Profil von Doris Wolf

Die Tragödie des Patriarchats und die Entzauberung der Pharaonen – erforscht, analysiert und aufgezeichnet

In den entscheidenden Momenten des Lebens handeln wir selten in freier Selbstbestimmung. Was unsere Arbeit zu sein scheint, ist im Grunde eine höhere Führung. Wir meinen, unseren Beruf zu wählen, und tatsächlich werden wir von ihm gewählt. (Johann Jakob Bachofen)

Offenbar ist es eine weibliche höhere Führung, die mir die Aufgabe übertrug, an der Geschichte der Frauen weiter zu forschen, um mit meiner Arbeit Bachofen und jene Forscherinnen und Autorinnen zu ergänzen, die es schon vor mir taten. Ausser ihnen, wissen die wenigsten Frauen, dass wir eine ungeheuer wichtige, hochinteressante Geschichte haben! Es ist eine unglaubliche, im Patriarchat geheim gehaltene Geschichte, in dem wir seit 50oo Jahren in Blindheit gehalten werden.
Wir leben im Patriarchate und haben nur die Geschichte aus männlicher Sicht zu hören bekommen. Geschichten von grossartig geschlagenen Schlachten und noch grandioseren Siegern und Helden, die uns – pardon, liebe Historiker – nur langweilen und anöden. Es ist höchste Zeit für die Geschichte der Frauen!

Wie ich dazu kam, die Urgeschichte und damit die vom Patriarchat unterschlagene Geschichte der Frauen zu erforschen, ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Es war ein Zufall: Angeregt von einer kurzen Ferienwoche in Ägypten, besuchte ich nichts ahnend den Louvre in Paris, um mehr über die Vergangenheit dieses Landes zu erfahren. Das war 1988. Die Geschichte hat mich seither jeden Tag ( und die meiste Nächte) beschäftigt und je länger ich mich in sie vertiefte, fasziniert.

Im Louvre sah ich erstmals ein großartiges, künstlerisches Meisterwerk, eine Grabstele aus der Zeit vor 5000 Jahren, als die dynastische Herrschaft Ägyptens errichtet wurde. Auf der Stele sehen wir eine Kobraschlange, die im Palast eingeschlossen zu sein scheint und von einem überdimensionierten Falken (dem Horusfalken) dominiert wird. Mich befremdete, dass die Stele einem ›Roi‹, einem ›König Schlange‹ zugeschrieben wurde. (s. Wolf ›Gab es einen König Schlange?‹) Schlangen, das wissen wir schon aus der Bibel, waren weiblich und wie ich später lernte, ein heiliges Tier der damals verehrten Großen Göttin. Das irritierte mich. Für mich war spürbar, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Ich war durch die Lektüre von der in den 1970er Jahren verstärkt aufkommenden Welle der Bücher von Frauen, vor allem aber durch das grossartige Buch ›Als Gott eine Frau war – Die Geschichte der Ur-Religion unserer Kulturen‹ von Merlin Stone (›When God was a Woman‹ 1976) für die Ur-Geschichte sensibilisiert worden und begegnete der patriarchalen Geschichtsschreibung mit Skepsis. Auch gegenüber der Ägyptologie war ich vorsichtig, hatte ich doch davon gelesen, dass beispielsweise Frauengräber – die wichtigsten Zeugnisse der Archäologie – welche wesentlich größer und moderner waren, und viel mehr wertvolle Grabbeigaben enthielten, als jene von Männern, aufgrund patriarchaler Vorurteile mehr als einmal irrtümlicherweise einem König, statt einer Königin zugeschrieben worden waren. So war ich beim Anblick der Stele bereits vorgewarnt und auf der Hut. Im Laufe meiner Forschungen, begegnete ich solchen Irrtümern immer wieder. Zum Beispiel, dass der auf der berühmten Narmer-Palette abgebildete Schreiber nicht ein Mann, sondern tatsächlich eine Frau ist. (s. Wolf ›Die Kulturleistungen der Frauen – die Wiege der Zivilisation‹)

