Die Verbrechen der christlichen Kolonisierung

Aus dem Inhalt:

  • Die Verbrechen am Beispiel Kongo und Ruanda
  • Bei den Bambara in Mali
  • Beispiel Südafrika: Der Genozid am Volk der San
  • Beispiel Lateinamerika
  • ›Glückliche Schuld‹ ?
  • Beispiel Australien
  • Beispiel Papua-Neuguinea
  • Christlicher Machismus: eine unendliche Schande
  • Das Fazit

›Die Welt brennt, und Gott glänzt einmal mehr durch Abwesenheit‹ (Hugo Stamm)

Die Verbrechen am Beispiel Kongo und Ruanda

Das Massaker der christlichen Hutu an den ›heidnischen‹ Tutsi

Es war die dünkelhafte Überheblichkeit der weißen Kolonialherren und Missionare, die den in Europa grassierenden Rassismus nach Afrika trugen, die die Völker, welche bis dahin friedlich zusammen gelebt hatten, entzweiten und gegeneinander aufhetzten; mit den bekannten entsetzlichen Folgen.
Bereits 1490 missionierten Franziskanermönche aus Portugal das Gebiet des Kongo. Der König des Kongo trat zum Christentum über, um sich Vorteile zu verschaffen und versuchte die Religion auch seinem Volk zu verordnen, was einen blutigen Widerstand verursachte. 1507 befahl sein Sohn und Nachfolger die Christianisierung des Landes und wurde der Bauherr vieler Kirchen.
Leopold II, von 1865 bis 1909 christlicher König der Belgier, wurde als brutaler Kolonialist des Kongo bekannt. Er führte sich auf wie ein ägyptischer Pharao und machte sich von 1885 bis 1908 zum persönlichen Eigentümer des ganzen Landes mit allen Menschen, Tieren und Gütern. »Zu dieser Zeit wurde aus dem Kongo vor allem Elfenbein und Kautschuk exportiert. Die einheimische Bevölkerung wurde dabei schwer misshandelt und ausgebeutet. Wie viele Menschen bei den sogenannten Kongogräueln unter den Belgiern ums Leben kamen, ist umstritten. Der Kongo wurde durch belgische Exportfirmen, vor allem die Société générale de Belgique, mittels Sklaverei und Zwangsarbeit zur Kautschukgewinnung systematisch ausgeplündert. Es wird geschätzt, dass fünf bis zehn Millionen Kongolesen dabei den Tod fanden, mehr als die Hälfte der damaligen Bevölkerung« (Wikipedia ›Kongo‹).
Der Kongo ist das katholischste Land Afrikas. Unter ihnen die Hutu, welche für die  Schlächterei an 800’000 bis 1’000’000 Tutsi verantwortlich sind. Missionare, Nonnen und Priester öffneten die Kirchen für die verfolgten Tutsi, um sie dann den Hutu zum Abschlachten auszuliefern. Nach den Massakern setzte sich die Kirche für die (katholischen) Hutu ein, um für sie mildernde Strafen zu erreichen. Der Genozid war von langer Hand vorbereitet. Die Hutu wurden bewaffnet, bezahlt von der europäischen Entwicklungshilfe. Man weiß, dass das Morden, Quälten, Foltern, Vergewaltigen und Töten den durch Propaganda aufgehetzten Männern großes Vergnügen bereitete. Es war der kollektive Ausbruch von Wahnsinn einer geschundenen, ausgebeuteten, christianisierten, unterdrückten Bevölkerung.

›Genozid im Gotteshaus‹ titelt Jesko Johannsen seinen Bericht aus der Hölle von Ruanda zur Zeit des Völkermordes (vom 3.4.2014):

»1994 ermordeten Angehörige der Hutu-Mehrheit vor den Augen der Welt im afrikanischen Ruanda auf grauenvolle Weise etwa 800’000 Menschen, überwiegend Angehörige der Tutsi. Die meisten starben in Gotteshäusern, wurden von Priestern nicht beschützt, sondern sogar ausgeliefert.« (s. http://www.deutschlandfunk.de/voelkermord-in-ruanda-genozid-im-gotteshaus.886.de.html?dram:article_id=281894)

Ruanda ist ein von Kolonisierung und Missionierung geprägtes Land: 90% sind Christen, davon 63% Katholiken. »Das Wort der Kirche hat enormen Einfluss in dem Zwergstaat und die katholische Kirche spielte zum Zeitpunkt des Völkermords auch in der ruandischen Politik eine wichtige Rolle. Der katholische Erzbischof der ruandischen Hauptstadt Kigali saß im Präsidium der Hutu-Einheitspartei. Der höchste Würdenträger der katholischen Kirche war also sehr genau über die mörderischen Pläne der Hutu-Diktatur informiert. Er wusste, dass Zehntausende von Macheten aus China importiert wurden und die Bürokraten bereits die Todeslisten mit den Tutsi-Namen zusammen stellten. Doch der Erzbischof von Kigali schwieg. 1994 massakrierten 100’000 Hutu-Männer in nur 100 Tagen beinahe eine Million Tutsi-Frauen, Männer und Kinder. Als im April der Völkermord an der Tutsi-Minderheit begann, wurden vor allem wieder katholische Klöster, Kirchen und Missionsstationen zu Schlachthäusern. Das Beispiel der beiden ruandischen Nonnen, die von einem belgischen Gericht wegen Beihilfe zum Völkermord verurteilt wurden, ist kein Einzelfall. Es gab viele ruandische Nonnen und Priester, die mit den Henkersknechten kollaborierten. Einige von ihnen stellten den Hutu-Milizen sogar die Folterwerkzeuge zur Verfügung. Andere öffneten bereitwillig ihre Kirchen- und Klostertüren, damit die Tutsi-Flüchtlinge massakriert werden konnten. Selbst die Kathedrale im Zentrum der Hauptstadt Kigali wurde für Hunderte von Tutsi-Flüchtlingen zur mörderischen Falle.« (www.kirchenopfer.de/dietaeter/massakeringotteshaeusern/index.html)
Der katholische Bischof Augustin Misago wurde 1999 wegen Beteiligung am Völkermord in Ruanda und wegen Teilnahme an der Ermordung von 150’000 Tutsi in seiner Diözese verhaftet und angeklagt. Er wurde insbesondere verantwortlich gemacht für die Ermordung von 30 Studentinnen und Studenten, die ihn angeblich um Schutz gebeten hatten. Nach 14 Monaten im Gefängnis sprach ihn das Gericht in Kigali – vermutlich auf Intervention des Vatikans – von der Anklage frei.
Missionare und Nonnen trugen als Helfershelfer wesentlich dazu bei, die Einheimischen in die Flucht zu schlagen, ihr Land nieder zu brennen, ihre Ernten zu zerstören, ihre Religion zu verketzern und zu verfolgen, ihre religiösen Kunstwerke zu vernichten, ihr Heilwissen als Teufelszeug zu verdammen und auszurotten, die funktionierenden Strukturen zu zerschlagen, die Schätze zu plündern, die egalitären Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu zerstören und das Volk in tiefste Armut zu stoßen.

