»Gott ist ein Phallus« (Gerardus van der Leeuw)

 

Der ›Heiligkeit der männlichen Genitalien‹, von der die Bibel, das religiöse Buch des Patriarchats spricht, ging die religiöse Verehrung der Vulva – als geheiligtem Ort der Geburt aus dem Mutterleib – wohl um mindestens 25’000 Jahre voraus (s. Doris Wolf ›Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit und was daraus geworden ist‹ 2017). Erst mit der Diffamierung der Religion der Grossen Göttin und der Erfindung erster männlicher Götter mit dem Aufkommen des Patriarchats vor ca. 6000 Jahren, und der gewaltsamen Durchsetzung der patriarchalen Eingott-Religion unter Moses wurde der Penis ›heilig‹ gesprochen. Doch immer war die Geburt heilig, nicht der Zeugungsakt; die Vulva, ›das Tor des Lebens‹ – nicht der Penis.

»In Israel soll die Tatsache, dass neues Leben im und aus dem Körper der Frau erwächst, während der effektive männliche Beitrag zu diesem Wunder auf den kurzen Vorgang der Begattung beschränkt ist, zur bleibenden Irritation und sogar Beleidigung der Männerwelt geführt haben.« (O. Keel/S. Schroer ›Eva – Mutter alles Lebendigen‹ 2004, S. 11)

»Die Heiligkeit der männlichen Genitalien als Sitz der Fortpflanzungskraft wird sowohl in der Bibel als im Mittleren Osten unserer Zeit beim Schwören besonders feierlicher Eide angerufen. Als Abraham seinen Knecht Elieser mit der wichtigen Mission betraut, in einem fernen Land eine Frau für Isaak zu suchen, sprach er zu ihm: ›Lege deine Hand unter meine Lende, und ich werde dich schwören lassen beim Ewigen, Gott des Himmels und der Erde, dass Du nicht nehmest ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kenaani [Kanaaniten], in dessen Mitte ich wohne. Sondern in mein Land und nach meinem Geburtsort sollst du gehen und ein Weib nehmen für meinen Sohn, für Jizchak‹ Gen.24;2-4). Elieser ›legte seine Hand unter die Lende Abrahams seines Herrn, und schwor ihm auf diese Sache.‹ (V.9) Genau auf dieselbe Weise liess Jakob seinen Sohn Joseph schwören, dass er ihn nicht in Ägypten, sondern in der Höhle von Machelpa begrabe (Gen. 47:29). Das hebräische Wort für ›Lende‹, das an diesen Stellen verwendet wird (jarech), ist ein allgemeiner Ausdruck für die Geschlechtsorgane. Die Nachkommenschaft eines Mannes wird in biblischem Sprachgebrauch oft ›die hervorgingen aus seiner Lende genannt (Gen.46:26, Ex. 1;5, Richter 8:30) Derjenige, der aufgefordert wird, den Eid zu leisten, berührt die Sexualorgane des Mannes, dem er den Eid leistet; dies gibt dem Eid besondere Kraft.« (Raphael Patai ›Sitte und Sippe in Bibel und Orient‹ 1962, S. 181 f)

In Ägypten findet in der Nagada-II-Zeit (ca. 3500-3100), d.h. in der Zeit der Invasionen der Indo-Europäer aus Vorderasien, der Umbruch der Religion von der parthenogenen Urgöttin zum phallisch dominierten Vielgötterkult statt, der zur Staatsreligion der Oberschicht werden sollte. Erstmals finden sich männliche Kleinstatuetten und männliche Abbildungen auf den ägyptischen Vasen der Umbruchszeit neben Abbildungen von weiblichen Figuren, Strichmännchen mit erigiertem Penis.
In den Jahrtausenden vor der Invasion bezeugen die archäologischen Funde die alleinige Verehrung der Großen Göttin – und der Vulva. Einen männlichen Gott-Partner gab es damals noch nicht. (s. Die Verehrung der Vulva   https://www.doriswolf.com/wp/geheimnisvolle-steinzeit/die-verehrung-der-vulva/)
Der früheste Beweis, dass die indoeuropäischen Eroberer den Phalluskult nach Ägypten brachten ist die Narmer-Palette. Sie enthält deutliche Hinweise auf den Beginn der phallischen Männermacht. Auf der einen Seite trägt der König die aus dem Iran mitgebrachte Weiße Krone (s. ›Die Eroberer aus dem Norden‹). In ihrer Form ist sie die Überhöhung des Phallus par excellence. Hinzu kommt die Rolle der Keule in der Hand des Königs. Er hält sie so, dass sie einen erigierten Penis symbolisiert; sie wird zur Betonung des Phallus und damit zum Symbol seiner Macht. Vor dem König liegen die enthaupteten Gefangenen, mit abgeschnittenem Phallus; die ›Entmannung‹ des feindlichen Mannes durch Waffengewalt des Mächtigeren.

