Der vor 2600 Jahren institutionalisierte Monotheismus, ist ein Plagiat

»Der Irrtum fing damit an, dass man sich Gott als Mann vorstellte.
Das macht das Leben so widersinnig und den Tod so unnatürlich.«
(Eugene O‘Neill)

Die Erinnerung an die matriarchale Kultur und die damalige Suprematie des Weiblichen wird im Patriarchat mit allen Mitteln unterdrückt, ausgeblendet oder bestritten. Heute haben in unseren Breitengraden der drei patriarchalen monotheistischen-Religionen ausschließlich männliche Götter eine Daseinsberechtigung. Patriarchale Männer behaupten, dass der patriarchale Monotheismus seit Beginn der Menschheit existierte. Was sie jedoch ›übersehen‹ oder verschweigen, ist, dass dieser früheste Monotheismus ein Mono-thea-ismus, d.h. weiblich war und der Grossen Göttin galt. Erst nach der Eroberung und Unterwerfung der matriarchalen Völker vor ca. 5000 Jahren wurden erste männliche Götter von patriarchalen Männern erfunden. Und erst spät, sehr spät, konnte die ungeliebte patriarchale Eingott-Theorie – und nur mittels Androhung von Gewalt und Tod – allmählich durchgesetzt werden.Die Verehrung der Großen Göttin, der Identitätsfigur der matriarchalen Frauen, dürfte damals bei den patriarchalen Invasoren den Wunsch nach einer eben so mächtigen männlichen Identitätsfigur, einem männlichen Großen Gott, geweckt haben. Jedenfalls usurpierten sie die positiven Attribute, vor allem die Schöpfungsmacht der Göttin für ihre Neuerfindungen, die patriarchalen Götter. Später wandelten die Christen auch die weibliche Trinität – der Weisen Alten, der jungen Frau und Mutter und der Todes- und Wiedergeburtsgöttin – und erfanden eine männliche Trinität von Vater, Sohn und  heiligem Geist, welcher allerdings ursprünglich noch weiblich war. Die Priesterkasten kopierten noch mehr. Der vor ca. 2500 Jahren erfundene Monotheismus, die Verehrung eines einzigen Gottes, ist ein Plagiat, ist per Definition: ›Diebstahl geistigen Eigentums und die Anmaßung fremder geistiger Leistungen‹. Die monotheistischen Götter sind eine Nachahmung der Idee, die aus der matriarchalen Kultur hervorgegangenen ist, die Verehrung der Urmutter, der Großen Göttin. Seit Bestehen der modernen Menschen, das heißt, seit es so etwas wie Religion gibt, wurde allein die Mutter und die vergöttlichte Urahnenfrau verehrt. Die arischen Priesterkasten kopierten die Idee, schufen einen monotheistischen Vater-Gott und erhofften sich für ihn dieselbe Macht, Verehrung, Akzeptanz und Liebe. Sie setzten ihn mit Drohungen, Gewalt und Propaganda mit nachhaltiger Wirkung durch. Erstaunlich ist, in welchem Ausmaß der patriarchale Diebstahl, die patriarchale Feindseligkeit unter den Anhängern der patriarchalen Religionen, welche zu unzähligen Religionskriegen führte, und der offensichtliche Geschichtsbetrug sich bis heute hält und verteidigt wird. Die Voreingenommenheit gegenüber dem sogenannten Heidentum, die Diskriminierung alles Weiblichen durch die Wissenschaft und Theologie ist bemerkenswert. Schon der leiseste Hauch einer Mutmaßung, dass ›Gott einmal eine Frau war‹, wird verhöhnt und im Keim erstickt.

 Alle drei monotheistischen Vater-Göttter, ob Jehova im Judentum, Gott-Vater im Christentum oder Allah im Islam wurden von den arischen Priesterkasten, den Begleitern der indoeuropäischen Eroberer und ihren Nachfahren, nach dem Vorbild ihrer Könige, den Alleinherrschern, geschaffen. Einmal despotisch, grausam, eifersüchtig und machtgierig, einmal etwas menschlicher, wie etwa der ›Liebe Gott, der ›Gütige Gott‹ den die Christen erfanden. Barmherzigkeit zeichnete den Christengott als Vater jedoch nicht aus. Er liess den ihn um Hilfe flehenden Sohn am Kreuz im Stich und elendiglich sterben.