›Ruanda, Land der Frauen‹

Nach dem Massaker der Männer sind es Hutu- und Tutsi-Frauen, die gemeinsam das Land wieder aufbauen und sich für eine bessere Zukunft einsetzen. »Heute fungiert das gewandelte Ruanda als Vorbild für ganz Afrika. Kein anderes Land auf dem Kontinent hat in den letzten Jahren eine vergleichbare Erfolgsgeschichte geschrieben. Vor allem die Frauen Ruandas haben für wirtschaftlichen Aufschwung und die Versöhnung zwischen Tutsi und Hutu gesorgt.« (s. arte Dokumentation ›Ruanda, Land der Frauen‹ Regie: Dirk Laabs, 05.05.2015)

Nach all den unbeschreiblichen Gräueltaten des christlichen Bodenpersonals gibt es noch immer Ignoranten die leugnen und beschwichtigend behaupten, diese täten doch (auch) viel Gutes. Angesichts der Verbrechen dieser fehlgeleiteten hochmütigen christlichen Bekehrer tönt das wie Hohn und Spott; sind solche Beteuerung nichts als erbärmlich und beschämend. Und vergessen wir auch nicht, Missionare bieten den nach den Raubzügen in den Kolonien verarmten Menschen ihre Hilfe nur im Gegengeschäft, nämlich gegen eine Bekehrung zum Christentum an, und ziehen ihnen dabei nochmals den letzten Cent aus den Taschen; es sind die Einheimischen, welche die Missionare durchfüttern, ihnen Land zur Verfügung stellen und Häuser und Kirchen bauen müssen.
Mit ein paar Missionsstationen, ein paar Schulen und Krankenhäusern und ein paar menschenfreundlichen HelferInnen ist es nicht getan. Damit allein kann dieser beispiellose Frevel nicht wieder gut gemacht werden. Das ist weit entfernt von einer Wiedergutmachung. Dieser Makel zeichnet das Christentum mit einem ewigen Schandfleck. (s. auch ›Ruanda: Massenmord unter den Augen des Klerus‹, Die Presse 26.4.2014 http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/1598877/Ruanda_Massenmord-unter-den-Augen-des-Klerus)
Im März 2017 bittet Papst Franziskus um Vergebung für die Beteiligung der Kirche am Völkermord von 1994.

Bei den Bambara in Mali

»Bei den Fahrten über Land hatte ich nicht nur Schönes gesehen«, schreibt Anna Wittig in ihrer wunderbaren Biographie. »Ich war mit den Hinterlassenschaften der Fremdherrschaft konfrontiert worden, mit verrottenden Autos und Maschinen mitten in einer herrlichen Landschaft. Die Kolonialisten hatten sich nicht die Mühe gemacht, ihren Schrott mitzunehmen. Ich sah die Auswirkungen eines räuberischen Bergbaus, der die Landschaft verschandelt und unfruchtbar zurückließ. Ich kam mit ›Bekehrten‹ in Berührung. Jenen, die ihre Kultur und ihren Gott über die tausende von Jahren bewährten Kulturen und Religionen der einheimischen Bevölkerung stellten. Kolonialisten, egal welcher Nationalität, die Staaten in die Unabhängigkeit entließen, ohne ihre Nachfolger ›Unabhängigkeit und Demokratie‹ zu lehren. Die den Völkern Schul- und Ausbildung verwehrt hatten. Sie waren nichts als macht- und besitzgierige Ausbeuter, deren Raubbau an Mensch und Natur bis heute nachwirkt, durch Wassermangel, Hungersnöte, Diktaturen und Kriege. Hätte das ursprüngliche Afrika tatsächlich ›Entwicklungshilfe‹ gebraucht? Oder Waffenlieferungen, Monsanto-Gen-Mais, Milchpulver? Missionare und ›Ehrenamtliche‹, die sich mit ihrem Engagement eine Eintrittskarte ins Paradies erkaufen wollen? Pharmazeutische Erzeugnisse, wenn wir ihnen nicht Krankheiten ins Land geschleppt hätten, mit denen sie vorher nie konfrontiert waren? Dieser Kontinent ist ein Opfer des Kapitalismus, selbst wenn es unter kommunistischer Flagge regiert wird. Jede ›Zivilisation braucht ihre Entwicklungszeit. Das wirft die Frage auf, ob wir zivilisierter waren als die Afrikaner. Wer entschied, dass sie unsere ›Zivilisation‹ brauchten? Doch da gab es die vielen bis dato ungenutzten Bodenschätze. Nur, dass die erwirtschafteten Milliarden nicht den Einheimischen zugutekamen. Und natürlich brauchten Amerika und Europa Sklaven, während ihre eigenen Leute keine Arbeit hatten und hungerten…
Die Bambara gründeten bedeutende Königreiche. Wie in Europa auch spalteten sie sich, da es Herrscher gab, die den Rachen nicht voll bekamen und so zum Untergang beitrugen. Das spielte dem Islam in die Hände, der sie durch Kaufleute unterwanderte. Viele Bambara gehören heute dem Islam an. Sie waren jedoch in ihren alten Traditionen genug verwurzelt, um an ihnen festzuhalten. Anders als die Europäer, die sich dem Christentum ergaben und ihre alten Kulturen mit Füssen traten.« (Anna Wittig ›Ich bleibe ich‹ 2016, S. 291 ff.)