1938 in der Schweiz geboren, gehöre ich zur Generation der Frauen, die in den 1970/80er Jahren begannen, sich für die Frauenfrage zu interessieren. Ich war wissbegierig, schon als Kind eine Leseratte, und wurde schliesslich Psychologin, wohl weil mich alle menschliche Probleme interessierten. Stets ging ich irritierenden Fragen auf den Grund und vertraute auch meiner Intuition. Mit diesem Rüstzeug begann ich nach dem Falken Horus und seiner Anwesenheit auf der Stele, zu forschen.
Auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen waren die Hochglanz bebilderten Bücher wenig hilfreich: Zu viel Idealisierung, Jubelpropaganda, Verherrlichung von Macht, königliche Göttlichkeit, Kriegsverherrlichung und zu viel Beschönigung der vergotteten Despoten. Die Pharaonen interessierten mich außer im Kontext meiner Forschung wenig, bis gar nicht. Mich interessierte immer mehr das, was im Dunkeln lag, das worüber bis heute niemand spricht und das, was die durch und durch patriarchale Wissenschaft der Ägyptologie nicht interessiert: Zum Beispiel die Frage, was hatte vor 5000 Jahren den Umsturz von der friedlichen Zeit unter der Leitung der Matriarchinnen in die kriegerische Zeit der männlichen Herrschaft geführt. Und, warum forscht und spricht offensichtlich niemand über diesen Umbruch, der ein kriegerischer Umsturz von indoeuropäischen Eroberern war. (s. Wolf ›Die Geschichte vom Ursprung des Patriarchats‹)
Es war eine spannende Zeit, in der ich viel Befremdendes, Erschütterndes, Empörendes, Geschöntes, Erlogenes, Verzerrtes, Verheimlichtes und Unterschlagenes erfuhr – aber vor allem unglaublich Interessantes, vieles davon aufregender als jeder Krimi. Da ich meine Studien selbständig und allein betrieb, außer etwa einer Einführung in die Hieroglyphenschrift an der Uni, kam ich mit der universitären Ausbildung nicht in Berührung. Da ich auch keine Karriere in Ägyptologie anstrebte, wurde ich nicht durch die traditionelle, patriarchale universitäre Lehre ›geschädigt‹, wurde nicht gehirngewaschen, konnte unvoreingenommen meine eigenen Studien betreiben; konnte kritische Fragen stellen, ohne dafür abgekanzelt zu werden (was mir nur einmal im Hieroglyphenkurs passierte, weil ich dem Herrn Professor eine Frage stellte, die ihm nicht gefiel). Im Gegensatz zu den universitär ge- oder verbildeten, bzw. patriarchal indoktrinierten Frauen und Männern war ich also nicht gezwungen, die traditionelle, patriarchale Sichtweise zu übernehmen. Ich war völlig frei. Als Frau war und ist meine Sicht natürlich subjektiv weiblich, einseitig, vor allem humanistisch. Erstaunt stellte ich fest, dass diese Sicht in der Ägyptologie, auch bei den ÄgyptologInnen bisher keinen Platz gefunden hatte und bis heute nicht fand. Die Kulturbeiträge der Frauen der Urgeschichte, das, was von ihnen schon vor und während der neolithischen Zeit geschaffen wurde, fand keinen Eingang in die Geschichtsschreibung. Die Leistungen der matriarchalen Epoche wurden von den HistorikerInnen entweder ausgeblendet, vergessen oder der patriarchalen ›Hochkultur‹ zugeschlagen.

