgeblendet, vergessen oder der patriarchalen ›Hochkultur‹ zugeschlagen.

Die geschichtliche, die geschriebene Zeit ist die Zeit des Patriarchats. Erst seit 5000 Jahren dominieren patriarchale Männer die Welt, überziehen sie mit Gewalt und Krieg. Und nur diese Zeit behandeln die Historiker. Die patriarchale Geschichtsschreibung ist nichts anderes als eine einzige militaristische Kriegsberichterstattung. Doch die Zeit des modernen Menschen dauert schon viel länger, seit mindestens dreihunderttausend Jahren. Diese Zeit ist bei den meisten Forschern äusserst unbeliebt. In den folgenden Artikeln auf der Homepage werden Sie sehen, warum das so ist. Wir müssen jedoch aus der Geschichte lernen, wenn wir etwas in dieser Welt verändern möchten. Doch dafür müssen wir sie erst einmal kennenlernen. Wir müssen die Vergangenheit erforschen, nicht nur die 5000 Jahre bis zum Beginn des Patriarchats, sondern weit zurück ins Neolithikum. Wir müssen uns weiterbilden, müssen uns Wissen aneignen, nicht einfach glauben, was man uns erzählt, und das heisst in erster Linie lesen und lernen.  Aufklärung tut Not. Johann Jakob Bachofen (1815–1887) schrieb zu Recht:

»Wie sollen wir das Ende erkennen,
wenn der Anfang ein Geheimnis bleibt«?

Erforscht wurden die 300‘000 Jahre des modernen Menschen zwar von Anthropologen, Soziologen, Ethnologen und Urgeschichtsforschern. Jedoch geschah dies ausschliesslich aus patriarchaler Sicht. Die Wissenschaft wurde bis vor wenigen Jahren von Männern dominiert; für sie war es die höchst erfolgreiche Epoche der gerühmten Jäger und Sammler. Dass es in diesen Jahren auch schon Frauen gab, war für die Forscher nebensächlich und floss nicht in ihre Überlegungen ein. Doch diese Einseitigkeit des männlichen Forscherblicks führte zur grössten Verzerrung der Geschichte, zur Annahme, dass Männer ›schon-immer‹ die Welt dominierten, dass die Gesellschaftsform dementsprechend ›seit-jeher‹ patriarchal war, und dass Männer die Schöpfer der Kultur waren. Das änderte sich mit dem Basler Juristen Johann Jakob Bachofen, der die Rolle der Frauen als Mittelpunkt jener langen Epoche erkannte und feststellte, dass das zerstörerische Patriarchat erst vor kurzer Zeit erfundene wurde und seither die Welt beherrscht. Wer weiss heute, dass Kriege erst vor 5000 Jahren, mit der Eroberung Mesopotamiens und Ägyptens durch indoeuropäische Männerhorden in die Welt kamen? Dass damit 300’000 Jahre des Matriarchats, 300’000 Jahre des Friedens, der prosperierenden matriarchalen Kultur und Werte vereinnahmt und zerstört und das Patriarchat institutionalisiert wurde? Was wir jedoch gelernt haben, weil es in jedem Schulbuch so steht, wie die sogenannte ›Hochkultur‹ Ägyptens bejubelt wird. Warum wissen wir so wenig Reales, Richtiges? Warum wird uns in der Schule eingebläut, Kriege habe es schon immer gegeben, auch Religionskriege? Wir glauben, das Patriarchat sei ›das Normale‹, Gott sei schon-immer ein Mann gewesen und die patriarchale Demokratie die beste aller je gelebten Gesellschaftsformen. Und das alles, obwohl das Patriarchat einseitig männlich dominiert wird, ständig Kriege führt, die Welt voller Ungerechtigkeit, Armut und Not ist und Frauen nur nach harten Kämpfen langsam wieder einen kleinen Teil von Gleichberechtigung erringen konnten, und das auch nur auf einem kleinen Teil der Welt. Niemand erzählte uns, was tatsächlich geschehen war, was  den Umsturz vom friedlichen Matriarchat ins kriegerische Patriarchat bewirkt hatte. Im Laufe meiner Forschungen kam ich zum Schluss, dass unsere Lehrer es selbst nicht besser wissen, und davon bis heute tatsächlich keine Ahnung haben. Das Patriarchat hat uns allen das Hirn gewaschen, auch den Lehrern und Professoren und sie vom Erkennen der Tatsachen abgehalten.