Im hebräischen gibt es für Waffe und Penis nur ein Wort: za’in!

In Ägypten spielen »Phalli der Götter in den Jenseitsvorstellungen wie auch kultisch eine Rolle. In Texten, in denen der Tote sich mit den einzelnen Körperteilen eines Gottes identifiziert, bezeichnet er sich als ›Phallus des Re, Osiris, Min oder Bebon. In einem anderen, häufig bezeugten Text droht der Tote, um einer möglichen Gefahr zu entgehen, gegebenenfalls den Phallus des Re und den Kopf des Osiris zu verschlingen, womit das Ende der Welt herbeigeführt würde.« (LÄ, IV,1018 ›Phallus‹, s. auch ›Götterbedrohung‹ ebenda)
Auf dem Prestige-Keulenkopf des Narmer ist die Göttin und ihr Sohn als Kuh und Kalb dargestellt. Doch dann wird der Sohn zum Geliebten seiner Mutter, der allerdings im Gegensatz zu ihr, der Unsterblichen, sterblich ist und als Vegetationsgott jedes Frühjahr wieder von ihr wiedergeboren wird. Er wird ›Stier seiner Mutter‹ und ›Herr der Zeugungskraft und der animalischen Fruchtbarkeit‹ genannt und mit einem enormen erigierten Penis abgebildet; in den Texten rühmt er sich seiner Schönheit. Von den patriarchalen Griechen und Römern wird er mit Priapos gleichgesetzt, dem Gott des Phallus, einer Gestalt mit gewaltigen Genitalien, Sohn der Aphrodite und des Adonis. (s. Walker ›Das Geheime Wissen der Frauen‹, 1993 ›Herme‹)

Abbildungen von Göttern mit Dauererektion (sogenannt ithyphallische Darstellungen) und phallische Symbole »sind in allen patriarchalen Gesellschaften der Gegenstand offener oder geheimer Verehrung und sollen unterschiedslos die männliche Rolle in der Fortpflanzung aufblähen, so dass sie als größer erscheint als der weibliche Beitrag. Aber viele Mythen und Bräuche weisen darauf hin, dass bei einem solchen Kult der weibliche Bedeutungskontext dem männlichen vorausgegangen ist.« (Barbara F. Walker ›Die geheimen Symbole der Frauen‹ 1993, S. 432) Nach der Eroberung Ägyptens beginnt der Kampf gegen alles Weibliche; gegen die Große Göttin, gegen die Verehrung der Frau als Gebärerin, gegen die weibliche Religion und gegen die Verehrung der Vulva.