Beispiel Südafrika: Der Genozid am Volk der San

Schätzungsweise 300′000 bis 400′000 San lebten im südlichen Afrika bevor die europäische Siedler, holländische Buren, sie vertrieben. »Von 1652, der Gründung Kapstadts, bis 1830 führten die niederländischen Gouverneure regelmäßig Vernichtungsfeldzüge gegen die ca. 200′000 San in der Kapregion durch. Die Überlebenden flohen in die Kalahari oder wurden auf den Farmen der Europäer versklavt. Im Jahre 1904, im Anschluss an den Krieg gegen die Herero, ging die deutsche Schutztruppe [!] auf dem Gebiet der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) ähnlich gegen die San vor.« (›San‹ Wikipedia) Der rassistisch und sexistisch geprägte Kolonialismus, samt die ihn begleitende ebenso rassistisch-sexisische christliche Missionierung durch patriarchale weiße Männer und Frauen, haben den indigenen Völkern überall auf der Welt unglaubliches Leid zugefügt. (s. Gert von Paczensky ›Weiße Herrschaft. Eine Geschichte des Kolonialismus‹ 1979; ›Verbrechen im Namen Christi – Mission und Kolonialismus‹ 2000 und s. auch: Karlheinz Deschner ›Kriminalgeschichte des Christentums‹)

Beispiel Lateinamerika

›Missionare stellen eine der größten Gefahren für die Kultur
der indigenen Völker dar.‹

Der in Brasilien tätige katholische Befreiungstheologe und Verteidiger der Menschenrechte Leonardo Boff (*1938), der sich für die Armen und gegen die Willkür ihrer Beherrscher einsetzt, wurde von der Kirche in Rom gescholten und bestraft. Er beklagte »das zahlenmäßig gewaltigste Unheil, das der Katholizismus zu verantworten hat; die weitgehende Ausrottung der süd- und nordamerikanischen Bevölkerung. In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung ›im Namen Gottes‹ durch die Spanier starben 100 Millionen Menschen – der »größte Völkermord aller Zeiten!« (Publik-Forum 31.5.1991) Im Jahr 1985 erteilte der Vatikan Boff ein erstes, 1992 ein zweites Rede- und Lehrverbot (›Bußschweigen‹) wegen seiner angeblichen ›Irrlehre‹.

Laut Papst Johannes Paul II. ist der Völkermord in Südamerika eine »glückliche Schuld, da auf diese Weise auch der katholische Glaube dort Fuß faßte!« (Spiegel special Nr. 3/2005, S. 91)

›Glückliche Schuld‹?

Eine ungeheuerliche Aussage. »Die spanischen Eroberer Mexikos und Perus pflegten Indio-Säuglinge erst zu taufen und ihnen unmittelbar danach den Schädel einzuschlagen: Auf diese Art stellten sie sicher, dass diese Kinder in den Himmel kamen. Keinem glaubensfesten Christen gelingt es, einen nachvollziehbaren Grund zur Missbilligung dieses Verhaltens vorzutragen, obwohl heutzutage alle so tun. In unzähligen Fällen hatte die Lehre von der Unsterblichkeit der Person in ihrer christlichen Variante verheerende Auswirkungen auf die Moral…« (Bertrand Russel zit. von Sam Harris ›Das Ende des Glaubens – Religion, Terror und das Licht der Vernunft‹ 2007, S. 79).

›Ureinwohner Mexikos fordern Entschuldigung von Papst‹

»Ureinwohner in Mexiko haben Papst Franziskus aufgefordert, sich bei seinem bevorstehenden Besuch in dem Land für die Rolle der katholischen Kirche bei der Eroberung Amerikas zu entschuldigen. Die Bibel sei die ›ideologische Waffe der brutalen Eroberung‹ und für den Völkermord an Ureinwohnern gewesen, sagten Vertreter von 30 indigenen Gruppen aus dem Bundesstaat Michoacán. ›Papst Franziskus sollte sich öffentlich dafür entschuldigen.‹ Die Kirche sei eine Komplizin der Eroberer gewesen, hieß es. Zwischen 1518 und 1623 sei die Zahl der Ureinwohner in Mexiko von mehr als 25 Millionen auf 700.000 Menschen gefallen. Papst Franziskus wird vom 12. bis 18. Februar Mexiko besuchen. Im Juli 2015 hatte er sich bei einem Besuch in Bolivien bereits für die Sünden der Kirche während der Missionierung entschuldigt.« (http://www.n-tv.de/ticker/Ureinwohner-Mexikos-fordern-Entschuldigung-von-Papst-article16935286.html)