Aus all den Jahren intensiven Schaffens sind meine wichtigsten Erkenntnisse:

Bis vor 5000 Jahren

– GAB ES KEINE KRIEGE und

– GAB ES KEINEN EINZIGEN MÄNNLICHEN GOTT

Der Grund ist ebenso eindeutig, wie wahr:
Die Welt wurde bis dahin von weisen Frauen geführt und geleitet.
Es war die Zeit der Mütter und der Verehrung der Grossen Göttin, die matriarchale Zeit.
Die Völker an den grossen Strömen und Handelswegen lebten in Frieden und Wohlstand. 

In den 1990er Jahren und noch nach Jahren eigener intensiver Forschung, konnte ich nicht glauben, dass in der Fachliteratur der Zürcher Universität nichts Neues zum Thema der Vorgeschichte Ägyptens zu finden war – und damals gab es noch kein Internet. Das patriarchal geleitete Institut für Ägyptologie in Zürich war auch nicht der Ort, wo ich danach suchen musste. Auf der Suche nach Informationen zur Ur- und Vorgeschichte Ägyptens besuchte ich bei der nächsten Gelegenheit in Kairo das Schweizer Institut, ohne Erfolg. Beim Deutschen Institut lachten mir die beiden anwesenden Herren ins Gesicht, nach welcher Vorgeschichte ich eigentlich suche? Nach der Ägyptischen, sagte ich, wenn wir schon hier sind. Sie grinsten ob meiner Frage und verneinten, nein, das gebe es nicht. Weiter zum französischen Institut: Auch dort, völliges Unverständnis auf meine Frage nach der Prehistoire Egyptienne. Bis ein Mann auf die Idee kam, mir den Namen  eines französischen Archäologen zu nennen, Mr. Fernand Debono, ein älterer Herr, der in Heliopolis wohne, der habe sich, soweit man wisse, damit befasst. Das unerwartete Interesse einer Frau aus der Schweiz für die Ägyptische Urgeschichte war für Herrn Debono eine grosse Überraschung. Eigentlich interessiere sich niemand dafür. Unsere Begegnung war für beide beglückend.

Später fand ich bestätigt, die ägyptische Vorgeschichte war seit dem Tod der Pionierinnen, z.B. den Arbeiten des Archäologen Flinders Petrie und seines Teams, insbesondere Elise Baumgartel, die vor den Nazis aus Österreich nach London geflüchtete Archäologin, und Petries Nachfolger W.B. Emery ad acta gelegt, schubladisiert und vergessen worden. Mit Absicht, die Spuren dieser Zeit vor den verherrrlichten Pharaonen, war unbeliebt und unerwünscht. Es war die Zeit des Aufkommens des Faschismus. Seinen Einfluss in Deutschland und den USA behandle ich im 1. Kapitel des englischen Buches: ›REVEALING THE UNCOVERED HISTORY OF EGYPT –THE DEMYSTIFICATION OF THE PHARAOHS. Challenging Conventional Egyptology‹ (Die Enthüllung der unentdeckten Geschichte Ägyptens – Die Entmystifizierung der Pharaaonen. Die konventionelle Ägyptologie in Frage gestellt‹ Erscheint im Herbst 2021)