»Eine der ältesten Formen unter denen man Gott verehrt, ist der Phallus«:
»Gott ist ein Phallus« (Gerardus van der Leeuw, Theologe und Religionshistoriker)

Erste Statuen des ithyphallische Gottes Min tauchen in der Frühzeit in Koptos am Roten Meer auf. Die Frage ob Min ursprünglich ein ägyptischer oder nichtägyptischer Gott sei, blieb unklar. Im Mittleren Reich wird Min mit A-Min/Amun verschmolzen. »Die Gestalt des Amun ist wenigstens in einer Sonderform, die ihn mit ungegliedertem Körper, erigiertem Glied und einer Geißel in der erhobenen rechten Hand zeigt, mit der des Min schlechthin identisch« (s. Bonnet ibd. 1971,31f). Auch hier bleibt die Herkunft des Gottes im Dunkeln und »wird von der Priesterschaft absichtlich im Ungewissen gelassen« (Bonnet ibd. S. 71). Doch diese Herkunft ist nachvollziehbar. Amun wird ein Widder zugeordnet, der zu einer Schafsrasse gehört, die erst im Mittleren Reich in Ägypten beobachtet wird. Das Wollschaf, das auch Amun- oder Ammonschaf genannt wird, kam während des Mittleren Reiches aus Vorderasien über das Rote Meer (Baumgartel Elise J. ›The Cultures of Prehistoric Egypt‹ 1955 I, 23f und Boessneck Joachim ›Die Tierwelt des Alten Ägypten‹ 1988,72 ff). Damit dürfte auch die Herkunft von Amun geklärt sein, dessen asiatische Herkunft die Priester aus leicht durchschaubaren Gründen ›im Ungewissen‹ lassen. Schon die älteste Schafsrasse, die in Ägypten in der Nagada-II Zeit auftauchte, stammte aus dem Iran. Die Einfuhr von asiatischen Tieren ist auch auf dem Bild von Hierakonpolis bezeugt. Die Eroberer aus Vorderasien bringen die ersten Pferde mit; sie stammen aus der südlichen Steppe Russlands. (s. D. Wolf 1994, S. 106)
Eine interessante Bemerkung zum ithyphallischen Min, findet sich bei C.Jouco Bleeker (›Die Geburt eines Gottes : eine Studie über den ägyptischen Gott Min und sein Fest‹ 1956. Er schreibt: »Der Phalluskult ist in der Religionsgeschichte ja bekannt genug. Van der Leeuw bot uns das richtige Verständnis dieses eigenartigen Kultes: »Es ist keineswegs eine seltsame Verirrung, sondern eigenste Menschlichkeit, dass fast überall eine der ältesten Formen unter denen man Gott verehrt, der Phallus ist… Gott ist ein Phallus« (van der Leeuw ›Der Mensch und die Religion‹ 1941, S. 157 f). »Auch Plutarch betrachtet die Phallusverehrung als eine Huldigung der göttlichen Schöpferkraft… Bei den Griechen heißt Pan, der mit Min identifiziert wird, der Erfinder der Masturbation oder des künstlichen Samenergusses. Da Min auf diese Weise einsam neues Leben hervorruft, versteht es sich, dass er kraft dieser Natur keinen weiblichen Partner braucht und kaum neben sich duldet. Seine späteren Verbindungen mit bestimmten Göttinnen machen einen durchaus gekünstelten Eindruck. Diese lebensschöpferische Tat des Gottes Min erhält eine noch tiefere Bedeutung durch seine Gestalt einer Mumie. Denn diese Mumiengestalt kann kaum bezweifelt werden… Als solche ist Min der verstorbene Gott. Die ithyphallische Mumie ist die mythologische Darstellung der paradoxen Wahrheit, dass Min gerade als toter Gott noch die Macht besitzt, Leben zu erzeugen. Dadurch beweist er seine echte Göttlichkeit, nämlich durch die Fähigkeit der creation ex nihilo.« (s. Bleeker ibd. 1956, S. 47ff) Man denke an Osiris und seine Zeugung von Horus!
Der Widder-Gott Amun wird wegen seiner phallischen Stärke, seiner enormen Zeugungskraft, die ihm zugeschrieben wird, verehrt und kann zusammen mit Min als Ausdruck patriarchaler Macht und als Begründer des Phalluskultes in Ägypten betrachtet werden. Obwohl er ein junger Gott ist, wird er von der thebanischen Priesterschule, in Konkurrenz zu den anderen Schulen, zum Ur- und Schöpfergott hochstilisiert, um ihm ›den Nimbus urzeitlichen Alters‹ (Bonnet) zu geben. Zusammen mit dem Vatergott Ptah und dem Sonnengott Re bildet Amun eine rein männliche Trias, die sämtliche weiblichen Gottheiten ausschließt. Der Ägyptologe Kurt Sethe möchte im phallischen Amun gerne ein Element der ›Vergeistigung‹ der ägyptischen Religion sehen. »Er stellt Amun geradezu in Parallele zu Jahwe und wagt die Vermutung, dass dieser nach dem Vorbild von Amun gestaltet sei« (Bonnet ibd. S. 36). Doch Bonnet will es scheinen, »dass er damit auch die Gottesanschauung in Ägypten nach ihrer Reinheit und Wirkungskraft überschätzt.«
Amun wird ›Vater der Väter und Mutter der Mütter‹ genannt, ist also sexuell doppeldeutig wie Manu und Nun, ›der herrliche Hügel der Urzeit‹, der offensichtlich den schwangeren Leib der Urgöttin und nicht eines Urgottes meint. In einer Hymne an Amon wird diesem nachgesagt, dass er seinen Samen mit seinem Körper vereinige (verschlucke), um sein Ei in seinem geheimen Selbst zu kreieren‹ (›joining his seed with his body, to create his egg within his secret self‹). Henri Frankfort, der diese Stelle zitiert, meint denn auch, dass es sich hier nicht um die ganze Wahrheit handle, schließlich sei die Sonne jeden Tag durch die Göttin neugeboren worden (Frankfort ›Ancient Egyptian Religion 1948/9, S. 17). Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit, wie die folgenden Hymnen belegen:  ›Heil Dir, großer (Sonnengott) der geboren wurde von der Himmlischen Kuh‹, oder: ›Deine Mutter Nut hat Dich geboren, Re-Harachte‹; ›alle preisen dich wenn du strahlend am Horizont erscheinst. Du bist schön und jung wie die Sonnenscheibe in den Armen deiner Mutter Hathor‹. Aber im gleichen Hymnus steht einige Zeilen später: ›Du bist göttliche Jugend, der Erbe der Ewigkeit, der sich selbst zeugte und gebar‹ (ebda). Diese Absurdität nennt Frankfort verständnisvoll ›multiplicity of approaches‹.