Fehlende Hierarchien oder das Fehlen der ›heiligen Herrschaft‹ der Männer

»Das südamerikanische Volk der Reche-Mapuche hatte nach Darstellungen einiger Autoren bis zum Auftauchen der spanischen Kolonisatoren eine gesellschaftliche Organisation ohne zentrale Herrschaft oder festgezogenen Grenzen zwischen gesellschaftlichen Schichten und Territorien entwickelt. Ordnung sei vor allem durch soziale Strukturen, Verwandtschaften und Allianzen geregelt gewesen.
Die Definition der Gruppe sei nicht von der Abstammung, sondern der Ausdrucksfähigkeit als Gruppe abhängig gewesen. Zumeist seien in der politischen Anthropologie (heute Politikethnologie), die sich keine Gesellschaft ohne Herrschaft vorstellen konnte, die herrschaftsfreien Gesellschaften des amerikanischen Doppelkontinents nur mit Blick auf die ›Häuptlinge‹, den Ionco genannten Friedens­schlichter und Gruppen­mediatoren, sowie den zusätzlich vorhanden temporären Kriegshäuptling und den am Rande der Gesellschaft stehenden Schamanen untersucht. Diese verfügten sicher über Macht, nicht aber über zu Herrschaft nötigen Erzwingungsstab und Zwangsgewalt. Die spanischen Konquistadoren urteilten so über die Reche-Mapuche in antagonistischer Art zum eigenen straff hierarchischen System: ›Sie haben kein Oberhaupt, sie kennen keine Obrigkeiten an, sie haben keine Sprache, sie haben kein Gesetz, ihnen fehlen Glaube und Ansehen.‹ Die ethnozentristische Betrachtung der indigenen Bevölkerung als Mangel­gesellschaft ohne Staat, ohne Schrift, ohne Geschichte und ohne Markt blendet dabei aus, dass diese Gesellschaften die Beherrschung der natürlichen Umwelt nach ihren Bedürfnissen ohne den herkömmlichen Entwicklungs­diskurs der Parallelität von ökonomischer Entwicklung und Entwicklung politischer Macht vollbracht haben. Zudem gab es bei den Reche-Mapuche keine universelle Gottesfigur. Anders als bei Maya und Azteken gab es keine Gottheiten und zentrale Repräsentations­instanzen in der religiösen Sphäre. Ihr Land verwalten die Mapuche noch heute in Gemeineigentum.« (Wikipedia ›Segmentäre Gesellschaft‹) Patriarchale Religionen sind hierarchisch, es geht um die ›heilige Herrschaft‹ der Männer. Gott, bzw. die Priesterkasten, die ihn zu ihrer Selbstüberhöhung erfunden haben, verlangen unter Androhung martialischer Höllen-Strafen, Unterwerfung und absoluten Gehorsam.

Die Zerstörung der Kulturen und damit auch des medizinischen Wissens durch Eroberer und Missionare

Über die Auswirkungen der barbarischen Eroberungen Lateinamerikas lesen wir bei Gisela Graichen über das ›Heilwissen versunkener Kulturen‹, dass sowohl die Maya, wie die Azteken, wo die Kultur noch bis zur Zeit der spanischen Eroberung blühte, sehr viel über Pflanzen und ihre heilkundliche Nutzung wussten. »Den spanischen Mönchen, die seit der gewaltsamen Kolonialisierung 1542 u.Z. den Volksglauben ausmerzen wollten, waren die heiligen Bücher der Maya ein Dorn im Auge – nichts als Ketzerei. Am 12. Juli des Jahres 1562 kam es vor dem Franziskanerkonvent von Mani auf der Halbinsel Yucatán nach einem kirchlichen Tribunal zu einem blutigen Gemetzel an tausenden Ureinwohnern. Den wehrlosen Opfern wurde das Haar abgeschnitten und diejenigen, die ihren Göttern nicht abschwören wollten, wurden gefoltert. Viele kreuzigte man zu Tode. Anschließend wurde vor den Toren des Klosters ein gewaltiger Scheiterhaufen errichtet. Der spätere Bischof von Yucatán, Diego de Landa ließ unzählige Götzenbilder, Statuen und andere Heiligtümer der Maya ins Feuer werfen, darunter auch die kostbaren Codizes… in denen die  Maya ihr medizinisches Wissen einst schriftlich festgehalten hatten« (Graichen ›Heilwissen versunkener Kulturen. Im Bann der grünen Götter‹ 2004 S. 142 f.) Von der Vernichtung des ursprünglichen Heilwissens der indigenen Völker profitieren heute die Pharmafirmen. Es ist  auffallend, immer gehen Eroberer nach den gleichen brutalen barbarischen Methoden der Indo-Europäer vor und immer werden sie von einer ebenso brutalen, dünkelhaften Priesterkaste (heute den christlichen Missionaren) begleitet und unterstützt. Von der stets bemühten christlichen Nächstenliebe ist da nichts zu spüren. »Als die Spanier die politische Kontrolle über die eroberten Gebiete errungen hatten, kamen Franziskaner-Mönche nach und unternahmen aggressive Bemühungen die Maya zum Christentum zu bekehren. In Klöstern und Schulen wurden die Söhne der Maya zu christlichen Lehrern ausgebildet. Tausende von jungen Maya lernten die europäische Schrift. Sie passten sich sehr schnell an. Die Maya-Schrift wurde verdrängt und die römische Schrift nahm ihren Platz ein. Dann verbrannten die Missionare alle Schriften und behaupteten, sie enthielten teuflische Lügen.« (Dokumentarfilm von Paula Rodríguez Sickert: ›Das Schweigen brechen – Frauenmorde in Lateinamerika‹. (http://www.dw.de/dokumentationen-und-reportagen-das-schweigen-brechen/av-18126613)

»Bei der Eröffnung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz im brasilianischen Aparecida am 13. Mai 2007 äußerte sich Benedikt XVI. zur Christianisierung Lateinamerikas. Diese soll:

 »keine Oktroyierung einer fremden Kultur,
sondern von den Ureinwohnern unbewusst herbeigesehnt‹ worden sein.«