Das ist meine These, wie der katastrophale Umsturz geschah: Die indoeuropäischen Viehzüchter in den südrussischen Steppen hatten beobachtet,  dass es – trotz ihrer gefürchteten Gefährlichkeit – männliche Tiere, Stiere, brauchte, weil sie ihren Beitrag zu leisten haben, wenn man Jungtiere wünscht. Zu Recht schlossen Männer daraus auf ihren eigenen Anteil bei der Entstehung neuen Lebens, der ihnen bisher nicht bewusst war. Die biologische Vaterschaft war bis dahin unbekannt. Väter spielten in matriarchalen Clans keine Rolle. Die Erzeuger trugen auch keine Verantwortung für den eigenen Nachwuchs. Männer sorgten sich im mütterlichen Blutclan für die Kinder ihrer Schwestern (dies und die Folgen sind u.a. nachzulesen in meinen Büchern (s. unten). Die neue Erkenntnis der Viehzüchter brachte einige Männer dazu, um Macht, um Vormacht und gegen die Frauen, die bisher aufgrund ihrer Fähigkeit Kinder zu gebären, die Sippe zu umsorgen und zu erhalten, verehrt wurden, zu kämpfen. Dieser Kampf gipfelte im Laufe der Jahrtausende in überspannten Phantasien männlicher Wichtigkeit und in der kompletten Abwertung des weiblichen Anteils der Frauen und Mütter. Patriarchale Männer im antiken Griechenland behaupteten, Mütter seien nur das Gefäss, in dem der männliche ›Samen‹ ausgebrütet werde. Die Abwertung der Mütter und Frauen ging einher mit der Überhöhung und Selbst-Vergöttlichung der Männer.  Nach der Entdeckung der biologischen Vaterschaft und der darauf folgenden Institutionalisierung der patriarchalen Ideologie wurde der erste männliche Gott vor nur 5000 Jahren in Ägypten erfunden. Er erhielt die indoeuropäische Bezeichnung für ›Vater‹: ATum. Doch beim Volk wurde der Vatergott nicht akzeptiert, es blieb bei der Verehrung seiner uralten Mutter-Göttin. Echnaton versuchte ihn im 14. Jahrhundert zu reaktivieren und erfand ›seinen eigenen göttlichen Vater‹ in Gestalt des Sonnengottes ATon. (Die Vatersilbe AT findet sich in vielen indoeuropäischen Sprachen, vom arabischen ATA bis zum deutsch/schweizerischen ÄTti.)

Die ›Herrschaft der Väter‹ wird ›Patriarchat‹ genannt, weil seine staatliche Institutionalisierung tatsächlich mit  der Entdeckung der biologischen Vaterschaft zu tun hat. Es gibt andere Thesen, z.B. dass es das Klima, oder die Sesshaftigkeit und damit der Beginn des Privateigentums, oder die Erfindung des Pfluges war, die zum Umbruch geführt habe, doch dann würde unser Gesellschaftsform nicht Patriarchat geheissen, sondern als die Herrschaft des Mannes vielleicht Mann-ismus oder Herr-ismus, oder abhängig von der jeweiligen These, als Zeitalter des Klimat-ismus, des Pflug-ismus oder Sessi-smus usw. genannt. Etwa so, wie die patriarchale Geldgier ›Kapital-ismus‹ genannt wird.
Wir glauben irrtümlicherweise, das Patriarchat, das die Welt heute beherrscht, sei die ›normale‹, die einzig mögliche Gesellschaftsform und das sei ›schon-immer‹ so gewesen. Wir  glauben auch, autoritäre Hierarchien, eine Einteilung in Oben und Unten, in Mächtige und Unterworfene, in Herren und Sklaven, in Ausbeuter und Ausgebeutete, habe es ›seit jeher‹ gegeben und dies sei unumgänglich für die ›Ordnung‹, und dass die Welt, ohne diese Rangordnung in Anarchie und Chaos versinken würde.
Heute glauben wir auch an einen patriarchalen Gott – wenn wir die Bibel wirklich lesen, ist es ein bösartiger, tyrannischer Gott, den die neuen Machthaber erfunden haben, nach des patriarchalen Mannes Ebenbild. Er wurde uns jedoch im Laufe der Zeit als guter Gott, als liebevoller Vater seines Sohnes Jesus schmackhaft gemacht. Wir glauben das, weil uns patriarchale Lehrmeister während 5000 Jahren dazu erzogen haben, dies zu glauben, weil man uns das eingetrichtert hat, weil wir ignorant sind, ungebildet und ›brainwashed‹, hirngewaschen, und verdummt bis zur Blödheit. Weil die meisten Menschen sich mit der schreienden Ungerechtigkeit, der Gewalt, den Kriegen, den Despoten und Diktatoren, dem Elend und der Armut abgefunden haben. Sie glauben, ihr Gott wolle es so, dagegen könnten Menschen eh nichts tun. Die Gläubigen meinen sogar, all dies werde in einem jenseitigen Leben wieder gut gemacht, die Opfer sogar ›im Himmel‹ belohnt. Aber dieser Aberglaube und die patriarchale Ideologie hatten einen Anfang und können auch wieder ein Ende nehmen. (Ein 16jähriges Mädchen aus Schweden, Greta Thunberg, hat uns gezeigt, was möglich ist! Und  jetzt zwingt uns ein winzig kleiner Virus, zum Denken und Umdenken.)

»Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Bürger[Innen]
die Welt verändern kann. Tatsächlich ist es das Einzige,
was jemals funktioniert hat.« (Margaret Mead)

(Margaret Mead, 1901–1978, war eine amerikanische Ethnologin. Sie gilt als eine der entschiedensten Vertreterinnen des Kulturrelativismus im 20. Jahrhundert und ist neben Ruth Fulton Benedict die Hauptvertreterin der Culture and Personality School. Sie vertrat die Auffassung, dass Sozialverhalten formbar und kulturbestimmt sei.)

Die matriarchale Ur-Geschichte ist bei den Wissenschaftlern nicht beliebt. Der Grund, die patriarchalen Wissenschaftler und die Kirchen, die unsere Universitäten dominieren wissen sehr wohl, die Erforschung der Urgeschichte – besonders wenn sie aus weiblicher Perspektive untersucht wird – bringt Dinge ans Licht, welche nicht ins Bild der patriarchalen Historiker und der ebenso patriarchalen Kirchen und Religionen passen. Darum wurde sie kaum erforscht und das Gefundene nur selten veröffentlicht. Wir leben heute in einer von Männern bestimmten Welt. Historiker schreiben mit Vorliebe Geschichte, in der Frauen gar nicht vorkommen. Mit meinen Büchern beging ich einen Tabubruch, dem der patriarchale Bannstrahl in der Presse folgte; ein versuchter Rufmord (s. auf dieser Homepage: ›His masters voice‹).

Wie lebte das Volk vor und unter den Pharaonen,
wie lebten jene 99 Prozent der Menschen,
die nicht zur damaligen ›Elite‹ gehörten?

