Wer war Narmer?

Der Name ›Nar-mer‹ lüftet das Geheimnis seiner Identität und Herkunft

Narmer ist der bekannteste, gut dokumentierte erste König Ägyptens. Seinetwegen wurde vor den Beginn der sogenannten Dynastischen Zeit eine Dynastie 0 vor die 1. Dynastie eingeschoben. Offensichtlich ist er der Häuptling und Anführer der indoeuropäischen Invasoren, die Ägypten vor 5000 Jahren, an der Wende vom 4. ins 3. Jahrtausend  überfielen, erobert und unterworfen haben. Die ersten kriegerischen Männerbanden waren die ersten Kolonialisten der Welt und wie alle späteren, in Begleitung einer Priesterkaste, die ihre  brutalen Überfälle auf unbewaffnete und ungeschützte matriarchale Völker als göttlich absegneten und rechtfertigten.

In der Ägyptologie geht man davon aus, der Name ›Narmer‹, geschrieben mit den beiden Hieroglyphen ›nr‹ und ›mr‹, bedeute aufgrund des Bildzeichens eines Fisches: ›furchterregender Wels‹. Mit dieser eigenartigen ›Übersetzung‹ geben sich die ÄgyptologInnen zufrieden. Heutige ÄgyptologInnen lehnen die These einer Eroberung Ägyptens, wie sie von den frühesten Archäologen als Tatsache angesehen wurde, rundwegs ab. Dies verhindert jedoch die Suche nach einer anderen Erklärung des Namens Narmer. Der Ägyptologe Alan H. Gardiner, der Autor der ›Egyptian Grammar‹, fand nämlich heraus, dass Bildzeichen nicht immer gebraucht wurden, um etwas als solches zu benennen, sondern absolut andere Dinge bezeichnen können, die sich nicht so leicht bildlich darstellen lassen, und nur  einen ähnlichen Klang haben. Dementsprchend hätte man nach einer anderen Bedeutung für den  ›Wels‹ forschen können.  (Gardiner 1927/1988, § 5, S. 6 f).
Wenn die Eroberung Ägyptens einmal als Tatsache in Betracht gezogen wird, kommen wir zu  einem überraschendes Ergebnis. ›Nar‹ ist tatsächlich indoeuropäisch und im arischen Sanskrit die Bezeichnung für Mann/Herr und ist laut dem iranischen Arier und Sprachforscher Jahansha Derakhshani im Alt-Iranischen und Indischen reichlich belegt. (Derakhashani ›Geschichte und Kultur des Alten Ostiran – Grundzüge der Vor- und Frühgeschichte Irans‹ 1995, S. 116) Der Zusammenhang mit der indoeuropäischen Bezeichnung für Mann, wird noch deutlicher, wenn er durch Zufügen der Hieroglyphe ›tjai‹, als ›der Männliche‹ präzisiert wird. Wenn der geheimnisvolle Menes, der in den der ersten Dynastie herumgeistert, mit Nar-mer oder Hor-Aha verbunden wird, bedeutet dies, dass den Eroberern der Charakter draufgängerischer und ruhmsüchtiger, indoeuropäischer Horiter und iranischer Arier zugeschrieben wurde. (s. ›Wer war Menes?‹) Narmer wird auf der berühmten Palette charakterisiert als unglaublich grausamer Machtmensch, als brutaler Mörder, der sich als Held darstellen lässt; der Eroberer, der Einheimische gefangen nimmt, der sie köpft und das Land ausraubt. Er hat die Königin gefangen, vergewaltigt, zur Heirat mit ihm gezwungen, um sich zum König zu machen. Er hat sich an ihre Stelle gesetzt und die Macht an sich gerissen. Von den ÄgyptologInnen wird er jedoch, trotz der Bilder, die seine Unmenschlichkeit bezeugen, stets unkritisch und als Held besungen. (s. ›Das matriarchale Königinnentum Ägyptens‹)