Die geschichtliche, d.h. die geschriebene Zeit, ist die Zeit des Patriarchats. Erst seit 5000 Jahren dominieren patriarchale Männer die Welt, überziehen sie mit Gewalt und Krieg. Und nur diese Zeit behandeln die üblicherweise patriarchalen Historiker. Die patriarchale Geschichtsschreibung ist nichts anderes als eine einzige militaristische Kriegsberichterstattung. Doch die Zeit des modernen Menschen dauert schon viel länger als die 5000 Jahre seit dem kriegerische Männer die Macht an sich gerissen haben Mindestens dreihunderttausend Jahre gingen dem Patriarchat voraus, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Anfang an von den Müttern, den Leben gebärenden und Leben erhaltenden Frauen und weisen Matriarchinnen geführt wurden – in Frieden, Egalität, Gerechtigkeit und Wohlstand. Bei den meisten Forschern ist dies die Zeit der verachteten Neandertaler, die meist als roh und primitiv abgewertet werden. Von einem Matriarchat wollen patriarchale Männer nichts wissen, die Urgeschichtsforschung ist nicht beliebt und ist verkümmert.  In den Artikeln auf meiner Homepage erläutere ich, warum das so ist.

Wenn wir etwas in dieser Welt verändern möchten, können, ja müssten wir aus der Geschichte lernen. Dafür müssen wir sie aber erst einmal kennenlernen. Wir müssen die Vergangenheit erforschen, müssen uns weiterbilden, müssen uns Wissen aneignen, nicht einfach glauben, was man uns erzählt, und das heißt in erster Linie lesen und lernen. Wir lernen nur selten etwas Realistisches aus den billigen ›Dokumentarfilmen‹ der glanzvollen Pharaonenzeit: das Meiste ist kitschig geschöntes Machwerk, ›Fake‹. Aufklärung tut Not. Johann Jakob Bachofen (1815–1887) schrieb zu Recht:

»Wie sollen wir das Ende erkennen,
wenn der Anfang ein Geheimnis bleibt«?

Aus all den Jahren intensiven Schaffens machen meine wichtigsten Erkenntnisse Hoffnung:

Bis vor 5000 Jahren

– GAB ES KEIN PATRIARCHAT

Die Welt wurde von den Müttern und Matriarchinnen gelehrt und geleitet.
Erforscht wurden die 300‘000 Jahre des modernen Menschen zwar von Archäologen, Anthropologen, Soziologen, Ethnologen, Altorientalisten, Althistorikern, Urgeschichtsforschern u.a. Jedoch geschah dies ausschließlich von Männern und aus patriarchaler Sicht.