Zu diesen 99% hätten wahrscheinlich Sie und ich gehört und unser Schicksal wäre entsprechend düster gewesen. Das ägyptische Volk wurde in der Zeit der Pharaonen versklavt, unterdrückt und ausgebeutet. Daran hat sich nie etwas geändert. Noch immer ächzt das ägyptische Volk unter der Diktatur der Gewalt, der Unfreiheit und Unterdrückung der mächtigen Regierung, des Militärs und seiner Waffengewalt, unterstützt von den Machthabern und Waffenlieferanten der ganzen Welt.
Der  Ägyptologe Pierre Montet behauptet, dass man viele Fälle kenne, »in denen sich der König seinen Unter­tanen gegenüber wie ein mit Vernunft und Feinge­fühl begab­ter Mit­mensch benahm«, beispielsweise als der »König ei­nem Priester zu­liebe das Gesetz außer Kraft setzte, das den mit dem Tode bestrafte, der königliche Insignien berührte«, oder »dass ein alter Höfling bei der Audienz den Fuß des Königs küssen durfte, obwohl das Zeremo­niell sonst er­forderte, dass man den Bo­den vor dem Kö­nig mit den Lippen berührte« (Montet 1975, S. 114). Der Ägyptologe Adolf Erman wies jedoch darauf hin, »dass die trüben staatli­chen Zustän­de im Alten Ägypten zu allen Zeiten bestan­den ha­ben. Die Inschriften versuchten uns zwar das Bild eines ›wahren Idealreiches‹ zu vermitteln, in dem ein ›göttlicher‹ Herrscher ›väterlich für sein Land sorgte‹, der dafür von seinen Unter­tanen ge­liebt und gepriesen worden sei. Doch der Schein trügt, denn hinter den schönen Worten verborgen, be­standen schlim­me Verhält­nisse« (Adolf Erman ›Ägypten und ägyptisches Leben im Altertum‹, 1984, S. 57). Diese Art kriti­scher Distanz findet sich jedoch äußerst selten.
Der britische  Ägyptologe T. G. H. James, Autor des Buches ›Pharaoh’s People: Scenes from Life in Imperial Egypt‹ 1984, beteuert, der Ägyptologe begegne der Propaganda, dem Wortschwall und den Prahlereien der kö­niglichen Inschriften stets mit Vor­sicht, kommt dann aber zum Schluss, man müsse diesen »dennoch eine gewisse Glaubwürdigkeit zuge­ste­hen, sonst hätte man ja das ganze Gebäude der ägyptischen Ge­schichte als eine ausge­klügelte, während Jahrhun­derten von Mei­ster­betrügern wei­tergegebe­ne Lüge zu betrachten« (James 1988, S. 23 f.). Doch wir leben im Patriarchat. Leider bringen persönliche, politische, religiöse, soziale, geschlechtsabhängige und ideologische Neigungen und Interessen der jeweiligen Historiker immer wieder Blendwerke hervor, die mehr Licht auf sie selbst als auf ihren Forschungsgegenstand werfen.
Spöttisch bemerkte der Ägyptologe Peter Kaplony einmal vor seinem Auditorium in Zürich, das meiste, was die Ägyptologen erzählten, sei reine Spekulation; die Gelehrten versuchten eben, die Blößen des Nichtwissens zu verdecken, indem sie so täten, als wüssten sie viel mehr. Manchmal sei auch die Autorität eines Gelehrten so groß, dass man ihm glaube, obwohl er nur spekuliere!
Hier bewahrheitet sich, was schon Marcus Tullius Cicero sagte: »Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.« Bis heute glauben (fast) alle an den Pharanonen-Schwindel, selbst jene, die ihn erfunden haben, die Ägptologen. Anlässlich der Internationalen Ägyptologen-Konferenz 1997 klagte man, das Ansehen der Ägyptologie sei drastisch im Schwinden. Wen wunderts?

Meine Recherchen beschreibe ich zum Teil auf dieser Homepage,
die inzwischen auf über 100 Artikel angewachsenen ist und in meinen Büchern:

1. ›Was war vor den Pharaonen – Die Entdeckung der Urmütter Ägyptens‹ 1994
(ist vergriffen, kann jedoch als kostenloses PDF bei Doris Wolf bestellt und
heruntergeladen werden)
2. ›Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens‹
2009 (noch erhältlich bei Doris Wolf infoatdoriswolfdotch)
3. ›Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit und was daraus geworden ist‹ 2017
4. ›Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug‹ 2019
5. ›Die Geschichte vom Ursprung des Patriarchats‹ (z.T. schon jetzt auf dieser
Website zu finden, aber noch etwas in Arbeit)
6. ›The demistification of the Pharaos – Challenging Conventional Egyptology‹
(Erscheint voraussichtlich im Herbst/Winter 2021)

 

 

 

 

 

 

Alle Bücher (inkl. Versandkosten), können direkt bei Doris Wolf bestellt werden: infoatdoriswolfdotch (s. auch meine Homepage als Psychologin in der Schweiz: www.doriswolf.ch
Hinweis: Ich bin nicht die deutsche Psychologin Doris Wolf, die zahlreiche Lebenshilfe Bücher geschrieben hat.)

 

 


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