Profil von Doris Wolf

Eine erste kurze Ägyptenreise Ende 1988 war für mich ein Schock. Die Armut, der Analphabetismus, die vernachlässigte Infrastruktur, das Chaos in den Strassen und dann der Gegensatz im Museum: der Prunk der Pharaonenzeit, das Gold des Tutanchamun und draussen als Touristenattraktion die unerträglich protzigen Tempelanlagen der Pharaonen; welch ein Kontrast zur Einfachheit und Armut der Dörfer!
Was war in den Tausenden Jahren Geschichte dieses Landes geschehen? Was waren die Gründe für den Niedergang und den Zusammenbruch des pharaonischen Imperiums?
Das wollte ich wissen.

Kurze Zeit später besuchte ich den Louvre in Paris. Ein künstlerisches Meisterwerk, eine Stele aus der Zeit vor ca. 5000 Jahren, jener Zeit um ca. 3000 v.u.Z. am Beginn der dynastischen Herrschaft Ägyptens weckte meine besondere Aufmerksamkeit. Auf der Stele sehen wir eine Kobraschlange, die im Palast eingeschlossen zu sein scheint und von einem überdimensionierten Falken dominiert wird. Mich befremdete, dass sie einem ›König Schlange‹ zugeschrieben wird. Schlangen, das wissen wir schon aus der Bibel, waren weiblich und wie ich später lernte, ein heiliges  der damals verehrten Großen Göttin. Das irritierte mich. Als Psychologin war ich es gewohnt, irritierenden Fragen auf den Grund zu gehen und das hatte für mich Folgen. Seither, es sind nun über 30 Jahre, hält mich die ungeschriebene, ›andere‹, die Ur-Geschichte, die Zeit v o r den Pharaonen Ägyptens im Bann. Später kam zu meinen Forschungen noch die Ur-Geschichte Mesopotamiens und Alt-Europas hinzu.

Zur Beantwortung meiner Fragen waren die Hochglanz-bebilderten Bücher kaum Hilfe; sie sind voller Jubelpropaganda für die sogenannte ›Hochkultur‹ der Pharaonen und ihre Zeit; aber mich interessierte auch, wie lebte damals das Volk und wie lebte es v o r den Pharaonen? Die sogenannt geschichtliche Zeit währt erst seit 5000 Jahren, doch die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte von Hunderttausenden Jahren. Diese Ur-Geschichte ist bei den Wissenschaftlern nicht beliebt, der Grund, die Erforschung der Urgeschichte könnte Dinge ans Licht bringen, welche nicht ins Bild der patriarchalen Historiker und der ebenso patriarchalen Kirche passen. Darum wurde sie kaum erforscht und das Gefundene nur selten veröffentlicht.Wir leben heute im Patriarchat, die Geschichtsschreibung ist patriarchal. Männer schreiben die Geschichte; Frauen kommen darin fast gar nicht vor.

Die Fachliteratur in den Bibliotheken musste gesichtet werden. Im Laufe der Zeit erfuhr ich viel Befremdendes, Erschütterndes, Empörendes, Geschöntes, Erlogenes, Verzerrtes, Verheimlichtes und Unterschlagenes. Das alles beschreibe ich in meinen 4 Büchern und auf dieser Homepage.

1. ›Was war vor den Pharaonen – Die Entdeckung der Urmütter Ägyptens‹ 1994
(vergriffen, jedoch als kostenloses PDF bei Doris Wolf erhältlich)
2. ›Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens‹ 2009 (€/Fr. 25.-)
3. ›Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit und was daraus geworden ist‹ 2017 (€/Fr. 34.90)
4. ›Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug‹ 2019 (€/Fr. 34.90)

Alle Bücher inkl. Versandkosten, können direkt bei Doris Wolf bestellt werden: infoatdoriswolfdotcom
oder beim DEWE Verlag: doriswolfatdewe-verlagdotcom, oder bei Amazon.de bestellt werden.

s. auch meine Homepage als Psychologin in der Schweiz: www.doriswolf.ch

Das Profil als Autorin ist auch bei Amazon zu sehen:

https://www.amazon.de/gp/entity/-/B074SHMYCN?ref_=pe_572421_40935341

 

Das interessierte mich:

Wie lebte das Volk unter den Pharaonen,
wie lebten jene 99 Prozent der Menschen,
die nicht zum damaligen Adel gehörten?