»Ein strenger Eingottglaube auf Kosten der Göttin hat sich in Jerusalem
und Juda erst am Ende des 7. Jahrhunderts durchgesetzt.«

(O. Keel ›Bibel + Orient im Original‹ 2007, S. 43)

Jahwe, der jüdische Gott, wurde nach dem Stamm seiner Erfinder, den hurritischen Herrenmenschen, den Hurr-i, ›HERR‹, ›Herrscher‹ genannt. Jesus erfand sich nach Echnatons Vorbild als einzigen Sohn seines Vater-Gottes und Mohammed schuf in Mekka Allah, indem er die Uralt-Göttin Allath vermännlichte und islamisierte. Charakteristisch für alle drei Götter ist ihre Frauenfeindlichkeit. »Die Männer der monotheistischen Religionen schufen Gott nach ihrem Bilde«, schreibt der Alttestamentler Othmar Keel. »Sie stellten ihn ausschließlich männlich dar. Sie übten ihre Deutungshoheit zu ihren Gunsten aus. Wenn laut der Bibel Mann und Frau Ebenbilder Gottes, sozusagen ›Kopien‹ Gottes sind, warum wird das ›Original‹ nur männlich dargestellt? Warum wurden die weiblichen Aspekte ignoriert oder gar bewusst beseitigt?« (O. Keel ›Gott weiblich – Eine verborgene Seite des biblischen Gottes‹ 2008, S. 22). Dies sind tatsächlich erstaunlich ehrliche und offene Fragen; das sind wir im allgemeinen aus dem klerikalen Umfeld nicht gewohnt. »Wir wissen«, schreibt Keel, »ganz allein war JHWH nicht… An über 40 Stellen wird im Alten Testament polemisch eine Göttin namens Aschera genannt, die sich bis zur Reform des Königs Joschija 622 v. Chr. offensichtlich großer Beliebtheit erfreute. Seit 1975 sind Inschriften aus der Zeit um 800 v.Chr. bekannt, die ›JHWH und seine Aschera‹ nennen. Verschiedene Bibelstellen berichten von einem anthropomorphen Kultbild der Aschera im Tempel von Jerusalem. Speziell beauftragte Frauen woben für diese Schleier oder Baldachine (2. König 21,7; 23,6f). Die Säulenfiguren waren wohl Kopien dieses Kultbildes.« (O. Keel ›Bibel + Orient im Original‹ 2007. s. auch ›Das Matriarchat in Israel‹). Die Juden eliminierten die Göttin. Die Christen übernahmen aus strategischen Gründen die Göttin in entsexualisierter Form als Gottesmutter Maria und wie gesagt, vermännlichte Mohammed  die Grosse Göttin Allath und schuf den monotheistischen Allah. (s. ›Das Matriarchat in Arabien‹)

Die patriarchalen Mono-Religionen sind die extremste Form absolutistischer Machtpolitik. Das Ziel ist größtmögliche Beeinflussung und Kontrolle der Gedanken, Gefühle, Einstellungen und des Verhaltens der Menschen.

Gewalt ist das Programm der patriarchalen Mono-Religionen:
Man nehme die Bibel  oder den Koran zur Hand!

Am schockierendsten sind jene Bibeltexte, die die furchtbaren Verbrechen gegen jene befehlen, die sich der Machtpolitik der indoeuropäischen Eroberer, ihren Propheten und ihrem Gott nicht unterwerfen wollten. Da lesen wir im Buch der Richter im 18. Kapitel, dass der Stamm der Daniter von Gott die Ermächtigung zu einem ungeheuren Massaker, einen Genozid am matriarchalen Volk von Lajish erhält. (s. Patriarchale Religionen und Gewalt
http://www.doriswolf.com/wp/die-weissen-goettermacher/patriarchale-religionen-und-gewalt/ Und: ›Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens‹ 2009, S. 33) Ein anderes erschreckendes Beispiel:

In Samaria lautete der göttliche Befehl, die jungen Kinder mit dem Schwert zu zerschmettern und die schwangeren Weiber zu zerreissen (Hosea 14,1). ›Gehet durch die Stadt und schlaget drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen. Erwürget Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber, tötet alle.‹ (Hesekiel 9,5-6)  Von den feindlichen, weil andersgläubigen Midianitern tötete Moses mit seinem Heer von 12’000 Mann restlos alle bis auf die Jungfrauen. Alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben. (Numeri 31,17-18). 