Dass es in allen Zeiten auch schon immer Frauen gab, ist für die Forscher bis heute nebensächlich und floss bisher nicht in ihre Überlegungen ein. Doch diese Vereingung des männlichen Forscherblicks führte zur größten Verzerrung der Geschichte, zur Annahme, dass Männer ›schon-immer‹ die Welt dominierten, dass die Gesellschaftsform ›seit-jeher‹ patriarchal war, und dass Jäger-Männer nicht nur die Ernährer der Menschen, sondern auch die Schöpfer der Kultur waren und den Frauen weit überlegen.
Das änderte sich mit dem Basler Juristen Johann Jakob Bachofen, der die Rolle der Frauen als Mittelpunkt jener langen Epoche, bevor das Patriarchat vor 5000 Jahren erfunden wurde, erkannte. Er gab Frauen, die einige Jahrzehnte nach Bachofen endlich auch studieren durften, den Anstoß, ihre eigene Geschichte selbst zu erforschen.
Das zerstörerische Patriarchat dauert erst 5000 Jahre und beherrscht seither die Welt mittels Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg, so wie es uns die Medien tagtäglich übermitteln. Wer weiß heute, dass Kriege erst vor 5000 Jahren, mit der Eroberung Mesopotamiens und Ägyptens durch indoeuropäische Männerhorden in die Welt kamen? Dass damit die lange Zeit des Friedens vorbei, die prosperierende, matriarchalen Kultur und ihre Werte überwältigt und zerstört wurden und das Patriarchat institutionalisiert wurde?
Was wir bisher gelernt haben, weil es in jedem Schulbuch so steht, ist, dass die sogenannte ›Hochkultur‹ Ägyptens ein großer Fortschritt für die Menschheit gewesen sein soll. Doch war sie das wirklich? Warum wissen wir so wenig Reales, Richtiges? Warum wird uns in der Schule eingebläut, Kriege habe es schon immer gegeben? Warum glauben wir, das Patriarchat sei ›das Normale‹, der weiße Mann die Norm, Gott sei schon-immer ein Mann gewesen und die patriarchale Demokratie sei die beste aller je gelebten Gesellschaftsformen? Und das alles, obwohl uns die Medien jeden Tag das Gegenteil beweisen. Das Patriarchat ist einseitig männlich dominiert. Führt ständig Kriege, die Welt ist voller Ungerechtigkeit, Armut und Not und Frauen konnten nur nach harten Kämpfen langsam wieder einen kleinen Teil von Gleichberechtigung erringen und das auch nur in einem sehr begrenzten, kleinen Teil der Welt. Niemand erzählte uns, was tatsächlich geschehen war, was die Gründe waren für den den Umsturz vom friedlichen Matriarchat ins kriegerische Patriarchat.
Im Laufe meiner Forschungen kam ich zum Schluss, dass unsere Lehrer es selbst nicht besser wissen, und davon bis heute tatsächlich keine Ahnung haben. Das Patriarchat hat uns allen das Hirn gewaschen, auch den Lehrern und Professoren und sie vom Erkennen der Tatsachen abgehalten.

Bis vor 5000 gab es 

KEINE JAGD AUF SÄUGER ODER ANDERE WARMBLÜTER

Dies hätte den mütterlichen Werten widersprochen. Die Wissenschaft wurde bis vor wenigen Jahren vollständig von Männern dominiert; für sie waren die 300’000 Jahre die Zeit der der gerühmten Jäger. Einer der ganz grossen Bluffs patriarchaler Propaganda. (s. Wolf ›Die Mär von großen Jägern der Urzeit‹).

 

Bis vor 5000 gab es 

GAB ES KEINE KRIEGE 

Der Grund ist ebenso eindeutig, wie wahr:Die Welt wurde bis dahin von weisen Frauen geführt und geleitet. Es war die Zeit der Mütter, die matriarchale Zeit. Die Völker lebten egalitär, in Frieden und Wohlstand.

In den 1990er Jahren und noch später, nach Jahren eigener intensiver Forschung, konnte ich nicht glauben, dass in der Fachliteratur der Universitäten nichts Neues zum Thema der Vorgeschichte Ägyptens zu finden ist. Das patriarchal geleitete Institut für Ägyptologie in Zürich war auch nicht der Ort, wo ich danach suchen musste. Auf der Suche nach Informationen zur Ur- und Vorgeschichte Ägyptens besuchte ich bei der nächsten Gelegenheit in Kairo das Schweizer Institut – ohne Erfolg. Beim Deutschen Institut lachten mir die beiden anwesenden Herren ins Gesicht, nach welcher Vorgeschichte ich eigentlich suche? Nach der Ägyptischen, sagte ich, wenn wir schon hier sind. Sie grinsten ob meiner Frage und verneinten, nein, das gebe es nicht. Weiter zum französischen Institut: Auch dort, völliges Unverständnis auf meine Frage nach der ›Prehistoire Egyptienne‹. Bis sich jemand an einen französischen Archäologen erinnerte, Mr. Fernand Debono, ein älterer Herr, der in Heliopolis wohne, der habe sich, soweit man wisse, damit befasst. Das unerwartete Interesse einer Frau aus der Schweiz für die Ägyptische Urgeschichte war für Herrn Debono eine große Überraschung. Eigentlich interessiere sich niemand dafür. Unsere Begegnung war für beide beglückend. Später fand ich bestätigt, die ägyptische Vorgeschichte war seitdem Tod der PionierInnen, z.B. den Arbeiten des Archäologen Flinders Petrie und seines Teams, insbesondere von Elise Baumgartel, die vor den Nazis aus Österreich nach London geflüchtete Archäologin ad acta gelegt, schubladisiert und vergessen worden. Ich vermute, mit Absicht! Die Spuren dieser Zeit vor den verherrlichten Pharaonen ist für die Forscher ein unerwünschtes Terrain. In Europa begann die Zeit des Faschismus. Seinen Einfluss in Deutschland und den USA behandle ich auf der Seite „Ägyptologie und  Faschismus“.