Diese ungeheuerliche Darstellung der verbrecherischen Morde und der Zerstörung von Kulturgut stieß auf Widerspruch von Repräsentanten der Indios, die die Rede als »arrogant und respektlos« bezeichneten. »Zu sagen, dass die kulturelle Dezimierung unserer Volkes eine Reinigung darstellt, ist beleidigend und – offen gesagt – beängstigend.« (Sandro Tuxa). Der deutsche Lateinamerika-Historiker Hans-Jürgen Prien erblickte in diesen Äußerungen »eine unglaubliche Geschichtsklitterung« und einen Rückschritt gegenüber der Position von Johannes Paul II., der 1992 in einer Rede immerhin Fehler bei der Evangelisierung der einheimischen Stämme und Völker eingeräumt hatte. Demgegenüber erklärte der Papst, Jesus und sein Evangelium zu verkünden, setze zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbischen Kulturen voraus, und es sei auch kein Aufzwingen einer fremden Kultur gewesen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez verlangte eine Entschuldigung des Papstes: »Mit allem gebührenden Respekt, Sie sollten sich entschuldigen, denn es gab hier wirklich einen Völkermord und wenn wir das leugnen würden, würden wir unser tiefstes Selbst verleugnen.« (Wikipedia)

Der fanatisch-christliche Kolumbus raubte auf seinen vier Reisen nach Amerika, 1492-1504, nicht nur das Gold der Indios, er setzte auch mörderische Gewalt gegen sie ein, um sie zum Christentum zu bekehren und verübte unsägliche Gräuel an ihnen und an seiner eigenen Mannschaft. »Geschätzte 5000 Tonnen Gold stahl die spanische Krone den Indianern und finanzierte damit ihre Erbfolgekriege. ›Wie Affen griffen sie nach dem Gold und befingerten es‹, notierte der Franziskaner-Pater Bernardino de Sahagún (1499 bis 1590), ›sie wühlten wie hungrige Schweine nach Gold.‹ (›Totenkult am Feuerberg‹, Matthias Schulz, Der Spiegel 26.05.2003) »Mit dem ersten Gold aus der Südamerika-Beute ließ Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren und mit dem Symbol seiner Familie versehen. Und »wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indianer denkt? – An eine Wiedergutmachung und ein Zurückgeben der Beute denkt die Kirche nicht.« Wie die Missionierung der ›Heiden‹ zum Katholizismus zu bewerkstelligen war, wurde genau  festgelegt: »Die Indianer, denen solche Gnade und Gunst widerfährt, sollen ihrerseits ihre Unterwürfigkeit und ihren guten Willen beweisen, indem sie große Mengen Gold, Edelsteine, Silber und andere Dinge, die sie besitzen, Seiner Hoheit, dem König und dem Gouverneur freiwillig ausliefern, andernfalls könnten Gott, unser Herr und unsere Hoheiten sehr ungnädig werden.« (http://www.denk-mit.info)

Beispiel Australien

In Australien wurden Hunderttausende Kinder den Aborigine-Müttern entrissen und in katholischen Einrichtungen zwangsbekehrt und ›zivilisert‹. Die meisten waren Kinder weißer Väter, sie sahen ihre Mütter nie mehr! Es ist die Generation der geraubten Kinder. Erst 2008 entschuldigte sich die australische Regierung. Die katholische Kirche bleibt eine Entschuldigung bis heute schuldig.

»Als im 18. Jahrhundert die Weißen kamen und den Kontinent besiedelten, wurden die Aborigines abgeschlachtet, ihr Land wurde geraubt, ihre Traditionen missachtet. Kurzzeitig sah es so aus, als ob ihnen gar das Aussterben drohte. Mit der zunehmenden Landnahme der Siedler im 19. Jahrhundert mehren sich gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Weißen und Aborigines. Viele Ureinwohner werden gegen ihren Willen in Reservate gebracht, wo sie auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Die britische Regierung regt 1838 an, sogenannte Protectors (Schutzherren) für die Aborigines in den jeweiligen Regionen Australiens zu ernennen. Doch Schutz bieten diese nicht. Stattdessen wird versucht, die Aborigines in den Reservaten an die westlichen Lebensformen anzupassen. Kulturelle Gebräuche und Gepflogenheiten werden verboten und gehen verloren, teilweise dürfen die Aborigines nicht einmal ihre eigene Sprache sprechen. Kinder werden in den Reservaten in separaten Schlafhäusern untergebracht, um sie dem kulturellen Einfluss ihrer Eltern zu entziehen. Doch die Aborigines passen sich nicht an und sterben auch nicht – wie erwartet – aus.« Die Geschichte Australiens gehört zu den tragischen Geschichten des Hochmuts, der Gewalt und der Erbarmungslosigkeit weißer Christen. (http://www.planet-wissen.de/laender_leute/australien/aborigines/)