Das Andenken an Amon haben die Christen bewahrt;
sie beenden jedes ihrer Gebete mit der Anrufung seines Namens: AMEN.

Im Neuen Reich wird Kamutef als Gott der männlichen Selbsterzeugung ›Stier seiner Mutter‹ genannt; er wird ihr Begatter. Er »verschiebt die Akzente zugunsten des männlichen Partners!« (Westendorf). »Das Ziel dieser Begattung ist die eigene Erzeugung. So unvollziehbar dieser Gedanke ist«, meint Bonnet, »so ist seine Absicht doch deutlich. Er will die Uranfänglichkeit des Gottes feststellen, indem er statuiert, dass der Gott von sich selbst her sei und keinen anderen (!) vor sich habe. Späte Texte haben ihn, um die Vorstellung einer übergeordneten Vaterschaft völlig auszuschalten, noch erweitert.« (Hans Bonnet ›Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte‹ 1971, S. 364). Diese ›Erweiterung‹ führt dazu, dass man der Göttin eine Mutterrolle zuschiebt, »um sie damit zur Urgottheit zu erhöhen.« Hier wird deutlich, welchen Weg die ägyptischen Priester eingeschlagen haben, um die Urgöttin zu entmachten. Der erste männliche Gott (und später alle anderen Sonnengötter) ist »mit Erfolg bestrebt, sich von seinem weiblichen Komplement, das ihn gebiert, empfängt und verjüngt, möglichst unabhängig zu machen, mit anderen Worten: sein Lebensgeschick aus eigener Machtfülle zu bestimmen!. Die Himmelsgöttinnen, die ehemaligen Mütter des Sonnengottes, werden zu seinen Töchtern degradiert, nicht sie schufen ihn, sondern er sie.« (Wolfhart Westendorf ZÄS 100, 1974, S. 138)

 Der Skarabäus-Gott ›Chepre‹ –  frommer Betrug oder schiere Ignoranz?