Meine These, wie der katastrophale Umsturz geschah:

Die indoeuropäischen Viehzüchter in den südrussischen Steppen hatten vor etwas mehr als 5000 Jahren beobachtet, dass es männliche Tiere braucht, um Jungtiere zu züchten. Zu Recht schlossen Männer daraus auf ihren eigenen Anteil bei der Entstehung neuen Lebens, der ihnen bisher nicht bewusst war; die biologische Vaterschaft war bis dahin unbekannt; Väter spielten in matriarchalen Clans keine Rolle. Die Erzeuger, die nicht mit den Müttern ihrer Kinder lebten, trugen auch keine Verantwortung für den eigenen Nachwuchs. Im mütterlichen Blutclan übernahmen die Brüder für die Kinder ihrer Schwestern den männlichen Anteil der Erziehung.

Die neue Erkenntnis der Viehzüchter brachte offensichtlich einige Männer dazu, um Macht, um Vormacht und gegen die Frauen, die bisher aufgrund ihrer Fähigkeit Kinder zu gebären, die Sippe zu umsorgen und zu erhalten, verehrt wurden, zu kämpfen. Dieser Kampf gipfelte im Laufe der Jahrtausende in überspannten Phantasien männlicher Wichtigkeit und in der kompletten Abwertung des weiblichen Anteils der Frauen und Mütter. Das ging soweit, dass patriarchale Männer im antiken Griechenland behaupteten, Mütter seien nur das Gefäß in dem der männliche ›Samen‹ ausgebrütet werde. Die Abwertung der Mütter und Frauen ging einher mit der Überhöhung und Selbst-Vergöttlichung der Männer. Eine ebenso wichtige Erkenntnis nach mehr als 30 Jahren intensivster Forschung ist die wissenschaftlich eindeutig belegte Entdeckung, (die Beweise dafür finden sich auf vielen Seiten verschiedener Themen):

Bis vor 5000 Jahren:

 – GAB ES KEINEN MÄNNLICHEN GOTT

Der erste männliche Gott wurde im Kampf gegen die Mutter-Göttin von den Priesterkasten der arischen Begleiter der indoeuropäischen Eroberer erfunden.
Wir haben uns mit der Welt in der wir zur Zeit leben abgefunden; mit der schreienden Ungerechtigkeit, der Gewalt, den Kriegen, den Despoten und Diktatoren, dem Elend und der Armut. Weil man uns beigebracht hat, es sei eben Gottes unergründlicher Wille, weil wir glauben, dieser patriarchale Gott wolle es so, dagegen könnten Menschen eh nichts tun. Die Gläubigen meinen sogar, in einem jenseitigen Leben werde all das wieder gut gemacht, die Opfer sogar ›im Himmel‹ belohnt und die Täter bestraft. Leider ein naives Hirngespinst, ein Konstrukt der Priesterkasten.