Beispiel Papua-Neuguinea

Der Ehrgeiz, die Welt zu beherrschen und allen Menschen den Stempel der eigenen religiösen ›Wahrheit‹ aufzudrücken, machte auch nicht Halt vor Papua Neuguinea. »Aufgrund der Missionsarbeit von Missionaren aus dem Deutschen Kaiserreich gehört die Mehrheit der Bevölkerung christlichen Konfessionen an. Die Angaben darüber schwanken zwischen 66 % und über 90 %. Insgesamt sind gemäß der Volkszählung von 2000 27 % der Einwohner römisch-katholisch und 19,5 % sind Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea, deren Gründungsgeschichte auf das bayerische Neuendettelsauer Missionswerk zurückgeht. 11,5 % der Einwohner sind Mitglieder unierter Kirchen, 10 % sind Sieben-Tags-Adventisten, 8,6 % sind Pfingstler, 5,2 % sind Mitglieder von weiteren Kirchen der Evangelischen Allianz, 3,2 % sind Anglikaner und 2,5 % sind Baptisten. Andere protestantische Konfessionen machen 8,9 % der Gesamtbevölkerung aus. Daneben sind 0,3 % der Einwohner Baha’i.« (Wikipedia). Wie Daniel Vigne in seinem Dokuemtarfilm ›Die Papuas, zwischen Tradition und Fortschritt‹ berichtet, haben die Dorfälteren Angst, dass ihnen die Weißen, die sie als Forscher, aber auch als Missionare beeinflusst haben, zwar westliche Kleider und Handys gebracht haben, aber dass ihre Kultur sich auflöst und verschwindet.
Es ist heute eine patriarchalisierte, vor allem christlich beherrschte Gesellschaft, in der Männer dominieren – vor allem dominieren sie die Frauen! Die Frauen sind unglücklich ob des Machoverhaltens der Männer, das ihnen keine Rechte lässt und sie schlecht behandelt.
Christliche Missionare haben das harmonische Zusammenleben von Frau und Mann auf der ganzen Welt, durch die Überhöhung des Mannes auf Kosten der Frau, zerstört. Zu den ›wichtigen Regeln‹, die den frauenfeindlichen Einfluss der patriarchalen, christlichen Missionare deutlich machen, gehört die Überzeugung der bekehrten Männer: ›Eine Frau kann einem Mann keine Vorschriften machen; Männer sollten nicht zu lange bei ihrer Frau im Haus bleiben; ihre Kinder nicht tragen und ihnen nicht den Po säubern oder sie waschen. Sie sollen nicht mit einer Witwe oder mit einer Frau, die von ihrem Mann verlassen wurde, schlafen.‹

Grausame, blutige Initiationsriten

sollen die Männer von der ›giftigen‹ Bindung an die Mütter/Frauen lösen. Beim Stamm der Sepik, schreibt Rolf Pohl, »belegen die früher häufigen Tötungen von Frauen, Kindern und Nicht-Intitierten während der Initiation die tief verwurzelte Aggressionsbereitschaft gegenüber Frauen schon vor der Auflösung der traditionellen Strukturen.« (Pohl ›Feindbild Frau‹ 2004, S. 51) Doch das sind keineswegs ›tief verwurzelte‹ Aggressionen, auch nicht »Ausdruck einer grundsätzlichen Feindseligkeit«, sondern das Resultat der Einflussnahme von christlichen Missionaren, die bei den Männern Verachtung und Hass auf die Frauen weckten und schürten und damit die alten respektvollen Strukturen zwischen Müttern und Söhnen und Frauen und Männern zerstörten. »Tatsächlich scheint der Einfluss der Initiation die Feindseligkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen eher zu verschärfen.« Das wundert nicht, das ist ja der Zweck der Initiation. »Gerade die Männlichkeit verherrlichenden Initiationen der (meisten) Gesellschaften Papua-Neuguineas führten zu besonders extremen und dauerhaften Formen von Frauenhass (Mysogynie). Alle Weiblichkeit stigmatisierenden Riten und die zwanghafte Fixierung auf Gegenmaßnahmen zur Abwehr der weiblichen Gefahren verstärkten die tiefsitzende Angst vor den Frauen und wandelten sie in eine anhaltende Gewaltbereitschaft um, vor allem deshalb, weil eines sich nicht verhindern lasse: Die Hingezogenheit der Männer zu den Frauen zeigt sich dennoch, und zwar besonders stark im heterosexuellen Begehren. Es kann nicht ständig abgewehrt werden.« (Pohl ibd.) Das Patriarchat und die patriarchalen Religionen haben die Frauen so lange stigmatisiert, verteufelt, gedemütigt und entmündigt (die einstige Große Göttin wurde zum Satan gemacht!), dass Männer vor ihren eigenen Phantasien Angst bekamen. Im Matriarchat gab und gibt es keine Männer, die Angst vor Frauen oder Feindseligkeit gegen sie empfinden; jedoch hatten und haben Männer Respekt vor den Frauen. (s. ›Matriarchate heute‹)

Papua NG offfene VulvaDie Frau mit der offenen Vulva ist die Initiationsfigur der Männer bei vielen indigenen Stämmen. (Daniel Vigne ›Die Papuas, zwischen Tradition und Fortschritt‹ arte 28.9.2013)

Das Geisterhaus der Männer ist der Ort für traditionelle Zeremonien, lange Besprechungen und Entscheidungen, der Ort der Männermacht. Frauen haben hier keinen Zutritt, obwohl das Haus zugleich einen Mutterleib symbolisiert und von einer initiierenden Frauenfigur dominiert wird. Während der brutalen, blutigen Initiation, die erwachsene Männer freiwillig auf sich nehmen, wird ihnen mit einer Rasierklinge das Muster einer Krokodilshaut in den Rücken geschnitten. Es heißt, die Prozedur soll ihnen Macht und Ansehen verschaffen, aber es sei vor allem eine Wiedergeburts-Initiation, um sie vom unreinen Blut mit dem sie ihre Mütter geboren haben, zu reinigen. Bei der Initiation verlasse dieses Blut den Körper. Das blutige Ritual gleicht unübersehbar dem Ritual der Beschneidung der Knaben bei den Juden und Muslimen, die das Ziel hat, das männliche Kind von der Mutter und dem Clan der mütterlichen Blutsfamilie zu trennen. Das Kind ist mit dem Vater nicht blutsverwandt! (s. ›Die Entdeckung der Vaterschaft und die katastrophalen Folgen‹, Untertitel: ›Der Vater ist nicht blutsverwandt‹)
Wir finden Parallelen bei den Vaterrechtlern im Antiken Griechenland. Nachdem Männer »die Legende von der Unreinheit der Frau verbreitet hatten, galt die Schwangere nicht nur als gefährdet, sondern auch als gefährlich. Einer der grausamsten Aspekte der Angst vor der Frau, war der Keil, den der Mann zwischen Mutter und Kind trieb, indem er verkündete, das Kind müsse sofort nach der Geburt von der Befleckung durch die Mutter befreit werden.« (Ernest Borneman ›Das Patriarchat‹ 1979, S. 271) Danach riss der Vater alle Rechte an sich, er entschied, ob es getötet, ausgesetzt, verkauft oder versklavt wurde.