Die Narmer-Palette ist ein brutales Dokument vom Beginn phallischer Männermacht, einerseits mit der Keule, anderseits mit dem Phallus. Der Phalluskult wird zum Kampf gegen die verhasste, weltweit verehrte Vulva, das ›Tor des Lebens‹ eingesetzt. (s. »Gott ist ein Phallus«) Auf einer Seite verlängert und betont die Keule Narmers Penis; die phallische Keule wird zum Symbol seiner Macht. Demonstrativ wurden vor dem König die enthaupteten Gefangenen, mit abgeschnittenem Phallus aufgereiht. Die ›Entmannung‹ des feindlichen Mannes erinnert an die Vergewaltigung der verhassten Frauen, die damaligen Inhaberinnen der Krone und der Macht,  die wahrscheinlich damals begann und heute noch Kriegstaktik patriarchaler Befehlshaber ist. Der Penis wird zur Waffe des patriarchalen Mannes. Im sprachverwandten (afroasiatischen) Hebräisch gibt es für Waffe und Penis nur ein Wort: za’in!
Ein weiteres phallisches Symbol ist die aus dem Iran mitgebrachte Weiße Krone des Erobererkönigs, die er auf der einen Seite der Palette trägt. Auf der andern Seite hat er sich die matriarchale Rote Krone angeeignet, welche die Form eines Thrones mit einer Spirale hat; die beide weibliche Symbole sind. (s. ›Die Eroberer aus dem Norden‹). Noch 2400 Jahre später, trägt der babylonische König, der indoeuropäische Zar, Nebukadnedzar (Nebu-kad-Re-Zar), diese iranische Krone.

Wer ist die Frau, die vor Narmer geht?

Auf der Narmer-Palette sehen wir auch eine andere auffallende Person. Es ist die zweit-wichtigste Figur. Sie geht auf der Seite mit den sogenannten ›Schlangenhalspanthern‹ Narmer voraus: Eine Frau, die zwei Farbpalettten, je eine für die rote und die schwarze Farbe, über die Schulter gehängt hat. Es sind ihre beruflichen Insignien, die bezeugen, sie ist eine Schreiberin. Es ist die erste weltweit gefundene Abbildung einer Person, die der Kunst des Schreibens mächtig ist. Aber, obwohl die berühmte Palette von tausenden Fachleuten und Laien bewundert, studiert und beschrieben wurde, will bisher noch niemand, auch keine Ägyptologin und kein Ägyptologe erkannt haben, dass die zarte Person einen Busen hat und es sich dabei tatsächlich und eindeutig um eine FRAU handelt!

Die erste Gelehrte der Kunst des Schreibens ist eine Frau ›Männertrachten‹ (Emery ›Ägypten – Geschichte und Kultur der Frühzeit‹ 1964, S. 268, Abb 145).

Walter Emery bildet die Frau ab, auffallenderweise hinter und deutlich kleiner als den Sandalenträger, der jedoch in etwa gleich gross, eher etwas kleiner, schmächtiger auf der Palette abgebildet wird. Unglaublich aber wahr, falls die Schreiberin überhaupt gesehen wird (im Wikipedia unter dem Stichwort ›Schreiber im Alten Ägypten‹, abgerufen am 8.4.21, jedenfalls wird sie nicht erwähnt), ausnahmslos in der männlichen Form abgehandelt, etwa als »der Thronfolger‹  als Wesir, als Freund des Königs, als Mann mit einer Perücke, usw. Im Museum von Kairo wurde sie auf dem Beschrieb ebenfalls nicht erwähnt (ob sich das inzwischen geändert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis); obwohl ansonsten auf jedes Detail der Palette eingegangen wird, sie einen prominenten Platz auf der Palette einnimmt und mit der weiblichen Hieroglyphe gezeichnet ist. (s. Doris Wolf 2009. S. 210–214)
In Ägypten stand die Göttin ›Seshat‹ der Schreib-, Rechen- und Baukunst vor. Ihr numinoses Zeichen wurde bereits in der 1. Dynastie registriert, bis sie dann im patriarchalen Ägypten vom listigen Gott Thot verdrängt wurde. Meistens hört man, ›der Mensch‹ habe die Schrift erfunden, aber »aus der Gemeinsamkeit von Hinweisen ergibt sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Folgerung, dass es vielleicht wirklich Frauen waren, die diese ersten bedeutungsvollen Zeichen in den feuchten Ton drückten.« (Merlin Stone ›Als Gott eine Frau war« 1988, S. 28)
Gelehrte Frauen scheinen im Alten Reich nichts Außergewöhnliches gewesen zu sein, trotzdem behaupten die Ägyptologen John Baines und Jaromir Malek ziemlich herablassend, die meisten Frauen seien des Lesens und Schreibens unkundig gewesen, als ob das für die Männer nicht ebenso zutraf! Und ebenso überheblich folgern die Autoren, dass Frauen von den wichtigsten geistigen Bereichen der ägyptischen Kultur und von der Beamtenschaft ausgeschlossen waren – »wonach sie sowieso nicht strebten.« (Baines John/Malek Jaromir ›Weltatlas der alten Kulturen – Ägypten‹ 1980, S. 205)