Nach der Entdeckung der biologischen Vaterschaft und der darauffolgenden Institutionalisierung der patriarchalen Ideologie wurde der erste männliche Gott vor nur 5000 Jahren in Ägypten erfunden. Er erhielt die indoeuropäische Bezeichnung fürVater‹: ATum. Doch beim Volk wurde der Vatergott nicht akzeptiert, es blieb bei der Verehrung seiner uralten Mutter-Göttin. Echnaton versuchte den vergotteten Vater im 14. Jahrhundert zu reaktivieren und erfand ›seinen eigenen göttlichen Vater‹ in Gestalt des Sonnengottes ATon. Die Vatersilbe AT findet sich in vielen indoeuropäischen Sprachen, vom arabischen ATA bis zum deutsch/schweizerischen ÄTti. (s. Wolf ›I. Vor 5000 Jahren: Die Entdeckung der biologischen Vaterschaft und die Erfindung des ersten männlichen Gottes‹)

Wir  glauben, weil es uns so beigebracht wurde, autoritäre Hierarchien, eine Einteilung in Oben und Unten, in Mächtige und Unterworfene, in Herren und Sklaven, in Ausbeuter und Ausgebeutete, habe es ›seit jeher‹ gegeben und dies sei unumgänglich für die ›Ordnung‹ der Welt und dass sie ohne diese Rangordnung in Anarchie und Chaos versinken würde.

Bis vor 5000 Jahren

GAB ES KEINE VON PATRIARCHALEN MÄNNERN ERFUNDENE RELIGIONEN

Alle patriarchalen Religionen sind nichts anderes als religiös verbrämte Herrschafts-Ideologien.

Die indigenen, matriarchalen Völker verehrten ihre vergöttlichte Ur-Ahne, die Grosse Göttin.
Aberglaube und patriarchale Ideologie hatten einen Anfang und können auch wieder ein Ende nehmen. Margaret Mead (1901–1978), die bekannte amerikanische Ethnologin vertrat die Auffassung, dass Sozialverhalten formbar und kulturbestimmt sei. Und sie schrieb den hoffnungmachenden Satz:

»Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Bürger[Innen]
die Welt verändern kann. Tatsächlich ist es das Einzige,
was jemals funktioniert hat.« (Margaret Mead)

Ein Wort zum Verständnis meiner Bücher. Da das Thema unserer Urgeschichte, des Matriarchats, der Verehrung der Grossen Göttin, der indoeuropäischen Eroberungen usw. weder in der Schule, noch an den Universitäten gelehrt wird, befürchten viele Frauen, meine Bücher seien zu schwierig, um sie zu verstehen und nur für LeserInnen mit einem Vorwissen oder einer sogenannt höheren Bildung verständlich. Da aber, wie gesagt, diese „Fächer“ nirgends gelehrt werden und ich mir als Laiin ohne jedes Vorwissen der Urgeschichte, ebenfalls alles von Grund erarbeiten musste, sind auch meine Bücher das Resultat dieses Lernprozesses, so dass auch jede/r interessierte LeserIn folgen kann, wie mir immer wieder versichert wird. (s. Rezensionen)

Meine Recherchen beschreibe ich zum Teil auf dieser Homepage,
und in meinen Büchern:

1. ›Was war vor den Pharaonen – Die Entdeckung der Urmütter Ägyptens‹ 1994 (ist vergriffen, kann jedoch als kostenloses PDF heruntergeladen werden
2. ›Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens‹ 2009
3. ›Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit und was daraus geworden ist‹ 2017
4. ›Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug‹ 2019
5. ›Die Geschichte vom Ursprung des Patriarchats‹ (z.T. schon jetzt auf dieser Website zu finden, aber noch immer in Arbeit)
6. ›The demistification of the Pharaos – Challenging Conventional Egyptology‹ (Erscheint voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2022)

Alle Bücher und das PDF des ersten Buches können direkt bei Doris Wolf bestellt werden: infoatdoriswolfdotch

(s. auch meine Homepage als Psychologin www.doriswolf.ch. Ich bin aber nicht die deutsche Psychologin Doris Wolf, die zahlreiche Lebenshilfe Bücher geschrieben hat.)

Die Artikel auf dieser Homepage und meine Bücher sind unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

 


Print page