Millionen von Aids-Toten und Waisen in Afrika, nicht nur aber auch, verschuldet aufgrund des unmenschlichen Verhütungsverbots des Vatikans

Die Verfolgung und Verachtung der ›primitiven‹ nicht-weißen Menschen durch rassistische, gottgläubige Christen geht noch immer weiter. Die zu Gläubigkeit und blindem Kadavergehorsam erzogenen katholischen Missionare folgen dem erbarmungslosen, unmenschlichen Edikt aus Rom, das verkündet: keine Verhütungsmittel, keine Präservative und damit kein Schutz vor Aids. Das Resultat: Millionen von HIV-Infizierten und Abermillionen von Waisenkindern. Das ist unterlassene Hilfeleistung, ja, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, eine mörderische Ausgeburt der christlichen Sexualfeindlichkeit, von Erbarmungslosigkeit, Grausamkeit und Sadismus.
Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2012 hat Papst Benedikt XVI. die Millionen Todesopfer der Immunschwäche beklagt. Besonders besorgt äußerte er sich über die Lage in Entwicklungsländern. Dort gelangten die HIV-Infizierten nur unter großen Schwierigkeiten an wirksame Medikamente, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. Er gedenke insbesondere der großen Anzahl von Kindern, die sich jedes Jahr bei ihren Müttern infizieren, obwohl es Therapien gibt, die das verhindern könnten. Benedikt ermutigte katholische Initiativen zur Aids-Prävention. (domradio) Eine unverschämte Heuchelei!

Das Patriarchat zerstört die Frauen und macht aus Männern gewalttätige Monster

Oder wie soll man Männer bezeichnen, die lustvoll töten, foltern, quälen, vergewaltigen, zerstören, vernichten und sich daran ergötzen? Der Arzt, Dr. Guy-Bernard Cadière, berichtet aus dem ehemals vom christlichen, belgischen König und den ihn unterstützenden katholischen Missionaren mit unglaublicher Grausamkeit kolonisierten Kongo bei arte. Er operiert in der Demokratischen Republik Kongo brutalst vergewaltigte Frauen und berichtet als Beispiel von einer Frau, der nach einer Massenvergewaltigung noch ein Pflock durch die Vagina gestoßen wurde, der ihren Dickdarm durchtrennte, so dass der Darminhalt durch die Vagina entleert wurde? (arte 28 Minuten 11./12.6.2014) Haben Sie als Mann ein anderes Wort für solche Männer?

vergewaltigung im Krieg

Vergewaltigung ist eine Kriegswaffe: Gemeinsam mit dem britischen Außenminister William Hague eröffnete Angelina Jolie am Dienstag eine dreitätige Konferenz in London, um auf sexuelle Gewalt in Konfliktregionen aufmerksam zu machen. 220 Millionen Mädchen und Frauen werden jährlich in Kriegsgebieten vergewaltigt; trotzdem muss eine Frau PolitikerInnen darauf aufmerksam machen! Die Politiker und Militärs interessiert das Thema nicht! Diese Monster-Männer und ihre Vorgesetzten werden niemals zur Rechenschaft gezogen, das wissen sie und deshalb tun sie es ohne jeden Skrupel. So haben Männer in allen Kriegen gehandelt – sie waren entmenschlicht – zu Monstern mutiert. Die patriarchalen Politiker sind nicht bereit oder nicht fähig, diesem Verbrechen Einhalt zu gebieten.

Diese Staaten sind beinahe zu 100 Prozent christlich vereinnahmt. Sie wurden zum größten Teil während der Kolonialzeit zwangsbekehrt und werden bis heute aggressiv missioniert:

Peru: »Nach dem 2007 erhobenen Zensus beschreiben sich etwa 81,3 % der Bevölkerung über zwölf Jahren als katholisch, etwa 12,5 % als evangelisch beziehungsweise evangelikal, 2,9 % geben an, nicht religiös zu sein, und 3,3 % geben eine nicht aufgeführte Religion an. Dabei ist der Anteil der Katholiken in ländlichen Regionen etwa 5 Prozentpunkte niedriger als in den Städten. Die überwiegende Mehrheit der Peruaner ist dennoch römisch-katholisch.« (Wikipedia)

Guatemala: »Ungefähr 55 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch, etwa 45 Prozent gehören protestantischen Kirchen an, vor allem freievangelikalen Kirchen«. (Wikipedia)

Bolivien: »Laut dem Zensus 2001 bezeichnen sich 78 % der Bevölkerung als Katholiken, 19 % gaben an, einer protestantischen oder evangelikalen Richtung anzuhängen. In den urbanen Gebieten ist der katholische Anteil etwas höher als im ländlichen Raum. Da es keine offizielle Kirchenmitgliedschaft gibt, kann angenommen werden, dass der Anteil nicht Praktizierender unter den Katholiken relativ hoch ist. Bis zum Inkrafttreten der neuen Verfassung war der Katholizismus Staatsreligion«. (Wikipedia)

Bekannt für Feminizid sind auch die anderen Staaten Lateinamerikas, z.B. Mexiko: (Frauenmorde und keine Aufklärung – die Frauen von Juárez – See more at: http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/mexiko/frauenmorde-und-keine-aufklarung-die-frauen-von-juarez-19093.html#sthash.0X6YJDwj.dpuf)