Es sind ungeheuerliche Bilder. Nachdem die kleinen Mädchen das Massaker an ihren Eltern, Geschwistern und Angehörigen, die grausamen Ermordung ihres ganzen Volkes mit ansehen mussten, erhielten die Mörder auch noch die Erlaubnis, die jungfräulichen Mädchen zu vergewaltigen. Wer glaubt an einen solchen Gott, wer verehrt ihn, wer kann einen solchen Gott anbeten und  l i e b e n ? Welche Mutter entsetzt sich nicht ob soviel Brutalität? Was sollen wir von Männern halten, die  schwärmen, die Bibel zu lesen sei ›ein literarischer Genuss‹? Oder dass »Bibel und Koran nicht nur Heilige Schriften« sind sondern »auch als literarisch-ästhetische Schöpfungen beeindrucken« (Jack Miles ›Gott im Koran‹). Dieser biblische Gott der ›Eine‹, ›Allmächtige und Barmherzige‹ steht dem heutigen Schlächter von Syrien in nichts nach.

»Die Menschen tun Böses nie so vollständig und freudig
wie wenn sie es aus religiösen Gründen tun.« (Blaise Pascal)

Als Geiseln der patriarchalen Institutionen, der Universitäten und Kirchen, nach Jahrtausenden der exzessiven patriarchalen Propaganda, Beeinflussung, Indoktrinierung und Hirnwäsche kämpfen heute nicht nur patriarchale Männer, sondern auch viele patriarchatsgläubige Frauen für patriarchale Ideologien und die patriarchalen Götter des Monotheismus. Patriarchatskompatible WissenschaftlerInnen im Dienste des misogynen Patriarchats, die sich vernetzen, sich gegenseitig unterstützen und ständig gegenseitig zitieren, beschneiden geradezu masochistisch ihre weibliche Identität und ihre Wurzeln, die bis in die matriarchale Urkultur reichen. Da hat die toxische patriarchale Propaganda ganze Arbeit geleistet! Gerda Lerner führt dies auf die Benachteiligung der Frauen im Bildungswesen und die androzentrische Verzerrung der Geschichte mit der Marginalisierung der Frau zurück. Sie schreibt:

»Diese doppelte Deprivation hat die weibliche Psyche über die Jahrhunderte so zugerichtet, dass die Frauen an der Herausbildung des Systems, das sie unterdrückt, mitwirken und an dessen ständiger Bestätigung und Verfestigung in der Folge immer neuer Generationen weiter mitgewirkt haben und noch immer mitwirken.« (Gerda Lerner ›Die Entstehung des feministischen Bewusstseins – vom Mittelalter bis zur Ersten Frauenbewegung‹ 1993, S. 20).

Das hat Auswirkungen: Frauen halten sich enorm zurück, trauen sich weit weniger zu als Männer, glauben sie hätten weniger Wichtiges, Interessantes, Intelligentes zu sagen als diese. Sie sind – und das meistens ganz und gar unbewusst – mit dem patriarchalen Denken identifiziert. Sie übernehmen die Abwertungen und Kritiken von Männern über Frauen. Das schlimmste aber, sie sind gegenüber Frauen und ihrem Können noch misstrauischer als viele Männer. Sie loben sich gegenseitig selten bis gar nie, schätzen ihre Arbeiten weniger als die Arbeiten gleicher Qualität von Männern, lesen weniger Fachbücher von Frauen, schreiben weniger und weniger ausführliche, anerkennende Rezensionen als Männer (eigene Erfahrung). Und sie nehmen Frauen, die diskriminiert werden, selten in Schutz.
Während sich Männer ständig feiern und feiern lassen, angefangen vom Nobel gepreisten bis zum belobigten ›Neuen Mann‹, der seinem Kind sogar mal die Windeln wechselt, bleiben Frauen bescheiden, wie von patriarchalen Vätern verordnet und von patriarchatskompatiblen Müttern angewandt. »Diese doppelte Deprivation… s. oben.


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