Die Kulturbeiträge der Frauen werden in der Ägyptologie ausgeblendet

Die Pyramide des Königs Unas in Sakkara, die eines der schönsten Dokumente hieroglyphischer Schriftkunst beherbergt, zeigt, wie Frauen übergangen werden. Die Tochter des Königs, Prinzessin Idut, die in Sakkara ebenfalls ein prachtvoll gestaltetes Grab hat, war eine begabte Schreiberin. Es liegt nahe, dass es sich bei ihr um die Künstlerin handelt, die ihrem Vater das unvergessliche Denkmal setzte; wäre sie ein Sohn, würde man dies jedenfalls ohne weiteres annehmen.
In Mesopotamien ist die Göttin Nidaba, die ›Gelehrte der Heiligen Hallen‹. Sie ist die Erfinderin und Patronin der Schrift, was auch aus dem Gilgamesch-Epos hervorgeht: Die offizielle Schreiberin des sumerischen Himmels war eine Frau. (Merlin Stone ibd. 1988, S. 74).

Die Schrift wurde in der matriarchalen Zeit erfunden

Die Erfindung der Schrift scheint jedoch viel weiter zurück zu liegen. Pierre Grandet und Bernard Mathieu bestätigen in ihrem Lehrbuch für Hieroglyphen, dass das Erscheinen der Hieroglyphenschrift erst das Produkt einer langen Entwicklung war, welche durch die Existenz der archaischen Hieroglyphen bezeugt wird (›Cours d’égyptien hiéroglyphique‹ 1990, S. 11). Die Schrift – nicht die Hieroglyphen – wurde lange vor der Invasion der irrtümlicherweise als ›Kulturbringer‹ interpretierten, kriegerischen Indo-Europäer ­– während der vor-dynastischen Zeit Mesopotamiens und der vor-pharaonischen Zeit Ägyptens geschaffen. Die Hieroglyphen sind eine illustrierende Zeichenschrift, ein Hilfsmittel, welches in verschiedenen Sprachen >gelesen<, bzw. verstanden werden kann. In diesem Fall von der indoeuropäischen Oberschicht einerseits  und von den Einheimischen, die eine afrikanische Sprache sprechen, anderseits.
»Da [die frühesten in Europa entdeckten] Inschriften ausschließlich auf religiösen Objekten zu finden sind, können wir davon ausgehen, dass sie als heilige Schriftzeichen gelesen wurden« schrieb Marija Gimbutas (s. ›Die Zivilisation der Göttin‹ 1996, S. 307–321 passim).

Schrift der Theiß-Kultur (ca. 5300–5000, Kökenydomb, Ungarn, nach Marija Gimbutas ›Die Zivilisation der Göttin‹ 1996, S. 312)

 


Schriftzeichen auf einem anthropomorphen Keramik-Gefäß der Theiß-Kultur (nach Marija Gimbutas ibd. 1996, S. 312)

»Wir finden die Schrift des Alten Europa, von der zwischen 5300–4300 allgemein Gebrauch gemacht wurde, in Inschriften auf sakralen Gegenständen: auf Idolen, Thronen und Tempelmodellen, auf Opferbehältern, Altären, Opferkelchen, auf heiligen Miniaturmodellen von Broten, Anhängern, Tafeln und Spinnwirteln.« (Gimbutas ibd. 1996, S. 320)
Die lange Entwicklung der archaischen Schriftzeichen beginnt in den matriarchalen Hochkulturen der Urgeschichte. Im Eanna-Bezirk der Göttin Inanna im südmesopotamischen Uruk wurden dann die ältesten Zeugnisse der Keilschrift gefunden.


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