Christlicher Machismus: eine unendliche Schande

Der Machismus in Lateinamerika ist nicht nur ein Männerproblem, sondern ein Problem das die christlichen Kirchen geschaffen haben und aufrecht erhalten. Papst Franziskus der in der katholischen Machowelt Argentiniens aufgewachsen ist, hat dort gearbeitet und ist bis heute davon überzeugt, dass die Frau minderwertiger ist als der Mann. Auf seiner Reise nach Lateinamerika 2015 trat Papst Franziskus im bolivianischen Santa Cruz auf. Dort bat er die indigenen Völker Amerikas für alle während der Kolonialzeit im Namen der Kirche begangenen Verbrechen um Vergebung:»Ich sage Ihnen mit Bedauern, im Namen Gottes sind viele und schwere Sünden gegen die Ureinwohner Amerikas begangen worden«. Der Jesuit aus Argentinien sagte, er bitte demütig um Vergebung für die von der katholischen Kirche begangenen Sünden, aber auch «für die Verbrechen gegen die Urbevölkerungen während der sogenannten Eroberung Amerikas«. Ob den unsäglichen Verbrechen damit Genüge getan wurde, sei dahingestellt. Eine Geste wäre allerdings, den völlig verarmten Indios zu helfen, z.B. mit einem Teil des geraubten Goldes, das die Kirche bis heute hortet. Doch davon war keine Rede.

»Der Machismus – eine Kultur und Verhaltensweise, die auf der Unterdrückung der Frau und den Überlegenheitgefühlen des Mannes basiert – wurde dazu benutzt, die natürliche Liebe zwischen den Menschen unter die Vorherrschaft des Mannes zu stellen. (See more at: http://www.quetzal-leipzig.de/printausgaben/ausgabe-06-07-lateinamerika-und-deutschland/der-machismus-in-lateinamerika-ein-mannerproblem-19093.html#sthash.6qoKkaN4.dpuf)

Das Fazit:

Aggressive, rassistische, christliche Kolonialisten und dünkelhafte, sich überlegen fühlende Missionare verachten die in ihren Augen primitiven Einheimischen, zerstören die friedlichen, gleichberechtigten Gemeinschaften, das Heilwissen der Frauen wird ausgemerzt, das indigene Kunstschaffen verspottet, die Kunstwerke verbrannt; sie zerstören die einzigartigen Produkte menschlicher Kreativität, die die Völker in langer Zeit geschaffen haben. Sie verbieten die indigene Sprache zu sprechen, womit ein weiterer wichtiger Teil der Kultur verloren geht, ersetzen die Schrift durch ihre eigene (z.B. haben die christlichen Konquistadoren die meisten Exemplare der aus Baumrinde bestehenden Bücher der Maya, die kostbaren Codizes, vernichtet), verbieten und verfolgen die indigenen Religionen und Kulte und ersetzen sie durch ihre patriarchalen weißen männlichen Götter. Sie löschen ihre Kultur, ihre Identität und Einzigartigkeit aus, rauben ihnen die Güter und zwingen ihnen die patriarchalische Gesellschaftsform, die Herrschaft des weißen Mannes auf. Ihre Predigten von der Gottebenbildlichkeit des Mannes, der über der Frau stehe und deren Abwertung zerstört die gleichberechtigte Beziehung und die Liebe zwischen Mann und Frau und damit auch der Familie.
Gerechtfertigt scheint den folgsamen Christenbrüdern dies durch die Worte Christi, ›gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes‹; koste es was es wolle! Die Diskriminierung der Frau wird durch die anmaßenden Worte des Paulus, nach der die Frau in der Gemeinde zu schweigen habe, verteidigt. Das Resultat waren und sind Streit und Trennung; die ständig zunehmenden Ehescheidungen sprechen dazu eine klare Sprache. Die Kleriker sollten sich endlich von diesen Schaden stiftenden Worten des frauenfeindlichen Paulus distanzieren, statt die Folgen, die sie durch ihr ständiges Wiederholen selbst verursachen, zu beklagen und zu verurteilen.

Jede patriarchale Religion ist eine politisch motivierte Ideologie zur Erlangung und Aufrechterhaltung von Macht.

Wie bei den Hexenmorden leugnen christliche Religionsrevisionisten und Neo-Nazis wie etwa Richard Williamson, Bischof der fundamentalistischen Pius Brüderschaft, auch das Ausmaß des Holocaust. Er behauptet, es sei kein einziger Jude in Gaskammern umgekommen und die Judenverfolgung habe ›höchstens 200’000 bis 300’000 Menschen das Leben gekostet‹. Der fundamentalistische deutsche Papst Benedikt XVI. hat die über Williamson ausgesprochene Exkommunikation 2009 aufgehoben. (s. dazu ›Holocaustleugnung‹ im Wikipedia) Der millionenfache Mord an den Jüdinnen und Juden des letzten Jahrhunderts lässt sich jedoch weniger einfach leugnen als der millionenfache Mord vor ein paar hundert Jahren an den Hexen; aber eines haben die frommen Christenmänner gemeinsam: Zu ihrem Selbstschutz lügen die ›Gesandten Gottes‹ was das Zeug hält. Das betrifft auch die Gräuel der christlichen Missionierung in aller Welt.

Im Lichte der 100 Millionen der Christianisierung und Kolonialisierung allein in den amerikanischen Ländern zu Tode gekommenen Menschen, wirken die 9 Millionen ermordeten ›Hexen‹, die der Christianisierung Europas zum Opfer fielen mehr als glaubwürdig!
Allen monotheistischen Religionen fehlt es an Achtung und Respekt vor Andersgläubigen und Andersdenkenden und in erster Linie fehlt allen der Respekt vor der Frau. Ihre Verachtung trifft auch die durch das Patriarchat, die Kolonisierung und Missionierung verarmten Völker, die jetzt als Flüchtlinge in die Länder der ehemaligen Kolonisatoren zurückströmen – und oft vor verschlossenen Grenzen und Herzen stehen.

(s. auch ›Was von den patriarchalen Historikern verschwiegen wird‹)


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