Zu diesen 99% hätten wahrscheinlich Sie und ich gehört und unser Schicksal wäre entsprechend düster gewesen; das ägyptische Volk wurde in der Zeit der Pharaonen versklavt, unterdrückt und ausgebeutet. Der  Ägyptologe Pierre Montet behauptet, dass man viele Fälle kenne, »in denen sich der König seinen Unter­tanen gegenüber wie ein mit Vernunft und Feinge­fühl begab­ter Mit­mensch benahm«, so, als der »König ei­nem Priester zu­liebe das Gesetz außer Kraft setzte, das den mit dem Tode bestrafte, der königliche Insignien berührte«, oder »dass ein alter Höfling bei der Audienz den Fuß des Königs küssen durfte, obwohl das Zeremo­niell sonst er­forderte, dass man den Bo­den vor dem Kö­nig mit den Lippen berührte« (Montet 1975, S. 114).
Adolf Erman, der Doyen der Ägyptologie, sieht die Wirklichkeit ebenso grausam. Er wies darauf hin, »dass die trüben staatli­chen Zustän­de im Alten Ägypten zu allen Zeiten bestan­den ha­ben. Die Inschriften versuchen uns zwar das Bild eines ›wahren Idealreiches‹ zu vermitteln, in dem ein ›göttlicher‹ Herrscher ›väterlich für sein Land sorgte‹, der dafür von seinen Unter­tanen ge­liebt und gepriesen worden sei. Doch der Schein trügt, denn hinter den schönen Worten verborgen, be­standen schlim­me Verhält­nisse« (Erman 1984, S. 57). Diese Art kriti­scher Distanz findet sich jedoch äußerst selten.
Der britische  Ägyptologe T. G. H. James, Autor des Buches  ›Pharaoh’s People: Scenes from Life in Imperial Egypt‹ 1984, beteuert zwar, der Ägyptologe begegne der Propaganda, dem Wortschwall und den Prahlereien der kö­niglichen Inschriften stets mit Vor­sicht, kommt dann aber zum Schluss, man müsse diesen »dennoch eine gewisse Glaubwürdigkeit zuge­ste­hen, sonst hätte man ja das ganze Gebäude der ägyptischen Ge­schichte als eine ausge­klügelte, während Jahrhun­derten von Mei­ster­betrügern wei­tergegebe­ne Lüge zu betrachten« (James 1988, S. 23 f.). Leider bringen jedoch persönliche, politische, religiöse, soziale, geschlechtsabhängige und ideologische Neigungen der jeweiligen Historiker immer wieder Blendwerke hervor, die mehr Licht auf sie selbst als auf ihren Forschungsgegenstand werfen.
Spöttisch bemerkte der Ägyptologe Peter Kaplony einmal vor seinem Auditorium in Zürich, das meiste, was die Ägyptologen erzählten, sei reine Spekulation; die Gelehrten versuchten eben, die Blößen des Nichtwissens zu verdecken, indem sie so täten, als wüssten sie viel mehr. Manchmal sei auch die Autorität eines Gelehrten so groß, dass man ihm glaube, obwohl er nur spekuliere!
Hier bewahrheitet sich, was schon Marcus Tullius Cicero sagte: »Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.« Anlässlich der Internationalen Ägyptologen-Konferenz 1997 klagte man, das Ansehen der Ägyptologie sei drastisch im Schwinden. Wen wunderts?

 

 


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