Inter­es­sant ist die Wurzelverwandtschaft des Skarabäus-Gottes ›Chepremit dem hebräischen (indoeuropäischen) ›kereb‹, was Mut­ter­schoss, Bauchhöhle, Lei­besinneres, Mutterleib heißt. Die gleiche Be­deutung haben das altindische garbh, das assyri­sche kirb und das lateinische Corpus.« (Arnold Wadler ›Germanische Urzeit Quellen zur Vorgeschichte der deut­schen Sprache‹ 1936, S. 229). Die Priesterkaste Ägyptens überhöht und verzerrt den Sinn des ursprünglich weiblichen Skarabäus. ›Chepre‹, der in unzähligen Exemplaren als Amulett verwendet wurde, soll ohne Zeugung entstanden sein und wird mit der aufgehenden Sonne gleichgesetzt, soll Urgott, Vater, ja Schöpfer der Götter sein. Doch auch er ist ein Sohn der Nut der ›am Schenkel (!) seiner Mutter entsteht‹; trotzdem bleibt er der sich selbst Zeugende und beansprucht Uranfänglichkeit. Was diesen Käfer ebenso interessant macht ist seine indoeuropäische Herkunft. Die Wurzel des Wortes weist der Sprachforscher Arnold Wadler nach: Die Urform des Käfers ist K-r-b. Assyrer nannten ihn Akrab-u, die Hebräer Akrab, die Römer Scorpio, die Germanen Creb-iz‹, Chrep-az (Krebs) die Schweizer Chäber oder Chäfer und die Deutschen Käfer. »Schon in Hellas stand Karab-os (Krabbe, Krebs, Käfer) neben Skorp-ios und Skarab-aios, dem Käfer‹ (Arnold Wadler ›Der Turm von Babel – Urgemeinschaft der Sprachen‹ 1988, S. 274f.).
Mit dem Käfer versucht die solare Priesterschaft, die Schöp­fung ohne weib­liches Dazutun zu er­klären, das heißt für sich männliche Schöpfungsmacht zu beanspruchen. Nach Plutarch nehmen die Ägypter an, dass dieser Käfer nur aus männlichen Tieren besteht, die ihre Eier in Dung ablegen, den sie dann mit den Hinterbeinen zu einer Kugel rollen. Die Jungen scheinen, nach genau einem Mondmonat von 28 Tagen, aus den Eiern zu schlüpfen. »Als Keimzelle des Lebens spielt das Ei in den Vorstellungen über die Weltschöpfung eine Rolle. Nach einem alten Naturmythos war der erste Gott aus einem Ei entstanden, das im Sumpfdickicht in einem Nest erschien. Totenbuchtexte nennen dieses verborgene Ei das ›Ei des großen Schnatterers‹. Wer dieser ist, bleibt jedoch im Dunkeln.« (Bonnet) Auch hier wird versucht, zu suggerieren, es gebe eierlegende Männchen. Das Ei ist ein mystisches Symbol der Großen Schöpferin, deren Weltenei den Embryo des Universums enthält, aus dem auch der Sonnengott Ra/Re geboren wurde. Die ägyptische Hieroglyphe für das kosmische Ei ist identisch mit der für den im Schoss einer Frau liegenden Embryo (Walker 1993, S. 201f). Es sind nicht die Ägypter, die den Unsinn von eierlegenden männlichen Wundertieren verbreiten, es sind die arischen Priester, die die alten matriarchalen Mythen und Symbole umdeuten, verzerren und vermännlichen. (s. auch LÄ,VI, 868 ›Urgewässer‹ und S. 873 ›Urhügel‹ und ‹Ei‹).

Man kann es drehen wie man will, ein bekanntes Sprichwort bringt es auf den Punkt:

›Ein Hahn kann keine Eier legen.‹

 

erstmals veröffentlicht 12.10.2017


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